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Interview

"Wir drehen keine Sex-, sondern eine Liebeszene"

Im Biopic "Rocketman" begeistert Taron Egerton als Elton John. Im Interview spricht der britische Schauspieler unter anderem über die Verantwortung, einen Film über eine schwule Ikone zu drehen.


Taron Egerton als Elton John. "Rocketman" startet am 30. Mai in deutschen Kinos (Bild: Paramount)

Er sieht Elton John in vielen Szenen nicht nur zum Verwechseln ähnlich, er singt auch alle Songs selbst: In dem Film "Rocketman" spielt Taron Egerton die Musikikone. Beim Filmfest Cannes feierte das Werk kürzlich seine Weltpremiere, dort gab der 29-jährige Egerton der Deutschen Presse-Agentur auch ein Interview. In einer Hotelsuite mit Blick auf das Mittelmeer erzählt der Brite, dass er mittlerweile mit Elton John befreundet ist.

Für einen Schauspieler wirkt es wie eine Traumrolle: Sie können Elton John spielen und auch noch singen. Was genau hat Sie bei diesem Projekt besonders gereizt?

Na, ich hatte nichts Besseres zu tun! Aber im Ernst: Da gab es viele Gründe. Ich bin von Elton fasziniert und ein wirklicher Fan seiner Musik. Ich wollte auch schon seit einiger Zeit etwas machen, wo ich singen konnte. Und wenn du Elton spielst, kannst du im Endeffekt fünf Rollen spielen! Du kannst diesen schüchternen, ängstlichen, etwas dicklichen 20-Jährigen spielen und dann dieses 35 Jahre alte Kraftpaket, diesen Rock-Gott. Mein Problem ist jetzt eher: Was mache ich hier nach? Das war einfach eine fantastische Gelegenheit.

Woher kommt Ihre Affinität zur Musik?

Mein Vater ist Musiker und ich bin in Wales aufgewachsen. In Wales ist Musik ein großer Teil der Kultur und Identität. Singen gehört zum Walisisch-Sein einfach dazu. Musik war also immer ein wichtiger Teil meines Lebens. Außerdem sammle ich Schallplatten, ich bin insgesamt ein großer Fan von Musik.

Der Film geht sehr offen mit Elton Johns Homosexualität um, selbst wenn es damals in der Öffentlichkeit nicht so einfach war. Auch heute gibt es noch Menschen, die nichts mit dem Thema zu tun haben wollen. Gleichzeitig ist dieser Film eine riesige, multimillionen Dollar teure Produktion. Welche Überlegungen gab es, mit dem Thema umzugehen?

Wir leben im Jahr 2019. Wir haben nie gedacht: "Oh, jetzt drehen wir eine schwule Sex-Szene" – es war eine Liebesszene. Da sind zwei junge Menschen, die sich ineinander verlieben und sich lieben. Das ist alles. Ich bin ein Schauspieler; es ist mein Job, mich in andere Menschen hineinzuversetzen – und es gäbe weitaus schlimmere Leute (als meinen Filmpartner Richard Madden), mit denen man so eine Szene drehen könnte! Wir sind sehr stolz, wie gut die Leute unseren Umgang damit bisher finden. Wir alle haben Menschen, die uns nahe stehen und homosexuell sind. Wenn wir dann also einen Film über eine schwule Ikone drehen, ist es eine große Verantwortung, gut damit umzugehen.

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer zu "Rocketman"

Zur Person

Taron Egerton, 29, absolvierte an der Royal Academy of Dramatic Art seine Schauspielausbildung. Bekannt wurde er mit seiner Rolle in "Kingsman: The Secret Service" (2014) an der Seite von Colin Firth. Für "Eddie the Eagle – Alles ist möglich" über einen Skispringer arbeitete er bereits mit Regisseur Dexter Fletcher zusammen, der nun auch bei "Rocketman" Regie führte.
Wöchentliche Umfrage

» Er gilt als einer der wichtigsten queeren Filme des Jahres: Schaust du dir das Elton-John-Biopic "Rocketman" im Kino an?
    Ergebnis der Umfrage vom 27.05.2019 bis 03.06.2019


#1 JasperAnonym
  • 23.05.2019, 08:31h
  • "Wir drehen keine Sex-, sondern eine Liebeszene"

    Genau das ist der Punkt. Sex ist nichts perverses, sondern Ausdruck von Liebe, Zuneigung und Zärtlichkeit. Insofern verstehe ich auch nicht, warum Sex immer so ein Tabuthema ist - gerade auch in Filmen.

