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TV-Rolle zu vergeben

Bitte keine schwulen Schauspieler!

Für eine Fernsehproduktion sucht die CNC Cologne News Corporation ausschließlich heterosexuelle Darsteller – dies sei keine Diskriminierung, sondern die "gewünschte Dramaturgie".


Ein Kamerateam bei der Arbeit (Bild: FOTOGRAFÍAS CANAL SUR RADIO y TELEVISION / flickr)

Eine Ausschreibung auf JOBWRK, dem "Jobportal für Newcomer, Talente und Profis aus Schauspiel, Tanz und Gesang", sorgt in Köln für Irritationen: Für eine TV-Produktion sucht die CNC Cologne News Corporation GmbH ausschließlich heterosexuelle Schauspieler.

Fünf Anforderungen werden von den "männlichen Protagonisten" in der Onlineanzeige verlangt: Alter 25-30, sportlich, spontan, extrovertiert – und eben hetero. Hinter "hetero" setzte CNC ein Smiley.


Die Ausschreibung auf JOBWRK

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CNC sucht einen "bestimmten 'Typen'"

Auf Nachfrage von queer.de erklärte das Kölner Unternehmen, das unter anderem Dokutainment und Magazinbeiträge produziert, dass das Jobangebot keinesfalls diskriminierend sei. "Vielmehr handelt es sich um eine Festlegung auf einen Typ, den die gewünschte Dramaturgie vorgibt", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme.

Es liege auch keine klassische Stellenausschreibung vor, so CNC. "Bei dieser darf die sexuelle Präferenz natürlich keine Rolle spielen, da diese bei der Befähigung für einen Beruf in der Regel keine Rolle spielt. Bei der Suche nach bestimmten 'Typen' für ein Fernsehformat ist die jedoch anders." Nähere Angaben zur geplanten Sendung machte die Produktionsfirma nicht.

Diskriminierungsfreiheit sei ein "hohes Gut", so CNC weiter. "Wir – als Medienschaffende – sind uns unserer Verantwortung diesbezüglich mehr als bewusst. Bei dem geplanten Unterhaltungsformat gehen wir jedoch nicht ansatzweise davon aus, dass unsere Protagonisten-Suche eine Gefährdung dieses gesellschaftlichen Wertes darstellt."

Mittlerweile wurde die Ausschreibung auf JOBWRK, die eigentlich bis 25. Mai laufen sollte, vorzeitig beendet. (mize)



#1 Sukram712Anonym
  • 21.05.2019, 05:47h
  • Die hätten natürlich besser "hetero-like" oder "Hetero-Typ" geschrieben. Ansonsten ist die Erklärung der Firma einigermaßen nachvollziehbar.

    Bitte kein Shitstorm weil sich ne Praktikantin vertippt bzw. zu wenig nachgedacht hat...
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#2 TamakAnonym
#3 LarsAnonym
  • 21.05.2019, 08:45h
  • Antwort auf #1 von Sukram712
  • Warum z.B. eine Praktikantin und kein Praktikant? Ist auch ein Klischee ...

    Aber: Interessante Frage, wie man das, was die Firma suchte, politisch korrekt ausdrücken könnte, ohne gleich die übelsten Klischees zu bedienen.

    Was soll denn "heterolike" sein?

    Würde man je nach Schauspielern suchen, die vom Typ her ein "bisschen schwul" oder "gay-like" sind?

    Vielleicht sollte man heute lieber die Kategorien "maskulin" und "feminin" verwenden (nicht männlich oder weiblich, weil Erscheinungsbild und biologisches Geschlecht ja differieren).
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#4 Ith_Anonym
  • 21.05.2019, 08:50h
  • Naja, gut. Also einfach wie immer. Nur, dass es eben nicht bloß praktiziert, sondern auch drangeschrieben wird.

    Geile Satire-Aktion eigentlich.
    Da vermutlich ernst gemeint und ungewollt, de facto aber wohl eher Realsatire.
    Gibt halt schon Menschen, die sich dran stören, wenn die Diskriminierung, die sie all die Jahre als selbstverständliches Recht betrachtet und unter der Hand durchgesetzt haben, auf einmal bloß ansatzweise ins Wanken gerät.

    Wär also ein gutes Zeichen dafür, dass sich wohl was bewegt hat, und sie an irgendeiner Stelle in ihrem Recht eingeschränkt wurden, sich auf heterosexuelle Schauspieler zu beschränken. Vielleicht waren sie nach Ian McKellens spätem Outing aber auch einfach so entsetzt darüber, dass im Schrank leben funktionieren kann, um trotz ihrer Hetero-Herrschaft Karriere zu machen, undercover sozusagen, dass sie sichergehen wollten, ungeoutete schwule Mitarbeiter, die sich bei ihnen untergemogelt haben, später zumindest rechtlich belangen und problemlos rauswerfen können.
    Also, vielleicht sehen die seine Filme und brechen regelmäßig in Tränen aus: Die armen Regisseure, die versehentlich mit jemandem zusammengearbeitet haben, der gar nicht hetero war! Und von denen das jetzt auch noch jeder weiß! Die Scham! Die Schande! Die armen, bedauernswerten Menschen, die das jetzt nicht mehr ändern können und ihr ganzes restliches Leben damit klarkommen müssen, einen Angehörigen einer Minderheit versehentlich mit mehr Respekt behandelt zu haben, als er das verdient.

