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Erzbistum Köln

Priesterausbilder entschuldigt sich für homofeindlichen Vortrag

In einer vom Bistum verbreiteten Stellungnahme spricht Pater Romano Christen von einem "unzulänglichen" und missverstandenen Vortrag. Kardinal Woelki geht auf Distanz.


Unter dem Kreuz wird viel diskutiert (Bild: Mario Micklisch / flickr)

Der katholische Priesterausbilder Pater Romano Christen hat sich für abwertende Aussagen über Homosexualität entschuldigt. "Mein Vortrag war, wie ich in den letzten Tagen in vielen Gesprächen gelernt habe, unzulänglich", erklärte Christen am Freitag in einer vom Erzbistum Köln verbreiteten Stellungnahme. "Es war nicht meine Absicht, homosexuelle Menschen zu verletzen. Sofern das doch geschehen ist, bitte ich um Entschuldigung." Er halte Homosexuelle nicht für "krank" und habe das in seinem Vortrag auch so nicht gesagt.

In der Berichterstattung sei auch untergegangen, dass er "Standpunkte Dritter referiert" habe, so Christen weiter. "Aber wichtiger ist mir klarzustellen, dass nach meiner Überzeugung jeder Mensch Respekt verdient und niemand wegen seiner sexuellen Orientierung herabgewürdigt werden darf. Dass durch meine Äußerungen ein anderer Eindruck entstanden ist, tut mir leid."

Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" hatte der Direktor einer Ausbildungsstätte des Erzbistums in Bonn im Januar vor Priesteranwärtern gesagt, Homosexualität sei "Folge einer psychologischen (Fehl)entwicklung" in Kindheit und Jugend (queer.de berichtete). Auf die Frage "Ist Homosexualität therapierbar?" gab der Ordensgeistliche demnach die Antwort: "Auch wenn sie von der Schwulen-Lobby regelrecht dämonisiert werden, gibt es Therapien und Männer, die sie erfolgreich bestanden haben." Die Aussagen hatten auch innerhalb der katholischen Kirche für Kritik und Rücktrittsforderungen gesorgt (queer.de berichtete).

Äußerungen "nicht Auffassung" Woelkis

Der Generalvikar des Erzbistums Köln, Markus Hofmann, stellte klar, die von dem Pater geäußerten Ansichten entsprächen nicht der Auffassung von Kardinal Rainer Maria Woelki. Dieser werde nach seiner Rückkehr von einer Israel-Reise ein Gespräch mit Christen führen und "seinen Standpunkt deutlich" machen.


Kardinal Rainer Maria Woelki

Das Erzbistum Köln lege "großen Wert darauf", "Fragen der Sexualität in der Priesterausbildung intensiv und vorurteilsfrei zu thematisieren und dabei den neuesten Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse darzustellen", so Hofmann. "Wir sind dabei, mit Hilfe externer Spezialisten neue Bausteine der Ausbildung zu schaffen, die den Kandidaten für das Priesteramt eine offene und klare Reflexion sowohl über ihre eigene Sexualität als auch zu sexualwissenschaftlichen Fragen ermöglichen und ungeachtet der jeweiligen sexuellen Orientierung zu einer reifen Persönlichkeit und einem natürlichen Selbstvertrauen beitragen." (dpa/cw)



#1 Patrick SAnonym
  • 10.05.2019, 18:02h
  • Wer das ernst nimmt, kann nicht ernst genommen werden.
    Ein Ausbilder der Dinge lehrt, von denen das Bistum nicht den Hauch einer Ahnung hat und nur durch den glücklichen Zufall, dass eine Zeitung darüber berichtet hat, nun in Kenntnis gelangt ist.
    Und selbstverständlich ist der Herr falsch verstanden worden und hat nur Meinungen dritter wiedergegeben.
    Und die Kirche bietet natürlich Konversionstherapien durch kirchliche Vereine nur versehentlich an.
    Und als Papst Franziskus Eltern mit homosexuellen Kindern zu einem Psychiater geraten hat, ist er auch nur falsch verstanden worden.
    Schlimm diese Lügenpresse. Fehlt ja nur noch, dass man der Kirche sexuellen Missbrauch und Vertuschung anhängt.
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#2 AliCologneProfil
#3 AlexAnonym
  • 11.05.2019, 01:52h
  • Eine Entschuldigung ist besser als Nichts. Aber noch besser wäre gewesen, garnicht erst Quatsch verbreitet zu haben.

