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Kirchlicher Segen

An der Trauung für alle führt kein Weg vorbei

Für immer mehr Lesben und Schwule erfüllt sich der Wunsch nach einer kirchlichen Trauung. Auch die größte evangelische Landeskirche in Hannover zieht nun nach. Katholische Priester segnen bislang nur heimlich. Aber bleibt das so?


Trauung unter der Regenbogenfahne: Immer mehr evangelische Landeskirchen behandeln homo- und heterosexuelle Paare (annähernd) gleich (Bild: David Haug)

Mann, Frau und idealerweise auch Kinder – Lesben und Schwule kamen im Bild der Kirche von Ehe und Familie in der Vergangenheit nicht vor. Homosexuelle Paare hatten es schwer, bis für sie 2001 die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) als erste einen Segnungsgottesdienst einführte, der seit 2013 mit der Trauung gleichgesetzt ist. Andere Kirchen zogen nach ,und nun führt auch die größte evangelische Landeskirche in Hannover die Trauung von Ehepaaren gleichen Geschlechts ein – einschließlich der Eintragung in das Kirchenbuch. Das separate Register für Homopaare schafft sie ab.

In dem Papier zur Ehe für alle, das dem Parlament der hannoverschen Kirche am Mittwoch vorgelegt wird, fällt die Begründung dafür nach jahrelangem Ringen um die Thematik knapp und prägnant aus. Es gebe keine theologisch zwingenden Gründe, eine prinzipielle Differenz zwischen der Ehe von Menschen verschiedenen und gleichen Geschlechts beizubehalten. "Es gibt folglich auch keinen Grund, Menschen die als staatlich getraute Ehepaare zu uns kommen, eine kirchliche Trauung zu verweigern." Insbesondere seit der Einführung der staatlichen Ehe für alle 2017 nämlich klopfen gleichgeschlechtliche Paare mit der Bitte um eine kirchliche Trauung bei ihrer Gemeinde an.

Für mehr Offenheit in der Kirche hatte sich Hannovers Bischof Ralf Meister bereits vor eineinhalb Jahren stark gemacht. "Die historisch bestimmte, kulturell geprägte, in abertausend-millionenfacher Erfahrung in tiefer Liebe empfundene Geschlechter-Zweiteilung Mann-Frau darf man gewiss nicht leichtfertig in Frage stellen, aber man muss sie öffnen" (queer.de berichtete). Eine solche Öffnung schwäche diese Ehevorstellung nicht, sondern stärke sie.

Homophobe Pfarrer haben fast überall ein Vetorecht

In fast allen der 20 evangelischen Landeskirchen gibt es die Möglichkeit, sich von einem Pfarrer zumeist öffentlich einen Segen zusprechen zu lassen. Einige Landeskirchen bestehen noch darauf, dass eine Segnung einem herkömmlichen Traugottesdienst nicht zu sehr ähnelt. In den meisten Fällen überlassen sie den jeweiligen Pfarrern und Gemeinden aber die konkrete Ausgestaltung der Feier. Ein Stück Restdiskriminierung bleibt jedoch: Nahezu alle Landeskirchen betonen aber, dass kein Pfarrer gezwungen werden kann, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen bzw. zu trauen.

Eine Trauung für alle wie nun in der hannoverschen Kirche führten zuvor bereits die Kirchen in Hessen, die Oldenburger Kirche, die Landeskirche in Baden, in Berlin-Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz sowie im Rheinland ein. Nachzügler ist die württembergische Landeskirche, wo 2020 erst in einem Teil der Gemeinden eine Segnung, aber keine Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren erfolgen soll (queer.de berichtete).

Heimliche Segnungen in der katholischen Kirche

In den vergangenen 20 Jahren habe sich in der evangelischen Kirche viel bewegt, sagt der Sprecher der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche, Thomas Pöschl. Vorbehalte in Gemeinden aus einem Bauchgefühl oder der Tradition heraus hätten abgenommen. In der katholischen Kirche indes sei Homosexualität nach der reinen Lehre weiterhin ein Tabu. "Auch in der katholischen Kirche aber finden Segnungshandlungen statt", betont Pöschl. Alle Bischöfe wüssten das und schauten heftig weg, den beteiligten Priestern drohe mal mehr und mal weniger Ärger.

Aufhorchen ließ der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, der in einem Interview Anfang 2018 seine Kirche dazu aufrief, sich über den Umgang mit gleichgeschlechtlichen Paaren Gedanken zu machen – auch wenn sich die staatlicherseits eingeführte Ehe für alle vom Eheverständnis der Katholiken unterscheide (queer.de berichtete). "Man kann zum Beispiel über eine Segnung nachdenken – die nicht zu verwechseln ist mit einer Trauung", sagte Bode der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Kirche müsse gleichgeschlechtliche Paare differenzierter bewerten. "Ist da nicht so viel Positives, Gutes und Richtiges, dass wir dem gerechter werden müssen?"

