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Kommentare zu:
Bitte keine schwulen Schauspieler!


#1 Sukram712Anonym
  • 21.05.2019, 05:47h
  • Die hätten natürlich besser "hetero-like" oder "Hetero-Typ" geschrieben. Ansonsten ist die Erklärung der Firma einigermaßen nachvollziehbar.

    Bitte kein Shitstorm weil sich ne Praktikantin vertippt bzw. zu wenig nachgedacht hat...
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#2 TamakAnonym
#3 LarsAnonym
  • 21.05.2019, 08:45h
  • Antwort auf #1 von Sukram712
  • Warum z.B. eine Praktikantin und kein Praktikant? Ist auch ein Klischee ...

    Aber: Interessante Frage, wie man das, was die Firma suchte, politisch korrekt ausdrücken könnte, ohne gleich die übelsten Klischees zu bedienen.

    Was soll denn "heterolike" sein?

    Würde man je nach Schauspielern suchen, die vom Typ her ein "bisschen schwul" oder "gay-like" sind?

    Vielleicht sollte man heute lieber die Kategorien "maskulin" und "feminin" verwenden (nicht männlich oder weiblich, weil Erscheinungsbild und biologisches Geschlecht ja differieren).
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#4 Still_Ith
  • 21.05.2019, 08:50h
  • Naja, gut. Also einfach wie immer. Nur, dass es eben nicht bloß praktiziert, sondern auch drangeschrieben wird.

    Geile Satire-Aktion eigentlich.
    Da vermutlich ernst gemeint und ungewollt, de facto aber wohl eher Realsatire.
    Gibt halt schon Menschen, die sich dran stören, wenn die Diskriminierung, die sie all die Jahre als selbstverständliches Recht betrachtet und unter der Hand durchgesetzt haben, auf einmal bloß ansatzweise ins Wanken gerät.

    Wär also ein gutes Zeichen dafür, dass sich wohl was bewegt hat, und sie an irgendeiner Stelle in ihrem Recht eingeschränkt wurden, sich auf heterosexuelle Schauspieler zu beschränken. Vielleicht waren sie nach Ian McKellens spätem Outing aber auch einfach so entsetzt darüber, dass im Schrank leben funktionieren kann, um trotz ihrer Hetero-Herrschaft Karriere zu machen, undercover sozusagen, dass sie sichergehen wollten, ungeoutete schwule Mitarbeiter, die sich bei ihnen untergemogelt haben, später zumindest rechtlich belangen und problemlos rauswerfen können.
    Also, vielleicht sehen die seine Filme und brechen regelmäßig in Tränen aus: Die armen Regisseure, die versehentlich mit jemandem zusammengearbeitet haben, der gar nicht hetero war! Und von denen das jetzt auch noch jeder weiß! Die Scham! Die Schande! Die armen, bedauernswerten Menschen, die das jetzt nicht mehr ändern können und ihr ganzes restliches Leben damit klarkommen müssen, einen Angehörigen einer Minderheit versehentlich mit mehr Respekt behandelt zu haben, als er das verdient.

    Tja, wat soll man dazu sagen. Das Leben ist kein Ponyhof.
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#5 FredericAnonym
  • 21.05.2019, 09:05h
  • Vielleicht ist es ja auch ein Casting für eine Datingshow bzw eine Show á la Bachelor / Love Island usw.. Steht ja nur TV Produktion da. Ansonsten würde mich die Einschränkung der sexuellen Präferenz sehr wundern.
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#6 RubinsAnonym
  • 21.05.2019, 09:16h
  • Ich finde daran im Moment nichts schlimmes. Vielleicht handelt es sich ja um eine Dating-Show oder dergleichen.
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#7 Still_Ith
  • 21.05.2019, 09:29h
  • Antwort auf #5 von Frederic
  • Sowas wie "ledig/auf der Suche/in Beziehung, aber offen für alles/poly" finde ich in der Aussschreibung irgendwie nicht, und habe so die Ahnung, dass ein ganz kleiner Hint darauf nicht schaden würde, wenn's um sowas ginge.

    Seht ihr da also Dinge, dir mir routinemäßig entgehen, oder Dinge, die ihr gern sehen wollt?
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#8 ZundermxeAnonym
  • 21.05.2019, 09:31h
  • Antwort auf #3 von Lars
  • Die Begriffe maskulin (für Hetero-Männer) und feminin (für Hetero-Frauen) als Ersatz für Hetero- und Homosexuell zu verwenden wäre eine Verschlimmbesserung und eine Stereotypisierung, die absolut rückwärts gewandt wäre.
    Auch als Synonym für den maskulinen Hetero-Mann würde der Ausdruck maskuliner Mann nicht passen da dies nun wirklich absolut nichts mit der Sexualität zu tun hat. Vor allem nichts mit der Unterscheidung von heterosexuellen und homosexuellen Männern.
    Heterosexualität allein ist nicht maskulin!

