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Umstrittene Entscheidung

Proteste gegen Auszeichnung für Alain Delon

Für Schauspiellegende Alain Delon ist Homosexualität "gegen die Natur" – am Sonntag wurde der 83-Jährige in Cannes mit der Goldenen Palme für sein Lebenswerk geehrt.


Alain Delon zählte in den Sechziger- und Siebzigerjahren zu den beliebtesten französischen Filmstars. Das Foto zeigt ihn bei einer Veranstaltung im Jahr 2010 (Bild: Premier.gov.ru / wikipedia)

In einer umstrittenen Entscheidung ist die französische Film-Legende Alain Delon beim Festival in Cannes mit der Goldenen Palme für sein Lebenswerk geehrt worden. Der 83-Jährige reagierte gerührt auf die Auszeichnung, die ihm seine Tochter Anouchka am Sonntagabend unter dem donnernden Applaus des Publikums überreichte. "Es ist lange her, dass ich so viel geflennt habe", sagte Delon.

Der Schauspieler präsentierte sich in seiner Dankesrede demütig und selbstironisch. "Heute Abend ist das ein bisschen wie eine posthume Hommage, nur dass ich noch lebe", sagte er. "Ich werde gehen, aber ich werde nicht gehen, ohne mich bei Ihnen zu bedanken", fügte Delon hinzu. "Wenn ich ein Star bin, dann will ich Ihnen dafür danken, dem Publikum verdanke ich das und niemandem sonst."

Delon bedankte sich überdies bei den zwei Frauen in seinem Leben, der französischen Schauspielerin Mireille Darc und deren deutschen Kollegin Romy Schneider. Mit beiden war Delon nicht nur vor der Kamera, sondern auch privat zusammen gewesen.

Früher Unterstützer des Front National

Gegen Delons Ehrung hatte es heftigen Widerstand gegeben. Die US-Organisation Women and Hollywood warf dem Franzosen unter Berufung auf dessen frühere Äußerungen vor, er sei "rassistisch, homophob und frauenfeindlich". So hatte er unter anderem 2013 in einer Talkshow gegen die Gleichstellung von Lesben und Schwulen gewettert, weil Homosexualität "gegen die Natur" sei (queer.de berichtete). Als Unterstützer der rechtsextremen Partei Front National brachte er bereits Jahre zuvor liberale Landsleute gegen sich auf. Zudem nahmen ihm viele Franzosen übel, dass Delon 1999 Schweizer wurde und damit kräftig Steuern sparte. Eine Petition gegen die Ehrung in Cannes bekam mehr als 25.000 Unterschriften.

Alain Delon ging in seiner Dankesrede indirekt auf die Kritik an seiner Person ein. "Man muss mit mir nicht einverstanden sein", sagte er. "Aber es gibt eine Sache, deren ich mir sicher bin, auf die ich stolz bin, wirklich nur eine, das ist meine Karriere." Dafür sei ihm die Goldene Palme zugestanden worden "und für nichts anderes". In der Sonntagszeitung "Journal du dimanche" hatte Delon seinen Kritikern zuvor vorgeworfen, angebliche anstößige Äußerungen von ihm erfunden zu haben.

Zu der Zeremonie in Cannes kamen auch Frankreichs Kulturminister Franck Riester, Festival-Präsident Pierre Lescure und dessen Generalbevollmächtigter Thierry Frémaux. Dieser sagte bei der Zeremonie, Delon habe "keine Angst zu missfallen". Zugleich versicherte Frémaux, das Filmfestival in Cannes werde "immer auf der Seite der Künstler" stehen. (cw/AFP)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 20.05.2019, 08:03h
  • Zitieren wir mal die Medien:

    "Einer, der als Soldat im Indochina-Krieg gekämpft hatte, aber unehrenhaft aus der Armee entlassen wurde - als "sexuell Abartiger".

    [...]

    Ein neues, faszinierendes Leben: Romy lernte die Pariser Künstler-Bars kennen, auch die Halbwelt, in denen Delon gerne verkehrte. Die machtlose Mutter erfuhr nicht nur von Küssen und Schlägen: "Männer dürfen mit Männern schlafen. Männer dürfen auch von Männern Geld oder Filmrollen oder Wohnungen nehmen."

