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Landessynode

Pfalz: Evangelische Kirche beschließt Trauung für alle

Eine weitere Landeskirche behandelt hetero- und homosexuelle Paare ab sofort gleich. Nur in Ausnahmefällen dürfe ein Pfarrer noch die Zeremonie aus Gewissensgründen ablehnen.


Die Kirche vertritt rund 500.000 Gläubige in Rheinland-Pfalz und dem Saarland (Bild: Rüdiger Stehn / flickr)

Gleichgeschlechtliche Paare haben nun in der Evangelischen Kirche der Pfalz einen Anspruch auf eine kirchliche Trauung, die der für heterosexuelle Paare gleicht. Das habe die in Speyer tagende Landessynode beschlossen, teilte die Kirche am Mittwoch mit.

Mit dem Beschluss sei eine vollständige Gleichstellung in der gottesdienstlichen Begleitung von zwei Personen gleichen oder verschiedenen Geschlechts geschaffen worden, erklärte Oberkirchenrat Manfred Sutter. Die Synode reagiere damit auf die vom Bundestag beschlossene Ehe für alle, die seit Oktober 2017 gilt.

Dem Beschluss der Synode gingen Beratungen voraus, in den Vertreter der Synode, des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes Pfalz, der Pfarrvertretung und des Landeskirchenrates eingebunden waren.

Gemeindevorstand kann Trauung nicht mehr ablehnen

Im Unterschied zur bisher geltenden Regelung seien die zuständigen Pfarrer nun verpflichtet, die Trauung vorzunehmen und könnten diese wie die anderen Amtshandlungen Taufe oder Beerdigung nur ausnahmsweise aus Gewissensgründen verweigern, sagte Sutter. Eine Zustimmung des Presbyteriums sei nicht mehr erforderlich.

In der pfälzischen Landeskirche ist seit 2002 für gleichgeschlechtliche Paare, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, eine gottesdienstliche Begleitung möglich. 2017 beschloss die Synode, eine Art Hochzeit samt Registierung in den Kirchenbüchern zu ermöglichen, die aber nicht "Trauung", sondern "Trauhandlung" hieß (queer.de berichtete). Auch hatte es größere Ausnahmen für Pfarrer und den Vorstand der jeweiligen Kirchengemeinde gegeben, wenn diese aus Gewissensgründen die Zeremonie ablehnen wollten.

Der Evangelischen Kirche der Pfalz gehören rund 515.000 Mitglieder an. Sie erstreckt sich über das Gebiet Pfalz (im Bundesland Rheinland-Pfalz) und Saarpfalz (im Bundesland Saarland). (dpa/cw)



#1 Bonifatius49Anonym
  • 22.05.2019, 18:23h
  • Herzlichen Glückwunsch das nunmehr in der 9 von 20 Landeskirche der EKD reguläre kirchliche Trauungen für gleichgeschlechtliche Ehepaare ermöglicht wurden:

    * Baden
    * Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
    * Bremen
    * Hannover
    * Hessen-Waldeck
    * Hessen-Nassau
    * Oldenburg
    * Pfalz
    * Rheinland

    In weiteren 9 Landeskirchen sind zumindest krichenrechtlich öffentliche Segnungsgottesdienste durch die Synoden erlaubt worden.

    Nur die kleine Landeskirche Schaumburg-Lippe ist ohne Beschluss der Synode und in der Landeskirche Anhalt ist nur eine Segnung im nichtöffentlichen Raum erlaubt.
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#2 FelixAnonym
  • 22.05.2019, 18:26h
  • ........................
    Nur in Ausnahmefällen dürfe ein Pfarrer noch die Zeremonie aus Gewissensgründen ablehnen.
    ...........................

    Und wieder nur halbherzig.

    Wer Menschenrechte und Liebe zur "Gewissensfrage" erklärt, hat gar nichts verstanden.
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#3 GerritAnonym
  • 22.05.2019, 18:58h
  • Wie glaubwürdig ist so eine Reform, wenn sie erst dann kommt, wenn der Kirche die Mitglieder in Scharen davonlaufen und für die Zukunft noch deutlichere Verluste prognostiziert werden? Zumal man gleichzeitig wieder Ausnahmen einführt.

    Haben die wirklich innerhalb kürzester Zeit ihre Meinung komplett um 180 Grad geändert oder geht es eher um Rettung der Einnahmen? Also nur ums Geld?
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#4 Religiotenfascho-WatchAnonym
  • 22.05.2019, 20:46h
  • >>Nur in Ausnahmefällen dürfe ein Pfarrer noch die Zeremonie aus Gewissensgründen ablehnen.

    Man stelle sich so eine Aussage in Bezug auf die Hautfarbe vor.

    Auch diese evangelische Kirche ist noch immer faschistisch.

