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Erzbistum Köln

Priesterausbilder entschuldigt sich für homofeindlichen Vortrag

In einer vom Bistum verbreiteten Stellungnahme spricht Pater Romano Christen von einem "unzulänglichen" und missverstandenen Vortrag. Kardinal Woelki geht auf Distanz.


Unter dem Kreuz wird viel diskutiert (Bild: Mario Micklisch / flickr)

  • 10. Mai 2019, 15:25h 8 2 Min.

Der katholische Priesterausbilder Pater Romano Christen hat sich für abwertende Aussagen über Homosexualität entschuldigt. "Mein Vortrag war, wie ich in den letzten Tagen in vielen Gesprächen gelernt habe, unzulänglich", erklärte Christen am Freitag in einer vom Erzbistum Köln verbreiteten Stellungnahme. "Es war nicht meine Absicht, homosexuelle Menschen zu verletzen. Sofern das doch geschehen ist, bitte ich um Entschuldigung." Er halte Homosexuelle nicht für "krank" und habe das in seinem Vortrag auch so nicht gesagt.

In der Berichterstattung sei auch untergegangen, dass er "Standpunkte Dritter referiert" habe, so Christen weiter. "Aber wichtiger ist mir klarzustellen, dass nach meiner Überzeugung jeder Mensch Respekt verdient und niemand wegen seiner sexuellen Orientierung herabgewürdigt werden darf. Dass durch meine Äußerungen ein anderer Eindruck entstanden ist, tut mir leid."

Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" hatte der Direktor einer Ausbildungsstätte des Erzbistums in Bonn im Januar vor Priesteranwärtern gesagt, Homosexualität sei "Folge einer psychologischen (Fehl)entwicklung" in Kindheit und Jugend (queer.de berichtete). Auf die Frage "Ist Homosexualität therapierbar?" gab der Ordensgeistliche demnach die Antwort: "Auch wenn sie von der Schwulen-Lobby regelrecht dämonisiert werden, gibt es Therapien und Männer, die sie erfolgreich bestanden haben." Die Aussagen hatten auch innerhalb der katholischen Kirche für Kritik und Rücktrittsforderungen gesorgt (queer.de berichtete).

Äußerungen "nicht Auffassung" Woelkis

Der Generalvikar des Erzbistums Köln, Markus Hofmann, stellte klar, die von dem Pater geäußerten Ansichten entsprächen nicht der Auffassung von Kardinal Rainer Maria Woelki. Dieser werde nach seiner Rückkehr von einer Israel-Reise ein Gespräch mit Christen führen und "seinen Standpunkt deutlich" machen.


Kardinal Rainer Maria Woelki

Das Erzbistum Köln lege "großen Wert darauf", "Fragen der Sexualität in der Priesterausbildung intensiv und vorurteilsfrei zu thematisieren und dabei den neuesten Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse darzustellen", so Hofmann. "Wir sind dabei, mit Hilfe externer Spezialisten neue Bausteine der Ausbildung zu schaffen, die den Kandidaten für das Priesteramt eine offene und klare Reflexion sowohl über ihre eigene Sexualität als auch zu sexualwissenschaftlichen Fragen ermöglichen und ungeachtet der jeweiligen sexuellen Orientierung zu einer reifen Persönlichkeit und einem natürlichen Selbstvertrauen beitragen." (dpa/cw)

-w-

#1 Patrick SAnonym
  • 10.05.2019, 18:02h
  • Wer das ernst nimmt, kann nicht ernst genommen werden.
    Ein Ausbilder der Dinge lehrt, von denen das Bistum nicht den Hauch einer Ahnung hat und nur durch den glücklichen Zufall, dass eine Zeitung darüber berichtet hat, nun in Kenntnis gelangt ist.
    Und selbstverständlich ist der Herr falsch verstanden worden und hat nur Meinungen dritter wiedergegeben.
    Und die Kirche bietet natürlich Konversionstherapien durch kirchliche Vereine nur versehentlich an.
    Und als Papst Franziskus Eltern mit homosexuellen Kindern zu einem Psychiater geraten hat, ist er auch nur falsch verstanden worden.
    Schlimm diese Lügenpresse. Fehlt ja nur noch, dass man der Kirche sexuellen Missbrauch und Vertuschung anhängt.
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#2 AliCologne
  • 10.05.2019, 21:48hKöln
  • Bullshit. Jetzt wo er erwischt wurde will er alles so nicht gemeint haben.
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#3 AlexAnonym
  • 11.05.2019, 01:52h
  • Eine Entschuldigung ist besser als Nichts. Aber noch besser wäre gewesen, garnicht erst Quatsch verbreitet zu haben.

    Wie ging das Sprichwort noch gleich? "Si tacuisses pholosophus mansisses"

    Ist immerhin schön, dass solche Aussagen auch von Kirchenseite nicht mehr unkommentiert stehengelassen werden. Es kann aber nur der Anfang und nicht das Ende der Bemühungen sein. Die Institution Kirche hat noch einen langen Bußgang vor sich.
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