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"Tatort"-Kommissarin
Ulrike Folkerts: Coming-out war "riesiger Kraftakt"
Die Entscheidung, ihr Lesbischsein vor zwanzig Jahren öffentlich zu machen, habe ihr Leben auf den Kopf gestellt, erklärte die Schauspielerin in einem "Bunte"-Interview.

Seit 30 Jahren "Tatort"-Kommissarin Lena Odenthal, seit 20 Jahren offen lesbisch: Schauspielerin Ulrike Folkerts (Bild: Krd / wikipedia)
- 22. Mai 2019, 12:58h 2 Min.
Die "Tatort"-Kommissarin Ulrike Folkerts empfindet ihr Coming-out noch immer als den größten Bruch in ihrem Leben. "Wenn man entdeckt, dass man homosexuell ist, stellt sich das Leben auf den Kopf", sagte die seit 20 Jahren offen lesbisch lebende 58-Jährige der Illustrierten "Bunte" laut Vorabmeldung vom Mittwoch. "Das war, wie durch eine Welle geschleudert zu werden."
Folkerts erklärte weiter, zur damaligen Zeit sei dies nicht so normal gewesen wie es heutzutage sein sollte. "Mich zu outen, war ein riesiger Kraftakt."
Seit 16 Jahren in fester Beziehung
Seit mittlerweile 16 Jahren lebt Folkerts mit ihrer Partnerin Katharina Schnitzler in Berlin. Nach all der Zeit ist das Paar immer noch glücklich. "Ich kann mich jeden Morgen daran erfreuen, wenn ich aufwache und meine Freundin sehe. Bei ihr habe ich das Gefühl, ich werde geliebt, genau so wie ich bin." Wenn sich die beiden nicht sehen, vermisst Folkerts ihre Partnerin Katharina sehr. "Ich kann maximal zwei Wochen ohne sie sein, länger geht auf keinen Fall."
Im Jahr 1999 hatte sich Ulrike Folkerts als lesbisch geoutet. Nach ihrem Coming-out engagierte sich die Schauspielerin bei zahlreichen Community-Events: So nahm die Hobbysportlerin 2002 bei den Gay Games im australischen Sydney teil und holte mit der Schwimmstaffel des schwul-lesbischen Berliner Vereins "Vorspiel" eine Silber- und eine Bronzemedaille. Im Juli 2004 erschwamm sie eine Bronzemedaille bei den Eurogames in München.
"Keine Lust mehr, die Vorzeige-Lesbe zu geben"
In einem Fragebogen des Buchs "OUT" (Amazon-Affiliate-Link ) von Karen Susan Fessel und Axel Schock gab Folkerts 2004 zu Protokoll, wie sie gern in Erinnerung bleiben möchte: als "eine Schauspielerin, die uns in ihren Rollen neue Frauentypen beschert hat und die als bekennende Lesbe vielen Frauen Mut gemacht hat, zu ihrer Homosexualität ja zu sagen, sie zu leben". 2008 kündigte Folkerts jedoch im Magazin "Stern" an, den Kampf für LGBTI-Rechte lieber anderen zu überlassen. "Ich habe keine Lust mehr, die Vorzeige-Lesbe zu geben. Das sollen jetzt mal jüngere machen."
Im "Tatort" durfte Lena Odenthal zwar einmal im Jahr 2001 in einer Folge eine Frau küssen, hat aber sonst nur Beziehungen mit Männern. Folkerts antwortete in einem Interview 2014, wann ihre Figur endlich ihr Coming-out hat: "Nie! Weil es viel zu nah an mir dran ist. Das hätte man von Anfang an machen können, aber vor 25 Jahren war es undenkbar. Jetzt mache ich es nicht mehr. Bin ich verrückt? Ich möchte nicht mich selbst spielen." (cw/AFP)