    Mein Mitleid mit den "Betroffenen" hält sich allerdings in Grenzen. Selbst schuld, wenn sie in so einem Verein Mitglied sind und auch noch freiwillig Mitgliedsgebühren zahlen, um ihre Mithasser zu finanzieren.

    www.kirchenaustritt.de
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#5 MonomiloAnonym
  • 22.05.2019, 21:55h
  • Öhm, ich gehe jetzt einfach mal davon aus das so n Priester wohl auch ne Heten-Hochzeit aus Gewissensgründen ablehnen dürfte...

    Klar, würde bei heteros wohl kein Priester machen und ja, natürlich wird durch die Regelung nicht die Homophobie aus deren Köpfen vertrieben, aber nun ja, auf dem Papier ist es gerecht....

    Und zwingen wäre auch scheiße, wer will schon n Priester der des aus Zwang emotionslos runterleiert, der dude is ja n net ganz unrelevanter Faktor bei so ner Hochzeit, der sollte dann schon wollen
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#6 MonomiloAnonym
#7 OlioliAnonym
  • 22.05.2019, 21:58h
  • Gott erhalt's -
    Unser schönes Rheinland-Pfalz!

    Und ich bin schwul, und ich bin sehr stolz darauf. Gay Love! Gay Pride!
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#8 TheDadProfil
  • 22.05.2019, 22:31hHannover
  • Antwort auf #5 von Monomilo
  • ""Öhm, ich gehe jetzt einfach mal davon aus das so n Priester wohl auch ne Heten-Hochzeit aus Gewissensgründen ablehnen dürfte...

    Klar, würde bei heteros wohl kein Priester machen und ja, natürlich wird durch die Regelung nicht die Homophobie aus deren Köpfen vertrieben, aber nun ja, auf dem Papier ist es gerecht....""..

    Mal so als Info..
    Noch bis Anfang der 60'er Jahre waren Ehen zwischen "Katholischen" und "Evangelischen" Bürger*innen der BRD Seitens der "Katholischen Kirche" VERBOTEN..

    Aufgehoben wurde dieses Verbot erst durch das "II. Vatikanische Konzil" 1962..

    Selbst danach konnte sich der Pfarrer weigern ein Paar zu trauen, wenn nicht der Evangelische Teil des künftigen Ehe-Paares in einem "Ehe-Gespräch" zwischen Pfarrer und Brautpaar "versprochen" hat die zukünftigen Kinder sämtlich "katholisch" zu erziehen..

    Ähnliche Regelungen gab es auch in den "Evangelischen Landeskirchen"..
    Auch hier konnten sich die Pastoren aus "Gewissensgründen" weigern die Paare zu trauen..

    An diesem hier vorgelegtem Humbug ist also nichts wirklich "Neues"..

    Das ist "neuer Wein in alten Schläuchen"..
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#9 AnselmAnonym
  • 22.05.2019, 23:52h
  • Antwort auf #2 von Felix
  • ........................
    Nur in Ausnahmefällen dürfe ein Pfarrer noch die Zeremonie aus Gewissensgründen ablehnen.
    ...........................

    Und wieder nur halbherzig.

    Wer Menschenrechte und Liebe zur "Gewissensfrage" erklärt, hat gar nichts verstanden.
    ------------------------------------------------------
    Wenn es wirklich so streng genommen wird, wie im Artikel, dann sind das Gewissensgründe mit denen auch eine Hetero-Trauung abgelehnt werden kann. Gründe wären, dass die Eheleute im Traugespräch Verantwortung, Verlässlichkeit und Vertrauen gegenüber einander mehr als deutlich vermissen lassen, eine kirchliche Trauung nur wegen der Eltern wollen, sie selber aber den christlichen Glauben strickt ablehnen, oder der Lebenswandel grundlegend den christlichen Werten widerspricht (Veranstaltung satanistischer Treffen, Prostitution). Im Realleben sind das Gründe, die nur in sehr seltenen Einzelfällen zum Tragen kommen. Zu den Gewissensgründen gehört offenbar aber nicht, dass die einfach Eheleute nur homosexuell sind. Das wäre in meinen Augen gar nicht halbherzig. Damit ist die Pfälzer Landeskirche deutlich weiter als viele andere Landeskirchen.
    Wobei auch bei mir noch eine Portion Skepsis bleibt, ob es nicht docch zu vorgeschobenen Gewissensgründen kommt.
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#10 MonomiloAnonym
  • 23.05.2019, 06:49h
  • Antwort auf #8 von TheDad
  • Und was genau ist jetzt so schlimm daran das in einem weiteren Bundesland homosexuellen Menschen, die aus was für Gründen auch immer kirchlich heiraten möchten, die Möglichkeit gegeben wird....?

    Hauptsache Attitude, Hauptsache irgendwas reinbribringen, in den Topf werfen... Hier geht's um ne heutige Entscheidung der heutigen Zeit, du kommst mit 19?? um... Ja, um genau was egtl? Des ist so ala "die Grünen haben 1970 mal pädos fragwürdig thematisiert, da kannste 50 Jahre später nicht mehr wählen".... Ne ey
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