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GLAAD-Bericht

18 Prozent der Hollywood-Filme haben queere Figuren

Im vergangenen Jahr haben wieder mehr amerikanische Blockbuster schwule, lesbische, bisexuelle oder trans Figuren integriert.


Kusszene in "Love, Simon" mit Nick Robinson und Keiynan Lonsdale (Bild: 20th Century Fox)

Im Jahr 2018 ist die Anzahl von LGBTQ-Figuren in den von den sieben führenden Filmstudios herausgebrachten Kinofilmen angestiegen. Das geht aus der neuesten Ausgabe des jährlichen "Studio Responsibility Index" hervor, der am Donnerstag von der LGBTI-Organisation GLAAD veröffentlicht wurde. In 18,2 Prozent der untersuchten 110 Produktionen, die USA-weit als "Wide Release" in großer Anzahl in Kinosäle gebracht worden sind, kamen erkennbare schwule, lesbische, bisexuelle, transsexuelle oder queere Figuren vor.

Zwar bedeutet dies einen starken Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, bei dem nur 13 Prozent der Figuren als LGBTQ zu erkennen waren (queer.de berichtete). Allerdings stagniert die Zahl im Vergleich zum Jahr 2016 (queer.de berichtete).

Die Figuren wurden nach einem vom Filmhistoriker Vito Russo benannten Test identifiziert. Laut dem Vito-Russo-Test lässt sich anhand von drei Punkten erkennen, ob eine Figur aufgenommen werden kann. Erstens, die Figur muss erkennbar lesbisch, schwul, bisexuell und/oder transgender sein. Zweitens, die Figur ist nicht ausschließlich durch ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität definiert. Drittens, die Figur ist so in die Handlung integriert, dass ihre Entfernung einen bedeutsamen Einfluss auf die Geschichte hätte.

Die GLAAD fordert von den großen Studios, dass 20 Prozent der Filme bis 2021 mindestens eine Figur enthalten sollten, die den Vito-Russo-Test besteht. Bis 2024 müsse dieser Anteil auf 50 Prozent steigen.

20th Century Fox hängt alle ab

Das beste Filmstudio in Bezug auf den Vito-Russo-Test war im vergangenen Jahr 20th Century Fox; es erreicht bereits 40 Prozent. Das Studio veröffentlichte unter anderem "Love, Simon", den hochgelobten schwulen Highschool-Film von Greg Berlanti.

Der GLAAD-Bericht kritisierte, dass die Anzahl der nach Einschätzung der Aktivisten "farbigen" LGBTI-Figuren ("People of Color") von 57 auf 43 Prozent zurückgegangen sei. "Die volle Vielfalt der LGBTQ-Community muss besser in den Filmen dargestellt werden", forderte dazu der Bericht. Auch Transpersonen seien nach wie vor mehr als unterrepräsentiert – wie im Vorjahr kam bei den Blockbustern keine einzige vor.

"Die erfolgreichen Veröffentlichungen von Filmen wie 'Love, Simon', 'Deadpool 2" oder 'Der Sex Pakt' hat frische LGBTQ-Geschichten in Kinosäle der ganzen Welt gebracht", erklärte GLAAD-Chefin Sarah Kate Ellis. Es gebe aber endlich Anzeichen, dass die Filmstudios die Aufrufe von LGBTQ und ihren Verbündeten ernst nehmen würden. (dk)



#1 Patrick SAnonym
  • 24.05.2019, 14:59h
  • Es gibt so gutes europäisches Indiekino in Bezug auf LGBT+ Themen, da bräuchte es nur mal jemand, der die auf deutsch synchronisiert und vernünftig auf den Markt bringt.
    ProFun und Salzgeber stellen ja regelmäßig ihre Unfähigkeit zur Schau. Z.B. kommen auf 100 DVDs zwei Blurays, fast alles im Originalton, bieten "Handsome Devil" nur auf englisch an, während er zeitgleich auf Netflix in deutsch gestreamt werden kann und schaffen es, "Just Friends", der erst kürzlich hier beworben wurde, mit einem klassischen Soundtrack zu verstümmeln, während er im holländischen Original Lieder von bsplw. Sufjan Stevens enthält, über die sich die beiden Jungs im Film sogar unterhalten und kennenlernen. Andere Filme wie "The Normal Heart" gibt es bis heute erst gar nicht zu kaufen, obwohl mit Julia Roberts, Mark Ruffalo und v.a. starbesetzt und Golden Globe und Emmy prämiert.
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#2 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 24.05.2019, 15:03h
  • Die meisten Rollen waren Nebenfiguren, Hauptrollen, oder "Supporting leading Roles" gab es wenige. Es gibt noch viel zu tun!
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#3 MimigmaAnonym
  • 24.05.2019, 15:36h
  • Der GLAAD-Bericht kritisierte, dass die Anzahl der nach Einschätzung der Aktivisten "farbigen" LGBTI-Figuren ("People of Color") von 57 auf 43 Prozent zurückgegangen sei.

    In Amerika leben 2/3 weiße Menschen und es ist davon auszugehen, dass auch die queer Szene zu 2/3 weiß ist. Nicht-Weiße sind also mit 43% nicht nur angemessen repräsentatiert, sondern überrepräsentiert.