    Ist eine Art Doku-Soap geplant, die als Thema heterosexuelle Männer hat, ist gegen die Stellenausschreibung nichts einzuwenden solange es hier nicht um vorgeschriebene Drehbücher und fiktive Geschichten geht sondern um das reale und persönliche Leben der Schauspieler.
    Sollte es sich aber um eine Inszenierung heterosexueller Männlichkeit handeln wäre die Stellenausschreibung eine klare Diskriminierung da diese natürlich auch genau so von homosexuellen Schauspielern dargestellt werden könnte.
    Also gut aufpassen was da gedreht werden soll und ggf. klagen.
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#9 Still_Ith
  • 21.05.2019, 09:57h
  • Antwort auf #8 von Zundermxe
  • Ach, ich würd das echt gar nicht genderbezogen über-analysieren. Wahrscheinlich geht's ihnen, mit diesem Smiley, einfach um die Vorannahme, dass Schwule nunmal eh irgendwie komisch, und wahrscheinlich unentspannt und spaßlos sind.
    Wer will schon berufsbeleidigte, inkarnierte Stressfaktoren am Set. Heteros sind bekanntlich unproblematischer bzw. deutlich weniger kompliziert. Und in Frage kommende Schwule, die einem da doch unterkommen könnten, wären Schrankschwestern, die in dem Fall wüssten, worüber sie all die Klappe zu halten haben.

    Bei Schwulen muss man schließlich auch immer ein bisschen damit rechnen, dass sie sich so zickig benehmen, wie man das sonst bloß von Frauen kennt. Aka: anstrengend.

    In anderen Worten, wahrscheinlich befürchten sie, wenn sie Schwule mit einladen, dass sie sowas bekommen könnten wie mich.
    Ich könnte sie da beruhigen, "sportlich" und "extrovertiert" sind definitiv nicht die Dinge, bei denen ich mich in der Selbstbeschreibung wiederfinde ^^

    Ganz andere Alternative wäre, dass der Regisseur ungeoutet schwul ist, und dank Dating-App drüber informiert, wer sich von dieser Beschreibung in seiner Region all angesprochen fühlen könnte, und nicht riskieren möchte, dass irgendwer von seinen Cruising-Freizeitaktivitäten erfährt.
    In dem Fall wär das Smiley hinter dem "hetero" aber irgendwie schon n ziemlicher Bitch-Move.
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#10 Sukram712Anonym
  • 21.05.2019, 10:02h
  • Antwort auf #8 von Zundermxe
  • Letztendlich kann niemand sagen, welche Hintergedanken die Produzenten der TV-Show haben. Vieleicht soll ein hübscher Mann im Studio mit der Wetterfee flirten, um weibliche Zuschauer zu binden. Das wäre ein legitimer Grund.

    Als Bäckereifachverkäuferin muss man auch nicht jung und hübsch sein und trotzdem werden die lieber eingestellt...
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#11 Queer Media SocietyAnonym
#12 tychiProfil
  • 21.05.2019, 10:17hIrgendwo im Nirgendwo
  • Eine Produktionsfirma, die sich u.a. auf "Dokutainment" spezialisiert hat... sucht einen sportlich, extrovertierten Hetero?

    Auf gut Deutsch gesagt: Die brauchen einen ruhmsüchtigen und nach Aufmerksamkeit lechzenden, testosteron-gesteuerten, paarungswilligen, dauerspitzen Selbstdarsteller, der sich vor der Kamera so richtig blamiert und als vermeintlich geiler Bock lächerlich macht; selbst aber im Irrglauben bleibt, ein talentierter toller Hirsch zu sein, der Frauen verzaubert und die Welt verstanden hat.

    So lese ich zumindest die Stellenausschreibung...
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#13 MonomiloAnonym
#14 remixbeb
  • 21.05.2019, 10:23h
  • .. Also ich weiß nicht. Ich persönlich wäre jetzt nicht gleich von Diskriminierung ausgegangen. Wenn es um solche blöden Produktionen wie Berlin Tag und Nacht, Jersey Shore oder andere Scripted Reality Shows geht, dann ist nachvollziehbar, dass sie Heteros wollen, die auf die weiblichen "Protagonistinnen" anspringen.
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#15 Still_Ith
  • 21.05.2019, 10:40h
  • Antwort auf #12 von tychi
  • Als ob ein Schwuler das nicht alles auch hinbekommen würde.

