Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=3370
Home > Kommentare

Einzelkommentar zu:
CDU: Die Homo-Ehe bleibt


#10 AntiAntiAnonym
  • 24.09.2005, 12:57h
  • Und vertuscht alles so, wie Ihr es immer gehalten habt. Erst die Merkel als "Opfer" darstellen und dann das hier auch noch unter den Teppich kehren....

    Wahrheit vertuscht

    München: Mahn- und Gedenktag 25 Jahre nach dem neofaschistischen Terroranschlag auf das Oktoberfest. Wiederaufnahme der Ermittlungen gefordert

    Mit einem Mahn- und Gedenktag soll am kommenden Montag in München des faschistischen Attentats auf das Münchner Oktoberfest vor 25 Jahren gedacht werden. Insbesondere wird die Forderung nach einer Wiederaufnahme der Ermittlungen zu diesem schwersten rechtsextremen Terroranschlag in Deutschland erhoben. »Es zieht sich eine Blutspur vom damaligen Attentat bis zu den Mordtaten der Rechtsextremisten heute«, erklärte der KZ-Überlebende und VVN-Aktivist Martin Löwenberg am Mittwoch auf einer Pressekonferenz im Münchner Gewerkschaftshaus. »Viele Hinweise sind bei den Ermittlungen zum Oktoberfestattentat von den Behörden vertuscht, verschleiert, ignoriert worden.«

    These vom Einzeltäter

    13 Menschen starben und 211 wurden zum Teil schwer verletzt, als am 26. September 1980 am Haupteingang des Oktoberfestes eine Splitterbombe gezündet wurde. Der bei dem Anschlag umgekommene Attentäter Gundolf Köhler war ein Rechtsextremist aus dem Umfeld der verbotenen Wehrsportgruppe Hoffmann. Mitte 1981 beendete die »Sonderkommission Theresienwiese« ihre Ermittlungen mit dem Fazit: »Gundolf Köhler dürfte als Alleintäter gehandelt haben. Für eine Mittäterschaft oder auch nur Mitwisserschaft anderer an dem Sprengstoffanschlag auf das Münchner Oktoberfest ließen sich keine konkreten Anhaltspunkte erkennen.« Köhler wurde als verwirrter Einzeltäter präsentiert, der aus Frust gehandelt habe. Ein politischer Hintergrund wurde ausgeschlossen. Bei dieser Darstellung blieb Generalbundesanwalt Kurt Rebmann, als er im Dezember 1982 die Ermittlungen einstellte.

    »So, wie die offizielle Wahrheit lautet, kann es nicht gewesen sein«, meint der Journalist und Autor des 1985 erschienenen Buches »Oktoberfest. Ein Attentat«, Ulrich Chaussy. »Ab einem gewissen Zeitpunkt waren Ermittlungsergebnisse, die der Einzeltäterthese wiedersprachen unerwünscht.« Chaussy weist nach, daß die Ermittlungsbehörden gegenteilige Zeugenaussagen unterschlugen und Spuren nicht weiterverfolgten. So war Köhler kurz vor dem Anschlag mit Begleitern gesehen worden, und Mitglieder der Wehrsportgruppe hatten später vor Zeugen ihre Mittäterschaft bekannt. Erst kürzlich haben neue Enthüllungen über die Geheimorganisation Gladio in einem Buch des Schweizer Historikers Daniele Ganser die Einzeltäterthese erneut in Frage gestellt. Möglicherweise stammte der Sprengstoff für den Anschlag aus einem Depot dieser NATO-Konterguerilla.

    Parallelen zu Bologna

    Auf frappierende Weise erinnerte das Oktoberfestattentat an den am 2. August desselben Jahres stattgefundenen Anschlag von Faschisten auf dem Bahnhof von Bologna in Italien, bei dem 85 Menschen starben. Mit der »Strategie der Spannung« versuchten reaktionäre Kreise, den Ruf nach einem starken Mann herbeizubomben. Auch in Deutschland kandidierte mit Franz Josef Strauß ein »starker Mann«, der in seinem Wahlkampf gezielt Angst vor dem Terrorismus schürte. Unmittelbar nach der Tat hatte FJS den damaligen Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) zum Sicherheitsrisiko erklärt. Dieser gehe nicht scharf genug gegen die radikale Linke vor. Doch Baum hatte einige Monate vor dem Anschlag die Wehrsportgruppe Hoffmann verboten, über die FJS lange seine schützende Hand gehalten hatte.

    »Lernen wir von Bologna, wo seit 25 Jahren am 2. August, dem Jahrestag des dortigen Bombenanschlags im Bahnhof, Zehntausende unter der Losung ›Per non dimenticare‹ auf die Straße gehen und nicht locker lassen, um die Aufdeckung aller Hintergründe zu erreichen«, heißt es in dem Aufruf zur Gedenkkundgebung. Die Initiatoren – darunter Einzelgewerkschaften, VVN, Freidenker, Jusos, die grüne Stadtratsfraktion, die Linkspartei und kommunistische Organisationen sowie eine Reihe von Betriebsräten, Gewerkschaftsfunktionären und Politikern – fordern die ergebnisoffene Wiederaufnahme der Ermittlungen. »Ich habe viel verloren und werde weiterkämpfen gegen das Vergessen«, erklärte der 68jährige Ignaz Platzer. Der Mitinitiator der Gedenkveranstaltung hatte durch das Attentat zwei seiner Kinder verloren, seine Frau starb an den Spätfolgen des Anschlages und eine weitere Tochter beging vor einigen Jahren Selbstmord, weil sie die psychische Belastung nicht mehr aushielt.

    * Montag, 12 Uhr: Gedenkveranstaltung am Mahnmal des Oktoberfestattentats am Haupteingang zur Theresienwiese; 19.15 Uhr Marienplatz: Kundgebung
  • Antworten » | Direktlink »

» zurück zum Artikel