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Eingriff ins Persönlichkeitsrecht

Prokop zum Fall Semenya: Sport steckt im Dilemma

Staatliche Gerichte werden abschließend über die umstrittenen Testosterongrenzen für Leichtathletinnen urteilen, vermutet der ehemalige Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbands, Clemens Prokop.


Leichtathletik-Ass Caster Semenya soll nach dem Willen des Weltleichathletikverbandes künftig nur noch mit Medikamenten im Blut bei Rennen antreten dürfen (Bild: Chell Hill / wikipedia)

Der frühere Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbands, Clemens Prokop, hält es für möglich, dass die Justiz noch in den Fall der Läuferin Caster Semenya eingreift. "Warten wir mal ab, ob nicht noch staatliche Gerichte angerufen werden, die in diesem Fall einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte sehen", sagte der Direktor des Regensburger Amtsgerichts im Interview der "Mittelbayerischen Zeitung" (Samstag-Ausgabe). Der Fall zeige beispielhaft, "dass der Sport bei der Abgrenzung von Männern und Frauen in einem Dilemma steckt".

Nach einem Urteil des Internationalen Sportschiedsgerichts konnte die IAAF eine Regel in Kraft setzen, nach der intergeschlechtliche Frauen wie die südafrikanische 800-Meter-Olympiasiegerin Semenya nur ein Startrecht erhalten, wenn sie ihren Hormonwert unter ein Limit von fünf Nanomol pro Liter Blut senken (queer.de berichtete).

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Gegen dritte Sportkategorie für diverse Menschen

Prokop hält nichts davon, eigene Wettbewerbe für intergeschlechtliche Menschen auszutragen. "Das dritte Geschlecht macht etwa 0,2 bis 0,5 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Wettkämpfe mit einer Mindestteilnehmerzahl auszurichten, kommt also kaum in Betracht", sagte der 62-Jährige. Er schlug vor, gemeinsame Wettkämpfe zu veranstalten, aber eine getrennte Wertung vorzunehmen.

Der Weltärztebund verurteilte die vom Weltverband IAAF verlangte Hormonwert-Senkung bei intergeschlechtlichen Leichtathletinnen als "unethisch" (queer.de berichtete). Semenya hatte bereits erklärt, dass sie eine Hormonbehandlung als Auflage für ihre Teilnahme an Sportevents ablehne (queer.de berichtete). Ihr Verband prüft gerade, ob er gegen die Entscheidung des Sportgerichtshofs Einspruch beim Schweizer Bundesgericht einlegen soll. Auch die Anrufung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg steht der 28-Jährigen offen. (cw/dpa)



#1 MarthaAnonym
  • 11.05.2019, 08:21h
  • Genau da gehört es auch hin, was Grundrechte angeht. Dieser CAS Verein ist mir zwielichtig.

    Und ich mir sehr sicher: Das Urteil der CAS wird sofort kassiert. Zu diskriminierend- vorsätzliche Körperverletzung. Musste Usain Bolt sich seine Beine kürzen?
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#2 PeerAnonym
  • 11.05.2019, 09:08h
  • Dieses "Dilemma" verschuldet der Sport selbst, weil er LGBTI diskriminiert.

    In anderen Bereichen beschwert sich niemand über Unterschiede.

    In der Leichtathletik wird niemand mit langen Beinen ausgeschlossen, weil er Vorteile gegenüber Athleten mit kürzeren Beinen hat. Oder im Basketball werden sogar explizit besonders große Spieler gesucht.

    Aber bei LGBTI werden vermeintlich Vorteile dann plötzlich als "unerlaubter Vorteil" ausgeschlossen. Oder es wird gar verlangt, dass Sportler ihr Blut manipulieren, was sonst streng verboten ist.

    So macht sich der Sport unglaubwürdig und lächerlich und führt sich letztlich selbst ad absurdum.
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#3 Carsten ACAnonym
#4 tzrfhdfhfdhAnonym
  • 11.05.2019, 11:43h
  • Ich finde das Urteil gut und richtig. Testosteronlevel von Männern haben im Frauensport nichts zu suchen.

