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Erzbistum Köln

Kardinal Woelki entsendet homofeindlichen Priesterausbilder in Reform-Gremium

Ausgerechnet ein in Kritik geratener Pater, der Homosexualität für therapierbar hält, soll über Änderungen in der kirchlichen Sexualmoral mitberaten.


Woelki, hier im Februar in einem Interview mit EWTN, ist seit 2014 Erzbischof von Köln

Zu Update springen: Erzbistum: "Verunglimpfter" Pater wird nicht Experte (16:15h)

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki will seinen wegen schwulenfeindlicher Äußerungen in der Kritik stehenden Chef-Priesterausbilder einem Medienbericht zufolge als Experten am "synodalen Weg" zur Aufarbeitung des Missbrauchskandals in der Kirche entsenden. Pater Romano Christen stehe auf einer Liste mit Personalvorschlägen für den kirchlichen Reformprozess, berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger" in seiner Montagsausgabe.

Vor wenigen Wochen hatte die "Süddeutsche Zeitung" öffentlich gemacht, dass Christen im Januar vor Priesteranwärtern gesagt hatte, Homosexualität sei "Folge einer psychologischen (Fehl-)entwicklung" (queer.de berichtete). "Auch wenn sie von der Schwulenlobby regelrecht dämonisiert werden, gibt es Therapien und Männer, die sie erfolgreich bestanden haben", so der Leiter des Bonner Theologenkonvikts Collegium Albertinum damals.


Pater Romano Christen 2016 im Interview mit katholisch.de

Der SZ-Bericht hatte für große Empörung gesorgt, auch innerhalb der Kirche: Aus Laienorganisationen, darunter dem Kölner Diözesanrat, gab es Forderungen nach einer Entlassung Christens oder nach seinem Rücktritt. Der zunächst im Ausland weilende Woelki ging über seinen Sprecher zunächst auf Distanz und verbreitete eine entschuldigende Stellungnahme des Ausbilders (queer.de berichtete). Anfang der letzten Woche betonte Woelki aber, dass Christen im Amt bleibe: "Wir alle machen Fehler, ich auch, und es ist wichtig, dass ein einzelner Fehler nicht alles andere überschattet" (queer.de berichtete).

Kirche vor Kampf um Reformen

Nun hat sich Woelki offenbar entschieden, Christen mit einer weiteren Aufgabe zu betrauen. Bei der Frühjahrsvollversammlung 2019 in Lingen hatten die deutschen Bischöfe einen "verbindlichen synodalen Weg" zur Erneuerung und Veränderung der Kirche beschlossen. Als Reaktion auf den Missbrauchsskandal soll der gemeinsame Beratungsprozess von Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) nach Reformen in den Bereichen kirchliche Macht, Zölibat und Sexualmoral suchen.

Auch Woelki hatte diesem Weg zugestimmt – dem Bericht des Kölner Stadt-Anzeigers zufolge will er den Prozess mit Personalvorschlägen aber so beeinflussen, "dass es dabei katholisch zugeht". Aber auch liberale Stimmen bringen sich in Stellung: Unter drei Themenforen, die den Prozess bis September vorbereiten sollen, findet sich eines zu "Sexualmoral", das von dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode geleitet wird. Dieser hatte sich zuletzt mehrfach für eine Segnung homosexueller Paare ausgesprochen (queer.de berichtete).

Der KStA-Bericht dürfte für einigen Wirbel in der Domstadt führen. Bereits Woelkis Entscheidung, Christen im Amt zu belassen, hatte in den letzten Tagen für empörte Äußerungen des Diözesanrats und der Pfarrgemeinderäte (PGR) in Köln gesorgt. Der Gemeinderat der Pfarrei St. Theodor und St. Elisabeth hisste aus Protest nach dem Sonntagsgottesdienst vor der Kirche in Vingst sogar eine Regenbogenflagge. "Wir halten Kardinal Rainer Woelkis Distanzierung für halbherzig und Christens Entschuldigung für fadenscheinig", sagte der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Michael Paetzold, dem "Stadt-Anzeiger". (pm/nb)


 Update  16.15h: Erzbistum: "Verunglimpfter" Pater wird nicht Experte

Das Erzbistum Köln hat am Montag in einer Pressemitteilung erklärt, dass Pater Romano Christen nicht als Experte am "Synodalen Weg" teilnehmen werde. Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki habe Pater Christen Anfang des Monats für die Arbeitsgruppe nominiert – "zu einem Zeitpunkt, als er noch keine Kenntnis von Pater Romanos Vortrag über Homosexualität hatte". "Inzwischen" habe der Kardinal die Deutsche Bischofskonferenz darüber informiert, dass er nicht länger an dieser Nominierung festhalten möchte.

Der Bericht lässt offen, wann diese Entscheidung kommuniziert wurde. Dafür kritisierte Generalvikar Dr. Markus Hofmann den "Kölner Stadt-Anzeiger" für die Verwendung des Begriffes "homophob": "Pater Romano hat einen Fehler gemacht und er hat sich dafür entschuldigt. Er hat auch sehr deutlich gesagt, dass jeder Mensch ungeachtet seiner sexuellen Orientierung Respekt verdiene und auf keinen Fall herabgewürdigt werden dürfe. Ihn nun als homophob zu verunglimpfen, ist ungerecht und geht über das verständliche Maß an Kritik zu seinem Vortrag weit hinaus".



