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Nach Wettkampfverbot auf Kurzstrecken

Semenya weicht auf 3.000-Meter-Distanz aus

Die südafrikanische Athletin mit intersexuellen Anlagen wird nach ihrem Wettkampfverbot für Distanzen bis 1.600 Meter auf Langstrecken ausweichen.


Caster Semenya will nicht Hormone einnehmen, um auf ihren Paradedistanzen laufen zu dürfen (Bild: Yann Caradec / flickr)

Südafrikas Olympiasiegerin Caster Semenya weicht im Streit um ihre Hormonwerte auf die 3.000-Meter-Strecke aus. Die 28-Jährige tritt nach Angaben des Veranstalters am 30. Juni beim Diamond-League-Meeting im amerikanischen Stanford über diese Distanz an. Dabei trifft Semenya auch auf das deutsche Toptalent Konstanze Klosterhalfen aus Leverkusen, die seit vergangenem Jahr in Oregon trainiert. Nach dem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS vom 1. Mai hatte die Läuferin angekündigt, sich nicht wie vom Leichtathletik-Weltverband verlangt einer Hormontherapie zu unterziehen (queer.de berichtete).

Die IAAF verpflichtet Läuferinnen mit intersexuellen Anlagen, einen Testosterongehalt von fünf Nanomol pro Liter Blut nicht zu überschreiten – der CAS hatte die Regelung bestätigt. Damit soll ein Wettbewerbsvorteil verhindert werden. Um weiterhin bei Rennen antreten zu können, müsste sich die dreimalige 800-Meter-Weltmeisterin Semenya daher einer Hormontherapie unterziehen, um ihre Testosteron-Werte zu senken. Sie lehnt dies aber vehement ab. Sie und ihre Unterstützer haben die Regelung als sexistisch oder als rassistisch abgelehnt. Die Regelung umfasst Frauenrennen zwischen 400 Metern und einer Meile (1.609 Meter).

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Semenya konzentriert sich nun offensichtlich auf längere Strecken, kürzlich siegte sie auch bei den südafrikanischen Meisterschaften über 5.000 Meter. Südafrikas Leichtathletik-Föderation ASA hat bereits angekündigt, beim Schweizer Bundesgericht Berufung gegen die Entscheidung des CAS einzulegen (queer.de berichtete). Südafrika werde sich zudem bei der UN-Vollversammlung darum bemühen, eine Sanktionierung des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF wegen Verletzung der Menschenrechte zu erreichen, erklärte Ministerin Tokozile Xasa. (dpa/dk)



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#1 divers_is_humanAnonym
  • 21.05.2019, 22:16h
  • Schade, dass sie diesen Umweg gehen muss, aber immerhin kann sie weiter rennen. Ihr Vorhaben finde ich genau richtig. Das Urteil ist nicht zumutbar.

    ©BuntesUndSchönes
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#2 GronkelAnonym
  • 22.05.2019, 07:15h
  • Ja und bald wird eine entsprechende Regelungen auf den Langstrecken eingeführt werden. Da müssen wir uns doch nichts vormachen.
    Grundsätzlich muss man sich überlegen was will man mit so einem Sport, mit vergleichenden Charakter, erzielen?
    Sollen verschiedene Klassen existieren oder nicht? Jetzt beispielsweise unterteilt nach Mann und Frau, in anderen Sportarten auch nach Größe, Gewicht usw.
    Ich meine, auf der einen Seite werden Hormonmittel als Leistungssteigernde MIttel verboten auf der anderen Seite werden natürliche aber dennoch mit anderen Athleten nicht vergleichbare hohe Hormonlevel erlaubt?!
    Das harmoniert so nicht.
    Da muss es eine Lösung geben, die allen gerecht wird. Entweder dröselt man die Klassen auf und splittet weiter oder man stampft alle direkt ein. Doch eines sollte beim Sport das Ziel sein; eine Vergleichbarkeit nach Leistungsbereitschaft und Fähigkeiten und nicht nach körperlichen Merkmalen.
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#3 TheDadProfil
  • 22.05.2019, 10:51hHannover
  • Antwort auf #2 von Gronkel
  • ""Sollen verschiedene Klassen existieren oder nicht? Jetzt beispielsweise unterteilt nach Mann und Frau, in anderen Sportarten auch nach Größe, Gewicht usw.""..

    Die Unterteilung nach beispielsweise Größe oder Gewicht erfolgt ZUSÄTZLICH zu der Unterteilung nach Männern und Frauen..

    ""Ich meine, auf der einen Seite werden Hormonmittel als Leistungssteigernde MIttel verboten""..

    Jepp

    Um über Doping einen Vorteil in einer Gruppe von bereits zuvor über andere Kategorisierungen zusammengestellten Athlet*innen zu verhindern..

    Das ist auch hier erfolgt..
    Hier laufen Frauen gegen Frauen..
    Das es innerhalb dieser Gruppe von Frauen eine "natürliche Bandbreite" im Leistungsspektrum gibt kann man daher auch wissen..

    Wieso man nun antritt und über medizinische Tests herauszufinden sucht ob sich dort noch "etwas drehen" läßt ist die Krux, und nicht die Tatsache das es mit Caster Semenya eine Athletin gibt die zur Zeit die Strecken dominiert..

