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19. September

"A Very English Scandal" kommt ins deutsche Pay-TV

16 Monate nach der Erstausstrahlung in der BBC soll der Dreiteiler um einen versteckt schwul lebenden Parteichef (Hugh Grant) und seinen Lover (Ben Whishaw) im deutschen Sony Channel ausgestrahlt werden.


Ben Whishaw spielt den Stalljungen Norman Scott, der eine heimliche Affäre mit einem von Großbritanniens mächtigsten Politikern hat (Bild: BBC)

Der deutschsprachige Fernsehsender Sony Channel wird am 19. September alle drei Folgen der in den Sechziger- und Siebzigerjahren spielenden Miniserie "A Very English Scandal" ab 20.15 Uhr in einer Marathonprogrammierung ausstrahlen. Zur gleichen Zeit soll die Serie auch in Sony-Mediatheken auf Streamingportalen von Magenta TV, Vodafone, Unitymedia und Amazon Prime zu sehen sein.

"A Very English Scandal" stammt aus der Feder des walisischen Starautors Russell T. Davies ("Queer as Folk", "Doctor Who", "Torchwood"). Im ersten Programm des BBC-Fernsehens waren die drei Teile in Erstausstrahlung zwischen dem 20. Mai und dem 3. Juni 2018 gezeigt worden.

Dreiteiler beruht auf wahren Begebenheiten

Die von der BBC und Amazon USA in Auftrag gegebene Serie basiert auf wahren Begebenheiten: Hollywoodstar Hugh Grant spielt darin den schwulen Politiker Jeremy Thorpe, der beschuldigt wird, einen Killer auf seinen Liebhaber angesetzt zu haben. Der junge Lover wird vom offen schwulen Schauspieler Ben Whishaw dargestellt, der unter anderem auf Netflix in der Thriller-Serie "London Spy" und als Waffenmeister Q in den James-Bond-Filmen zu sehen ist. Whishaw erhielt für seine Leistung in "A Very English Scandal" den amerikanischen Fernsehpreis Golden Globe in der Kategorie "bester Nebendarsteller in einem TV-Film oder einer Miniserie".

Direktlink | Englischsprachiger Trailer der BBC

Die sogenannte Thorpe-Affäre gehört zu den größten politischen Skandalen im Vereinigten Königreich des 20. Jahrhunderts – und beendete die Karriere eines der angesehensten Politiker Großbritanniens. Jeremy Thorpe führte die aufstrebende Liberale Partei seit 1967 an. In der Öffentlichkeit wusste man aber nicht, dass der verheiratete Politiker ein Doppelleben führte; nach außen hin gab er sich als treuer Ehemann, lebte aber seine Homosexualität heimlich mit dem elf Jahre jüngeren Stalljungen Norman Scott (Whishaw) aus – zu einer Zeit, als Homosexualität in England noch illegal war.

In den Siebzigern fühlte sich Scott von Thorpe schlecht behandelt und immer mehr Details zur Affäre kamen in die Öffentlichkeit. Schließlich wurde Scott 1976 von einem Mann mit einer Waffe bedroht, der dann dessen Hund erschoss – laut Scott habe der Mann auch ihn umbringen wollen, seine Waffe habe aber Ladehemmungen gehabt. In Folge dieses Verbrechens kamen immer mehr Details über die Affäre ans Tageslicht, wodurch Thorpe im trotz der Legalisierung von gleichgeschlechtlichem Sex noch immer extrem homophoben England der Siebzigerjahre schließlich zum Rücktritt gezwungen wurde. 1979 wurde Thorpe wegen Anstiftung zum Mord angeklagt, aber von einer Geschworenenjury freigesprochen. Bis zu seinem Tod im Jahr 2014 sprach Thorpe nie öffentlich über seine sexuelle Orientierung. (dk)



#1 PetterAnonym
  • 08.05.2019, 14:42h
  • Schade, dass dieser tolle Dreiteiler, der noch dazu auf wahren Tatsachen beruht, nur im Pay-TV zu sehen ist.

    Das wäre doch ideal auch fürs Öffentlich-Rechtliche in Deutschland.
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