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"Großer Sprung"

Blutspenden: Kanada senkt Sex-Karrenzzeit für Schwule von 12 auf 3 Monate

Wenn ein homo- oder bisexueller Mann in Kanada Blut spenden will, muss er "nur" noch drei Monate auf Sex verzichten – in Deutschland sind es zwölf Monate.


Drei Monate keinen Sex und – schwups – schon gilt der gemeine Schwule als so gesund wie ein Hetero… (Bild: Matt Hecht / flickr)

  • 10. Mai 2019, 11:30h 12 2 Min.

Kanada will mehr schwule und bisexuelle Männer zum Blutspenden animieren und hat daher die Vorlaufzeit, in der die Spender keinen Sex haben dürfen, für diese Gruppe auf drei Monate gesenkt. Seit 2013 hatte eine Karenzzeit von zwölf Monaten gegolten, zuvor war männlichen Homosexuellen das Blutspenden generell untersagt worden (queer.de berichtete).

Mit der Neuregelung würden Diskriminierungen abgebaut, erklärte Gesundheitsministerin Ginette Petitpas am Mittwoch. "Wir machen einen großen Sprung Richtung eines fairen, evidenzbasierten Blutspendesystems, indem wir den Aufschubzeitraum auf drei Monate verringern und uns in Richtung einer auf Verhalten basierenden Überprüfung von Spendern zubewegen."

LGBTI-Aktivisten halten Karenzzeit für Diskriminierung

Für heterosexuelle Spenderinnen und Spender oder für Lesben gibt es keine Sex-Karrenzzeit, sondern hier wird vor einer Spende nach dem individuellen Verhalten gefragt. Als Grund dafür, dass Schwule anders behandelt werden, wird die durchschnittlich höhere HIV-Rate in dieser Gruppe angegeben. LGBTI- und Aids-Aktivisten fordern bereits seit Jahren, Spender nach ihrem tatsächlichen Risikoverhalten zu beurteilen und nicht nach ihrer sexuellen Orientierung. Die Deutsche Aids-Hilfe argumentiert etwa, dass "viele Heterosexuelle zumindest zeitweise höhere Infektionsrisiken" aufweisen würden als Schwule.

In Deutschland dürfen seit 2017 schwule und bisexuelle Männer nur Blut spenden, wenn sie versichern, zwölf Monate lang keinen Sex mit einem Mann gehabt zu haben (queer.de berichtete). Der Lesben- und Schwulenverband kritisierte, dass diese Regelung realitätsfremd sei, weil niemand ein Jahr auf Sex verzichte, um Blut zu spenden (queer.de berichtete).

In Europa wird der Status Homosexueller beim Blutspenden höchst unterschiedlich geregelt: Sieben der 28 EU-Staaten, darunter auch Österreich, verbieten etwa generell die Blutspende durch schwule und bisexuelle Männer. Sechs Länder der EU betrachten hingegen nur das Risikoverhalten des Spenders und nicht dessen sexuelle Orientierung. In diesem Ländern (Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal und Spanien) werden Homo- und Heterosexuelle also gleich behandelt. (dk)

-w-

#1 ZenkimausAnonym
  • 10.05.2019, 13:48h
  • Pech gehabt. Ich verzichte nicht auf Sex. Die Krankenhäuser sollen sich also nicht mehr aufregen.
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#2 LinusAnonym
  • 10.05.2019, 15:17h
  • Und wie lange müssen Heteros vorher auf Sex verzichten?

    Achja, gar nicht.

    So als ob HIV nur Schwule betreffen würde...
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#3 PreyAnonym
  • 10.05.2019, 16:07h
  • Antwort auf #2 von Linus
  • Das stimmt so nicht! Mädchen und Jungs die hetero sind müssen auch (wenn angegeben ist das die einen wechselnden Sexpartner hatten) mindestens 4 Wochen aussetzen .... allerdings zwischen 4Wochen und 3 Monaten ist ein unterschied ... der immernoch nicht akzeptabel ist
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