    Es sei denn natürlich, die Doku umfasste den konkreten Art der Begattung des Weibchens, da bräucht's zumindest ein paar Bi-Anteile. Aber ehrlich betrachtet wär das dann 'n anderes Genre.
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#16 Homonklin44Profil
  • 21.05.2019, 10:45hTauroa Point
  • Diskriminierend sehe ich das jetzt auch nicht übergemäß. Wahrscheinlich soll in der Rollenbesetzung heterosexuelle Beziehung/Liebe oder gar Sex eine Rolle spielen, und die wollein einfach einen, der das authentisch darstellen kann.

    Dagegen, dass sich Bisexuelle oder nicht Geoutede melden, sie eh nix machen, es sei denn, sie haben einen "Schwulendetektor" erfunden.

    Vorzeitig beendet? Na dann haben sich Viele gemeldet oder Jemand hat angepisstes Feedback geschickt.
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#17 AndreasKAProfil
#18 ZundermxeAnonym
  • 21.05.2019, 11:31h
  • Nicht heterosexuelle Menschen spielen ganz natürlich und überzeugend heterosexuelle Rollen. So wie heterosexuelle Menschen dies ebenso umgekehrt können müssen.
    Das ist der Kern des Berufs der Schauspielerei. Authentisch eine Rolle darzustellen, die nicht unbedingt dem eigenen privaten Leben entspricht.

    Nochmal: geht es bei der Stellenausschreibung um das private Leben, dass konkret im Format dargestellt werden soll, ist es völlig ok.
    Geht es aber um klassische Schauspielerei iSv von Drehbüchern oder einer fiktiven Show, die nichts mit dem konkreten persönlichen Leben des Protagonisten zu tun haben, ist das natürlich GANZ klar Diskriminierung.
    Was ist mehr Diskriminierung als nicht heterosexuellen Schauspielern zu unterstellen sie könnten weniger authentisch eine heterosexuelle Rolle darstellen?
    Nach dieser Logik müsste jede Nonne von einer echten Nonne besetzt werden. Jeder Deutsche von einem Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit... usw

    Habe über die Jahre schon einige mir persönlich bekannte Menschen im Theater und Fernsehen gesehen... wie der persönliche Kontakt zustande kam und welcher Art er war tut nichts zur Sache :-)
    Alle haben ausnahmslos und teilweise sogar betont heterosexuelle Männerrollen dargestellt. Kann daher nur sagen, ein Schauspieler der sein Fach einigermaßen beherrscht macht das mit links.
    Das übrigens natürlich auch in Talkshows.
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#19 MonozelloAnonym
#20 MonomiloAnonym
#21 LarsAnonym
  • 21.05.2019, 12:32h
  • Antwort auf #16 von Homonklin44
  • "Wahrscheinlich soll in der Rollenbesetzung heterosexuelle Beziehung/Liebe oder gar Sex eine Rolle spielen, und die wollein einfach einen, der das authentisch darstellen kann."

    Das ist keine Frage des "Typs", sondern der schauspielerischen Fähigkeit.

    Es gibt nachweisbar viele Heteros, die sehr glaubhaft Schwule darstellen können, einschließlich Liebe oder Erotik (Brokeback Mountain, Mitte der Welt) und umgekehrt.

    Wenn es um "Typen" geht, dann geht es im Schauspiel eher um Körperbau, Stimme, Frisur, vielleicht auch eine gewisse angeborene Motorik - also Dinge, die nur mit einem großen Aufwand verändert werden können und verändert immer künstlich wirken. Dass es dem Sender um Typen geht und nicht um die tatsächliche Orientierung, hat er zumindest später ja auch klar gestellt.

    Man sollte das schon unterscheiden, alles andere ist schlicht unprofessionell. Es gibt Leute, die sich sehr gut für den Typ des Bösewichts eigenen, aber das hat mit der tatsächlichen Persönlichkeit nichts zu tun. Deshalb würde man in einer Stellenausschreibung eben keinen Bösewicht suchen sondern den "Typ" Bösewicht.
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#22 KetzerEhemaliges Profil
  • 21.05.2019, 12:37h
  • Also Ralf Königs Karikaturen sind diskriminierend, aber diese Stellenausschreibung nicht?

