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USA

Trump-Regierung will Diskriminierung von trans Obdachlosen gestatten

LGBTI-Aktivisten schlagen Alarm, weil die US-Regierung trans Menschen ohne festen Wohnsitz den Zugang zu Obdachlosenheimen erschweren will.


Wie von LGBTI-Aktivisten befürchtet, schränkt die Trump-Regierung immer mehr Rechte von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten ein (Bild: Gage Skidmore / flickr)

Das amerikanische Ministerium für Stadtentwicklung und Wohnungsbau hat einen neuen Richtlinien-Entwurf veröffentlicht, mit der laut LGBTI-Aktivisten die "Equal Access"-Regel der Obama-Regierung außer Kraft gesetzt werden soll. "Equal Access" stellte bisher den gleichberechtigten Zugang aller bedürftigen Menschen in Obdachlosenheimen sicher, auch in kirchlichen.

Die neuen Richtlinien sehen vor, dass Betreiber von Obdachlosenheimen das Recht haben, geschlechtergetrennte Räumlichkeiten einzurichten und dass dabei die Geschlechtszuschreibung unter anderem auf "religiösen Überzeugungen" basieren darf. Damit, so befürchten LGBTI-Aktivisten, könnten insbesondere kirchliche Anbieter grundsätzlich Transpersonen den Zugang zu ihren Einrichtungen verweigern.

Dabei hatte Stadtentwicklungsminister Ben Carson bei einer Parlamentsanhörung am Dienstag noch behauptet, dass man keine Veränderungen plane. Die Organisation National Center for Transgender Equality (NCTE) bezichtigte ihn angesichts des Richtlinien-Entwurfs daraufhin am Mittwoch via Twitter der Lüge. "Kurz gesagt: Er hat gelogen. Dies muss seit langer Zeit in Planung gewesen sein."



NCTE-Chefin Mara Keisling ergänzte: "Dies ist eine herzlose Attacke auf einige der schutzlosesten Menschen in der unserer Gesellschaft." Weder das Weiße Haus noch das Stadtentwicklungsministerium haben sich bislang zu den Vorwürfen geäußert.

Carson verachtet LGBTI

Minister Carson gilt als einer der LGBTI-feindlichsten Minister in Donald Trumps Kabinett – und machte seiner Abneigung gegenüber trans Personen bereits vergangenes Jahr bei einer Anhörung vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses Luft. Auf obdachlose trans Menschen angesprochen, sagte der 67-Jährige, dass sich Frauen in Obdachlosenheimen "nicht wohl fühlen" würden, wenn dort jemand, "der eine andere Anatomie hat", ebenfalls aufgenommen werde.

Das Mitglied der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hatte bereits in den Jahren zuvor immer wieder gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten polemisiert. So sprach er etwa in seinem 2012 erschienen Buch "America is Beautiful" von einem Zusammenhang zwischen gleichgeschlechtlichen Eheschließungen und dem Zerfall des Römischen Reiches. Wörtlich schrieb er: "Wenn wir die Ehe als Verbindung zwischen zwei Männern oder zwei Frauen oder in irgendeiner anderen Weise durch gesellschaftlichen Druck umdefinieren, so dass sie nicht mehr eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau ist, werden wir sie weiter umdefinieren. Das ist ein gefährlicher Weg mit einem desaströsen Ende, wie man am dramatischen Fall des Römischen Reiches sehen kann".


Ben Carson ist seit 2017 Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung (Bild: Gage Skidmore / flickr)

Während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 stellte er im "Fox News Channel" außerdem Homosexualität mit sexuellem Missbrauch von Tieren oder Kindern gleich, als er erklärte: "Keine Gruppe, egal ob die Homosexuellen, ob [die Pädo-Gruppe] NAMBLA oder Menschen, die an Sodomie [den sexuellen Missbrauch von Tieren] glauben – es ist egal, was sie sind – darf die Definition [der Ehe] verändern."

Die Regierung von Donald Trump hat in den letzten zwei Jahren bereits an mehreren Stellen LGBTI-Rechte zurückgedreht. So untersagte sie Trans*Personen den Dienst in den Streitkräften oder gestattete die Diskriminierung sexueller und geschlechtlicher Minderheiten in der US-Bundesverwaltung. (dk)



#1 MonomiloAnonym
  • 23.05.2019, 13:48h
  • Alter, die reps ey....

    Aber is euch mal was aufgefallen: selbst unter den reps Wählern finden lbtgq immer mehr Akzeptanz so dass in den Reden nicht mehr von "schwulen minderheiten" etc geredet wird sondern immer die "religiöse Freiheit" vorgeschoben wird...

