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Tel-Aviv-Update

Eurovision sendet schwule Küsse um die Welt

Mit einer Kiss-Cam zu einem Auftritt von Dana International verbreitete der Song Contest am Dienstag Liebe für alle – bevor die ersten Länder aus der Show flogen.


Dana International und die Kiss-Cam

Beim ersten Halbfinale des 64. Eurovision Song Contests am Dienstag aus Tel Aviv sorgte der gastgebende israelische Staatssender KAN für einige queere Momente. So sprach während der Sendung erstmals ein ESC-Moderator mehrfach sein eigenes Schwulsein an, etwa, indem er an einer Stelle von seinem Mann sprach.

Assi Azar ist eines der bekanntesten Gesichter des Landes, so moderiert er auch den israelischen Vorentscheid und kreierte die israelische Hitserie "Beauty and the Baker". Der 39-Jährige, der seine ESC-Gage für ein queeres Jugendprojekt spendet, moderierte auch den Gastauftritt von Dana International während der Punkteauszählung mit persönlichen Gedanken an.

Direktlink | Der Auftritt von Dana International – auch beim Finale am Samstag wird sie zu sehen sein

Als die Transsexuelle 1998 den Eurovision Song Contest gewann, sei er als 20-Jähriger noch "tief im Schrank" gewesen, so Azar. Doch Dana habe Millionen gezeigt, wie man sich gut damit fühlen könne, wer man ist. Die 50-Jährige sang dann "Just The Way You Are" von Bruno Mars, wozu eine Kiss-Cam eingesetzt wurde, die mehrere gleichgeschlechtliche Küsse ebenso wie heterosexuelle einfing. "Liebe ist Liebe", so die Sängerin.


Die Gewinner des ersten Semis

Wie bei früheren Contests waren zwischenzeitlich mehrfach einige Regenbogenflaggen im Publikum zu sehen – die isländische BDSM-Truppe Hatari schwenkte später ebenfalls eine im Green Room und dann, nach dem Weiterkommen ins Finale, auch auf der Bühne.


Homo-Propaganda: Die Küsse waren auch im russischen Fernsehen zu sehen

Zehn Finalisten ausgewählt

Bei der aufwändig inszenierten Show aus der Expo Tel Aviv schafften Zypern, Slowenien, Tschechien, Weißrussland, Serbien, Australien, Island, Estland, Griechenland und, als größte Überraschung, San Marino den Einzug ins Finale. Unter anderem Polen und Ungarn schieden aus.

Direktlink | Zehn-Minuten-Zusammenfassung des ersten Halbfinales. Die ganze Sendung mit dt. Kommentierung

Die israelische Popsängerin Netta Barzilai hatte das Halbfinale mit ihrem Song "Toy" eröffnet, mit dem sie im vergangenen Jahr beim ESC in Portugal gesiegt hatte. Im zweiten, als stärker eingeschätzten Halbfinale am Donnerstag treten mehrere Favoriten von Wettbüros und Fans an, darunter die Niederlande, Schweden und Russland. Deutsche TV-Zuschauer dürfen dabei mit abstimmen. Während der deutsche Beitrag von S!sters als chancenlos gilt, haben laut Wettbüros aus den direkt fürs Finale am Samstag gesetzten Big-5-Ländern auch Frankreich und Italien eine Chance auf den Sieg. Aus dem ersten Halbfinale werden Island und zuletzt auch Australien Chancen eingeräumt.

Direktlink | In der Show wurde auch Frankreichs Vertreter Bilal Hassani kurz als ein Big-5-Vertreter vorgestellt – Deutschland folgt am Donnerstag. Vor Beginn der Live-Übertragung nahm der schwule Sänger seinen kompletten Auftritt mit Publikum auf

Madonna gelandet – Auftritt noch offen

Derweil ist Popstar Madonna in der Nacht zum Mittwoch in Israel angekommen. Das berichtet das israelische Fernsehen, das trotz mancher Medienspekulationen weiter von einem Auftritt der Sängerin beim Eurovision-Finale am Samstag ausgeht. Dort soll sie während der Stimmauszählung zwei Songs darbieten.

Die 60-Jährige sei demnach in einem Privatjet des israelisch-kanadischen Geschäftsmanns Sylvan Adams gelandet, der ihr auch die berichtete Gage in Höhe von rund 1,3 Millionen Dollar (umgerechnet rund 1,15 Millionen Euro) zahle. Madonna habe ein Team von mehr als 130 Leuten und rund 30 Tonnen Ausrüstung dabei.

Offiziell ist weiter unklar, ob der Superstar wirklich in der Sendung auftreten wird. Bei der jährlichen Pressekonferenz der Show-Verantwortlichen hatte der Eurovision-Produktionsleiter Jon Ola Sand am Montag auf Nachfrage betont, dass bislang kein Vertrag mit der EBU und Israels Staatssender KAN unterzeichnet wurde und ohne diesen kein Auftritt erfolge. Er klang dabei für seine Verhältnisse leicht gereizt.

Unglück und Cyber-Angriff überschatten Halbfinale

Derweil ist der Song Contest von einer Tragödie überschattet worden: Bei den Aufbauarbeiten auf dem Expo-Gelände war am Montag ein Lastwagenfahrer schwer verletzt worden, als er Ausrüstung aus seinem Fahrzeug lud. Das Ichilov-Krankenhaus in Tel Aviv teilte am Mittwoch mit, der 66-jährige Mann sei gestorben.

