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Steven Anderson
Auch Irland lässt homophoben Baptistenpfarrer aus Amerika nicht einreisen
Der Chef der Faithful Word Baptist Church würde gerne alle Homosexuellen hinrichten lassen. Wegen seiner radikalen Ansichten darf er nicht in Europa predigen.

Pfarrer Steven Anderson predigt, dass man die biblische Todesstrafe gegen Homosexuelle verhängen sollte
- 14. Mai 2019, 12:20h 2 Min.
Nach den niederländischen haben auch die irischen Behörden dem homophoben Pastor Steven L. Anderson aus dem US-Bundesstaat Arizona die Einreise verweigert. Der Geistliche, der Chef der Faithful Word Baptist Church in der Großstadt Tempe, hätte eigentlich bei einer Kirchenveranstaltung in Dublin predigen sollen.
Sein geplanter Auftritt hatte zu Protesten in Irland geführt – mehr als 14.000 Menschen unterzeichneten eine Petition, in der eine Einreisesperre für den "Hassprediger" gefordert wurde. Daraufhin erklärte Justizminister Charlie Flanagan von den konservativen Fine-Gael-Partei des offen schwulen Premierministers Leo Varadkar am Sonntag, er habe eine entsprechende Verfügung ("Exclusion Order") unterzeichnet. Laut der "Irish Times" verweigert Irland erstmals seit Inkrafttreten des entsprechenden Gesetzes vor 20 Jahren jemandem die Einreise.
Bereits vor zwei Wochen hatten das Schengen-Land Niederlande dem evangelikalen Pastor wegen menschenverachtender Aussagen ebenfalls die Einreise verweigert – das Einreiseverbot gilt für alle 26 Staaten, die das Schengener Abkommen unterzeichnet haben (queer.de berichtete). Die Republik Irland ist allerdings nicht Teil des Schengen-Raumes.
Anderson droht Homosexuellen und Juden mit dem Tod
Anderson gehört seit Jahren wegen homophober und antisemitischer Ausbrüche zu den umstrittensten Pfarrern der USA. Er predigt eine wörtliche Auslegung der Bibel. Die Heilige Schrift besage laut Anderson, dass alle Homosexuellen Sünder seien, die mit dem Tod bestraft werden sollten. Mit öffentlichkeitswirksamen Statements sorgt er immer wieder für Empörung. Als etwa vor rund drei Jahren 49 Besucher des LGBT-Clubs "Pulse" in Orlando bei einem Terroranschlag erschossen wurden, feierte Anderson die Tat mit den Worten: "Die gute Nachricht ist: Es gibt 50 weniger Pädophile in dieser Welt, denn – Sie wissen ja – diese Homosexuellen sind eine Bande von widerlichen Perversen und Pädophilen."
Bereits 2009 hatte er für Empörung gesorgt, als er für den Tod des damals frisch ins Amt gekommenen Präsidenten Barack Obama betete. Außerdem machte er sich immer wieder mit Attacken gegen Juden einen Namen. So zweifelt er an, dass Nazi-Deutschland Vernichtungslager eingerichtet hatte, und warnte Juden, sie würden den "wahren Holocaust" erleben, wenn sie nicht zum Christentum konvertierten.
In den letzten Jahren hatten bereits mehrere andere Länder Anderson die Einreise verweigert, darunter Südafrika, Botswana und Großbritannien. (dk)















Bin nur mal gespannt, wo er noch überall einreisen will in Europa und noch mehr, wo er das vll sogar darf, um seine Mordaufrufe zu predigen. Hut ab vor den Niederlanden und Irland.