    Wie ging das Sprichwort noch gleich? "Si tacuisses pholosophus mansisses"

    Ist immerhin schön, dass solche Aussagen auch von Kirchenseite nicht mehr unkommentiert stehengelassen werden. Es kann aber nur der Anfang und nicht das Ende der Bemühungen sein. Die Institution Kirche hat noch einen langen Bußgang vor sich.
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#4 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 11.05.2019, 05:17h
  • Sich entschuldigen, weil man eine negative Presse bekommt, reicht nicht! Das religiotische Denken muss ausgemerzt werden, das Denken, nur alleine im Besitz der allumfassenden Wahrheit zu sein, die Marginalisierung Andersdenkender und vieles mehr, muss aufhören. Dann, aber auch nur vielleicht dann, werde ich diesen Verein ernst nehmen!
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#5 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 11.05.2019, 05:20h
  • Antwort auf #1 von Patrick S
  • Oder, dass die "Lügenpresse" der RKK nachweist, dass viele Priester Heuchler sind, weil sie Priesterkinder haben, heimlich mit einer Frau oder einem Mann zusammenleben, sowie die Verbindungen zwischen Vatikan und organisiertem Verbrechen. Aber daran sind selbstverständlich auch nur die Schwulen schuld! Ich kann nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte!
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#6 PeerAnonym
  • 11.05.2019, 09:10h
  • Wie immer:
    wenn die mediale Aufmerksamkeit plötzlich zu groß wird und der Marketing-Schaden finanziell messbar wird, ist plötzlich alles nicht so gemeint, ist "missverstädlich", etc.

    Aber es geht weiter wie bisher...
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#7 Homonklin44Profil
  • 11.05.2019, 20:07hTauroa Point
  • Hm ja, sich hinterher rausreden und um Entschuldigung bitten ist die Strategie der an Religion Erkrankten. Drum bitten kann er ja, aber ob ihm Entschuldigung gewährt wird, bleibt offen.

    ""Homosexualität sei "Folge einer psychologischen (Fehl)entwicklung" in Kindheit und Jugend (queer.de berichtete). Auf die Frage "Ist Homosexualität therapierbar?" gab der Ordensgeistliche demnach die Antwort: "Auch wenn sie von der Schwulen-Lobby regelrecht dämonisiert werden, gibt es Therapien und Männer, die sie erfolgreich bestanden haben.""

    Religion ist Folge einer Indoktrination während der Kindheit, die mit introjektiven Methoden vorgenommen wird
    Möglicherweise ist Religiosität / Glaubenswahn therapierbar, obwohl das von Angehörigen der christlichen Sekten sicher dämonisiert wird. Es gibt sogar Leute, die sich erfolgreich aus dieser Indoktrination gelöst haben, ihre Introjekte zum Schweigen gebracht haben, und aus der religioten Erkrankung genesen sind.

    www-kichenaustritt.de war oft ein Anfang davon.
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#8 TheDadProfil
  • 12.05.2019, 14:08hHannover
  • Antwort auf #1 von Patrick S
  • ""Ein Ausbilder der Dinge lehrt, von denen das Bistum nicht den Hauch einer Ahnung hat und nur durch den glücklichen Zufall, dass eine Zeitung darüber berichtet hat, nun in Kenntnis gelangt ist.""..

    Äh ?
    Das Eingeständnis dieses Menschen macht vor allem eines deutlich :

    Es gibt eine Offizielle Lehr-Meinung aus dem Vatikan !

    Was in einem anderem Thread eines Artikels dazu ja bestritten wird :

    www.queer.de/detail.php?article_id=33555&kommeinzel=5416
    59


    Demgegenüber äußert sich
    "Der katholische Priesterausbilder Pater Romano Christen" hier eindeutig :

    ""In der Berichterstattung sei auch untergegangen, dass er "Standpunkte Dritter referiert" habe, so Christen weiter.""..

    UND :
    ""Sofern das doch geschehen ist, bitte ich um Entschuldigung.""..

    Er hat sich hier also NICHT einfach nur "entschuldigt", sondern wenigstens verstanden darum BITTEN zu müssen..

    Damit ist Pater Romano Christen deutlich weiter als sein direkter Dienstherr Kardinal Rainer Maria Woelki, der anstatt seinen ihm anvertrautem Angestellten den rücken zu stärken, diesem in den Rücken fällt, und sich aus der Sache herauszureden sucht..

    ""Dieser werde nach seiner Rückkehr von einer Israel-Reise ein Gespräch mit Christen führen und "seinen Standpunkt deutlich" machen.""..

    Es gibt keinen solchen "eigenen Standpunkt" Wölkis..
    Es gibt eine Lehr-Meinung aus dem Vatikan..
    Diese wird dann auch von Wölki nicht hinterfragt, oder gar als falsch kritisiert, was die Sache dann noch absurder werden läßt..
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