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Keine Kompromisse

Schwule Sexszenen: Viele Filmstudios lehnten "Rocketman" ab

Elton John fand für seine Film-Biografie nach eigenen Angaben lange kein Studio, "weil wir darauf bestanden haben, meine Beziehungen als schwuler Mann ungeschminkt zu zeigen".


Elton John bestand auf die offene Darstellung schwuler Sexualität in der Filmbiografie "Rocketman"
  • 25. Mai 2019, 11:30h 14 2 Min.

Der britische Popstar Elton John hat lange nach einem passenden Filmstudio für seine Film-Biografie "Rocketman" gesucht. Er habe lange kein Studio gefunden, "weil wir darauf bestanden haben, meine Beziehungen als schwuler Mann ungeschminkt zu zeigen", sagte er der Münchner Tageszeitung "tz" (Samstagsausgabe). "Und dazu gehört auch der Sex. Ich bin nun mal ein normaler Mensch, der Sex hat. Mit Männern", so der 72-Jährige.

In dem in den Sechzigern und Siebzigern spielenden Film kommen mehrere Szenen sexueller Natur vor, inklusive einer Oralsex-Szene und einer Liebesnacht zwischen dem Sänger (dargestellt von Taron Egerton, bekannt aus der "Kingsman"-Reihe) und seinem Manager (Richard Madden aus den Serien "Game of Thrones" und "Bodyguard").

Stolz auf schwule Sexszene

"Ich bin stolz darauf, dass 'Rocketman' der erste Film eines großen Studios mit einer schwulen Liebes-Sex-Szene ist", hatte der Musiker erst vor wenigen Tagen gegenüber dem britischen Boulevardblatt "Mirror" erklärt (queer.de berichtete). "Wenn ich das rausgelassen hätte, hätte ich mich gefühlt, als ob ich die Leute betrogen hätte."

"Ich bin so froh, dass es im Film enthalten ist, weil ich ein schwuler Mann bin und das nicht unter den Teppich kehren wollte", so John weiter. "Wenn manche das nicht mögen, verstehe ich das, aber es ist ein Teil von mir. Die [im Film gezeigte] Nacht war ein sehr, sehr wichtiger Teil von mir."

Am Donnerstag startet "Rocketman" in den deutschen Kinos. Der von Paramount Pictures produzierte Film zeigt nicht nur die wichtigsten Karrieremomente des Popmusikers, sondern thematisiert auch Johns Drogen- und Alkoholprobleme. Dazu sagte der Musiker der "tz": "Die Musik hat mich gerettet." Egal, wie viele Drogen er eingeworfen habe: "Ich habe immer weiter Alben aufgenommen und bin getourt. Wenn ich damals aufgehört hätte zu arbeiten, würde ich heute nicht hier sitzen." (cw/dpa)

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#1 no-mercyAnonym
  • 25.05.2019, 13:49h
  • Sehr gut, dass er sich nicht auf Kompromisse eingelassen hat. Homosexualität ist Homosexualität und als solches darf es auch gezeigt werden. Heteros machen bezüglich ihrer Liebe auch selten Kompromisse.

    Und wenn sich schon viele mit "divers" schmücken, dann sollten sie mal endlich danach handeln! Das Geschwafel geht einem auf die Nerven. Es geht nicht nur darum, schön brav das AGG aufzusagen, sondern sich danach zu richten und es im Verhalten zu zeigen.
    Aber bei vielen kommt da das Gehirn nicht ganz mit, oder die Gefühle, oder die Befindlichkeiten.

    Sorry, das ist euer Ding. Wir leben, heute!
    Wir können die Zeit nicht stoppen, sie läuft, jede Sekunde.

    Ich freue mich, dass Elton John am Ende ein Filmstudio gefunden hat, das damit keine Komplexe hat.
    Und gleichzeitig ist das mal wieder eine schlechte Bilanz für die Filmindustrie!!

    ©BuntesUndSchönes
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#2 JasperAnonym
  • 25.05.2019, 15:40h
  • Ich hoffe, dass der Film ein riesiger Erfolg wird.

    Alleine schon, damit sich all diese homophoben Filmstudios und Produzenten, die künstlerische Freiheit zensieren wollen, in den Arsch beißen, dass sie das abgelehnt haben und ihnen dieser Verdienst entgangen ist.
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#3 Homonklin44
  • 25.05.2019, 18:21hTauroa Point
  • Mich freut, dass Paramount als eine der weltbekannten Filmfirmen sich das zugetraut hat, und damit einen wichtigen Schritt gemacht hat, dazu, dass Homosexualität selbstverständlich gezeigt wird, und nicht länger weggeschmuddelt wird.
    Hunderte filme, in denen auf Hetero gefickt und geblasen wird, in denen Titten schwingen - lesbisch oder pseudolesbisch scheint etwas eher okay gewesen zu sein. Man muss sich ja nicht gegenseitig in Sperma eintunken, aber so eine heiße Liebesnacht mit Männern guckt man doch gern mal im allgemeinen Kino.
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