    Manchmal fehlen selbst mir die Worte.
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#23 LarsAnonym
  • 21.05.2019, 13:55h
  • Antwort auf #22 von Ketzer
  • Es gibt einen inflationären Gebrauch des Wortes diskriminierend.

    Es lässt sich leider auch keine klare Grenze ziehen. Wenn hier ein User mutmaßt, dass das Problem durch eine Tippfehler der "Praktikantin" entstanden ist, dann kann man das streng genommen als diskriminierend gegenüber (Hetero?)frauen auffassen. Wer glaubt, dass er oder sie keine Klischeevorstellungen im Kopf hat, den kann man fragen, welche Haarfarbe die Praktikantin hat ...

    Wir werden diese Klischeevorstellungen nicht los, indem wir sie verbieten, sondern indem wir zur Abwechslung öfters mal an dumme Praktikanten denken oder ganz auf Humor verzichten.

    Ich denke, dass kein Mensch von Stereotypen und Klischeevorstellungen frei ist, insbesondere, wenn er oder sie sich satirisch äußert. Jemanden darauf aufmerksam zu machen, halte ich immer für legitim, aber die Form und die Strenge in der man das tut, sollte zum Anlass passen.

    Königs Darstellung der queeren Community passt nicht mehr ganz zu den heutigen Diskussionen über Transphobie und rassistischer Diskriminierung, die in unserer offener und multiethnischer gewordenen Gesellschaft einfach mehr Thema sind Darüber zu sprechen, dass sich manche in Königs Karikatur nicht (mehr) wiederfinden, ist richtig. Der sehr medienwirksame Diskriminierungsvorwurf ist aber nicht verhältnismäßig.

    Der Post der TV-Firma ist blöd, weil er sexuelle Orientierung und Erscheinungsbild gleich setzt und es ist richtig, das zu korrigieren. Eine Anzeige ist kein historisches Kunstwerk. Aber auch hier würde ich von keiner beabsichtigten Diskriminierung sprechen.

    Es gibt den alten Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten" und der kann auch in öffentlichen Diskussionen gelten.

    Natürlich kann man aus jeder Äußerung einen Präzedenzfall machen. Aber dann hat man irgendwann keine Worte mehr, um die schwerwiegenden, gehässigen und absichtlichen Diskriminierungen deutlich zu benennen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #22 springen »
#24 MarthaAnonym
  • 21.05.2019, 14:01h
  • Juristisch zweifelsfrei diskriminierend. Bei einer Stellenausschreibung! Viel Spaß bei der Klagewelle...
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#25 seb1983
#26 lindener1966Profil
#27 AlexAnonym
  • 21.05.2019, 21:30h
  • Hmm... ich verstehe nicht, warum man sich darüber aufregt, wenn ein ganz bestimmter Typ Mann gesucht wird. In diesem Fall hetero. Ich frage mich manchmal, ob unter uns schwulen Männern nur weiche Menschen zu finden sind, die alles triggert, was einem vor die Linse läuft. Ich finde es OK dass sie das für sich so wollen und sehe hier auch keine Diskriminierung.
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#28 IronikerAnonym
#29 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 22.05.2019, 05:00h
  • Als Schauspieler spielst Du das, was die Rolle vorgibt. Da mimt eine Lesbe glaubwürdig eine Hete, ein heterosexueller Mann glaubwürdig einen Schwulen.
    Oder suchen die etwa nur Amateure, um ihren Vorurteilen freien Lauf zu geben, so nach dem Motto: "Ein schwuler Mann ist kein richtiger Mann, weil er sich tuntig verhält"!
    Sollten die wirklich so denken, sollten sie mal zum Arzt gehen, und sich das Oberstübchen ausmisten lassen.
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#30 David JacobAnonym
#31 Gerlinde24Ehemaliges Profil
#32 Still_Ith
  • 22.05.2019, 09:42h
  • Antwort auf #22 von Ketzer
  • Nein, das sind zwei vollkommen unterschiedliche Gruppen, die du da in einen Topf wirfst. Eigentlich isses eher so:
    Wenn Rowohlt König zensiert, ist das eigentlich verständlich und nicht diskriminierend und nicht schlimm.
    Die Stellenausschreibung hier soll bitte nicht als diskriminierend gelesen werden und ist daher nicht schlimm, und wir werden schon Gründe dafür finden, dass das eigentlich verständlich ist, und die Macher ja wirklich gar nicht konnten (und das Top-Argument sind nun wirklich nicht die paar Heten, die Schwule spielen, sondern viel eher die schwulen Schauspieler, die jahrelang ihr Können bewiesen haben, ehe sie sich geoutet haben - in dem Wissen, dass sie nie die Gelegenheit bekommen hätten, wären sie nicht im Schrank geblieben).

