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Keine Kompromisse

Schwule Sexszenen: Viele Filmstudios lehnten "Rocketman" ab

Elton John fand für seine Film-Biografie nach eigenen Angaben lange kein Studio, "weil wir darauf bestanden haben, meine Beziehungen als schwuler Mann ungeschminkt zu zeigen".


Elton John bestand auf die offene Darstellung schwuler Sexualität in der Filmbiografie "Rocketman"

Der britische Popstar Elton John hat lange nach einem passenden Filmstudio für seine Film-Biografie "Rocketman" gesucht. Er habe lange kein Studio gefunden, "weil wir darauf bestanden haben, meine Beziehungen als schwuler Mann ungeschminkt zu zeigen", sagte er der Münchner Tageszeitung "tz" (Samstagsausgabe). "Und dazu gehört auch der Sex. Ich bin nun mal ein normaler Mensch, der Sex hat. Mit Männern", so der 72-Jährige.

In dem in den Sechzigern und Siebzigern spielenden Film kommen mehrere Szenen sexueller Natur vor, inklusive einer Oralsex-Szene und einer Liebesnacht zwischen dem Sänger (dargestellt von Taron Egerton, bekannt aus der "Kingsman"-Reihe) und seinem Manager (Richard Madden aus den Serien "Game of Thrones" und "Bodyguard").

Stolz auf schwule Sexszene

"Ich bin stolz darauf, dass 'Rocketman' der erste Film eines großen Studios mit einer schwulen Liebes-Sex-Szene ist", hatte der Musiker erst vor wenigen Tagen gegenüber dem britischen Boulevardblatt "Mirror" erklärt (queer.de berichtete). "Wenn ich das rausgelassen hätte, hätte ich mich gefühlt, als ob ich die Leute betrogen hätte."

"Ich bin so froh, dass es im Film enthalten ist, weil ich ein schwuler Mann bin und das nicht unter den Teppich kehren wollte", so John weiter. "Wenn manche das nicht mögen, verstehe ich das, aber es ist ein Teil von mir. Die [im Film gezeigte] Nacht war ein sehr, sehr wichtiger Teil von mir."

Am Donnerstag startet "Rocketman" in den deutschen Kinos. Der von Paramount Pictures produzierte Film zeigt nicht nur die wichtigsten Karrieremomente des Popmusikers, sondern thematisiert auch Johns Drogen- und Alkoholprobleme. Dazu sagte der Musiker der "tz": "Die Musik hat mich gerettet." Egal, wie viele Drogen er eingeworfen habe: "Ich habe immer weiter Alben aufgenommen und bin getourt. Wenn ich damals aufgehört hätte zu arbeiten, würde ich heute nicht hier sitzen." (cw/dpa)

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer zu Rocketman

Wöchentliche Umfrage

» Er gilt als einer der wichtigsten queeren Filme des Jahres: Schaust du dir das Elton-John-Biopic "Rocketman" im Kino an?
    Ergebnis der Umfrage vom 27.05.2019 bis 03.06.2019


#1 no-mercyAnonym
  • 25.05.2019, 13:49h
  • Sehr gut, dass er sich nicht auf Kompromisse eingelassen hat. Homosexualität ist Homosexualität und als solches darf es auch gezeigt werden. Heteros machen bezüglich ihrer Liebe auch selten Kompromisse.

    Und wenn sich schon viele mit "divers" schmücken, dann sollten sie mal endlich danach handeln! Das Geschwafel geht einem auf die Nerven. Es geht nicht nur darum, schön brav das AGG aufzusagen, sondern sich danach zu richten und es im Verhalten zu zeigen.
    Aber bei vielen kommt da das Gehirn nicht ganz mit, oder die Gefühle, oder die Befindlichkeiten.

    Sorry, das ist euer Ding. Wir leben, heute!
    Wir können die Zeit nicht stoppen, sie läuft, jede Sekunde.

    Ich freue mich, dass Elton John am Ende ein Filmstudio gefunden hat, das damit keine Komplexe hat.
    Und gleichzeitig ist das mal wieder eine schlechte Bilanz für die Filmindustrie!!

    ©BuntesUndSchönes
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#2 JasperAnonym
  • 25.05.2019, 15:40h
  • Ich hoffe, dass der Film ein riesiger Erfolg wird.

    Alleine schon, damit sich all diese homophoben Filmstudios und Produzenten, die künstlerische Freiheit zensieren wollen, in den Arsch beißen, dass sie das abgelehnt haben und ihnen dieser Verdienst entgangen ist.
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#3 Homonklin44Profil
  • 25.05.2019, 18:21hTauroa Point
  • Mich freut, dass Paramount als eine der weltbekannten Filmfirmen sich das zugetraut hat, und damit einen wichtigen Schritt gemacht hat, dazu, dass Homosexualität selbstverständlich gezeigt wird, und nicht länger weggeschmuddelt wird.
    Hunderte filme, in denen auf Hetero gefickt und geblasen wird, in denen Titten schwingen - lesbisch oder pseudolesbisch scheint etwas eher okay gewesen zu sein. Man muss sich ja nicht gegenseitig in Sperma eintunken, aber so eine heiße Liebesnacht mit Männern guckt man doch gern mal im allgemeinen Kino.
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#4 Ralph
  • 25.05.2019, 19:53h
  • Schwule Themen werden oft abgelehnt. "Liberace" fand trotz Weltstars wie Michael Douglas und Matt Damon kein Studio und wurde dann vom Fernsehsender HBO pruduziert.
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#5 no-mercyAnonym
  • 25.05.2019, 20:04h
  • Antwort auf #3 von Homonklin44
  • Na ja, so ganz ok ist lesbische Liebe auch noch nicht, denn ohne Hetero-Mann im Film scheint es auch nicht drehenswert zu sein :-/
    Aber schwule Liebe kommt leider noch schlechter weg, das stimmt - leider.

