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Umfrage der Deutschen Sporthochschule

Homo- und Transphobie im Sport weit verbreitet

Queere Menschen wird das Leben im Breitensport noch immer schwer gemacht, so das Ergebnis einer EU-weiten Umfrage.


Noch immer verstecken sich viele LGBTI im Sport, um nicht Homo- oder Transphobie ausgeliefert zu sein

Fast 80 Prozent der sportlich aktiven queeren Bevölkerung in der Europäischen Union sehen Homophobie und sogar rund 90 Prozent Transphobie als aktuelles Problem im Sport an. Das ist eines der Ergebnisse einer Online-Befragung des Instituts für Soziologie und Genderforschung der Deutschen Sporthochschule Köln, an der sich mehr als 5.500 Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans Menschen und Intersexuelle aus allen 28 EU-Ländern beteiligt haben. Die Studie (PDF, Englisch) wurde durchgeführt im Rahmen von Outsport, eines Projektes des EU-Bildungsprogramms Erasmus Plus.

Die Studie kam außerdem zu dem Ergebnis, dass jede fünfte Person aufgrund der sexuellen Orientierung und/oder der Geschlechtsidentität auf die Teilnahme an einem Sport verzichtet habe. Bei trans Personen bejahten dies sogar mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent).

Ungefähr ein Drittel der Befragten, die im Sport aktiv sind, haben ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität gegenüber niemandem in ihrem Sportumfeld offengelegt. Dieser Prozentsatz ist in Italien (41 Prozent) und Ungarn (45 Prozent) höher. Deutschland liegt hier mit 20 Prozent unter dem EU-Durchschnitt.

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Jeder Sechste hat im letzten Jahr schlechte Erfahrungen gemacht

16 Prozent der Befragten, die derzeit sportlich aktiv sind, gaben zudem an, in den letzten zwölf Monaten mindestens eine negative Erfahrung in ihrem Sport gemacht zu haben, die mit ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität zusammenhängt – der Wert liegt bei trans Personen weit höher, bei trans Frauen ist er mit 46 Prozent am höchsten. Bei dieser Frage befindet sich Deutschland im EU-Schnitt.

Bei Personen mit negativen Erfahrungen sind verbale Beleidigungen (82 Prozent) und strukturelle Diskriminierungen, etwa ungleiche Chancen (75 Prozent), die häufigsten Formen homo- oder transphober Vorfälle. Verbale Drohungen (44 Prozent), E-Mobbing (40 Prozent) sowie körperliche Grenzüberschreitungen wie Schubsen (36 Prozent) und körperliche Gewalt (20 Prozent) sind ebenfalls häufige Erfahrungen.

Das Unterstützersystem für LGBTI-Sportler ist laut der Umfrage noch ausbaufähig: Mehr als ein Drittel der Befragten kennen keine Organisation oder Person, an die sie sich wenden können, wenn sie im sportlichen Zusammenhang diskriminiert werden. (pm/dk)



#1 Still_IthProfil
  • 21.05.2019, 23:39hHessen
  • Hmja. Allein am Hindernis "Umkleidekabine" muss man bei den allermeisten Sportarten schon irgendwie vorbei bzw. durch.

    Bei mir persönlich hat das nach den ersten blöden Kommentaren schon in einem wirklich gemäßigten Umfeld gereicht.
    Mein Respekt an die Leute, die es ertragen.
    Schön isses häufig eher nicht.
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#2 ZundermxeAnonym
  • 22.05.2019, 10:31h
  • Antwort auf #1 von Ith_
  • Eine praktische Alternative könnte beim Thema Umkleidekabine und Dusche sein, dass es Gemeinschaftskabinen und -duschen (nicht nach Geschlechter getrennt) und in Verbindung immer auch eine ausreichende Zahl an Einzelkabinen und Duschen geben sollte.
    Unabhängig von Phobien anderer gibt es auch persönliche Gründe einzelner Menschen nicht Gemeinschaftskabinen und Duschen benutzen zu wollen.
    Dem sollte mMn nach ohne Hinterfragen von Gründen und Motiven Rechnung getragen werden.
    Es kann zwar versucht werden jede verbale Diskriminierung gesetzlich zu verbieten. Doch selbst wenn dies hoffentlich gelingt wird es in absehbarer Zeit nicht vor Diskriminierung auch durch Gesten, Mimik und Blicke schützen. Die Angst und Verklemmtheit vieler Menschen wird sich nicht wirklich schnell abstellen lassen. Dazu, und das ist nicht so negativ gemeint wie es klingt, sind wir einfach noch zu primitiv.

    Hab selbst schon vor Jahren im queeren Sportverein erlebt, dass der Leistungsgedanke klar vor dem solidarischen Gemeinschaftsgefühl gestellt wird.
    Fürsprecher*innen nennen das Gleichstellung. Verstehe diese Sichtweise, teile sie aber ausdrücklich nicht.
    Im Kern des Wettbewerbs und somit der Leistung, auch beim Sport, liegt aber auch immer die Wertung von Menschen reduziert auf bestimmte Eigenschaften und Talente. Dies muss nicht generell schlecht sein. Es schafft im negativen Fall aber die Grundlage zur Ausgrenzung und Diskriminierung.
    Um Beschwerden etwas vorzubeugen; natürlich können diese Prozesse, auch beim Sport, im positiven Fall genau das Gegenteil bewirken.
    Jedoch je höher der Leistungsanspruch und -druck, desto höher idR die Gefahr von Ausgrenzung und Diskriminierung.
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#3 IchBinIchUndJetztAnonym
  • 22.05.2019, 19:13h
  • "dass es Gemeinschaftskabinen und -duschen (nicht nach Geschlechter getrennt) und in Verbindung immer auch eine ausreichende Zahl an Einzelkabinen und Duschen geben sollte."

    Das klingt ja schön und gut aber 1. Verbräuchte das doch vielmehr Platz, oder nicht? Und 2. Wie soll man das in Schulen und kleinen Sportvereinen machen bei denen der Platz dafür nicht ausreicht und/oder die Kosten für einen entsprechenden Umbau nicht gedeckt werden können?
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#4 ZundermxeAnonym
  • 22.05.2019, 23:02h
  • Antwort auf #3 von IchBinIchUndJetzt
  • Naja, nun war das erstmal von mir als ein Vorschlag gedacht wie möglichst allen Bedürfnissen entsprochen werden könnte ohne vorab eine Variante vorzuschreiben.

    Geld kosten Veränderungen idR immer und sind praktisch nicht von gleich auf jetzt umzusetzen.
    In Schulen würde bei einer Gemeinschaftskabine und Dusche bspw die andere überflüssig und dieser Platz könnte für den Umbau genutzt werden. Auch wenn ich mir den vermutbaren Aufschrei bei Teile der Eltern und Lehrer *innen schon jetzt vorstellen kann.

    Denke aber eh, dass Neuerungen zuerst im Erwachsenenbereich eingeführt werden sollten.
    Viele von uns gehen in gemischte Saunen oder zu anderen FKK-Angeboten. Wieso sollte das bei Umkleide und Dusche aufhören bei gleichzeitigem Angebot von Einzelumkleide mit Dusche?
    Fände das deutlich normaler und natürlicher als die bisher vorgeschriebene Trennungspraxis.

    Wenn eine Gesellschaft generell freier von Scharm ist wird sie auch zumindest im Mittel weniger anfällig für Diskriminierung und Ausgrenzung sein.
    So zumindest die These.
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