    Was NICHT nachvollziehbar und nicht verständlich ist, sind Leute, die den Mund aufmachen und Grenzen setzen. Hier wie dort.
    Wenn du persönlich das nun in einem Fall tust und im anderen nicht, ist das ggf. ein Fall von Bigotterie, aber anerkennen kann ich als Systemkritiker daran immerhin, dass du prinzipiell noch eine Bereitschaft aufweist, Dinge überhaupt kritisch zu finden.

    Das andere dagegen ist einfach nur ein Zeitgeist, der u.a. dazu beiträgt, dass man es sich selbst heute relativ selbstverständlich abverlangt, nicht Händchen zu halten, weil man irgendwie einsieht, dass man stört. Oder bloß irgendwie einsieht, dass es den Ärger eigentlich gar nicht wert ist. Gestaltet im Sinne von AKK, CSU, AfD und co.
    Stillhalten und brav sein hat doch schließlich geholfen, oder? Haben sie uns nicht die Homo-Ehe gegeben, weil wir so schön brav sind?
    Ich persönlich glaube ja nicht, dass das so ist, aber das scheint bei Vielen so angekommen zu sein. Eigentlich haben wir die Homo-Ehe deswegen, weil aus einer Partei Krawall angesagt und eben nicht brav Füße geküsst wurden, im taktisch richtigen Moment.

    Vielleicht kommt noch ein bisschen Selbstbetrug dazu, beim Schönreden, in der irrigen Annahme, dass Leute das schon so meinen werden, wenn sie behaupten, tolerant zu sein.
    So wie das schon stimmen wird, wenn die USA sagen, dass sie sich an Völkerrecht und Genfer Konvention halten. Sowas in Zweifel zu ziehen geht irgendwie echt zu weit.
    Wir lassen die Welt lieber, wie sie ist, sonst könnt noch jemand kommen und uns als Berufsbeleidigte beschimpfen. Bespuckt, beschimpft, zensiert und ausgegrenzt zu werden - kann man all mit leben. Da hat man dann noch Ehre, wenn man es hinnimmt und drübersteht, und deswegen bekommt in patriarchaler Fantasy auch eine Frau nur einen Thron, die damit okay geht, vergewaltigt worden zu sein. Aber als berufsbeleidigt verschrieen zu werden, als jemand, der es wagt, zu protestieren, Dinge zu ändern, in Frage zu stellen, aufzubegehren, das endete in Schimpf und Schande.

    Das Schöne daran ist, dass das dem Erhalt des Selbstbilds ja dient. Keine_r will vorgeführt bekommen und in der Tiefe des Seins begreifen müssen, wie gleichgültig die Würde und das eigene Wohlergehen den Leuten sind - der Gesellschaft - und dass ebendiese Gesellschaft, repräsentiert von vielen Einzelnen, die sie vertreten, ein Interesse daran hat, den Leuten ordentlich übers Maul zu fahren, denen aus selbigem Protest gegen den Ist-Zustand entweicht.

    Keine_r will ernsthaft begreifen müssen, in der Tiefe des Seins, ein Mensch zu sein, der einfach wenig(er) wert ist.

    Ob du und deine Würde wirklich etwas wert sind, wirst du eben erst dann feststellen und vorgeführt bekommen, wenn du den Test machst, drauf hinzuweisen, aufzubegehren und Forderungen zu stellen, wenn sie angekratzt wird.
    Was bei diesem Test als Ergebnis herauskommt, will man vielleicht lieber gar nicht wissen.
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#33 TheDadProfil
  • 22.05.2019, 10:38hHannover
  • Antwort auf #32 von Ith_
  • ""Eigentlich isses eher so:
    Wenn Rowohlt König zensiert, ist das eigentlich verständlich und nicht diskriminierend und nicht schlimm.""..

    Mal von dieser sehr eigentümlichen Formulierung des "eigentlich nicht schlimm" abgesehen, missachtet das zumindest zum Teil die wirkliche Dimension..

    Denn wenn Verlage Einfluß auf Inhalte nehmen und dabei am Ende herauskommt das Informationen vorenthalten werden, oder auch nur so verändert werden das sie damit einfach "nicht richtig" sind, dann betrifft das nicht nur den Autor, sondern am Ende ALLE..

    Nun mag man denken die Klöten des Primaten seien keine "so wichtige Information" die es zu verteilen gälte..