    Ist für die Betroffenen natürlich kein Unterschied, aber das sich die Sprache gegenüber den Wählern dahingehend geändert hat ist schon auffallend...

    Jemand des town hall Meeting von major pete auf FOX gesehen? Der hat sowohl den Präsi als auch fox Moderatoren "gedisst" und hat am Ende standing ovation bekommen! AUF FOX VON FOX ZUSCHAUERN!!!
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#2 GerritAnonym
  • 23.05.2019, 15:49h
  • Ein Skandal, was diese Regierung anrichtet und wie die mit den Schwächsten umgeht...

    Hillary Clinton war sicher nicht perfekt, wäre aber tausendmal besser gewesen, als dieser Polit-Clown und seine Hetz-Mannschaft.
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#3 MonomiloAnonym
  • 23.05.2019, 16:13h
  • Antwort auf #2 von Gerrit
  • Steile These aber....

    Durch trump wurde die progressive Seite mehr gestärkt als es die Demokraten jemals hinbekommen hätten! Auch Bernie Sanders war vor kurzem auf einer Town Hall auf dem Reps Sender FOX und hat dort massig Applaus für die gleichen Ideen bekommen für welche er im Wahlkampf 16 noch belächelt wurde! Weiter hat die Wahl Trump auch für eine linksgerichtete politasierung innerhalb der Gesellschaft gesorgt durch welche 2019 so viele Frauen, persons of color und Mitglieder der lgbtq in den Ämtern sitzen wie jemals zuvor, erstmalig sogar 2 Muslime....

    Ich bin wahrlich kein Fan von trump und gehe ehrlich gesagt auch leider von einer Wiederwahl aus, jedoch ist der Rückkopplungseffekt bereits merkbar!

    Selbst unter den republikanern bekommt eine staatliche gesundheitsvorsorge für alle immer mehr Rückhalt!

    Ich finde das ganze schon irgendwie wahnsinnig interessant!
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#4 Sabelmann
  • 23.05.2019, 20:18h
  • Manchmal wünscht man sich gewisse "Menschen" würden nicht existieren! Diese Trauerfigur wird immer skrupelloser!
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#5 MarcAnonym
#6 völlig_danebenAnonym
  • 23.05.2019, 21:55h
  • Er verstreut keinen Nährboden, sondern entzieht selbigem alle Nährstoffe.
    Wie kaltherzig.

    ©BuntesUndSchönes
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#7 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 24.05.2019, 02:13h
  • Je länger diese "Administration" an der Macht ist, desto mehr möchte ich kotzen. Was wäre, wenn diese Obdachlosenheime ihre Türen für Religioten oder Faschisten schließen würden? Ein Aufschrei wäre zu hören! Aber mit uns kann man es ja machen!
    Und wenn der nächste transidentische oder homosexuelle Obdachlose an Unterkühlung oder Hunger stirbt, weil ihm oder ihr Hilfe verweigert wurde, sollten diese "christlichen" Betreiber der Heime sich mal fragen, ob Jesus genauso unmenschlich und bigott gehandelt hätte?
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#8 TheDadProfil
  • 24.05.2019, 21:22hHannover
  • Antwort auf #7 von Gerlinde24
  • ""Was wäre, wenn diese Obdachlosenheime ihre Türen für Religioten oder Faschisten schließen würden?""..

    An der Stelle möchte ich mal anfügen :
    In Hannover (und ganz sicher auch in anderen Städten) werden solche Vereine die sich um Menschen kümmern die von Obdachlosigkeit bedroht sind fast ausschließlich von der Diakonie und der Caritas betrieben..

    Damit sind dann 90 Prozent der Plätze in denen diese Menschen manchmal Tageweise, manchmal auch über längere Zeit Aufnahme finden in der Hand der "Religioten"..

    Denn "Sozialarbeit" ist hier auch immer noch ein Geschäft mit dem man Geld verdient..

    Weiteres Manko an der Sache :
    Wohnheime die sich an solche Menschen richten stehen nur denjenigen offen die einen deutschen Pass haben..
    Selbst EU- Bürger in Not erhalten nur sehr selten Aufnahme..
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#9 lindener1966Profil
  • 25.05.2019, 16:34hHannover
  • Die Hexenjagd durch christlich-fundamentalistische Kreise hat längst begonnen.

    Buchempfehlung:

    Chris Hedges: : "American Fascists- The Religious Right And The War On America"
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