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Trendumkehr?
Umfrage: Russen werden homofreundlicher
Fast die Hälfte der Russen zeigt sich inzwischen davon überzeugt, dass sexuelle Minderheiten gleiche Rechte verdienen. Das ist der höchste Wert in 14 Jahren.

LGBTI 2018 bei einer Demonstration zum 1. Mai in Sankt Petersburg (Bild: Straights for Equality / vk)
- 27. Mai 2019, 13:57h 2 Min.
Laut einer neuen Umfrage des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Levada erklären 47 Prozent der russischen Bevölkerung, dass Schwule und Lesben die gleichen Rechte haben sollten wie die russische Mehrheitsbevölkerung. 43 Prozent glauben dagegen, dass Heterosexuelle grundsätzlich vom Staat bevorzugt werden sollten.
Das ist der höchste von Levada gemessene Wert bei dieser Frage seit 2005, als 51 Prozent Homosexuellen gleiche Rechte zubilligen wollten. In den Folgejahren war dieser Anteil gesunken – bis auf 39 Prozent im Jahr 2013, als das Putin-Regime das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" beschlossen hatte (queer.de berichtete). Der Politik-Experte Alexei Makarkin erklärte gegenüber der Mediengruppe RBK, Grund für die Abnahme von Homophobie sei möglicherweise, dass die staatlich kontrollierten Fernsehsender weniger LGBTI-feindliche Inhalte sendeten als noch vor wenigen Jahren.
Dennoch sehen die meisten Russen nach wie vor mit Ekel auf Homosexuelle: Auf die Frage, wie ihre persönliche Beziehung zu Schwulen und Lesben sei, antworteten nur drei Prozent, sie sei positiv. 56 Prozent gaben an, eine negative Einstellung gegenüber sexuellen Minderheiten zu haben. Der Rest zeigte sich neutral oder gleichgültig.
Russen kennen kaum Schwule und Lesben
Die negativen Zahlen kommen laut den Meinungsforschern zustande, weil sehr wenige Russen in ihrem Alltag geouteten Schwule und Lesben begegnet sind. Nur acht Prozent gaben an, eine "Person mit anderer sexueller Orientierung" persönlich zu kennen. Das ist aber der höchste Wert seit der ersten Befragung 2013.
Für die repräsentative Umfrage wurden 1.625 russische Staatsbürger über 18 Jahren zwischen dem 18. und 23. April persönlich interviewt.
Bislang hatten Umfragen stets darauf hingedeutet, dass die russische Bevölkerung wegen der Regierungs- und Medienpropaganda homophober wird. Letztes Jahr wurde etwa eine Umfrage veröffentlicht, nach der die russische Bevölkerung mehr Abneigung gegenüber Homosexuellen verspürte als Ende der Neunzigerjahre (queer.de berichtete). In einer weiteren Umfrage gab außerdem eine Mehrheit an, sich vor Homo-"Propaganda" zu fürchten (queer.de berichtete).
Politikwissenschaftler sehen Machtpolitik als Grund für die homophobe Grundhaltung der russischen Regierung. Die Regierung versuche mit nationalistischer Rhetorik, sich als einziger Vertreter des "wahren Russlands" zu profilieren. Homosexualität werde dabei als Teil westlicher Dekadenz beschrieben, von der man sich absetzen müsse. LGBTI-Aktivisten befürchten, dass das Putin-Regime bei einer eventuellen Wirtschaftskrise ihre homophoben Ausbrüche noch verstärkt, um an der Macht zu bleiben. (dk)















Aber die Regierung in Russland hat da eine andere Auffassung. Die Demokratie in Russland ist ausgehebelt.
Eine Umkehr ist nur möglich, wenn der Präsident im Kreml ein anderer sein wird.
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