https://queer.de/?33619
Leichter als daheim
Mexiko erlaubt gleichgeschlechtliche Ehe-Schließungen in allen Konsulaten
Nur in der Hälfte der mexikanischen Bundesstaaten dürfen Schwule und Lesben heiraten. Jetzt erleichtert die nationale Regierung die Eheschließung.

Mexiko tut sich – hauptsächlich wegen des Einflusses der katholischen Kirche – mit der Gleichbehandlung von Homo-Paaren schwer (Bild: Jorge Mendoza-Torres / flickr)
- 17. Mai 2019, 08:58h 2 Min.
Gleichgeschlechtliche Paare aus Mexiko können künftig weltweit in allen Konsulaten des Landes heiraten. Daheim ist das nur begrenzt möglich. "Von jetzt an können alle mexikanischen Konsulate Trauungen von zwei mexikanischen Bürgern vornehmen, unabhängig von deren Geschlecht", heißt es in einer Mitteilung des Außenministeriums vom Donnerstag (Ortszeit), das dabei auch an den Internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai erinnert.
Der linksgerichtete Außenminister Marcelo Ebrard sagte auf Twitter, dass es darum gehe, Diskriminierungen zu beseitigen.
/ SRE_mxLa @SRE_Mx moderniza sus procedimientos consulares en favor de la comunidad LGBTTTIQ. Durante el anuncio, el canciller @m_ebrard resaltó que no se puede construir un país democrático si se excluye a una parte de la sociedad. https://t.co/Qn1bdiQvz4 pic.twitter.com/Wz3vRNmUg2
SRE México (@SRE_mx) May 16, 2019
|
Verfassungsgerichtshof ordnete Ehe-Öffnung an
Im katholisch geprägten Mexiko ist die gleichgeschlechtliche Ehe ein hoch umstrittenes Thema. Zwar hatte bereits der oberste Gerichtshof 2015 klargestellt, dass das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz der Verfassung verstößt (queer.de berichtete).
Trotzdem erlauben nur 16 von 32 Bundesstaaten und die Hauptstadt Mexiko-Stadt die Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare. Immerhin: Alle Staaten erkennen anderswo geschlossene Ehen grundsätzlich an.
Eine nationale Gesetzgebung zur gleichgeschlechtlichen Ehen fehlt bislang. Eine Gesetzesinitiative des früheren Präsidenten Enrique Peña Nieto (2012-2018) scheiterte vor drei Jahren im Parlament (queer.de berichtete).
Zu den heftigsten Gegnern einer rechtlichen Gleichstellung gehört in Mexiko die katholische Kirche. Sie veranstaltete bei der letzten Parlamentsabstimmung in mehreren Städten Massendemonstrationen gegen die Gleichbehandlung (queer.de berichtete). Trotz der kompromisslosen Haltung der katholischen Kirche, der die große Mehrheit der Mexikaner angehört, sprechen sich Umfragen zufolge rund zwei Drittel der mexikanischen Wahlberechtigten für die Ehe-Öffnung aus. (dpa/dk)














Alleine schon, damit überall im Land das gleiche Recht gilt.