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Premiere

Indische Sprinterin outet sich

Acht Monate nach dem Ende des Homo-Verbots spricht Dutee Chand, die schnellste Frau Indiens, erstmals offen über ihre Beziehung mit einer Frau.


Dutee Chand bei den Asienmeisterschaften 2017, bei der sie zwei Bronzemedaillen gewann (Bild: Athletics Federation of India / wikipedia)

Die Leichtathletin Dutee Chand hat sich als erste Profisportlerin in Indien geoutet. Gegenüber der indischen Zeitung "Sunday Express" sprach die 23-Jährige, die letztes Jahr bei den Asienspielen die Silbermedaille im 100-Meter-Rennen gewonnen hatte, über ihre drei Jahre dauernde Beziehung mit einer Frau, die aus ihrer Heimatstadt stamme und die sie als ihre "Seelenverwandte" beschrieb. Die Identität ihrer Freundin wollte sie aus Schutz um deren Privatsphäre nicht preisgeben.

Als Grund dafür, an die Öffentlichkeit zu gehen, nannte Chand die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs Indiens im vergangenen Jahr, das aus der britischen Kolonialzeit stammende Verbot von Homosexualität für verfassungswidrig zu erklären (queer.de berichtete).

"Was wir tun, ist keine Straftat", so Chand. "Das ist unser Leben und wir haben das Recht, es zu leben, wie wir es für richtig halten." Niemand habe das Recht, sie aufgrund ihrer sexuellen Orientierung zu verurteilen.

Ihre Partnerin sei in den letzten Jahren eine große Stütze gewesen, fuhr Chand fort. "Sie konnte nicht bei meinen großen Sportevents dabei sein, aber sie betet immer für mich, wenn ich bei einem Wettkampf bin."

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Eltern wissen noch nichts von gleichgeschlechtlicher Beziehung

Chand erklärte weiter, dass sie ihren Eltern erst noch von der Beziehung erzählen müsse. Sie sei aber guten Mutes, dass ihr Vater und ihre Mutter ihre Freundin akzeptieren werden. "Ich habe für mein Land schon so lange sportlich gekämpft und sie waren bislang immer mit allem, was ich getan habe, glücklich. Hoffentlich verstehen sie das auch", sagte die Sportlerin. Chand verriet auch, dass ihre älteste Schwester ihre Beziehung ablehne und ihr vor der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs sogar gedroht habe: "Sie hat mir gesagt, dass sie mich wegen der Beziehung ins Gefängnis schicken wird."

In der Vergangenheit war Chand bereits wegen einer anderen Kontroverse in den Schlagzeilen: 2014 wurde sie als 18-Jährige von den Commonwealth-Spielen, der britischen Kolonial-Olympiade, wegen zu hohen Testosteronwerten disqualifiziert. Ein Einspruch gegen diesen Ausschluss hatte im Jahr darauf vor dem Sportsgerichtshof CAS Erfolg und sie durfte wieder starten.

Die umstrittene Regel, die nur weiblichen Sportlerinnen auferlegt wird, ist immer noch Thema: Erst vor wenigen Wochen urteilte der CAS, dass Caster Semenya ihren Testosteronwert mit Medikamenten senken müsse oder von Wettkämpfen ausgeschlossen werde (queer.de berichtete). (dk)



#1 primaAnonym
  • 20.05.2019, 21:09h
  • Gleich kommt jemand um die Ecke und sagt, sie solle doch bei den Männern rennen!
    Nein, tut sie nicht, es ist alles ok.

    Go forward, you're cool ;-)

    ©BuntesUndSchönes
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#2 primaAnonym
  • 20.05.2019, 21:26h
  • Hoffentlich trauen sich noch weitere zu ihrem Outing und zeigen, dass Vielfalt eben Vielfalt bedeutet, und dass das mit Sport ganz unproblematisch funktioniert.

    ©BuntesUndSchönes
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