    Nächster Unfug an der Sache :
    Über das Urteil der CAS wird hier nun vorgegeben, die Athletinnen sollen einen Hormon-Spiegel von weniger als 5 Nmol aufweisen..
    In einem anderem Fall waren es noch 10 Nmol :

    www.queer.de/detail.php?article_id=33642

    Siehe dazu :

    de.wikipedia.org/wiki/Dutee_Chand#CAS-Klage

    ""auf der anderen Seite werden natürliche aber dennoch mit anderen Athleten nicht vergleichbare hohe Hormonlevel erlaubt?!""..

    Ein merkwürdiger Satz der eine merkwürdige Auffassung beschreibt..

    Caster Semenya ist ein MENSCH..
    So natürlich wie Mensch nur sein kann..

    "Unnatürlich" ist hier die Idee, alle Menschen hätten ""vergleichbare" Hormonwerte aus denen heraus man Starter-Gruppen für Sportliche Wettkämpfe heraus zusammenstellen könnte..
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#4 MonomiloAnonym
#5 GronkelAnonym
  • 22.05.2019, 11:49h
  • Antwort auf #3 von TheDad
  • "Das es innerhalb dieser Gruppe von Frauen eine "natürliche Bandbreite" im Leistungsspektrum gibt kann man daher auch wissen.."

    Das ist genau der springende Punkt. Liegen wir innerhalb einer nach den aufgestellten Kriterien (Klassen Mann / Frau) aufgestellten natürlichen Bandbreite des Leistungsspektrums?
    Oder ist das Leistungsspektrum maßgeblich vom Hormonspiegel abhängig und ist die Unterscheidung Mann / Frau in Wirklichkeit nicht eine vereinfachte Hormonspiegelklassifizierung? Und hat damit viel weniger mit den äußeren geschlechtlichen Merkmalen zu tun?
    Das ist die Frage, die beantwortet werden muss, und zwar immer im Hinblick darauf, dass die Vergleichbarkeit von Talent, Willen und Fähigkeiten stattfinden soll und nicht, ob jemand nun ein besonderes außergewöhnliches körperliches Merkmal hat.
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#6 TheDadProfil
  • 22.05.2019, 21:20hHannover
  • Antwort auf #4 von Monomilo
  • ""Wäre dann nicht die Einteilung in "Hormonklassen" (also "von-bis" werte) die einfachste und fairste Lösung?""..

    Nein..
    Eben WEIL es sich hier um Leistungssport handelt, und nicht um "Behinderten-Sport" in dem man "Klassen" nach vorliegenden Einschränkungen vornimmt, und beispielsweise Schwimmer*innen danach kategorisiert ob sie einen oder beide oder gar keine Arme besitzen oder nutzen können..

    Und es geht hier auch nicht um "Rollstuhl-Wettbewerbe" bei denen bis auf den Millimeter genau vorgeschrieben ist, wie groß der Umfang der Rollreifen, der Umfang der Treib-Griff-Rohre an diesen Rollreifen, die Sitzhöhe und sogar der Luftdruck der Reifen vorgegeben ist..

    Hier geht es um INDIVIDUELLE Menschen die sich voneinander in ihrer Konstitution unterscheiden, und einzig nach der Unterscheidung "Männer und Frauen" in verschiedenen Gruppen erfaßt sind..

    Das ist seit mehr als 100 Jahren der Fall, hatte Bestand bei inzwischen 23 Olympischen Spielen der Neuzeit, und etlichen Weltmeisterschaften..

    Welchen Grund sollte es also geben das nun zu ändern ?
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#7 TheDadProfil
  • 22.05.2019, 21:29hHannover
  • Antwort auf #5 von Gronkel
  • ""Das ist genau der springende Punkt. Liegen wir innerhalb einer nach den aufgestellten Kriterien (Klassen Mann / Frau) aufgestellten natürlichen Bandbreite des Leistungsspektrums?""..

    Ja, unbedingt..

    Doch weil es Athletinnen gibt die das anders sehen wollen haben die Protest bei der CAS eingelegt, und versuchen nun nicht etwa ihre Chancen zu verbessern, sondern eine Athletin über die Idee "die ist keine frau" auszuschalten..

    ""Oder ist das Leistungsspektrum maßgeblich vom Hormonspiegel abhängig""..

    Das ist irrelevant, weil das bei ALLEN Athletinnen so ist..

    Das "Argument" lautet hier aber immer noch
    "die ist keine frau, die hat einen männlichen homonspiegel"..

    Es GIBT aber gar keinen solchen "männlichen" und auch gar keinen "weiblichen Hormonspiegel", sondern nur eine "Behauptung" eines "Mittelwertes" der unter anderem davon abhängig davon ist, wie oft ein Labor eine bestimmte Untersuchung vornimmt..

    ""und ist die Unterscheidung Mann / Frau in Wirklichkeit nicht eine vereinfachte Hormonspiegelklassifizierung?""..

    Nöö..
    Bestenfalls eine "genetische Klassifikation"..

    Das hat aber mit Caster Semenya übrigens eindeutig nichts zu tun, denn sie ist Intergeschlechtlich und NICHT Trans*..
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