    Das Paar praktizierte sechs Jahre lang das, was erst viel später als offene Zweierbeziehung salonfähig geworden ist. Delon lebte seine Bisexualität offen aus. " (Mopo)

    www.mopo.de/sechs-jahre-wie-im-rausch-servus-sissi--hallo-se
    x---suesses-leben-20073260


    Ist nicht die einzige Quelle.

    Ich frage mich dann immer, was diese reaktionäre 'Altersweisheit' der ehemaligen jungen Wilden soll.

    Übrigens ist Delon als Schauspieler überschätzt. Der war mal schön und das ist alles.
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#2 TheDadProfil
  • 20.05.2019, 09:25hHannover
  • Antwort auf #1 von goddamn liberal
  • "" Zitieren wir mal die Medien:

    "Einer, der als Soldat im Indochina-Krieg gekämpft hatte, aber unehrenhaft aus der Armee entlassen wurde - als "sexuell Abartiger".""..

    Und der dort Jean-Marie Le Pen kennen lernte, und seit der Zeit mit ihm, und später auch mit seiner Tochter befreundet ist..
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#3 MonomiloAnonym
  • 20.05.2019, 10:41h
  • Der dude is 83, brauch ma auch kein Fass aufmachen... Gönn den Preis und wünsch n schönen Lebensabend!
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#4 Alexander_FAnonym
  • 20.05.2019, 10:58h
  • Antwort auf #3 von Monomilo
  • Mir war zugegebenermaßen nicht einmal bewusst, dass der Mann überhaupt noch lebt. Insofern kann man das vielleicht wirklich noch unter Senilität verbuchen.
    Sonderlich vorbildlich ist und bleibt sein Verhalten aber dennoch nicht.
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#5 TomDarkProfil
  • 20.05.2019, 11:37hHamburg
  • Alain Delon galt früher selbst als bisexuell. Freigeister lobten ihn damals sogar dafür.

    Es gibt viele, die das bestätigt haben und Romy Schneider soll ihn sogar mit einem Mann im Bett erwischt haben.

    www.romy-schneider.de/romy-schneider-biographie/alain-delon-
    romy-schneider


    Naschen aus allen Töpfen ist also ok, aber gleichgeschlechtliche Liebe und Ehe soll nicht sein?!?

    Einfach nur verlogen und falsch.

    Heute weiß ich, warum ich den Kerl nie leiden konnte.
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#6 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 20.05.2019, 12:07h
  • Wenn jemand die Front National gut findet, sagt das ne Menge über ihn aus. Wenn jemand sein Land verlässt, um Steuern zu sparen, ebenfalls. Fazit: Der Typ mag ein guter Schauspieler sein, ein guter Mensch ist er gewiss nicht!
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#7 AEMR1948Anonym
  • 20.05.2019, 12:13h
  • "immer auf der Seite der Künstler"

    Besser wäre es, auf der Seite der Menschenrechte zu stehen!
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#8 Patrick SAnonym
  • 20.05.2019, 13:47h
  • Er wird ja hier für sein künstlerisches Schaffen ausgezeichnet, wozu ich mich nicht äußern kann, da ich noch nie einen Film des Herrn gesehen habe. Menschlich reicht mir aber schon die Tatsache, dass er mit den lePens befreundet ist, die ja ihren Antisemitismus und Rassismus offen zur Schau stellen, um ihn ekelerregend zu finden.
    Seine Kehrtwende in Sachen Bisexualität und Homosexualität finde ich hingegen nur bemitleidenswert und führe das auf seine Charakterschwäche zurück: ein Leiden das viele Menschen im hohen Alter ereilt, die sich die 80 Lebensjahre davor nie über die Endlichkeit ihres Seins bewusst waren und mit dem nahenden Tod vor Auge, Teile ihres Lebens und ihrer früheren Ansichten einer Kirche opfern, die ein Weiterleben im Himmel verspricht, sofern man bibeltreu ist.
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#9 AndreasKAProfil
  • 20.05.2019, 16:39hKarlsruhe
  • ... ich habe Delon immer schon für einen selbstverliebte Knallkopf mit dem Charme eines Gefrierhähnchens gehalten ...
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#10 MonomiloAnonym