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Österreich
Otto wirbt mit schwulem Paar für Gabalier-Kollektion
Ein Werbemotiv des Otto-Versands für Trachtenmode sorgt bei Homohassern wie einigen LGBTI-Aktivisten für Empörung. Kooperationspartner Andreas Gabalier hatte sich mehrfach homophob geäußert.
- 11. Mai 2019, 10:18h 2 Min.
Genialer Coup oder zynische Provokation? Für Österreich hat der Otto-Versand eine Trachtenkollektion in Kooperation mit dem homophoben Musiker Andreas Gabalier herausgebracht – und wirbt dafür ausgerechnet mit einem schwulen Paar, das sich zärtlich an den Händen hält. Der selbsternannte "Volks-Rock'n'-Roller" hatte sich einst über zu viele "schmusende Männlein" in der Öffentlichkeit empört.
Egal auf wen du stehst, #trachtgehtimmer ?. ? bit.ly/Trachten_für_Ihn
Gepostet von OTTO Österreich am Donnerstag, 9. Mai 2019
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"Egal, auf wen du stehst, #trachtgehtimmer", lautet der Slogan zur neuen Trachtenlinie des Versandhändlers. Das am Donnerstag auf der Facebookseite von Otto Österreich gepostete Motiv löste prompt heftigste Reaktionen aus. Zahlreiche User bezeichneten das schwule Trachtenpaar als "abartig" und "widerlich", lobende Kommentare sind bis heute in der Minderheit. Auf der anderen Seite äußerten queere Facebook-Nutzer*innen Unverständnis über die Zusammenarbeit mit dem schwulen- und lesbenfeindlichen Sänger.
"Trachten sind ein verbindendes Element"
Gegenüber dem Onlineportal futurezone verteidigte der Otto-Versand seine Kampagne. "Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft, in der auch gleichgeschlechtliche Menschen heiraten dürfen. Viele tun das in Tracht, es ist Teil unseres Lebens, und das wollen wir auch abbilden", erklärte Österreich-Geschäftsführer Harald Gutschi. Man habe mit der Kampagne Diskussionen anstoßen und einen Beitrag für mehr Akzeptanz leisten wollen.
Durch die Reaktionen sieht sich Gutschi bestätigt: "Wenn sich die links der Gesellschaft stehenden über Gabalier aufregen und die rechts der Gesellschaft stehenden über unsere Männer-Trachtenkampagne, dann zeigt das doch nur, dass wir bei Otto Österreich genau richtig liegen, weil wir eben die Buntheit dieser Welt abbilden", so der Geschäftsführer. "Ich bleibe dabei: Trachten sind ein verbindendes Element."
Gabalier gegen "schmusende Männlein" auf Plakaten
Andreas Gabalier hatte sich in der Vergangenheit mehrfach nachweislich homophob geäußert. So beklagte er sich etwa 2015, dass er als Heterosexueller diskriminiert werde ("Man hat's nicht leicht auf dieser Welt, wenn man als Manderl noch auf ein Weiberl steht"). Außerdem forderte er Homosexuelle auf, sich "aus Respekt vor Kindern" in der Öffentlichkeit zurückzuhalten.
In einem Interview machte er außerdem die Sichtbarkeit von Schwulen und Lesben dafür verantwortlich, dass sexuelle Minderheiten von Heterosexuellen gehasst werden: "Man muss doch nicht jeden Tag schmusende Männlein in der Zeitung oder auf Plakaten drucken. Das löst das Gegenteil aus. Abwehr, Überdruss, Antipathie, selbst bei Leuten, die es doch eigentlich tolerieren." (cw)
















Zurückhalten sollten sich nur die Hassprediger und gewaltpropagGIERenden, sowas sollten Kinder - im Gegensatz zu Liebesbekundungen und Zärtlichkeinten - doch wohl eher nicht als erstrebenswerte Ziele vorgelebt bekommen