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Österreich

Otto wirbt mit schwulem Paar für Gabalier-Kollektion

Ein Werbemotiv des Otto-Versands für Trachtenmode sorgt bei Homohassern wie einigen LGBTI-Aktivisten für Empörung. Kooperationspartner Andreas Gabalier hatte sich mehrfach homophob geäußert.


Ausschnitt aus dem schwulen Werbemotiv von Otto Österreich (Bild: OTTO Österreich / facebook)

Genialer Coup oder zynische Provokation? Für Österreich hat der Otto-Versand eine Trachtenkollektion in Kooperation mit dem homophoben Musiker Andreas Gabalier herausgebracht – und wirbt dafür ausgerechnet mit einem schwulen Paar, das sich zärtlich an den Händen hält. Der selbsternannte "Volks-Rock'n'-Roller" hatte sich einst über zu viele "schmusende Männlein" in der Öffentlichkeit empört.

Egal auf wen du stehst, #trachtgehtimmer ?. ? bit.ly/Trachten_für_Ihn

Gepostet von OTTO Österreich am Donnerstag, 9. Mai 2019
Facebook / OTTO Österreich

"Egal, auf wen du stehst, #trachtgehtimmer", lautet der Slogan zur neuen Trachtenlinie des Versandhändlers. Das am Donnerstag auf der Facebookseite von Otto Österreich gepostete Motiv löste prompt heftigste Reaktionen aus. Zahlreiche User bezeichneten das schwule Trachtenpaar als "abartig" und "widerlich", lobende Kommentare sind bis heute in der Minderheit. Auf der anderen Seite äußerten queere Facebook-Nutzer*innen Unverständnis über die Zusammenarbeit mit dem schwulen- und lesbenfeindlichen Sänger.

"Trachten sind ein verbindendes Element"

Gegenüber dem Onlineportal futurezone verteidigte der Otto-Versand seine Kampagne. "Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft, in der auch gleichgeschlechtliche Menschen heiraten dürfen. Viele tun das in Tracht, es ist Teil unseres Lebens, und das wollen wir auch abbilden", erklärte Österreich-Geschäftsführer Harald Gutschi. Man habe mit der Kampagne Diskussionen anstoßen und einen Beitrag für mehr Akzeptanz leisten wollen.

Durch die Reaktionen sieht sich Gutschi bestätigt: "Wenn sich die links der Gesellschaft stehenden über Gabalier aufregen und die rechts der Gesellschaft stehenden über unsere Männer-Trachtenkampagne, dann zeigt das doch nur, dass wir bei Otto Österreich genau richtig liegen, weil wir eben die Buntheit dieser Welt abbilden", so der Geschäftsführer. "Ich bleibe dabei: Trachten sind ein verbindendes Element."

Gabalier gegen "schmusende Männlein" auf Plakaten

Andreas Gabalier hatte sich in der Vergangenheit mehrfach nachweislich homophob geäußert. So beklagte er sich etwa 2015, dass er als Heterosexueller diskriminiert werde ("Man hat's nicht leicht auf dieser Welt, wenn man als Manderl noch auf ein Weiberl steht"). Außerdem forderte er Homosexuelle auf, sich "aus Respekt vor Kindern" in der Öffentlichkeit zurückzuhalten.

In einem Interview machte er außerdem die Sichtbarkeit von Schwulen und Lesben dafür verantwortlich, dass sexuelle Minderheiten von Heterosexuellen gehasst werden: "Man muss doch nicht jeden Tag schmusende Männlein in der Zeitung oder auf Plakaten drucken. Das löst das Gegenteil aus. Abwehr, Überdruss, Antipathie, selbst bei Leuten, die es doch eigentlich tolerieren." (cw)



#1 NonyAnonym
  • 11.05.2019, 12:34h
  • ... Außerdem forderte er Homosexuelle auf, sich "aus Respekt vor Kindern" in der Öffentlichkeit zurückzuhalten.

    Zurückhalten sollten sich nur die Hassprediger und gewaltpropagGIERenden, sowas sollten Kinder - im Gegensatz zu Liebesbekundungen und Zärtlichkeinten - doch wohl eher nicht als erstrebenswerte Ziele vorgelebt bekommen
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#2 YannickAnonym
  • 11.05.2019, 12:38h
  • Aha, wenn es um unser Geld geht, sind wir Herrn Gabalier also gut genug.

    Nein danke, die können ihre lächerlichem Trachten gerne für sich behalten.
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#3 Alexander_FAnonym
  • 11.05.2019, 12:46h
  • Wenn Otto damit versucht, eine Spitze gegen Gabelstapler-Andi fallen zu lassen, wäre sie in diesem Falle durchaus gelungen. Die Frage ist dann allerdings auch, weshalb man überhaupt eine Kollektion von jemandem herausbringt, der auch zu anderen Themen etwas sehr fragwürdige Ansichten hat.
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#4 LotiAnonym
#5 Patrick SAnonym
  • 11.05.2019, 14:12h
  • Antwort auf #4 von Loti
  • Es geht nicht um die Trachtenhosen ansich, sondern das Label Gaballier auf ihr, mit dem er und Otto Geld scheffeln. Deshalb muss die Frage lauten, weshalb gibt sich Otto als Händler für diesen homophoben und rechtsnationalen Sänger her und zweitens, wieso glaubt Otto, mit dieser scheinheiligen Aktion von zwei schwulen Trachtenträgern in Gaballier-Mode, die Sache wäre okay? Die müssen uns ja für völlig bescheuer halten.
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#6 MonomiloAnonym
#7 PiepmatzAnonym
  • 11.05.2019, 15:26h
  • Werben für Pluralismus und Toleranz - mit einem nationalistischen, durch und durch sexistischen Homohasser. Hm. Glaubwürdigkeit geht irgendwie anders.

    "Wenn sich die links der Gesellschaft stehenden über Gabalier aufregen"

    Wenn man Sexismus, Nationalismus und Homohass zurückweist, steht man also nicht etwa auf der Seite der Gerechtigkeit und der Menschenrechte, und nicht einmal einfach nur "links", sondern gleich "links der Gesellschaft"? Also eigentlich außerhalb der Gesellschaft?

    Was bei diesem Gendankengang dann die "eigentliche" Gesellschaft bildet, das kann ich mir denken. Auf genau diesem ideologischen Humus sind schon unmenschliche Dikaturen herangegärt.
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#8 LotiAnonym
  • 11.05.2019, 15:44h
  • Antwort auf #5 von Patrick S
  • Das habe ich schon kapiert. Danke. Doch gibt es immernoch Trachtenhosen ohne Emblem zu kaufen und die traditionelle Lederhose. Die ich im übrigen sexy finde. Ich trage nur ein Teil an meinen Körper mit Label drauf und das ist klassische Levis 501. So kanns auch gehen.
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#9 Roman BolligerAnonym
  • 11.05.2019, 16:49h
  • Aha, will Andreas Gabalier jetzt Andreas Gaybalier heissen?

    Ist das jetzt der Beginn eines Coming-Out als heimlicher in Otto verliebter (Kassen-) Schrankschwuler?
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#10 marcocharlottenburgAnonym
  • 11.05.2019, 16:53h
  • Ich finde, dass was Otto zu dem Thema geschrieben hat, ist genau richtig. Dem Artikel entnehme ich nicht, dass Herr Ga. auf die Idee gekommen ist, sondern dass das eine durch Otto auf den Weg gebrachte Werbung ist. Ich stelle mir gerade vor, wie Herr Ga. wie Rumpelstilzchen tobt, weil seine Kollektion mit Schwulen in Verbindung gebracht wird...
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