    Die Forderung nach 50% Filme mit queeren Charakteren halte ich für übertrieben. Wir sind eine Minderheit, ca 5-10% der Bevölkerung. Das sollte in Filmen auch so sichtbar sein, aber man kann es auch übertreiben.
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#4 Adam RAnonym
  • 24.05.2019, 16:10h
  • Antwort auf #3 von Mimigma
  • "Die Forderung nach 50% Filme mit queeren Charakteren halte ich für übertrieben. Wir sind eine Minderheit, ca 5-10% der Bevölkerung. Das sollte in Filmen auch so sichtbar sein, aber man kann es auch übertreiben."

    Das ist nur übertrieben, wenn man falsch rechnet.

    Nehmen wir an, dass pro Film oder Serie durchschnittlich 10 Personen eine mehr oder weniger relevante Rolle spielen. Bei konservativ geschätzten 5% queerem Bevölkerungsanteil müsste dann in genau der Hälfte der Produktionen eine queere Figur auftauchen, um den gesellschaftlichen Durchschnitt abzubilden. Bei geschätzten 10% Bevölkerungsanteil müsste rein statistisch gesehen in JEDEM Film eine relevante queere Figur auftauchen.
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#5 KetzerEhemaliges Profil
  • 24.05.2019, 19:54h
  • Antwort auf #3 von Mimigma
  • "Die Forderung nach 50% Filme mit queeren Charakteren halte ich für übertrieben. Wir sind eine Minderheit, ca 5-10% der Bevölkerung. Das sollte in Filmen auch so sichtbar sein, aber man kann es auch übertreiben."

    Wieder mal eine Form des Selbstkleinmachens?

    Wir sind eine Minderheit, ja, aber wir kommen ZU 100% IM LEBEN vor, aber nur zu 18% im Film. Das heißt andersherum, in 82% aller Filme gibt es keine queeren Figuren. Und zwar gar keine.

    Ich würde jetzt sogar die Forderung aufstellen, dass in 10% aller Filme queere HAUPTfiguren auftreten sollten, denn dies würde dann eher der echten Lebensrealität entsprechen.

    Wir sind eben nahezu überall, jede_r Zehnte oder Zwanzigste - im Leben nahezu jedes Menschen tauchen auch queere Figuren auf, nur sind diese nach wie vor in vielen Fällen eben nicht sichtbar, weil immer noch die Herrschaftstechnik / der Unterdrückungsmechanismus des Unsichtbarmachens wunderbar funktioniert. Und wenn Teile von uns mal nicht unsichtbar gemacht WERDEN, dann machen sie sich noch selbst unsichtbar, um bloß nicht aufzufallen.

    Zusammengefasst, könnte man die Forderung nach 50% Filmen mit queeren Charakteren tatsächlich noch als äußerst zurückhaltend bewerten. Denn auch dann wären wir immer noch erst halb repräsentiert und nicht vollständig.
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#6 Patroklos
#7 SchwerbehindertAnonym
  • 25.05.2019, 05:05h
  • Wo bleibt der Aufschrei, dass in Hollywoodfilmen so gut wie keine Schwerbehinderten sichtbar sind? Man kann es auch übertreiben und nicht nur an sich selbst denken.
    Ich finde die LGBT Community wird gut von Hollywood und ihren Stars sichtbar vertreten. Ich schäme mich als Schwuler (und Schwerbehinderter), dass sich niemand engagiert für die Sichtbarkeit von Behinderten. Ich hoffe eines Tages wird es eine gleich starke Unterstützung und Mainstream für Behinderte Menschen geben wie zur Zeit für LGBT.
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#8 MonomiloAnonym
  • 25.05.2019, 08:32h
  • Antwort auf #7 von Schwerbehindert
  • Ab nem gewissen Grad wirds halt auch schwer ne Story außerhalb der genres Drama/Tragödie zu finden...

    Klar kann Michael Meyers auch in ner Pflegeeinrichtung sein Messer schwingen, aber das wäre einigen wohl zu heftig wenn da auf Kids am sauerstofftank und Menschen, die in Ihrem Alltag auf Hilfestellungen angewiesen sind, einigestochen wird....

    Es gibt bestimmt Möglichkeiten, klar, aber die sind eben doch weitaus beschränkter...
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#9 Rio161Anonym
  • 25.05.2019, 13:30h
  • Grundsätzlich verstehe ich die vorderung von 50% und würde auf den ersten Blick auch mitgehen. Aber Filme sind eben auch als Einzelprojekte zu betrachten und wenn sich ein Drehbuchautor einen Film ausdenkt und dabei keine LGBTQ Personen berücksichtigt ist es keine Lösung wenn man ihn dan hinterher dazu zwingt eine Queere Person dazuzudichten. Dann lieber auch mal weniger divers anstatt einen Quotenschwulen.
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#10 SchwerbehindertAnonym
  • 25.05.2019, 16:43h
  • Antwort auf #8 von Monomilo
  • Möglichkeiten gibt's, allein es fehlt der Wille und die Lobby Schwerbehinderte ihrem Bevölkerungsanteil entsprechend sichtbar zu zeigen.
    Als positive Beispiele gelten Daredevil in der Ben Affleck blinder Superheld war oder zuletzt Dwayne Johnson in Skycraper mit einer Beinprothese die Hauptrolle spielte. Schwule, Lesben und Behinderte sollten eine Selbstverständlichkeit sein in Movie und TV.
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