Mit dieser Haltung steht der Osnabrücker Bischof in der katholischen Kirche längst nicht mehr alleine dar. Im Nachgang zum Frankfurter Stadtkirchenforum 2016 entstand auch dort ein Thesenpapier, in dem Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare gefordert werden. Zum zweiten Mal bereits wurde es vor eineinhalb Wochen bei einem Hearing des Bistums Limburg in Wiesbaden diskutiert. "Die derzeitige Lage treibt Paare und Seelsorgerinnen und Seelsorger in Dunkelzonen und Doppelmoral", sagte der Bezirksreferent der Stadtkirche Frankfurt, Michael Thurn, der für einen katholischen Segen für lesbische und schwule Paare warb. Noch gibt es aber Vorbehalte – im September wird in Frankfurt weiterdiskutiert.



#1 WarumAnonym
  • 14.05.2019, 09:45h
  • "Heimliche Segnungen in der katholischen Kirche"

    Wie klein kann man sich machen, dass man sich irgendwo geheim trauen lässt?

    Solange das nur "Segnungen" und keine echten "Trauungen" sind, ist es diskriminierend. Und solange sowas nur geheim gemacht wird, aber nicht ganz offiziell und überall möglich ist, unterstützt man mit sowas nur diese Machenschaften.
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#2 panzernashorn
  • 14.05.2019, 10:15h
  • Was für ein Quatsch!
    Keinen halbwegs emanzipierten oder erwachsen denkenden Menschen interessiert es nur die Bohne, was solche Lachplatten-Vereine "erlauben".

    Leute, werdet endlich realistisch und trennt Euch von derartigen Witzfiguren und deren angeblichem Goodwill.
    Die wollen außer Eurem Geld gar nichts von Euch und werden Euch ablehnen, solange sie in ihrer engstirnigen Welt denken können.

    Beim Beobachten der verlogenen Verwindungen wird mir höchstens schlecht.

    Wacht endlich auf und löst Euch von diesem Schwachsinn!

    Ein Kirchenaustritt befreit!
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#3 KetzerEhemaliges Profil
  • 14.05.2019, 10:50h
  • An einer kirchlichen Trauung für alle führen sehr wohl mehrere Wege vorbei. Ca. 37% der deutschen Bevölkerung sind konfessionslos; insgesamt gehören ca. 41% der deutschen Bevölkerung KEINER christlichen Konfession an (Wikipedia).
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#4 Meleg29Profil
  • 14.05.2019, 13:14hCelle
  • Wie schön dass Hannover nun mit Oldenburg, Hessen, Berlin-Brandenburg-SOL, Baden und Rheinland gleichzieht!

    Daumen hoch!
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#5 AndreasKAProfil
  • 14.05.2019, 15:46hKarlsruhe
  • ... das ist doch nur ein aus Angst, noch mehr Mitglieder aus der Mitte der Gesellschaft zu verlieren, geborenes Schaulaufen.

    Immer, wirklich immer versuchen die Kirchen auf Züge aufzuspringen, denen sie vorher Blockaden in den Weg gelegt haben und die dennoch ins Rollen gekommen sind.

    Kirchen agieren nicht im so gerne ausgerufenen Sinne von Mitmenschlichkeit, obwohl sie behaupten sozusagen das Copyright darauf zu haben (was nachweislich nicht stimmt; Mitmenschlichkeit war auch vor Jesus ein Thema - und in vielen Weltanschauungen, Philosphien etc. gang und gäbe). Sie re-agieren nur dann mitmenschlich, wenn es keinen anderen Weg gibt, an Renommee zu gewinnen bzw. das Gesicht nicht ganz zu verlieren.

    Einen solchen Verein um irgendeinen Segen für seine Ehe zu bitten, ist absurd. Meiner Ansicht nach, handelt jeder, der das macht seine Liebe unter Wert ...
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#6 andreAnonym
  • 14.05.2019, 18:16h
  • Antwort auf #2 von panzernashorn
  • Die Feiertage dieser "Lachplattenvereine" nimmst Du aber schon gerne mit, oder? Eigentlich sogar Linke und Grüne. War ja erst Ostern. Das Wort "Ostern" kam hier auf der Seite komischerweise nicht vor. Ausser ein paar "Partyhinweise" aus Berlin.Schöne Feiertage wünschen oder so was in der Richtung. Gibt viele Schwule und Lesben, die in der Kirche sind (ich nicht). Macht die Kirche was verkehrt, gibts eine mit der Keule.
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#7 IronikerAnonym
#8 TheDadProfil
  • 14.05.2019, 21:58hHannover
  • Antwort auf #6 von andre
  • ""Macht die Kirche was verkehrt, gibts eine mit der Keule.""..

    Ich vermisse hier vor allem, aber nicht nur hier, die Leute die als Mitglieder die Keule auspacken und sich lautstark beschweren, damit der Klerus endlich mal aufwacht und begreift was die Leute wollen..

    In etwa so wie die Frauen die sich am Wochenende lautstark protestierend zu Wort gemeldet haben und auf der Straße das "Priesterinnen-Amt" und mehr Beteiligung einfordern..

    ""Die Feiertage dieser "Lachplattenvereine" nimmst Du aber schon gerne mit, oder? ""..

    Von mir aus kann man die gerne abschaffen..

    Es gibt genug anderes was man als Feiertag begehen kann..

    Anstatt Ostern den 17.Mai..
    Anstatt Pfingsten den Tag der Gleichstellung..
    Anstatt "Buß-und Bettag" den Transgender Day of Remembrance..
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#9 Bonifatius49Anonym
#10 spare audeAnonym