    ©BuntesUndSchönes
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#6 Patroklos
  • 25.05.2019, 22:12h
  • Einen ähnlichen Filmtitel gab es schon einmal, und zwar "Rocket Man" aus dem Jahre 1986 mit Robin Williams in der Titelrolle:

    de.wikipedia.org/wiki/Rocket_Man_(Film)

    Es ist trotzdem schade, daß sich Filmstudios wie Warner, Universal oder Sony sich weigerten, den Stoff zu verfilmen und deshalb einen großen Dank an die Paramount.
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#7 Homonklin44Profil
  • 26.05.2019, 08:25hTauroa Point
  • Antwort auf #5 von no-mercy
  • Ja, da hast Du leider Recht, ganz häufig wird lesbische Liebe irgendwie Pseudo und als Hetero-Fantasie abgetan.

    Auch da muss noch viel geschehen, um zu zeigen, dass Lesben eben nicht prozentual zwingend auch irgendwie Bi ticken.

    Selbst wo es dann Bi sein soll, wirkt es wiederum häufig Pseudo. Filmproduzenten hängen allerdings häufig wie so ein Chamäleon zwischen Budget und Vorgaben der Filmfirma, mit einem Auge nach da, dem anderen nach dort.
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#8 PeerAnonym
#9 Julian SAnonym
  • 26.05.2019, 10:21h
  • "weil wir darauf bestanden haben, meine Beziehungen als schwuler Mann ungeschminkt zu zeigen"

    Ich danke Elton John, dass er dem Straightwashing seines Lebens nicht zugestimmt hat und ein ehrlicher Film dabei rausgekommen ist.

    Ich hoffe, dass das Studio auch homophobe Zensur in manchen Ländern (wie es bei Bohemian Rhapsody passiert ist) verhindert. Entweder man zeigt den Film ungeschnitten oder gar nicht.
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#10 no-mercyAnonym
  • 26.05.2019, 12:21h
  • Antwort auf #7 von Homonklin44
  • Ja, so ist es - die Hetero Produzenten und die Regisseure haben ihre Vorstellungen von Homosexualität und dementsprechend sind dann die Filme: sie bedienen wieder Heteros und Homosexuelle gucken genervt weg, also zumindest ich.
    Solche Filme kann ich nicht mehr ertragen.
    Zum Beispiel: "Below Her Mouth"
    Das wurde als Erotikfilm gedreht. Da tauchen bei mir schon Fragezeichen auf: weshalb muss das ein Erotikfilm sein? Weshalb so reduziert? Wieso kann man das nicht als Liebesfilm drehen? Die Produzenten und die Regie waren übrigens alles Frauen - aber Hetero. Das Gefühl im Film wurde gut aufgegriffen, aber die Geschichte ist, wie du schon erwähnt hast, an der Realität vorbei.
    Lesben sind nicht von ungeouteten verlobten Frauen abhängig. Und Lesben vögeln auch nicht alle wild durch die Gesellschaft wie im Film dargestellt wird: "Tom Boy." Es kommt ja im Film so rüber, als könnten Lesben ihre Finger nicht von Frauen lassen - sexgeil. Und dann das klassische Film-Manko, dass eine von beiden mit einem Mann verlobt ist :-/

    Boah, das ist das, was mich stört.
    Es gibt lesbische Schauspielerinnen. Es gibt Möglichkeiten, dass zwei Lesben sich im Film ineinander verlieben können - ohne Hetero-Mann. Und dann sollte mindestens eine lesbische Produzentin oder eine lesbische Regisseurin dabei sein, damit der Film ein Liebesfilm wird, und nicht eine Frauen-Phantasie-Erotik und auch kein Hetero-Männer-Porno.

    Dasselbe auch bei schwulen Filme: ohne Hetero-Frau und möglichst mit einem schwulen Produzenten oder schwulen Regisseur, und selbstverständlich zwei Schwule, die sich ineinander verlieben.

    Und das hat seine Berechtigung, denn das findet in Hetero-Filmen statt - ständig.
    In unzähligen Filmen verlieben sich zwei Hauptdarsteller ineinander: das war im Film: "Mr und Mrs Smith" so, das war bei Katherine Hepburn und Spencer Tracy so, das ist oft auch gewollt. Es ist doch in Liebesfilmen erwünscht, dass man den Funken spürt und wie die Chemie zwischen zwei Hauptdarsteller funktioniert. In einigen Filmen wird das im Detail analysiert und gelobt.
    Also, nun frage ich mich rhetorisch: wieso wird das mit zwei Homosexuellen unterbunden? Ist doch dasselbe.

    Irgendwie hab ich den Eindruck, dass sich Heteros davor fürchten, dass Homosexuelle bzw. die gesamte LSBTTIQ besseren Sex haben als Heteros. Das wäre ein Grund, weshalb das zwischen homosexuellen Schauspielern unterbunden wird. Dabei klauen Heteros schon längst sexuelle Details von uns und machen es sich zu eigen. "Fifty Shades of Grey" macht das ja deutlich. Ist zwar ein schlechter Film, aber die Details stammen ursprünglich von uns und von BDSM.

    Offensichtlich ist da wieder Gespräch mit Heteros angesagt. So nach dem Motto: "Ihr müsst euch nicht minderwertig fühlen wegen uns. Ihr habt eure Liebe, und wir unsere. Lassen wir uns gegenseitig in Frieden und gegenseitig unsere Freiheiten, und alles ist gut."
    (*augenroll*)

    Schlimm :-)

    ©BuntesUndSchönes
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