Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33674

Berlin

Umfrage an evangelischen Schulen: Jeder fünfte Schüler nicht heterosexuell

Selbst an religiösen Schulen gibt es eine große Anzahl von Schülern, die sich als Teil der queeren Community ansehen. Das ergab eine Umfrage aus Berlin und Brandenburg.


Vielfalt ist heutzutage auch bei religiösen Privatschulen angekommen (Bild: Patrik Tschudin / flickr)

  • 23. Mai 2019, 13:09h 10 2 Min.

21 Prozent der Schülerinnen und Schüler an drei evangelischen Schulen in den Ländern Berlin und Brandenburg bezeichnen ihre sexuelle Orientierung als nicht heterosexuell. Das geht aus der Diversity-Studie "Bunt.Lieben.Leben" (PDF) hervor, die die Schulstiftung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) in Zusammenarbeit mit der Boston Consulting Group erstellt wurde. In der nicht-repräsentativen Umfrage wurden 472 Schüler*innen zwischen zwölf und 23 Jahren befragt.

Demnach bezeichnen sich 79 Prozent der Befragten als heterosexuell. Sieben Prozent erklären, sie seien bisexuell, weitere drei Prozent identifizieren sich als homosexuell. Hinzu kommen zwei Prozent Asexuelle und neun Prozent, die sich keiner der genannten Kategorien zuordnen wollen.

Unterschiede zwischen Heteros und Nicht-Heteros

Nicht-heterosexuelle und heterosexuelle Befragte, so geht aus der Umfrage hervor, bevorzugen andere Ansprechpartner zum Thema Liebe und Sex. Während mehr als die Hälfte der heterosexuellen Lernenden am liebsten über diese Themen mit Mitschülern spricht, sind es bei nicht-heterosexuellen Befragten weniger als ein Drittel. In dieser Gruppe sind dagegen Vertrauenslehrer und Erzieher als Ansprechpartner populärer.



Die meisten der Befragten (82 Prozent) wollen ihre eigene sexuelle Orientierung nicht im Unterricht thematisieren. Allerdings ist das Interesse an Themen zur Sexualität und Vielfalt hoch. Am größten ist das Interesse bei den Themen HIV/Aids (56 Prozent), Vorurteile/Mobbing (53 Prozent) und Sexualisierte Gewalt (50 Prozent).



"Die Themen Liebe, Sexualität und Gender-Identität sind in Schulen immer noch mit vielen Vorurteilen belegt", erklärte Rainer Gronen, Co-Studienautor und Leiter der Weiterbildungsabteilung der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO. "Lehrer wissen oft nur wenig über die Probleme und Wünsche ihrer Schüler*innen. Unsere Studie zeigt aber, dass sich Schüler*innen mehr Präsenz der Themen Liebe, Sexualität und Vielfalt in der Schule wünschen. Lehrkräfte sollten sich öffnen und Fachleute von außen einbeziehen, um diesen Bedürfnissen Rechnung zu tragen."

Die rund eine Million Mitglieder zählende Landeskirche Berlin-Brandenburg gehört zu den LGBTI-freundlichsten Gliedkirchen in der EKD. Sie hatte 2016 die Trauung für alle eingeführt – über ein Jahr, bevor der Bundestag das Gesetz zur Ehe für alle beschlossen hat (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 YannickAnonym
  • 23.05.2019, 15:55h
  • Das sind 20%

    Will man wirklich weiterhin 20% der Gesellschaft ignorieren?
  • Direktlink »
#2 giliatt 2Anonym
  • 24.05.2019, 02:49h
  • STUDIEN sind Schrott, so wie ich immer postete.
    Nun hat man knapp 500 Schüler zwischen 12 und 23 berfragt über ihre sexuelle Orientierung, wobei man fragen muss, ob man mit 23 noch Schüler ist, oder aber bereits Frührentner...

    In Preußen (sorry: Land Brandenburg) sind nun 21% der Heranwachsenden nichtheterosexuell. Die größte Gruppe davon mit 9% ist ohne Festlegung. Ihr folgt mit 7% Bisexualität. Nur 3% empfinden schwul oder gleichgeschlechtlich, was Lesben inkludieren würde und zudem deutlich unter dem Durchschnitt der BRD von vermuteten 10% liegt. Das Schlusslicht bilden die ASEXUELLEN mit 2%. Mal ehrlich: Haben wir in unserer Schulzeit schon mal was von Asexualität gehört?

    Diese hier zur Studie befragten Personen sind aber Kinder/Heranwachsende/Jugendliche.
    Im vorpubertären Alter und in der Pubertät erkundet man seine Sexualität. Dazu gehört auch: Man sucht unbewusst noch nach seiner sexuellen Orientierung. Wie war das bei uns Jungs mit 12? Schwanzvergleich! Kriegst du schon einen Steifen? Kumpelwichsen. Pipapo. Schwul war das nicht. Es war die Erkundung des Körperlichen.

    Die Studie ist also Schrott und Quatsch mit Soße. Da die Umfrage an evangelischen Schulen stattgefunden haben soll, mag sie noch ehrlicher ausgefallen sein, als in Schulen im katholischen Bayern oder Bildungseinrichtungen mit hohem Migrantenanteil an der Schülerschaft, da man den Grad der Bereitschaft zu intimen Bekenntnissen der Schüler berücksichtigen muss.
  • Direktlink »
#3 IronikerAnonym
  • 24.05.2019, 11:21h
  • Antwort auf #2 von giliatt 2
  • Die Studie als "Quatsch mit Soße" zu bezeichnen, fußt also hauptsächlich auf Deinen persönlichen Erfahrungen mit unschwulem "Kumpelwichsen" im Alter von 12 Jahren? Respekt. Das nenne ich mal eine wissenschaftlich fundierte Gegenrede.
  • Direktlink »