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Belgien

Rainbow House wirft Ralf König Rassismus und Transphobie vor

Das Wandgemälde des Kölner Comiczeichners in Brüssel sorgt weiter für Ärger. Der schwule Künstler wurde aufgefordert, zwei Figuren zu verändern – was er irritiert ablehnte.


Die 2015 eingeweihte Ralf-König-Fassade ist Teil der Comic-Strip-Route in Brüssel, die 1991 ins Leben gerufen wurde und inzwischen aus über 50 großformatigen Wandgemälden besteht, meist von französischen oder belgischen Werken wie "Tim und Struppi", Asterix und Obelix" oder "Lucky Luke" (Bild: Rainbow House)

Vier Jahre nach der Einweihung hat das Rainbow House in Brüssel den Kölner Comiczeichner Ralf König dazu aufgefordert, sein acht mal vier Meter großes Wandgemälde in der Lollepotstraat zu überarbeiten. Zwei der zwölf Figuren beruhten auf "transphoben und rassistischen Vorurteilen", kritisierte das LGBTI-Zentrum laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".

Das Fassadenbild hatte bereits im vergangenen Sommer für Schlagzeilen gesorgt, nachdem unbekannte Sprayer die Worte "Transphobia" und "Racism" angebracht hatten – über Karikaturen einer Dragqueen und einer schwarzen, offenbar lesbischen Frau im typischen König-Look (queer.de berichtete). Diese Vorwürfe hat sich das Rainbow House nun nach halbjähriger Diskussion zu eigen gemacht.

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Rainbow House drohte mit Übermalung

Auf zwei Din-A4-Seiten begründete das Zentrum im März seine Position. So störte es sich bei der schwarzen Figur an den großen Lippen. "Diese Darstellung hat ihren Ursprung in rassistischen und kolonialistischen Bildern, in denen die Körpermerkmale schwarzer Menschen oft auf wenige oberflächliche Merkmale reduziert wurden", heißt es in einer Mail an König. "Zudem wirkt ihr gesamter Gesichtseindruck unintelligent und abweisend."


Anfang August 2018 wurde das Wandgemälde von Unbekannten beschmiert

Die Drag-Figur wiederum wurde vom Rainbow House als trans Frau wahrgenommen, weshalb es sich am Bartschatten und an den Körperhaaren störte. Außerdem heißt es im Brief: "Sie steht isoliert von der Gruppe und ist die einzige Person mit einer deprimierten Haltung, herunterhängenden Armen sowie einem leeren und stumpfen Blick."

König wurde aufgefordert, beide Figuren "so bald wie möglich zu überarbeiten" und "in einer würdevollen und stolzen Art und Weise" darzustellen. Sollte er der Aufforderung nicht nachkommen, "haben wir keine andere Wahl, als einen anderen Künstler zu bitten, ein Ersatzbild zu entwerfen".

"Das bewusste Unattraktivsein gehört zum Spaß dazu"

In seinem Antwortbrief zeigte sich Ralf König laut "Spiegel" irritiert und entsetzt über die Aufforderung des Zentrums, weil der Vorwurf des Rassismus und der Transphobie "alles negiert, wofür ich stehe". Der Zeichner hatte sich unter anderem im Bundestagswahlkampf 2017 an der Kampagne "Vielfalt gegen rechte Einfalt" der Deutschen Aids-Hilfe beteiligt (queer.de berichtete).

Alle seine Figuren seien Sympathieträger, schrieb König dem Rainbow House, aber "natürlich mit Stereotypen, es sind Comics, Karikatur". Die schwarze Figur trage ihre Lippen als Zeichen von Stolz und Selbstbewusstsein extra rot geschminkt. Bei der anderen Figur handele es sich nicht um eine trans Frau, sondern um eine Trümmertunte: "Diese Figur ist das, was auf den Travestiebühnen der Welt zu sehen ist, was auf CSD-Paraden und hier in Köln im Karneval rumstöckelt. Ich war selbst Drag. Das bewusste Unattraktivsein gehört zum Spaß dazu."

Am Mittwoch ruderte das Rainbow House nun etwas zurück. Das König-Wandgemälde soll trotz der Weigerung des Künstlers, Veränderungen vorzunehmen, doch nicht übermalt werden. Als Zeichen der Kritik sollen allerdings die Protestaufschriften "Transphobia" und "Racism" bleiben. Außerdem will das Zentrum ein Schild anbringen, auf dem es sich von den beiden Figuren distanziert. (mize)

Wöchentliche Umfrage

» Ist Ralf Königs Brüsseler Wandgemälde rassistisch und transfeindlich?
    Ergebnis der Umfrage vom 20.05.2019 bis 27.05.2019


