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"Ich bin ein schwuler Mann"

Elton John ist stolz auf heiße Liebesszene in "Rocketman"

Anders als bei "Bohemian Rhapsody" entschieden sich die Macher von "Rocketman", einen im Haupt-Kinoland USA nicht jugendfreien Film zu produzieren. Elton John freut sich über diese Entscheidung.


Elton John ist sehr stolz auf sein Biopic "Rocketman" (Bild: Ernst Vikne / wikipedia)

Pop-Legende Elton John ist stolz darauf, dass in seinem Biopic "Rocketman" auch die Sexualität zwischen Männern gezeigt wird. Im Interview mit dem britischen Boulevardblatt "Mirror" sagte der 72-Jährige: "Ich bin stolz darauf, dass 'Rocketman' der erster Film eines großen Studios mit einer schwulen Liebes-Sex-Szene ist. Wenn ich das rausgelassen hätte, hätte ich mich gefühlt, als ob ich die Leute betrogen hätte", sagte der Musiker. "Ich bin so froh, dass es im Film enthalten ist, weil ich ein schwuler Mann bin und das nicht unter den Teppich kehren wollte. Wenn manche das nicht mögen, verstehe ich das, aber es ist ein Teil von mir. Die [im Film gezeigte] Nacht war ein sehr, sehr wichtiger Teil von mir."

Im in den Sechzigern und Siebzigern spielenden Film kamen mehrere Szenen sexueller Natur vor, inklusive einer Oralsex-Szene und der von John angesprochenen Liebesnacht zwischen dem Sänger (dargestellt von Taron Egerton) und seinem Manager (Richard Madden aus den Serien "Game of Thrones" und "Bodyguard").

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Jungfrau bis 23

Im Interview sagte John auch offen, dass er seine Sexualität bis zum Alter von 23 nicht auslebte – und die im Film dargestellte Szene sein erstes Mal war. Grund für diese Zurückhaltung: Sein Vater hatte ihm sexualfeindlichen Nonsens erzählt: "Als ich aufgewachsen bin, hat mein Vater mir erzählt, dass man vom Onanieren blind wird. Als ich 13 war, musste ich dann eine Brille tragen und dachte: 'Oh mein Gott, das wird wahr'." John, der den Film mitproduziert hatte, behauptete im Interview auch, dass die Sexszenen äußerst realistisch dargestellt worden seien.

"Rocketman" unterscheidet sich in seiner Darstellung von Sex diametral von "Bohemian Rhapsody", dem oscarprämierten Biopic über den bisexuellen Sänger Freddie Mercury – außer ein paar schnellen gleichgeschlechtlichen Küssen gibt es in dem Film keinerlei sexuelle Szenen.

Der Grund: Die Macher wollten in den USA, dem größten Filmmarkt der Welt, die empfehlende Altersfreigabe PG-13 erreichen. PG-13-Filme sind gewöhnlich an der Kinokasse erfolgreicher als Filme mit einem sogenannten R-Rating, der Altersfreigabe von "Rocketman". In diesem Film müssen Zuschauer je nach Bundesstaat mindestens 17 und 18 Jahre alt sein; Kinder oder Jugendliche können den Film nur ansehen, wenn ein Erziehungsberechtigter sie begleitet.

"Rocketman" wird am 29. Mai in deutschen Kinos anlaufen. Hierzulande ist der Film ab zwölf Jahren freigegeben ("Bohemian Rhapsody" war frei ab sechs Jahren). (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Er gilt als einer der wichtigsten queeren Filme des Jahres: Schaust du dir das Elton-John-Biopic "Rocketman" im Kino an?
    Ergebnis der Umfrage vom 27.05.2019 bis 03.06.2019


#1 GerritAnonym
  • 23.05.2019, 11:41h
  • "Elton John freut sich über diese Entscheidung."

    Darüber freue ich mich auch.

    Während man sich bei "Bohemian Rhapsody" entschieden hat, ausgerechnet bei Freddie Mercury eine weichgespülte, verfälschende Version seines Lebens zu erzählen, scheut man bei "Rocketman" nicht vor der Wahrheit zurück. Und eine Biographie soll nun mal die Wahrheit erzählen und nicht verfälschen.

    Dass man dafür auch in Kauf nimmt, dass manche Kinos den Film nicht zeigen werden und dass man weniger einnimmt, spricht für die Integrität der Produzenten.

    Wer die Wahrheit nicht ertragen kann und den Film nicht zeigen/sehen will, soll es halt lassen. Immer noch besser als Verfälschung und Zensur.

    Ich hoffe, dass man das durchzieht und nirgends erlaubt, dass geschnittene Fassungen des Films veröffentlicht werden.
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