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"Lust ist ein Monster"
Ex-Pornostar: Pornofilme sind böse
In mehr als 130 Szenen hat Markie More die Hosen für Männer runtergelassen. Nach seinem Ausstieg aus der Pornoindustrie warnt er, dass Erotikfilme "abartiges Verhalten" fördern würden.

Markie More wirbt dafür, dass Schwule nicht mehr seine 131 Porno-Szenen anschauen (Bild: Next Door Studios)
- 21. Mai 2019, 11:41h 2 Min.
Der langjährige amerikanische Pornostar Markie More hat vergangene Woche bekannt gegeben, dass er aus der Horizontalindustrie aussteigt – seinen Fans rät er, sich von der "Pornosucht" zu befreien. "Falls Ihr euch wundert: Ich bin ausgestiegen, weil ich nicht länger lüsternes und abartiges Verhalten unterstützen kann", so More (jetzt mit dem Vornamen Mark) letzten Mittwoch auf seiner Twitter-Seite, die rund 70.000 Anhänger hat. "Lust ist ein Monster, und je mehr man es füttert, desto hungriger wird es."

More gehörte in den letzten Jahren zu den populärsten Darstellern von "Next Door Studios". Auf der Website des Anbieters rein schwuler Pornografie können derzeit 131 Szenen aus den letzten sechs Jahren mit More gestreamt werden – die jeweils gut halbstündigen Clips tragen Titel wie "Seductive Strangers", "Horsing Around" oder "Handjobs to Straight Ass". Sie zeigen More als aktiven oder passiven Partner, der auch Gruppensex nicht abgeneigt ist. Viele seine Szenen sind im Unterlabel "Next Door Raw" erschienen, bei dem die Darsteller ohne Kondome arbeiten.
In sozialen Netzwerken verteidigte sich More gegen Kritiker: "Ich habe gesehen, wie Pornos Menschen, Freundschaften, Beziehungen, Familien etc. kaputt machen", schrieb er am Donnerstag. In einem weiteren Tweet erklärte er, dass Studios nicht wollten, dass man seine Wünsche nach "wahrer Liebe" öffentlich mache. "Also habe ich Lügen erzählt, nicht mal gute. Ich bitte vielmals um Entschuldigung, weil ich euch irregeführt habe. Ab jetzt werde ich nur noch die Wahrheit sagen."



Vorstellung von More auf Twitter: "Pornosüchtig? Klicke hier"
Auf Twitter warb More nun auch für die Anti-Porno-Organisation "Fight The New Drug" (Kämpfe gegen die neue Droge). Dabei handelt es sich um einen 2009 von Mitgliedern der Mormonensekte in Utah gegründeten Verein, der Pornokonsum mit der Einnahme verbotener Drogen gleichsetzt. Die Kampagne wurde von konservativen Politikern in Utah gelobt. Psychologen kritisierten jedoch, dass viele Behauptungen der Pornokämpfer unwissenschaftlich oder sogar schlicht falsch seien. So behauptet der Verein, dass Pornografiekonsum zu mehr Vergewaltigungen führe, obgleich es dafür keinerlei wissenschaftliche Beweise gibt.
Sexualtherapeuten kritisierten in der "Salt Lake Tribune", dass "Fight The New Drug" an Schulen mit "ungeschultem" Personal auftreten dürfe: "Für viele Kinder in Utah wird das die einzige Form von schulischer Sexualaufklärung sein. Bevor wird aber mit Schülern über positive und negative Aspekte von Pornografie sprechen sollten, bräuchten wir erst einmal einen Lehrplan, der Schüler über Sexualität und menschliche Entwicklung unterrichtet." (cw)
Mark More (@markiemore) May 18, 2019/ markiemore
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Es ist immer wieder interessant, zu welch neuen Höhen der Heuchelei sich religiöse Puritaner aufschwingen können.
Da ich keine Biographie finden konnte, mutmaße ich einfach mal wie folgt: weil Markie keine Aufträge mehr bekam, dafür aber schon sein ganzes Geld verpulvert hatte, musste er in seinen Heimatstaat Utah zurück, fand sich dort unter seinen alten Glaubensbrüdern und -schwestern und schließlich auch Gott wieder, und einen noch lukrativeren Lebensunterhalt darin, Tinnef zu reden.