#1 AnonymAnonym
  • 18.05.2019, 14:29h
  • Es gibt ja das Sprichwort "aus Scheiße Gold machen". Bei manchen Aktivist*innen glaubt man eher, dass sie Interesse daran haben, aus jedem Gold Scheiße zu machen, indem sie auch noch die letzte Nadel im riesigen Heuhaufen finden, die jemanden doch noch madig machen kann.
    Ein Freund, der wirklich jedes Wort 5x auf die Goldwaage legt, bevor er es äußert, um bloß nicht Trans*menschen zu verletzen, wurde kürzlich von eine*m bekannten Trans-Aktivist*en in tagelangen E-Mail-Tiraden als transphob bezeichnet. Hauptvorwurf: er hätte Kontakt zu jemandem, der*die als transphob gelte, und außerdem hätte auch schon jemand anderes mal sowas über ihn gesagt. Blöderweise konnte der* Trans-Aktivist* meinem Freund nirgends nachweisen, dass er wirklich transfeindlich sei. Kunststück: er ist es einfach auch nicht. Bei allem Verständnis für die Verletzungen, die andere Minderheiten außer den Schwulen erleiden müssen: sie sollten doch bitte endlich damit aufhören, auch noch Menschen aus der Community anzugiften, die es nun wirklich nicht verdient haben. Damit macht man* sich - zuzüglich zu all den eingebildeten Feind*innen - dann nämlich auch noch echte.
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#2 GutmenschProfil
  • 18.05.2019, 14:31hSt. Gallen
  • Politische Korrektheit wird uns alle töten. Bald schon werden Künstler gar keine Schwarzen mehr abbilden.
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#3 Paris092Anonym
  • 18.05.2019, 14:32h
  • Ich verstehe nicht, warum Ralf das mit den Lippen nicht versteht. Es geht nicht nur darum, dass sie so rot sind, sondern dass sie so übergroß und rot dargestellt werden, wie es bei klischeehaften kolonialistischen Darstellungen schwarzer Menschen der Fall ist. Auch der Hinweis von Ralf, dass er für etwas anderes als Rassismus steht, ist sicher richtig und glaubwürdig, aber hier kein Argument. Denn rassistische Klischees bedienen oder rassistisch handeln kann man auch wenn man nicht per se ein "Rassist" ist. Wenn z.B. Ralf aus Unbekümmertheit oder Unwissenheit einen rassistischen Begriff verwendet und darauf aufmerksam gemacht wird, dann ist die richtige Reaktion nicht, sich empört gegen die Kritik zu wehren, sondern zu reflektieren. Das macht Ralf nicht und das stimmt mich ziemlich traurig.
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#4 feli491Anonym
#5 HeckmeckAnonym
  • 18.05.2019, 14:44h
  • Antwort auf #3 von Paris092
  • Wenn Queer Theory zur Ersatzreligion wird und das Victim Scoring zur Realsatire, dann muss eben auch mal ein weißer schwuler cis-Mann wie Ralf König dran glauben. Ein wenig Verlust gibt`s immer.

    Wer will so durchgeknallte Aktivist*innen eigentlich noch ernst nehmen?

    *lol*
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#6 goddamn liberalAnonym
  • 18.05.2019, 14:51h
  • Antwort auf #3 von Paris092
  • Auf mich wirkt die Frau schon allein wegen ihrer stolz hochgereckten Faust selbstbewusst und sympathisch. Mir sind Kämpfer*innen halt näher als Jammerlappen.

    Dass bei Ralf König alle Menschen etwas häßlicher sind, als sie wohl in Wirklichkeit wären, gehört zu Karikatur dazu und gilt bei ihm wie bei anderen für alle dargestellten Farbpigmente.
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#7 Klaus LeberhartingerAnonym
  • 18.05.2019, 14:54h
  • "Außerdem will das Zentrum ein Schild anbringen, auf dem es sich von den beiden Figuren distanziert."

    Wenn sie sich unbedingt öffentlich blamieren wollen, sollen sie halt das Schild anbringen.

    Vielleicht sollte aber die LGBTTIQ-Community ein Schild neben dem Schild anbringen, auf dem sie sich vom Rainbow House distanzieren.
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#8 FredericAnonym
#9 Taurus82
  • 18.05.2019, 15:07h
  • Eine der Säulen der Schwulenbewegung wird "Homo- und Transphobie" vorgeworfen?! Was stimmt mit euch eigentlich nicht?! Nicht Ralf König liegt falsch. Ihr seid einfach nur jämmerliche Pussys die sich von allem und jedem angegriffen fühlen und es geht euch ausschließlich um Selbstdarstellung! Irgendwann findet man eine Figur mit rechtem Scheitel und man wirft ihm vor ein Faschist zu sein. Kommt mal klar mit euch selbst und eurem eigenen Leben und lasst euch etwas Selbstbewusstsein wachsen, denn genau das fehlende Selbstwertgefühl ist die Ursache für diese geisteskranke Hexenjagd der Queer-Gender-SJW's!
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#10 GronkelAnonym
  • 18.05.2019, 15:08h
  • Oh Gott ist das lächerlich. Wer solche Freunde hat braucht wahrlich keine Feinde. Vielleicht sollte man eher anregen, das Rainbow House in andere Hände zu legen oder direkt dicht zu machen. Es gibt mit Sicherheit andere Initiativen die die Aufgaben erledigen können ohne einem vor die Haustür zu scheißen.
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