    Tja, wat soll man dazu sagen. Das Leben ist kein Ponyhof.
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#5 FredericAnonym
  • 21.05.2019, 09:05h
  • Vielleicht ist es ja auch ein Casting für eine Datingshow bzw eine Show á la Bachelor / Love Island usw.. Steht ja nur TV Produktion da. Ansonsten würde mich die Einschränkung der sexuellen Präferenz sehr wundern.
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#6 RubinsAnonym
  • 21.05.2019, 09:16h
  • Ich finde daran im Moment nichts schlimmes. Vielleicht handelt es sich ja um eine Dating-Show oder dergleichen.
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#7 Ith_Anonym
  • 21.05.2019, 09:29h
  • Antwort auf #5 von Frederic
  • Sowas wie "ledig/auf der Suche/in Beziehung, aber offen für alles/poly" finde ich in der Aussschreibung irgendwie nicht, und habe so die Ahnung, dass ein ganz kleiner Hint darauf nicht schaden würde, wenn's um sowas ginge.

    Seht ihr da also Dinge, dir mir routinemäßig entgehen, oder Dinge, die ihr gern sehen wollt?
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#8 ZundermxeAnonym
  • 21.05.2019, 09:31h
  • Antwort auf #3 von Lars
  • Die Begriffe maskulin (für Hetero-Männer) und feminin (für Hetero-Frauen) als Ersatz für Hetero- und Homosexuell zu verwenden wäre eine Verschlimmbesserung und eine Stereotypisierung, die absolut rückwärts gewandt wäre.
    Auch als Synonym für den maskulinen Hetero-Mann würde der Ausdruck maskuliner Mann nicht passen da dies nun wirklich absolut nichts mit der Sexualität zu tun hat. Vor allem nichts mit der Unterscheidung von heterosexuellen und homosexuellen Männern.
    Heterosexualität allein ist nicht maskulin!

    Ist eine Art Doku-Soap geplant, die als Thema heterosexuelle Männer hat, ist gegen die Stellenausschreibung nichts einzuwenden solange es hier nicht um vorgeschriebene Drehbücher und fiktive Geschichten geht sondern um das reale und persönliche Leben der Schauspieler.
    Sollte es sich aber um eine Inszenierung heterosexueller Männlichkeit handeln wäre die Stellenausschreibung eine klare Diskriminierung da diese natürlich auch genau so von homosexuellen Schauspielern dargestellt werden könnte.
    Also gut aufpassen was da gedreht werden soll und ggf. klagen.
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#9 Ith_Anonym
  • 21.05.2019, 09:57h
  • Antwort auf #8 von Zundermxe
  • Ach, ich würd das echt gar nicht genderbezogen über-analysieren. Wahrscheinlich geht's ihnen, mit diesem Smiley, einfach um die Vorannahme, dass Schwule nunmal eh irgendwie komisch, und wahrscheinlich unentspannt und spaßlos sind.
    Wer will schon berufsbeleidigte, inkarnierte Stressfaktoren am Set. Heteros sind bekanntlich unproblematischer bzw. deutlich weniger kompliziert. Und in Frage kommende Schwule, die einem da doch unterkommen könnten, wären Schrankschwestern, die in dem Fall wüssten, worüber sie all die Klappe zu halten haben.

    Bei Schwulen muss man schließlich auch immer ein bisschen damit rechnen, dass sie sich so zickig benehmen, wie man das sonst bloß von Frauen kennt. Aka: anstrengend.

    In anderen Worten, wahrscheinlich befürchten sie, wenn sie Schwule mit einladen, dass sie sowas bekommen könnten wie mich.
    Ich könnte sie da beruhigen, "sportlich" und "extrovertiert" sind definitiv nicht die Dinge, bei denen ich mich in der Selbstbeschreibung wiederfinde ^^

    Ganz andere Alternative wäre, dass der Regisseur ungeoutet schwul ist, und dank Dating-App drüber informiert, wer sich von dieser Beschreibung in seiner Region all angesprochen fühlen könnte, und nicht riskieren möchte, dass irgendwer von seinen Cruising-Freizeitaktivitäten erfährt.
    In dem Fall wär das Smiley hinter dem "hetero" aber irgendwie schon n ziemlicher Bitch-Move.
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#10 Sukram712Anonym
  • 21.05.2019, 10:02h
  • Antwort auf #8 von Zundermxe
  • Letztendlich kann niemand sagen, welche Hintergedanken die Produzenten der TV-Show haben. Vieleicht soll ein hübscher Mann im Studio mit der Wetterfee flirten, um weibliche Zuschauer zu binden. Das wäre ein legitimer Grund.

    Als Bäckereifachverkäuferin muss man auch nicht jung und hübsch sein und trotzdem werden die lieber eingestellt...
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