    Es ist aber auch so das Prüderie als Auslöser eines Rollback sich aus vielen kleinen Versatzstücken bildet, wo das Verschweigen kleiner Details sich irgendwann zu einem Gesamtbild zusammenfügt..

    Nun mag man auch denken,
    "ach, das ist nur ein comic"..
    Doch wenn man hier anfängt zu zensieren, wo fängt man dann an dagegen zu protestieren weil die Gefahr besteht das Desinformation in die Gesellschaft getragen wird ?

    Und da stellt sich wie hier die Frage ob man überhaupt zulassen darf das Castings sich über die Kategorie "Sexuelle Identität" an die Darstellenden wendet, oder nicht ?

    Doch wenn das so ist, dann gilt diese Frage auch wieder für ALLE Rollen, und nicht nur für die "dramaturgische Darstellung durch einen Hetero", denn dann müssen ALLE Rollen unabhängig von der Sexuellen Identität des Darstellenden besetzt werden..
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#34 MonomiloAnonym
#35 KetzerEhemaliges Profil
  • 22.05.2019, 11:15h
  • Antwort auf #32 von Ith_
  • "Wenn du persönlich das nun in einem Fall tust und im anderen nicht, ist das ggf. ein Fall von Bigotterie, aber anerkennen kann ich als Systemkritiker daran immerhin, dass du prinzipiell noch eine Bereitschaft aufweist, Dinge überhaupt kritisch zu finden."

    Oh, schon wieder etwas Neues, das Du mir unterstellst. Diesmal also Bigotterie. Langsam solltest auch Du merken, dass der Kanal irgendwann mal voll ist.

    Deine Forderung beinhaltet, so kleinkariert gedacht wie Du, man habe entweder alles gleichermaßen zu kritisieren oder komplett die Klappe zu halten. Wie wäre es, wenn Du das mal auf Dich selbst anwendest? Gleich mal beginnend mit Selbstkritik? Wie kannst Du es wagen, jemanden als bigott zu bezeichnen, der nicht wie Du alles, wirklich alles mit langen Tiraden zu kritisieren hat?

    Für Dich gibt es es offenbar nichts Gutes im Leben und auch niemanden, der_die wirklich akzeptabel ist, außer Dir selbst.

    Oh, wie ich es satt bin, immer wieder Ziel Deiner bösartigen Giftspritze zu werden. Meine Güte, bändige Dich doch mal und versuche endlich mal zu verstehen, dass nicht alle Menschen Deine Gegner_innen sein wollen - dass Du aber alle dazu machst. Mir ist schon wieder so schrecklich übel.
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#36 ZundermxeAnonym
  • 22.05.2019, 12:42h
  • Antwort auf #34 von Monomilo
  • Nu muss ich einfach mal platt werden.

    Wer so konform ist wie Du in dieser Aussage indem scheinbare Markt(wirtschafts)gesetze mal eben mit einer natürlichen Logik über freie Kunst gesetzt werden, kann ich nur raten alles zu akzeptieren wie es ist und sich zu freuen wenn Du mal zum Luft schnappen an die Oberfläche darfst.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #34 springen »
#37 MonomiloAnonym
  • 22.05.2019, 13:07h
  • Antwort auf #36 von Zundermxe
  • Dann soll der dude es doch eigenständig veröffentlichen.... In Zeiten von e-books kein Problem, da kannste auch als no name n bestseller landen... Oder du suchst dir einen Verlag der für dich passt...

    Aber offensichtlich ist dem dude die Kohle mehr wert als seine eigene Kunst...

    Und ja, es is schlichtweg normal das der Verlag das letzte Wort hat.... Der Verlag entscheidet über Verkauf und Marketing, genauso wie Studios und Plattenfirmen es machen, da sind Nachdrehs und Neu-abmischungen auch die Regel...

    Aber wer einen Vertrag unterschreibt sollte - gerade im Alter eines Königs - sich bewusst sein was er unterschreibt...
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#38 ZundermxeAnonym
  • 22.05.2019, 13:47h
  • Antwort auf #37 von Monomilo
  • Nur weil es normal ist, unterstellt dem wäre so, ist es noch lange nicht ok.
    Wer seine Einstellungen den vermeintlichen Realitäten anpasst, sollte sich nicht wundern wenn andere dies im Zweifelsfall auch mal zum eigenen Nachteil machen.

