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Kenia

Trauer um Binyavanga Wainaina

Der kenianische Schriftsteller und LGBTI-Aktivist ist am Dienstag im Alter von 48 Jahren gestorben. Aus Protest gegen Homophobie in Afrika hatte er sich vor fünf Jahren geoutet.


Binyavanga Wainaina war einer der bekanntesten Homosexuellen in Afrika

Kenias preisgekrönter Schriftsteller Binyavanga Wainaina ist im Alter von 48 Jahren gestorben. Der Autor ist vor allem für sein satirisches Essay "How To Write About Africa" ("Wie man über Afrika schreibt") bekannt, in dem er klischeehafte Erzählungen über den Kontinent kritisierte.

Er sei am Dienstagabend gestorben, sagte Tom Maliti, der Vorsitzende des von Wainaina gegründeten Kwani Trusts, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Sein Tod ist nicht nur ein Verlust für Kenia, sondern für den ganzen Kontinent Afrika", so Maliti. Die Todesursache war zunächst unklar, in kenianischen Berichten ist von einem Schlaganfall die Rede.

Wainaina war auch ein bekannter Aktivist für LGBTI-Rechte. Als eine der ersten bekannten Persönlichkeiten in Kenia machte er vor fünf Jahren seine Homosexualität öffentlich, um gegen Homophobie in Afrika zu protestieren (queer.de berichtete). Anfang 2014 veröffentlichte er den Artikel "Ich bin ein Homosexueller, Mama", den er als "verlorenes Kapitel" eines autobiografischen Buches aus dem Jahr 2000 vorstellte. Darin hieß es: "Ich, Binyavanga Wainaina, schwöre, dass ich seit meinem fünften Lebensjahr gewusst habe, dass ich ein Homosexueller bin."

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Homosexualität "entmystifiziert und vermenschlicht"

"Er hat die Diskussion über Homosexualität in Kenia vorangetrieben", sagte Maliti über Wainaina. "Auf eine fast selbstverständliche Art und Weise sorgte er dafür, dass es in Ordnung ist, offen darüber zu sein, wer man ist." In Kenia, wie in den meisten Ländern Afrikas, sind gleichgeschlechtliche Handlungen verboten. Ein Gericht soll am Freitag darüber entscheiden, ob das Verbot gekippt wird (queer.de berichtete).

Für seinen Aktivismus würdigte ihn das "Time Magazine" 2014 als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des Weltgeschehens. Indem er in Afrika über seine Homosexualität sprach, habe Binyavanga Wainaina diese "entmystifiziert und vermenschlicht", schrieb die nigerianische Autorin Ngozi Chimamanda Adichie. Am Welt-Aids-Tag 2016 hatte Wainaina getwittert, "ich bin HIV-positiv und glücklich".

Twitter / BinyavangaW | Zum Welt-Aids-Tag 2016 hatte ich Wainaina auch als HIV-positiv geoutet

Wainaina war unter anderem Träger des mit 10.000 Pfund (ca. 11.337 Euro) dotierten Caine Prize for African Writing. Sein erstes Buch waren seine Memoiren "One Day I Will Write About This Place" ("Eines Tages werde ich über diesen Ort schreiben"). Er gründete auch das Literaturmagazin "Kwani?", das Werke junger Schriftsteller Afrikas veröffentlicht. (cw/dpa)



#2 GayofcultureAnonym
  • 22.05.2019, 19:59h
  • Es sind die wirklich Guten und Großen, die Afrika in den letzten 10 Jahren verloren hat: Wangari Maathai, seine Landsfrau, Nobelpreisträgerin, Mama Afrika, Umwelt- und Menschenrechtelerin, pflanzte 40! Millionen Bäume (1940-2011); Cesaria Evora, die große alte Dame des kapverdischen Morna (1941-2011); Kofi Annan, der einstige Diplomat, Nobelpreisträger und UN-Generalsekretär aus Ghana (1938-2018); dann der Nigerianer Okwui Enwezor (1963-2019), Professor für Kunstgeschichte und führender Kurator weltweit. Und nun Wainaina. Afrika- so es denn gute Leute gat- verliert diese immer zu früh. Wainaina ist mit 48 viel zu jung gestorben und doch lässt es sich sagen, dass er wahrscheinlich der bedeutendste Kulturschaffende seines Landes war und mit Sicherheit einer der bedeutendsten Autoren des Kontinents. Wohl erst nach seinem Tod wird man posthum seine Bedeutung auch für uns ermessen. Ich verleihe ihm den Titel des Nationaldichters Kenias. RIP...!
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#3 FelixAnonym
  • 22.05.2019, 20:10h
  • Das ist definitiv zu jung zum Sterben. Viel zu jung.

    Gerade in diesem homophoben Staat wird seine Stimme fehlen.
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