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USA

Nach 62 Tagen: Chelsea Manning aus Beugehaft entlassen

Die transsexuelle Whistleblowerin ist vorläufig wieder auf freiem Fuß. Binnen einer Woche droht ihr aber die erneute Unterbringung in einem Gefängnis.


Chelsea Mannings Fall trifft in den USA – und auch weltweit – auf großes Medieninteresse (Bild: Screenshot ABC)

Chelsea Manning ist seit Donnerstag wieder in Freiheit: Die 31-jährige trans Whistleblowerin war 62 Tage in Beugehaft in einem Gefängnis in Virginia, weil sie bei einer nicht-öffentlichen Befragung durch eine sogenannte Grand Jury die Aussage verweigert hatte (queer.de berichtete). Die ehemalige Wikileaks-Informantin sollte zu einer Aussage im Fall des inzwischen in Großbritannien verhafteten Wikileaks-Gründers Julian Assange gezwungen werden.

Die Freiheit könnte allerdings nur von kurzer Dauer sein: Mannings Anwälte teilten bereits mit, dass ihre Klientin nur aus der Haft entlassen worden sei, weil die Amtszeit der Grand Jury abgelaufen sei. Sie habe bereits eine neue Aufforderung erhalten, am Donnerstag (16. Mai) vor einer neuen Grand Jury auszusagen. Dann könnte sie bei Aussageverweigerung erneut in Beugehaft genommen werden – einen Tag vor dem Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie am 17. Mai. Die Anwälte stellten in ihrer Erklärung bereits klar: "Chelsea wird sich weiter weigern, Fragen zu beantworten."

Twitter / xychelsea

Die 31-Jährige hatte argumentiert, dass sie eine nicht-öffentliche Befragung ablehne, die mögliche spätere Verfahren beeinflussen könnte. Außerdem hatte sie auf frühere öffentliche Aussagen verwiesen. Das System der Grand Jurys ist in den USA umstritten; die Geheimgremien entscheiden, ob Anklage in einem Fall erhoben wird – dabei kam es in der Vergangenheit immer wieder zu kontroversen Beschlüssen.

Der Fall Manning zieht sich bereits seit fast zehn Jahren hin: Sie war als Militärangehörige "Bradley Manning" 2010 verhaftet worden, weil sie Hunderttausende geheime Dokumente der Enthüllungsplattform Wikileaks zugespielt hatte. Diese zeigten unter anderem Kriegsverbrechen der US-Armee im Irak-Krieg. Nach ihrer Verurteilung zu 35 Jahren Haft outete sich Manning 2013 als Transsexuelle.

Dass sie die 35 Jahre Haft nicht absitzen musste, verdankte Manning Präsident Barack Obama: Drei Tage vor dem Ende seiner Amtszeit gab der Demokrat bekannt, dass er die Strafe der Whistleblowerin zum großen Teil erlassen werde. Sie wurde dann am 17. Mai 2017, dem Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie, aus der Militärhaft entlassen (queer.de berichtete).

Auch in der LGBTI-Szene ist Manning umstritten. Von vielen wird sie als Heldin angesehen, die in der Zeit von "Don't ask, don't tell" nicht mehr Verbrechen des US-Militärs decken wollte. 2014 wurde sie etwa zur Schirmherrin des CSDs in San Francisco ernannt, obwohl sie noch in Haft saß (queer.de berichtete). Unter LGBTI-Republikanern gilt sie aber als rotes Tuch: So warfen ihr die Log Cabin Republicans vor, das Leben amerikanischer Soldaten in Gefahr gebracht zu haben (queer.de berichtete). (dk)



#1 AllieAnonym
  • 10.05.2019, 13:14h
  • Ja, so funktioniert das in einer lupenreinen Demokratie: Es werden einfach so viele Wahlen ääääähhh Gerichtsverfahren abgehalten bis das korrekte Ergebnis feststeht.

    Auf der einen Seite ist es total toll, dass Chelsea Manning jetzt entlassen wurde, aber es kann doch nicht sein, dass diese Folter jetzt solange wiederholt wird bis sie aussagt.

    ----
    Es ist übrigens sehr schön, mal einen Artikel über eine Trans*Person zu lesen der ohne Geburtsname auskommt, danke dafür :)
  • Antworten » | Direktlink »
#2 zundermxeAnonym
  • 10.05.2019, 14:13h
  • Wenigstens ein paar Tage wieder raus ausm Knast.
    Glaub sie wird erst wieder Ruhe haben wenn Trump hoffentlich die nächsten Wahlen verliert.

    Absolut beeindruckend ihre Stärke und Haltung. Wenn ich auch nichts von Vorbildern halte - aber vorbildhaft ist sie definitiv.
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#3 marcocharlottenburgAnonym
#4 stay_strongAnonym
  • 10.05.2019, 16:05h
  • Hey, Chelsea

    You're doing a great job, my respect to you.
    Please stay strong. It's terrible what the Republicans are doing with you right now.
    I've tried to make the embassy active but it refers to the American embassy in Germany where Grenell is the head :-/
    I wished I could do something for you.

    Did you think about applying for the nobel peace prize? You deserve it and it would give you some extra security.

    Take care of yourself :-)

    ©BuntesUndSchönes
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Alfred BernhardAnonym
#6 stay_strongAnonym
#7 stay_strongAnonym
  • 10.05.2019, 22:27h
  • Antwort auf #5 von Alfred Bernhard
  • Wow, kein Wort über Manning geschrieben. Das nenne ich Solidarität (Sarkasmus).

    Als nicht-Amerikanerin muss mein Englisch nicht perfekt sein. Aber es reicht, um verstanden zu werden.
    Von dir natürlich nicht, das hab ich auch nicht anders erwartet :-P
    Im Gegensatz zu dir, gibt einen Kommentator, der authentisch schreibt.

    Und was Chelsea zu lesen bekommt, wird sie selbst am besten wissen!

    ©BuntesUndSchönes
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#8 Alfred BernhardAnonym
#9 zundermxeAnonym
  • 11.05.2019, 08:43h
  • Antwort auf #5 von Alfred Bernhard
  • Lieber Alfred,

    alles eine höchst persönliche Entscheidung welche vorgeschobenen Argumente in einem Kommentar genannt werden um diesen als unsinnig zu bezeichnen und warum ein eher beleidigender Stil gewählt wird.

    Konstruktiv oder respektvoll geht anders.
    Zum eigentlichen Thema nichts zu sagen ist dann auch schon Aussage genug.
    Wünsche Dir für Deine Zukunft mehr Herz und Phantasie.
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#10 stay_strongAnonym