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US-Umfrage

Homo- und Bisexuelle weniger religiös als Heteros

Kirche und Glauben spielen unter sexuellen Minderheiten eine weit kleinere Rolle als in der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft.


Weit weniger Schwule und Lesben glauben an Gott (Bild: BookMama / flickr)

Lesben, Schwule und Bisexuelle sind in den Vereinigten Staaten weit weniger religiös als Heterosexuelle. Das ist das Ergebnis einer neuen Analyse des Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center, das Daten aus einer Religionsstudie aus dem Jahr 2014 ausgewertet hat. So erklärten 89 Prozent der amerikanischen Befragten, die sich als heterosexuell identifizierten, sie würden an Gott glauben. Unter Schwulen, Lesben und Bisexuellen liegt dieser Anteil nur bei 77 Prozent.

Mehr als die Hälfte der heterosexuellen Befragten gaben zudem an, täglich zu beten (56 Prozent). Bei Schwulen und Lesben lag dieser Anteil bei 41 Prozent, bei Bisexuellen sogar nur bei 38 Prozent. Zudem gab jeder dritte Hetero an, einmal pro Woche den Gottesdienst zu besuchen – bei LGB ist er nur jeder Sechste.

Spiritualität unter Heteros und Homos gleichermaßen verbreitet

Bei der Frage der Spiritualität nähern sich die Werte der Gruppen an. So gaben rund vier von zehn Homo-, Bi- und Heterosexuellen an, sie würden meditieren. Zudem fragten sich sowohl LGB als auch Heteros in gleicher Anzahl nach dem Sinn des Lebens – die Werte liegen hier zwischen 55 und 56 Prozent.

Andere Umfragen zu Religion und Spiritualität kamen in der Vergangenheit zu ähnlichen Ergebnissen (queer.de berichtete). Forscher erklären die Unterschiede mit der teils starken Ablehnung von Homosexuellen durch Kirchen. Zudem gibt es Erkenntnisse, dass religiöse Menschen gegenüber anderen Vorurteile haben und eher Minderheiten abwerten. Die Bielefelder Psychologieprofessorin Beate Küpper erklärte diese Vorurteile vor einigen Jahren damit, dass viele religiöse Menschen glaubten, dass ihre eigene Religion anderen Religionen überlegen sei. Damit könne praktisch die Abwertung anderer als Teil der religiösen Identität angesehen werden (queer.de berichtete). (dk)



#1 ErschütterndAnonym
  • 28.05.2019, 09:52h
  • 41 % der Schwulen und Lesben "sprechen" täglich mit einer eingebildeten Autorität? Ich hoffe wirklich, dass Schwule und Lesben in Europa weniger häufig religionsgestört sind.
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#2 KurtiAnonym
#3 myysteryAnonym
#4 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 28.05.2019, 11:10h
  • Wundert mich nicht! Es würde niemanden gefallen, abgelehnt zu werden, weil man so ist, wie man ist. Oder, wo versucht wird, einen zu "heilen", und dazu auch Methoden anwendet, die jedem Menschenrecht widersprechen.
    Das heißt nicht, dass wir "ungläubig" sind, sondern nur, dass unser Gott nicht der der Religioten ist. Viele von uns suchen ihren eigenen spirituellen Weg, weil der "traditionelle"Weg ihnen Schmerz und Verlust von Familie und Freunde eingebracht hat.
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#5 myysteryAnonym
#6 KetzerEhemaliges Profil
  • 28.05.2019, 11:36h
  • "Forscher erklären die Unterschiede mit der teils starken Ablehnung von Homosexuellen durch Kirchen. Zudem gibt es Erkenntnisse, dass religiöse Menschen gegenüber anderen Vorurteile haben und eher Minderheiten abwerten. [...] viele religiöse Menschen glaubten, dass ihre eigene Religion anderen Religionen überlegen sei. Damit könne praktisch die Abwertung anderer als Teil der religiösen Identität angesehen werden"

    Wow - das sind ja alles brandheiße Neuigkeiten ;-)
    Erschreckend genug, dass selbst unter diesen Umständen noch 77% der besonders Unterdrückten an diesen "Gott" und seine "Niederlassungen" auf der Erde glauben, die doch einzig dazu da sind, das Leben der Menschen so zu regulieren, dass möglichst wenig Lebensfreude und vor allem möglichst wenig Sexualität dabei herauskommt.

    Als wäre das Leben nicht schon schwierig genug, rennt man auch noch einer ausgedachten "himmlischen Macht" hinterher, deren Hauptziel es schließlich ist, einem das Leben NOCH schwerer zu machen. Denn als Kleinkind wurde einem erzählt, dieser "Gott" sei doch so "lieb" und fürsorglich.

    Leute, werdet erwachsen. Fangt an, selbständig zu denken!

    www.kirchenaustritt.de/
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#7 OutAndProud
#8 TheDadProfil
  • 28.05.2019, 12:04hHannover
  • Antwort auf #3 von myystery
  • ""Dass 90% der Hetero-Amerikaner an Gott glauben, finde ich für ein entwickeltes Land ebenso krass wie erschreckend.""..

    Nun soll man nicht in den Irrtum verfallen, die USA seien ein "entwickeltes Land"..

    Denn diese Zuschreibung ist nichts weiter als ein "Wert" den man über genau diese "Religion" herführt, und so "von sich selbst" behauptet entwickelt zu sein, und dazu Kriterien nutzt die nur Vergleiche mit anderen "Christlichen Ländern" zulassen..

    Natürlich ist die USA "entwickelt"..
    Das hat aber so rein gar nichts mit der Aussage zu tun, wie gut oder wie schlecht ein Land entwickelt ist..
    Betrachtet man die Entwicklung der USA auf dem Gesundheits-Sektor, dann haben wir dort die wahrscheinlich beste Medizin die man für Geld kaufen kann, und genau dort liegt dann die Krux, denn hätte die USA ein "gut entwickeltes Gesundheitssystem", dann wäre es entweder kostenlos für ALLE verfügbar, oder es wären wenigstens ALLE versichert..
    Da beides nicht der Fall ist, steht das US-Amerikanische Gesundheits-System auf gleicher Stufe mit Ländern wie Saudi Arabien oder dem Sudan..
    Die Reichen kaufen sich Leistungen, und fliegen dafür in die BRD oder die Schweiz..

    Von einem Gesundheits-System wie im Iran ist die USA dann auch noch Äonen entfernt..
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#9 Alexander_FAnonym
  • 28.05.2019, 12:16h
  • Unsereiner glaubt also tatsächlich nicht so sehr wie die Heten an einen unsichtbaren, gedankenlesenden Sadisten, der uns in alle Ewigkeit quälen wird, weil wir so sind, wie er uns erschaffen hat? Und deren Anhänger sich auch maßgeblich dafür eingesetzt haben und immer noch einsetzen, dass diese Strafe auch schon im Diesseits anfängt?

    Danke für diese bahnbrechende Erkenntnis, Dr. Obvious!

    Sonst ist zu sagen, dass der tendenziell sehr verbreitete Glaube an Gott in den Vereinigten Staaten nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, dass dieses de jure immer noch sehr säkulare Land seit Jahrzehnten fortwährend von religiösen Fundamentalisten unterwandert wird, die eigentlich eine Minderheit sind, dafür aber eine sehr lautstarke und einflussreiche. Es bleibt zu hoffen, dass sich Amerika nicht in eine quasi Republik Gilead verwandeln wird. Wenn doch, kann es uns immer noch als mahnendes Beispiel dafür dienen, was Religion anrichten kann.
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#10 KetzerEhemaliges Profil