    Testosteron macht den Unterschied und ist der Hauptgrund für die größere körperliche Leistungsfähigkeit von Männern gegenüber Frauen und letztlich der Grund für die Trennung in Frauen- und Männerwettbewerbe. Würden Frauen und Männer in gemeinsamen Wettbewerben antreten, hätten die besten Frauen auf Grund ihres viel geringeren Testosteronlevels keine Chance in Sportwettbewerben gegen die besten Männer.

    Insofern ist es richtig intergeschlechtliche Menschen nach ihrem Testosteronlevel entweder den Frauen- oder den Männerwettbewerben zuzuordnen. Rein intergeschlechtliche Wettbewerbe sind auf Grund der geringen Zahl intergeschlechtlicher Menschen nämlich nunmal kaum umsetzbar und intergeschlechtliche Menschen auch mit männlichem Testosteronlevel den Frauenwettbewerben zuzuordnen bedeutet ihnen die auf natürliche Weise (wegen dem Testosteronlevel) schwächere Konkurrenz zu geben, sodass intergeschlechtliche Menschen mit hohem Testosteronlevel viel zu leicht gewinnen können.

    Semenya muss einfach zur Kenntnis nehmen, dass der männliche Testosteronlevel Semenya einen zu großen und somit unfairen Vorteil gegenüber Frauen (mit weiblichen Hormonspiegeln) verschafft.

    Es geht hier nicht nur um Semenya, sondern auch um die gesamte Konkurrenz und auch die Konkurrenz hat Rechte, nicht nur Semenya.

    Es ist emotional nachvollziehbar, dass queere Medien das Urteil als Diskriminierung empfinden, aber dabei werden leider sowohl die Sicht der Konkurrenz als auch die Rechte der Konkurrenz ausgeblendet. Das ist ein einseitiges Urteil der queeren Medien.

    Ich begrüße das Urteil des CAS und bin überzeugt davon, dass jedes weitere Gericht, welches darüber urteilt, zu demselben Schluss kommt.
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#5 rdgdgdfgAnonym
  • 11.05.2019, 11:52h
  • Antwort auf #3 von Carsten AC
  • Semenya kann bei den Männern mitlaufen ohne den männlichen Testosteronlevel künstlich auf ein weibliches Testosteronlevel senken zu müssen.

    Der einzige Grund warum Semenya das nicht tut, ist, dass Semenya unbedingt in Frauenwettbewerben antreten will, um dort mit ihrem männlichen Testosteronlevel einen riesigen Vorteil gegenüber der Konkurrenz mit weiblichem Testosteronlevel zu haben.

    Wenn Semenya einen so hohen Testosteronlevel hat, so MUSS Semenya zwangsläufig Hoden haben und ist somit biologisch keine reine Frau. Und wenn Semenya weder Frau noch Mann ist, dann sollte man am Testosteronlevel festmachen, ob Semenya bei den Männern oder den Frauen mitlaufen kann, da Testosteron DAS Leistungshormon ist. Und wenn Semenya einen männlichen Testosteronlevel hat, dann kann Semenya nicht bei den Frauen mitlaufen.

    Ich könnte darauf wetten, dass viele von euch sich noch nichtmal die Urteilsbegründung des CAS durchgelesen haben und trotzdem gegen das (gerechte) Urteile stänkern.

    Und zuletzt noch der Link zu diesem Video:

    www.youtube.com/watch?v=Hvg50P4FwTk
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#6 HyenadykeProfil
  • 11.05.2019, 12:53hKöln
  • Antwort auf #4 von tzrfhdfhfdh
  • Ich finde das Urteil falsch.

    Abgesehen davon, dass Semenyas Testosteronlevel eben nicht auf "Männerniveau" liegt, sagt der Blutspiegel von Testosteron noch gar nichts über die damit verbundenen Vorteile aus.