#1 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 27.05.2019, 01:07h
  • "Woelkchen" hat wohl zu viel Messwein getrunken! Ein Mensch, der so über Homosexualität denkt, wie dieser Priesterausbilder, soll wirklich sich um den Missbrauch in der RKK kümmern? Dann steht das Ergebnis der "Untersuchung" schon fest: Es sind, wie immer nicht notgeile Priester, Perverse im Talar, sondern die ach so bösen Homosexuellen an allem Schuld!
    Da wird der Bock zum Gärtner gemacht!
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#2 BaerchenProfil
  • 27.05.2019, 01:35hzuhause
  • ...unglaublich...mehr kann ich dazu nicht sagen!!! Vor 19 Jahren ist etwas entscheidendes passiert, das 21. Jahrhundert hat da begonnen. Wir leben nicht mehr im Mittelalter, aber bei so einigen ewig gestrigen Pausenkaspern scheint das wohl noch nicht angekommen zu sein...
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#3 Patrick SAnonym
  • 27.05.2019, 01:50h
  • Nicht vergessen: diese Gestalten erarbeiten den Gesetzentwurf zum Verbot von Konversionstherapien. Kann man gar nicht oft genug wiederholen.
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#4 Homonklin44Profil
  • 27.05.2019, 08:22hTauroa Point
  • Solange die Herren Knilchens in ihrer Kirche den Blödsinn behalten, den sie verzapfen, kann das freien bzw. religionsbefreiten Menschen ziemlich Latte sein. Die Ursachen des Missbrauchs wird das nicht beeinflussen können, mit welcher Art Rhetorik sich da die Ideen zurecht geflickt werden.
    Man kann sich auch denken, was dabei herauis kommt, wenn Leute, die als Kinder einer psycho-introjizierten (Fehl)Prägung unterzogen wurden, sich ihre Sexualmoral zurecht basteln und pfriemeln.
    Nämlich heilloser Unsinn die Drölfzigste!
    Und mehr darf man ihnen auch nicht zutrauen.

    Wenn Knilche am Verbot von Konversionstherapien mitwirken sollen, sollte man da natürlich nicht grade Verfechter von Konversions-Unsinn hin entsenden.
    Sollte der Herr Spahn Solche eingeladen haben, kann man ihm auch eine Eselskappe schenken.
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#5 andreAnonym
  • 27.05.2019, 08:29h
  • Antwort auf #3 von Patrick S
  • Auch nicht vergessen. Bischöfe und Landesbischöfe werden von unser aller Geld, also Steuergeld bezahlt. Nicht etwa aus der Kirchenkasse. Kardinal Marx z.B. erhält montl. etwa 12.500 Euro. Quelle: spiegel.de.
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#6 Patrick SAnonym
  • 27.05.2019, 11:21h
  • Antwort auf #5 von andre
  • Völlig richtig. Funfact: Hitler hat die Kirchensteuer eingeführt. Noch ein Grund mehr, die Kirchenfinanzierung zu überdenken. Wenigstens bezahle ich die Strolche seit Jahren nicht mehr (direkt), da ausgetreten.
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#7 JorisAnonym
  • 27.05.2019, 11:33h
  • Die Kirche wird sich niemals ändern.

    Neben allem netten Gerede und Marketing werden die im Kern immer eine menschenverachtende, zynische, scheinheilige, macht- und geldgeile und übrigens auch unchristliche Organisation bleiben.

    Da hilft nur eines:
    Kirchenaustritt

    www.kirchenaustritt.de/

    Denn Fakten und Argumente erreichen solche Okkultisten nicht. Und nichts trifft diesen geld- und machtgeilen Verein mehr als Geldentzug.
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#8 Homonklin44Profil
#9 Carsten ACAnonym
  • 27.05.2019, 13:45h
  • Antwort auf #7 von Joris
  • Ja, je mehr Leute aus der Kirche austreten, desto besser. Jeder Euro, den diese Hass-Sekte weniger hat, ist gut.

    Aber wie auch schon andere gesagt haben:
    dennoch kassieren die weiter unvermindert die sog. Staatsleistungen. Auch von den Menschen, die da gar nicht Mitglied sind, die einer anderen Religion oder gar keiner Religion angehören. Aus den Steuerzahlungen aller Bürger.

    Das muss endlich ein Ende haben.

    Es muss endlich eine echte Trennung von Staat und Kirche geben. So wie es sich für eine Demokratie gehört:

    - Ende der Staatsleistungen

    - Ende der Kirchensteuer
    (wenn die Mitgliedsbeiträge erheben wollen, sollen sie die selbst einziehen; es kann nicht sein, dass der Staat die zur Steuer erhebt und eintreibt)

    - dasselbe Recht und dieselbe Justiz für Kirchen
    (es kann nicht sein, dass es für Kirchen, z.B. beim Arbeitsrecht, eigene Gesetze gibt und dass die ihre eigene Parallel-Justiz haben)

    - Ende der Ausnahmen für Kirchen im AGG

    - keine kirchliche Trägerschaft bei Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Seniorenheimen, etc.
    (das alles zahlt der Steuerzahler, aber die Kirche gibt dann ihren Namen um als mildtätig dazustehen und will dann auch noch mitreden)

    - kein Religionsunterricht an Schulen, stattdessen neutraler Ethik-Unterricht
    (Schulen sollen neutral sein und außerdem geht es an Schulen um die Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten und nicht um Glaube, Hoffnung, Vermutungen, o.ä.
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#10 YannickAnonym
  • 27.05.2019, 14:19h
  • Die Kirche muss unterdrücken, bevormunden und Hass schüren. Anders können die ihre Schäfchen nicht auf Linie halten und nur so funktioniert deren Geschäftsmodell.

    Deswegen werden sie immer Liebe und Freiheit bekämpfen. Weil sie es tun müssen, da sie ansonsten nicht überleben.

    Denn glückliche, freie Menschen brauchen kein Heilsprediger, die ihnen Erlösung von irgendwelchen (selbstverursachten) Qualen versprechen.
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