    Alle gesunden Menschen haben ab der Pubertät Sex (oder halt Selbstbefriedigung, wenn man gerade keinen Partner hat). Das ist genauso ein Grundbedürfnis wie Trinken, Essen und Schlafen. Wieso muss man also da so ein Brimborium drum machen - obwohl das alle Menschen machen und auch alle Menschen Produkt davon sind.
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#2 MonomiloAnonym
  • 23.05.2019, 08:46h
  • Des eine schließt des andere ja net aus... Und wenns ne Szene gibt in der se Sex haben ist es eben auch ne Sexszene... Wo issen da des problem?
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#3 FelixAnonym
  • 23.05.2019, 09:29h
  • Ich freue mich schon sehr auf diesen Film. Denn ich schätze Elton John für seine Musik, seine Kreativität, sein virtuoses Klavierspiel und sein politisches Engagement.

    Und Taron Eggerton ist ein toller Schauspieler. Wenn der Film so ist wie die Trailer, ist er die Ideal-Besetzung.

    Dass im Film so viele seiner Hits zu hören sind und auch schwuler Sex nicht zensiert wird, lässt meine Vorfreude noch weiter steigen.
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#4 BiologinAnonym
#5 MonomiloAnonym
  • 23.05.2019, 11:15h
  • Antwort auf #4 von Biologin
  • Exakt das war seine Unterstellung, richtig erkannt...

    Ernsthaft: DAS ist es was du aus dem Kommentar rausliest? Und gleich mal unterstellen das es seine Intentionen war...

    Man kann sich auch anstellen ey, hauptsache empört sein...
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#6 MonomiloAnonym
  • 23.05.2019, 11:35h
  • Antwort auf #4 von Biologin
  • Nachtrag: des Weiteren bezeichnet asexualität per Definition das Fehlen einer Libido, in wie weit ist das queer?

    Ist in keinster Form wertend gemeint sondern einfach nur ne Frage von jemanden der sich schlichtweg nie weiter mit dem Thema befasst hat!
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#7 GerritAnonym
  • 23.05.2019, 11:45h
  • Antwort auf #4 von Biologin
  • Man kann es auch drauf anlegen, überall das Haar in der Suppe zu finden.

    Jedem ist klar, wie der Beitrag gemeint war, aber natürlich gibt es auch wieder Korinthenkacker, die krampfhaft was zum Widersprechen suchen, weil sie das Motzen brauchen.

    Naja, wir kämpfen weiterhin für die Gleichstellung aller Menschen (inkl. der Asexuellen) während manche Sesselpupser lieber Sprachpolizei spielen, um davon abzulenken, dass sie sonst nichts zur Gleichstellung beitragen, als nur immer alles und jeden zu kritisieren.
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#8 BiologinAnonym
  • 23.05.2019, 12:08h
  • Antwort auf #7 von Gerrit
  • Zum Vergleich: "Jeder gesunde Mann will Sex mit einer Frau haben."

    Man weiß ja, wie's gemeint ist?

    Es ist keine Korinthenkackerei, wenn man anmerkt, wo eine Minderheit unsichtbar gemacht wird.
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#9 MonomiloAnonym
  • 23.05.2019, 12:17h
  • Antwort auf #8 von Biologin
  • Der Ton macht die Musik, jemanden gleich so zu kommen und zu unterstellen es wäre eine beabsichtige diskreditierung ist deiner sache nicht dienlich, so n Hinweis kann man auch ganz nüchtern, sogar freundlich oder gar mit augenzwinkern, formulieren... Aber gleich in den Angriffsmodus zu schalten führt eher dazu das sich der gegenüber dem verschließt....

    Und ich wäre ehrlich dankbar wenn du meine frage beantworten könntest, schlichtweg weil ich mir darüber wirklich nie n Kopf gemacht habe!
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#10 GerritAnonym
  • 23.05.2019, 15:45h
  • Antwort auf #8 von Biologin
  • Wenn man darauf hinweist, dass Sexualität genauso wie Essen, Trinken und Schlafen ein Grundbedürfnis ist (siehe auch die Forschungen des Psychologen Maslow), dann heißt das nicht, dass es nicht auch Menschen ohne Libido gibt. Z.B. wegen zu geringem Hormonhaushalt.

    Da ging es nicht darum Asexuelle unsichtbar zu machen, sondern es ging darum, die Tabuisierung von Sexualität und jede Art von Prüderie anzukreiden.

    Aber Du suchst halt krampfhaft was, worüber Du Dich aufregen kannst. Ist auch okay, wenn Du das brauchst... Aber andere wollen halt nicht Sprachpolizei spielen und jeden Buchstaben dreimal rumdrehen, sondern wirklich etwas verändern.
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