    Will hier auch niemanden beleidigen oder ärgern.
    Das wollen die mittlerweile verdeckten Klöten sicherlich auch nicht.
    Mir ist schon klar, dass es auf unterschiedliche Weise an unterschiedlichen Stellen Zensur gibt. Nehm mir lediglich das Recht raus dies auch so zu nennen.
    Nen schönen Tag noch! :-)
  • Antworten » | Direktlink » | zu #37 springen »
#39 TheDadProfil
  • 22.05.2019, 21:06hHannover
  • Antwort auf #34 von Monomilo
  • ""? Kenn die Vertragslage natürlich nicht, aber wenn der Verlag den Autor bezahlt hat er natürlich auch ein Mitspracherecht was und wie etwas veröffentlicht wird... ""..

    Und Du denkst damit also, wenn ein Verlag die Musik bezahlt bestellt sie damit was gespielt werden soll ?

    ""Dem Autor steht ja frei mit wem er eine Geschäftsbeziehung eingeht.... oO""..

    Natürlich..
    Doch wenn ein Vertrag besteht haben sich BEIDE Seiten an den Vertrags-Inhalt zu halten..
    Aus meiner Sicht beinhaltete das im Fall des Comic ein Titelbild eines Primaten mit großen Klöten, einfach weil das von Natur aus so ist, im anderem Fall des "Rainbow-House" ein Wandbild mit verschiedenen Charakteren wie sie ein typischer Ralf-König-Comic enthält..

    Freie Autoren sind keine Angestellten..
    Die Verlage kaufen in der Regel ein fertiges Produkt, und kaufen damit auch die Katze im Sack..

    Meine Fragestellung zielte aber auf die zu setzenden Grenzen..

    Wie weit geht dann der Einfluß den man Verlagen und Produktions-Firmen hier einräumen will ?

    Dürfen die dann den Inhalt so weit beeinflußen das aus einer Schwulen Rolle eine Hetero-Rolle wird ?

    Oder aus einem behaartem Primaten ein rasierter Kerl mit kleinen Klöten ?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #34 springen »
#40 MonomiloAnonym
  • 22.05.2019, 22:33h
  • Antwort auf #39 von TheDad
  • Diese ganzen ketten die du hier ausführst, dieses ganze "wenn wir hier anfangen, wo wird es enden"...

    Ist das dein Ernst?

    Hier geht es um das verdecken von gezeichneten klöten auf dem Cover eines comics damit mehr Läden es auslegen/präsentieren um eine breitere käuferschicht anzusprechen und somit mehr zu verkaufen....

    N König Fan/interessierter wird es sich sowieso kaufen, aber viele kennen den vllt auch net und sind vllt von höhlenmenschklöten erstmal abgeschreckt/irritiert und haben direkt ne falsche Vorstellung von dem Comic, also legt man des teil net aus sondern stopfts ins Regal...

    Aber plot-twist: Autor & Verlag wollen das ihr Werk im Laden präsentiert wird und alle drei Parteien wollen verkaufen

    Und ganz ehrlich... Nur weil du mehr gefallen an dem Bild hast als andere sind diese Menschen nicht automatisch prüde... Es gibt so einige die ich nicht nackt sehen will!

    Aber ok... Treib deine ketten weiter, von Comichoden zur Bücherverbrennung, des ist doch...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #39 springen »
#41 TheDadProfil
  • 23.05.2019, 10:52hHannover
  • Antwort auf #40 von Monomilo
  • ""Hier geht es um das verdecken von gezeichneten klöten auf dem Cover eines comics damit mehr Läden es auslegen/präsentieren um eine breitere käuferschicht anzusprechen und somit mehr zu verkaufen....""..

    Und damit geht es um Prüderie..
    Die inzwischen schon so weit geht, und damit auch den Rollback befördert, das die Zeichnung eines Primaten eines Schwulen Comic-Autors nicht mehr "überall öffentlich ausliegen" kann ?

    Und damit geht es auch um Geld, Profit und auch Erfolg des Buches, dem man konstatiert, ja was eigentlich ?

    Das es "am rande der pornographie stehend" nicht in einem Schaufenster eines Buchladens gezeigt werden dürfte ?

    Weil damit WAS verbunden wäre ?
    Das "kinder das sehen könnten" ?

    Während Hunderte ebenso nackt-behaarte Hunde in der Umgebung ihre Klöten fröhlich baumelnd spazieren tragen ?

    Oder kriegen die dann sämtlich demnächst als Ersatz für den Ast de sie nicht selber halten können hübsche Höschen verpasst, um NATUR zu verdecken ?

