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Nannen-Preisträger 2019

Egon-Erwin-Kisch-Preis für queere Reportage

Der Beitrag "Ich und der ganz andere" über die Freundschaft zwischen einem Schwulen und einem Homophoben im "SZ Magazin" erhielt den begehrtesten deutschen Journalistenpreis.


Die Reportage "Ich und der ganz andere" ertschien im Mai 2018 im Magazin der "Süddeutschen Zeitung"

Die Nannen-Preise, eine der renommiertesten Auszeichnungen für Journalismus in Deutschland, sind am Samstagabend in sieben Kategorien verliehen worden. Den Egon-Erwin-Kisch-Preis für die beste Reportage gewann Bastian Berbner vom "Süddeutsche Zeitung Magazin" für den Beitrag "Ich und der ganz andere" über die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem Schwulen und einem Homophoben in Irland. Der Egon-Erwin-Kisch-Preis wurde 1977 von "Stern"-Gründer Henri Nannen ins Leben gerufen.

Weitere Auszeichnungen gingen an Autoren von "NWZ Online" (Dokumentation), Süddeutsche.de (Web-Projekt), "Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten" (lokale investigative Leistung) und an Journalisten von buzzfeed.com/Correctiv (investigative Leistung). Der Fotograf James Nachtwey hat seine siegreichen Reportage-Bilder im "Stern" veröffentlicht, Stephan Vanfleteren seine erfolgreiche inszenierte Fotografie in der Zeitschrift "mare".

Für ihre Berichterstattung über den NSU-Prozess wurde ein Autoren-Team der "Süddeutschen Zeitung" mit einer Sonderauszeichnung bedacht. Die vier Berichterstatter hätten den von 2013 bis 2018 dauernden Prozess vom ersten bis zum letzten Tag begleitet und vorbildlich aufbereitet, lobte "Stern"-Chefredakteur Gless.

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Abgespeckte Preisverleihung

War die Verleihung der Nannen-Preise für hervorragende journalistische Leistungen seit 2005 eine glamouröse Veranstaltung mit Rotem Teppich für prominente, geladene Gäste in gediegener Kulisse wie dem Deutschen Schauspielhaus oder der Experimentierbühne Kampnagel in Hamburg, kehrte sie in diesem Jahr zu ihren Wurzeln zurück: ins Gruner + Jahr-Verlagshaus am Baumwall, zu dem das von Henri Nannen (1913-1996) 1948 gegründete Magazin "Stern" gehört.

"Wir müssen zeigen, mit wie viel Aufwand wir Journalismus betreiben", sagte Verlagschefin Julia Jäkel. Rund 1.000 Teilnehmer hatten sich tagsüber im Verlag in Vorträgen, Diskussionen und auf Touren durch die "Stern"-Redaktion über die Arbeit von Journalisten informiert. "Zurück zum Kern", forderte Jäkel. "Zurück zu Wort, Text, Bild – und das Entstehen dahinter." (cw/dpa)



#1 IronikerAnonym
  • 26.05.2019, 12:38h
  • Mit jemandem befreundet zu sein, der einen eigentlich zutiefst ablehnt und verurteilt, muss man auch erst mal schaffen.

    Definitiv nichts für mich.
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#2 Ith_Anonym
  • 26.05.2019, 14:38h
  • Wundert mich gar nicht, dass sowas Preise bekommt.
    Lob gibt's eben heutzutage insbesondere dafür, wenn man sich die eigene Abwertung dankend gefallen lässt, noch brav die Füße des Diskriminierenden küsst, und der anderen Person auf gar keinen Fall irgendwelche Grenzen dabei setzt, mies mit der sozial, gesellschaftlich und nach "moralischen" Maßstäben als minderwertig betrachteten Person umzugehen.
    Die sich durch ebendieses Verhalten all das annimmt und signalisiert: 'Das ist alles schon sehr richtig, wie ihr von mir denkt und mich behandelt. Und die Leute, die so sind wie ich und sich weniger kooperativ verhalten, die haben einfach den Schuss nicht gehört - ICH bin auf jeden Fall auf eurer Seite!'

    Konsequent und ganz im Sinne des Zeitgeists eben.
    In dem Zensur eben nicht mehr ist, wenn die Machthaber Unterprivilegierten, die traditionell nie etwas zu sagen hatten, den Mund zu verbieten... sondern man sich inzwischen mehrheit-lich darauf geeinigt hat, es als "Zensur" zu betrachten, wenn die Unbeliebten bloß den Willen bekunden, mitreden zu wollen - was dann sogar beinhalten kann, dass sich etwas ändern solle.
    Letzteres geht halt einfach gar nicht.
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#3 kermitkoelnAnonym
  • 26.05.2019, 15:33h
  • Liebe bisherige Kommentatoren, leider zeigen Eure Auslassungen, dass Ihr den prämierten Text überhaupt nicht gelesen habt. Die Reportage gehörte mit Abstand zu den besten und anrührendsten Texten, die ich im vergangenen Jahr gelesen habe. Sie erzählt von einer Annäherung zwischen einem Schwulen und einem, der mit Homosexualität massive Probleme hat weil er sie, wie so oft, einfach nicht aus seinem Umfeld kennt. Da unterwirft sich niemand irgendeinem, ganz im Gegenteil. Sondern es geht um eine, von Politikerseite geförderte, Annäherung unterschiedlichster Sichtweisen auf Augenhöhe und um eine langfristige Befriedung Irlands die uns inzwischen in einem ursprünglich erzkatholischen Land die Ehe für alle, einen schwulen Premierminister und ein liberalisiertes Abtreibungsrecht beschert hat. Die SZ-Magazin-Reportage erzählt all das vorbildlich, sensibel und literarisch außergewöhnlich. Toll, dass es dafür den Preis gab!
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#4 Ith_Anonym
  • 26.05.2019, 16:02h
  • Antwort auf #3 von kermitkoeln
  • "unterschiedlichster Sichtweisen auf Augenhöhe"

    Genau das ist das Problem.
    Und genau das hab ich kritisiert.

    Und dass du das nicht problematisch, sondern toll findest, macht dich mit zur Zielgruppe meines Kommentars. Insofern: Danke für das Kompliment, es ist alles, wie es sein soll.
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#5 IronikerAnonym
  • 26.05.2019, 16:03h
  • Antwort auf #3 von kermitkoeln
  • In der Tat habe ich den Link nicht gelesen, da die Süddeutsche-Seite steif und fest behauptet, ich hätte immer noch einen Adblocker aktiviert, obwohl ich diesen definitiv für sueddeutsche.de deaktiviert habe. Wenn mir die Seite dennoch keinen Zugang gewährt: Pech.

    "Annäherung unterschiedlichster Sichtweisen auf Augenhöhe": Homosexualität ist keine Sichtweise, und Homophobie hat nichts, aber auch gar nichts, mit Augenhöhe zu tun. Und zwar nicht mal annähernd.

    Sollte der Homophobe letztlich zu dem Ergebnis gekommen sein, dass seine Homophobie falsch war, wäre es ja schön, gut und nett. Meine Kernaussage, persönlich nicht mit einer homophoben Person befreundet sein zu können, bleibt allerdings davon völlig unangetastet.
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