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"Extrem ernüchternde Bilanz"
Kampf gegen Homophobie: Grüne kritisieren "Untätigkeit" der Bundesregierung
Vor zwei Jahren versprach die Bundesregierung, Forschungsprojekte auf dem Gebiet zur Homosexuellen- und Transfeindlichkeit zu unterstützen. Bislang wurde aber nur ein kleines Projekt gefördert.

Kai Gehring ist seit 2005 Mitglied des Bundestages (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)
- 9. Mai 2019, 14:11h 2 Min.
Die Grünen kritisieren die Bundesregierung scharf dafür, dass sie im Kampf gegen Homo- und Transsexuellenfeindlichkeit versage. Anlass ist die Antwort der Regierung auf eine Anfrage des Grünenpolikers Kai Gehring, die queer.de vorliegt und sich speziell dem Bereich Forschung widmet.
Der offen schwule Bundestagsabgeordnete, der gegenwärtig forschungspolitischer Sprecher seiner Fraktion ist, hatte sich erkundet, welche konkreten wissenschaftlichen Vorhaben "auf dem Gebiet der Homosexuellen- und Transfeindlichkeit" seit der Integration von LGBTI im Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus unternommen worden sind. Die schriftliche Antwort der Regierung: In den letzten knapp zwei Jahren sei lediglich eine dreimonatige Befragung von Transpersonen "zum Bedarf einer nicht binären Geschlechtsoption" vom Bundesfamilienministerium gefördert worden. Kostenpunkt: 14.350 Euro.
Im Aktionsplan (PDF) hatte die Regierung allerdings mehr versprochen. Wörtlich hieß es: "Forschung auf dem Gebiet zur Homosexuellen- und Transfeindlichkeit – insbesondere in den Fachrichtungen Rechtswissenschaft, Sozialwissenschaften, Geschichtswissenschaft, Theologie, Psychologie, Medizin und Pädagogik soll gefördert werden."
Gehring attackiert Forschungsministerin Karliczek
Gehring übte gegenüber queer.de scharfe Kritk an der "extrem ernüchternden Bilanz". "Besonders schockiert hat mich die Untätigkeit des Bildungs- und Forschungsministeriums, das keine einzige Initiative aufweisen kann." Der 41-Jährige warf Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) vor, "lieber ihre Vorurteile gegenüber Regenbogenfamilien und Co." zu pflegen als gegen Diskriminierung zu kämpfen.
Karliczek gilt als erbitterte LGBTI-Gegnerin – sie hatte letztes Jahr für Schlagzeilen gesorgt, als sie in einem Interview die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht als "nicht richtig" bezeichnete (queer.de berichtete). Außerdem hatte sie beklagt, dass es angeblich "keine Langzeitstudien zu den Auswirkungen auf Kinder in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften" gebe, und später mehrere Möglichkeiten zu einer sich korrigierenden Stellungnahme nicht genutzt (queer.de berichtete).

Bildungsministerin Anja Karliczek hält es für einen Fehler, dass Schwule und Lesben im Ehe-Recht nicht länger diskriminiert werden (Bild: J.-H. Janßen / wikipedia)
"Auch bei der Aufarbeitung der eigenen historischen Verantwortung ist man im Karliczek-Haus ratlos", fuhr Gehring fort. "Ob Personen auf Basis der Unrechtsparagrafen 175 im Ministerium beruflich kaltgestellt wurden, bleibt schleierhaft, weil sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung nicht aktiv um historische Aufarbeitung kümmert." (dk)















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Es wäre ehrlicher zu schreiben, dass die CDU untätig ist, bitte.