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Erzbistum Köln

Homosexuelle "krank": Katholische Theologen kritisieren Priesterausbilder

Selbst innerhalb der katholischen Kirche gibt es scharfe Proteste und Rücktrittsforderungen gegen einen homophoben Chefausbilder zum Priesteramt im Erzbistum Köln.


Der Kölner Dom ist nicht nur das Wahrzeichen der Millionenstadt am Rhein, sondern auch der Sitz des mächtigsten deutschen Erzbistums (Bild: Volt2011 / flickr)

Theologen und Laienvertreter kritisieren einen Priesterausbilder des Erzbistums Köln scharf für abwertende Aussagen zur Homosexualität. Der Direktor einer Ausbildungsstätte des Erzbistums in Bonn, Pater Romano Christen, hatte dort vor Priesteranwärtern unter anderem gesagt, Homosexualität sei "Folge einer psychologischen (Fehl-)entwicklung". Zur "inneren Heilung" gebe es "Therapien und Männer, die sie erfolgreich bestanden haben", zitierte die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) aus dem Redemanuskript seines bereits im Januar gehaltenen Vortrags (queer.de berichtete).

"Solche Aussagen sind eine Ohrfeige für jeden homosexuell empfindenden Menschen", sagte Christian Weisner von der katholischen Reform-Initiative "Wir sind Kirche" der Deutschen Presse-Agentur. Es sei "traurig", dass solche Meinungen in der Priesterausbildung noch verbreitet würden. "Kardinal Woelki sollte sich überlegen, ob Menschen mit so einem Weltbild die richtigen Ausbilder für Priester sind", sagte Weisner.

Der Freiburger Fundamentaltheologe Magnus Striet sagte der SZ, homosexuellen Priesteramtskandidaten werde durch solche Aussagen vermittelt, "dass sie ihre Gefühle zu verdrängen haben". Wenn die dadurch entstehenden Probleme nach Jahren hochkämen, sei dies "eines der Einfallstore für sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche".

Kölner Laienverband fordert Entlassung des homophoben Ausbilders

Tim Kurzbach, der Chef des Kölner Diözesanrats, eines Gremiums katholischer Laien, verlangte die Ablösung Christens. "Wer so über Homosexuelle denkt und redet, hat sich für die Ausbildung des Priesternachwuchses diskreditiert", sagte Kurzbach dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Der Priesterausbilder teilte auf dpa-Anfrage zu den Vorwürfen mit, er habe niemanden diskriminieren wollen. Das Erzbistum Köln antwortete, zum Thema Sexualität lernten die Priesteranwärter "durchaus unterschiedliche Standpunkte und Sichtweisen kennen".

Die katholische Kirche lehnt Homosexualität pauschal als Sünde ab. Im erzkatholischen Milieu und in der evangelischen Kirche unter Evangelikalen gibt es bis heute Forderungen, die Homosexualität zu "therapieren". In diesem Milieu wird derzeit auch erbittert gegen ein geplantes Gesetz zum Verbot von Homo-"Heilungen" protestiert (queer.de berichtete).

Auf der anderen Seite ging gerade in Deutschland die katholische Kirche in jüngerer Zeit stärker auf Homosexuelle zu. Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, sagte etwa, "dass die Kirche auch diesen Menschen zugewandt ist". Der Generalvikar des Erzbischofs von München und Freising, Peter Beer, beklagte zudem, dass die Homophobie der Kirche Glaubwürdigkeit koste (queer.de berichtete). (dpa/AFP/cw)



#1 JasperAnonym
  • 10.05.2019, 11:25h
  • Wenn die das wirklich ernst meinen und das nicht nur wieder mal Marketing-Gelaber ohne Konsequenzen sein soll, dann muss der entlassen werden. Punkt.

    Und nicht irgendwo anders hin versetzt oder so oder in Frührente geschickt und weiter finanziert werden, sondern entlassen und dann muss er sich einen neuen Job suchen oder halt von Hartz IV leben.
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#2 Ralph
  • 10.05.2019, 14:34h
  • Ich bin mit einem Produkt dieser Art von Priesterausbildung verheiratet. Er ist darüber bis heute nicht hinweg und wird sich davon wohl auch nie wirklich befreien können. Was die kath.Kirche mit Menschen macht, ist mit Worten gar nicht zu beschreiben.
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#3 FinnAnonym
  • 10.05.2019, 15:01h
  • Es mag ja sein, dass es auch Theologen gibt, die diese Hetze in der Priester-Ausbildung kritisieren. Aber entscheidend ist, wie die Führung (die deutsche Bischofskonferenz oder gar der Vatikan) darüber denken.

    Und die halten sich bisher still. Was wieder mal sehr viel aussagt...
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#4 Y-nachtenAnonym