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"Tatort"-Kommissarin

Ulrike Folkerts: Coming-out war "riesiger Kraftakt"

Die Entscheidung, ihr Lesbischsein vor zwanzig Jahren öffentlich zu machen, habe ihr Leben auf den Kopf gestellt, erklärte die Schauspielerin in einem "Bunte"-Interview.


Seit 30 Jahren "Tatort"-Kommissarin Lena Odenthal, seit 20 Jahren offen lesbisch: Schauspielerin Ulrike Folkerts (Bild: Krd / wikipedia)

Die "Tatort"-Kommissarin Ulrike Folkerts empfindet ihr Coming-out noch immer als den größten Bruch in ihrem Leben. "Wenn man entdeckt, dass man homosexuell ist, stellt sich das Leben auf den Kopf", sagte die seit 20 Jahren offen lesbisch lebende 58-Jährige der Illustrierten "Bunte" laut Vorabmeldung vom Mittwoch. "Das war, wie durch eine Welle geschleudert zu werden."

Folkerts erklärte weiter, zur damaligen Zeit sei dies nicht so normal gewesen wie es heutzutage sein sollte. "Mich zu outen, war ein riesiger Kraftakt."

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Seit 16 Jahren in fester Beziehung

Seit mittlerweile 16 Jahren lebt Folkerts mit ihrer Partnerin Katharina Schnitzler in Berlin. Nach all der Zeit ist das Paar immer noch glücklich. "Ich kann mich jeden Morgen daran erfreuen, wenn ich aufwache und meine Freundin sehe. Bei ihr habe ich das Gefühl, ich werde geliebt, genau so wie ich bin." Wenn sich die beiden nicht sehen, vermisst Folkerts ihre Partnerin Katharina sehr. "Ich kann maximal zwei Wochen ohne sie sein, länger geht auf keinen Fall."

Im Jahr 1999 hatte sich Ulrike Folkerts als lesbisch geoutet. Nach ihrem Coming-out engagierte sich die Schauspielerin bei zahlreichen Community-Events: So nahm die Hobbysportlerin 2002 bei den Gay Games im australischen Sydney teil und holte mit der Schwimmstaffel des schwul-lesbischen Berliner Vereins "Vorspiel" eine Silber- und eine Bronzemedaille. Im Juli 2004 erschwamm sie eine Bronzemedaille bei den Eurogames in München.

"Keine Lust mehr, die Vorzeige-Lesbe zu geben"

In einem Fragebogen des Buchs "OUT" von Karen Susan Fessel und Axel Schock gab Folkerts 2004 zu Protokoll, wie sie gern in Erinnerung bleiben möchte: als "eine Schauspielerin, die uns in ihren Rollen neue Frauentypen beschert hat und die als bekennende Lesbe vielen Frauen Mut gemacht hat, zu ihrer Homosexualität ja zu sagen, sie zu leben". 2008 kündigte Folkerts jedoch im Magazin "Stern" an, den Kampf für LGBTI-Rechte lieber anderen zu überlassen. "Ich habe keine Lust mehr, die Vorzeige-Lesbe zu geben. Das sollen jetzt mal jüngere machen."

Im "Tatort" durfte Lena Odenthal zwar einmal im Jahr 2001 in einer Folge eine Frau küssen, hat aber sonst nur Beziehungen mit Männern. Folkerts antwortete in einem Interview 2014, wann ihre Figur endlich ihr Coming-out hat: "Nie! Weil es viel zu nah an mir dran ist. Das hätte man von Anfang an machen können, aber vor 25 Jahren war es undenkbar. Jetzt mache ich es nicht mehr. Bin ich verrückt? Ich möchte nicht mich selbst spielen." (cw/AFP)



#1 na jaAnonym
  • 22.05.2019, 20:40h
  • von einem coming-out ist in ihrer tragenden rolle als kommissarin allerdings nichts zu sehen ... es sei denn, ihre katze soll als sensibler hinweis dienen. da könnte und müsste sie sich mehr einbringen.
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#2 Ith_Anonym
  • 22.05.2019, 23:39h
  • Antwort auf #1 von na ja
  • Steht zwar unten ihr eigenes Statement zu, aber braucht man ja dann mal einfach nicht beachten, ne?

    Ich muss sagen, Respekt für sie, ich fand's aber andererseits in der Gesamtschau schade. Sie war für mich ein lebendes Beispiel und Beobachtungsobjekt dafür, dass der Presse außer dieser Reduzierung auf bloß einen Lebensaspekt erstmal wenig einzufallen schien, sobald man sich das öffentliche Coming Out denn wagt.

    Einerseits natürlich super, sich den Job der Vorzeigelesbe zu geben, und für das, was sie da geleistet hat, kann man nur dankbar sein, als Generation, die damit ab der Pubertät aufgewachsen ist. Andererseits fand ich's auch ein wenig ernüchternd, dass für mich zumindest der Eindruck entstand, bei der Kombination "prominent" und "out" sei irgendetwas in der Richtung gar nicht so wirklich ihre Wahl gewesen - sondern dass an ihr hauptsächlich lag, wie gut sie die Rolle hinbekommt, aber erstmal nicht, ob sie da viel Lust drauf hatte. Dass da ein Druck entsteht oder besteht, so kam mir das von vornherein immer vor. Und da ich mich mit der Doppelbelastung Sexismus und Queer recht gut identifizieren konnte, fand ich das partiell ehrlich gesagt auch etwas abschreckend.

    Also, nicht sie und ihr Coming Out, das definitiv mutig gewesen ist. Sondern zu sehen, wie darauf von außen teilweise reagiert wurde. Einschließlich der Familie, in der ich aufgewachsen bin.

    Danke, Frau Folkerts, dafür, dass Sie ein ernsthafter Störfaktor im Weltbild meines Vaters waren <3
    Ich schätze, es hat geholfen, zu sehen, dass Leute das überleben können. Inzwischen mach ich den Job selbst. Einigermaßen okay, wie ich hoffe.
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