Der israelische TV-Sender KAN wurde während des ersten Halbfinales Ziel eines Cyber-Angriffes. Nutzer des nationalen Livestreams sahen zwischenzeitlich für einige Minuten nicht die Bilder aus der Halle, sondern anti-israelische Botschaften und Drohungen. Die nationale und internationale TV-Übertragung wurde davon nicht beeinträchtigt. (nb)



#1 PetterAnonym
  • 15.05.2019, 12:07h
  • Dann hoffe ich, dass auch beim Finale solch eine Aktion stattfinden wird und es da viele schwule und lesbische Küsse geben wird...

    Denn das Finale erreicht ja viel mehr Zuschauer und Aufmerksamkeit als die Semi-Finals.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Pink DavidAnonym
  • 15.05.2019, 12:11h
  • Israel hat damit das bislangqueerfreundlichste ESC-Programm aller Zeiten auf die Beine gestellt. Ein progressives Land in einer Wüste aus Menschenfeindlichkeit.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 ZenkimausAnonym
  • 15.05.2019, 15:15h
  • Ohne Mist. Dana International sah jünger aus, als 1998. Naja wenn sie es schön findet.
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#4 Simon HAnonym
#5 Albaboy
#6 Der gute MichelAnonym
  • 15.05.2019, 22:03h
  • Ich fand die Kiss-Cam während des Dana-Auftritts unbeschreiblich toll und grandios. Ich wäre fast vor Begeisterung im Zimmer hin und her gehüpft!

    Besonders gut gefallen hat mir, dass unterschiedliche Paare gezeigt wurden: alte, junge, hetero, homo, was-weiß-ich... und alle bekamen den großen Jubel des Publikums, das war wunderschön!

    Wenn man nur ein paar Jahre zurückdenkt... Wahnsinn.

    Ich bin überzeugt davon, dass so manche konservative Großmutter ihre Skepsis über den schwulen Enkel überwindet, wenn sie sieht, welch riesige Unterstützung (und mit welcher Freude!) das Thema bei so einem wichtigen Event bekommt. Sowas ist einfach mitreißend.

    Auch jene Länder, in denen die Bevölkerung noch Vorbehalte hat, werden damit weichgeklopft.

    Ich fand's toll!
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#7 Sabelmann
#8 r52twefwefwAnonym
  • 16.05.2019, 11:20h
  • Das ist übrigens Island:

    www.youtube.com/watch?v=U1HNhA-7OEU

    Island hat sich letzten Dienstag über das 1. Halbfinale für das Finale am Samstag qualifiziert.

    Der Song von Island heißt übersetzt "Hass wird siegen" und ist als Dystopie und Warnung vor Hass zu verstehen, der in der Welt um sich greift.

    Die isländische Band Hatari hat immer wieder angesprochen, dass die Tatsache, dass der Eurovision Song Contest im von Spaltung und Krieg geprägten Nahen Osten stattfindet im Widerspruch zum ESC-Motto Einheit und Frieden steht.

    Eurovision-Chef Jon Ola Sand hatte Hatari vor gut einer Woche zu einem Gespräch zitiert und verlangt, dass Hatari nicht mehr die Menschenrechtssituation im Nahen Osten sowie den Krieg rund um Israel kritisch anspricht, sich überhaupt nicht mehr politisch äußern soll, und hat mit der Disqualifikation von Island gedroht. Hatari wurde also ein Maulkorb verpasst.
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#9 MonomiloAnonym
  • 16.05.2019, 12:22h
  • Antwort auf #8 von r52twefwefw
  • Es ist kein Maulkorb wenn man die Teilnehmer auf bestehende Richtlinien hinweist:

    "Texte, Ansprachen und Gesten politischer Natur sind während des Contests untersagt. Dies gilt ebenso für Texte oder eine Bühnenshow, die den Wettbewerb allgemein in Misskredit bringen könnten oder Werbung für Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen machen.

    Der ESC ist eine unpolitische Veranstaltung. Alle teilnehmenden Rundfunkanstalten einschließlich der ausrichtenden Rundfunkanstalt haben dafür Sorge zu tragen, dass innerhalb ihrer jeweiligen Delegationen und Teams alle erforderlichen Schritte unternommen werden, um sicherzustellen, dass der ESC in keinem Fall politisiert und/oder instrumentalisiert wird."

    Ob einem das gefällt steht auf nem anderen blatt (ich für meinen Teil brauch bei so ner überdrehten Plastikshow zwischen ehrlicher fremdscham und belustigter fassungslosigkeit keine, wie auch immer gearteten, politischen Statements), aber des ist schon korrekt so....

    Außerdem.... Am Ende isses live, keiner kann verhindern dass sich ein Künstler wie auch immer äußert und ne Disqualifikation während des Finale wird der ESC auch net bringen....
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#10 BERNIEFOXAnonym
  • 30.06.2019, 15:03h
  • Hallo -

    wo kann ich die MAXI CD von JUST THE WAY YOU ARE von DANA INTERNATIONAL bekommen.

    Kann ich die irgendwo bestellen und kommt die in DEUTSCHLAND erst gar nicht auf den Markt ? Bitte um baldige Antwort. Finde den Song einfach mega geil. LG Bernd aus Werne
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