    ""N König Fan/interessierter wird es sich sowieso kaufen, aber viele kennen den vllt auch net und sind vllt von höhlenmenschklöten erstmal abgeschreckt/irritiert und haben direkt ne falsche Vorstellung von dem Comic, also legt man des teil net aus sondern stopfts ins Regal... ""..

    Äh ?
    Jo..
    Weil ja auch der Anblick eines Primaten, der immer noch kein solcher Höhlen-Mensch, sondern der Baumbewohnende Verwandte in der Savanne ist, in senem "natürlichem Habitat" gezeichnet auch so fürchterlich abschreckend wirkt ?

    ""aber viele kennen""..

    Und exakt dort liegt das Problem..
    Denn vielen kennen einfach nicht das Leben..
    Kennen keine Natur, haben keine Ahnung von den Tatsachen ?

    ""Nur weil du""..

    Du hast immer noch nichts verstanden..
    Denn es geht nicht darum ob mir etwas gefällt oder nicht..
    Genau deshalb habe ich auch nirgends darüber geschrieben ob mir das "persönlich" gefiele..

    Die Rechte von Menschen finden ihre Grenzen an den Rechten der jeweils Anderen..

    Es muß einem nicht gefallen was Andere veröffentlichen..
    Aber man muß es deshalb dann auch nicht verändern oder gar verhindern..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #40 springen »
#42 MonomiloAnonym
  • 23.05.2019, 12:00h
  • Antwort auf #41 von TheDad
  • Nochmal:

    Verdeckte Hoden: Buch wird präsentiert, somit höhere Chancen auf höheren Verkauf!

    Unverdeckte Hoden: Buch landet im Regal und hat kaum Chancen von nicht-kennern entdeckt zu werden!

    Von einem Verbot war meines Wissens nie die Rede!

    Aus einem spezifischen einzelfall direkt immer den Zustand einer kompletten Gesellschaft abzuleiten halte ich für fragwürdig... Und als millenial bist du in den Neunzigern/Jahrtausendwende eben in einem so dermaßen übersexualiesierten Zeitgeist aufgewachsen das es schlichtweg ermüdend wurde... Was in deiner Generation vllt noch als Errungenschaft von Freiheit galt ist für andere heute eben nur plakative Aufmerksamkeitshascherei....

    Aufgewachsen zwischen jackass, Sextapes, The Internet is for porn und ich such mir n schnellen schwanz per app hat sich natürlich auch die Wahrnehmung, wertung und Bedeutung verschoben....

    Außerdem: Hast du in letzter Zeit mal die glotze eingeschaltet? Back in the 90s, so viele nackt dating Shows und sextalks gab's doch seit tutti frutti/90's rtl2 nicht mehr.... Das steht dann doch auch konträr zu der Aussage das dieser Fall hier als Beleg für prüderie gilt!
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#43 TheDadProfil
  • 23.05.2019, 21:27hHannover
  • Antwort auf #42 von Monomilo
  • ""Und als millenial bist du in den Neunzigern/Jahrtausendwende eben in einem so dermaßen übersexualiesierten Zeitgeist aufgewachsen das es schlichtweg ermüdend wurde...""..

    "millenial" ?

    Als WAT ?
    In WO ?
    ""übersexualiesierten Zeitgeist"" ?

    Äh ?
    Beide Einschätzung sind so weit neben der Spur das es kracht..
    Ich wurde 1960 (!) geboren, und so etwas wie eine "übersexualisierung" gab es ebensowenig wie die "sexuelle revolution der 68'er"..

    Aber Danke für die Blumen mich als jünglichen "millennial" einzuschätzen..

    Zeitgeist dagegen erfindet dann gerne immer mal "neue Begriffe" wie "Sexsucht" oder "übersexualisierung, um dann davor zu "warnen"..

    Uuuuuh..
    Wer viel Sex hat verliert den Überblick über die "wichtigen Dinge im Leben", und wer täglich Sex hat gilt als "Krank"..

    Kleines Update gefällig ?
    Der "kleine Bruder" des Schimpansen den man hier mit den angeblich "großen Hoden" auf dem Cover abbilden wollte, der Bonobo, hat im Durchschnitt alle 90 Minuten Sex in seinem Leben..
    Und das quer durch das Angebot der Horde in der er lebt..
    Oral, Anal, Vaginal, aktiv, passiv, und auch als zuschauender Voyeur..
    Denn damit löst er innerhalb der Gruppe "soziale Spannungen" auf..

    Erkenntnisgewinn :
    Wer mehr vögelt hat weniger soziale Spannungen mit Anderen..
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