    Der Wirkung von Testo auf den Muskelaufbau ist unbestritten - allerdings bei weitem nicht so groß, wie von Einigen behauptet. Der Unterschied zwischen "männlicher" und "weiblicher" Körperkraft beträgt, um Größe und Gewicht bereinigt, laut diversen Studien zwischen 10 und 20 Prozent. "Frauen" sind also in der Regel wegen ihrer Körpergröße schwächer (als "Männer") und nicht wegen ihres Geschlechts.
    [Quelle: NASA, HUMAN INTEGRATION DESIGN HANDBOOK]

    Sportlerinnen (hier mal ohne *, weil die Sportkategorie gemeint ist) sind aber in der Regel eher größer als der Durchschnitt.

    Das Weiteren soll Semenya angeblich ja 5-Alpha-Reduktase-Mangel haben. Ich habe aber immer nur Behauptungen darüber gefunden, die sich selbst referieren. Mir scheint es so, als hatte das notorische Schmierblatt DailyMail mal "Intersexualität" gogoogelt und dann das erste oder zur Agenda passendste Beispiel rausgesucht und einfach Semenya zugeordnet. Das wurde dann von allen zitiert.
    Fest steht nur, dass Semenyas Testowert über dem "weiblichen" und unter dem "männlichen" Referenzbereich liegt.

    Doch wenn sie jetzt tatsächlich 5-Alpha-Reduktase-Mangel haben sollte, dann hätte ein höherer Testosteronwert für Semenya gar keinen Vorteil. Denn 5-Alpha-Reduktase wandelt Testosteron in Dihydrotestosteron um, welches deutlich stärker auf den Androgenrezeptor wirkt als Testosteron. Dadurch hätte sie sogar einen Nachteil gegenüber anderen Frauen mit funktionierender 5-Alpha-Reduktase.

    Du siehst Hormone, Geschlecht und Leistungsfähigkeit sind eben nicht mal eben in einen einfachen Zusammenhang zu bringen.
    Deine Aussage "sie könne ja bei den Männern mitlaufen" ist einfach nur eine Beleidigung und Diffamierung von Inter*Menschen.
    Aber letztendlich fällt das nur auf Dich zurück.
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#7 HyenadykeProfil
  • 11.05.2019, 13:34hKöln
  • Antwort auf #5 von rdgdgdfg
  • Noch ein Nachtrag:

    Ein hoher Testosteronlevel heißt noch lange nicht, dass zwangsläufig Hoden vorliegen müssten.

    Im Gegenteil: Estradiol kann im menschlichen Körper nur aus Testosteron hergestellt werden. Ist das entsprechende Enzym (Aromatase) defekt, fehlt oder funktioniert plötzlich nicht mehr richtig, dann wird trotz Eierstöcken fleißig Testo produziert, welches dann aber nicht mehr in Estradiol umgewandelt wird, sondern - welch Wunder - den Testolevel ansteigen lässt ...
  • Antworten » | Direktlink »
#8 feli491Anonym
  • 11.05.2019, 13:46h
  • Antwort auf #4 von tzrfhdfhfdh
  • "Analysten geraten allzu oft von statistischen Generalisierungen zu quasi-definierenden oder prototypischen Charakterisierungen von "Frau" und "Mann", und homogenisieren auf die Art inakkuraterweise beide Kategorien und marginalisieren die, die diesen Prototypen nicht entsprechen."

    (übersetzt aus Penelope Eckert und Sally McConnell-Ginet, "Think practically and look locally: language and gender as community-based practice", 1992)
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#9 MarianneAnonym
  • 11.05.2019, 14:14h
  • Antwort auf #4 von tzrfhdfhfdh
  • Ich stimme dir zu.

    Ich akzeptiere, dass Semenya sich als Frau sieht und als Frau lebt.

    Aber Fakt ist, dass sie XY-Chromosomen hat (siehe z. B.
    en.wikipedia.org/wiki/Caster_Semenya#Early_life_and_educatio
    n),

    innenliegende Hoden, dafür keine Eierstöcke und Gebärmutter.

    Damit ist sie nun einmal keine eindeutige biologische Frau und Frauensport ist dafür da, dass Bio-Frauen auch eine Chance auf Erfolge haben. Semenya mit unveränderten Testosteronwerten weiter bei den Frauen mitlaufen zu lassen ist aus meiner Sicht frauenfeindlich.
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#10 MonomiloAnonym