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Berlin
LSVD Teil des Bündnisses gegen den Al-Quds-Marsch
Jedes Jahr nach dem Fastenmonat Ramadan demonstrieren radikale Palästinenser und andere Muslime gegen Israel und Juden. Berlins Innensenator kann die "widerliche" Veranstaltung nicht verbieten. Deshalb gibt es Protest.

Seit Jahren beteiligen sich auch viele Schwule und Lesben an der Protestaktion gegen islamistische Judenhasser (Bild: haOlam.de)
- 28. Mai 2019, 13:37h 3 Min.
Mehrere Parteien, Gruppen und Initiativen haben zu einer Demonstration gegen die anti-jüdische Al-Quds-Kundgebung am Samstag in Berlin aufgerufen. Bei dem Aktionstag von radikal-islamischen Gruppen gehe es um antisemitische Hetze, teilte das Bündnis "Gegen den Quds-Marsch" in Berlin am Dienstag mit. "Dieser Marsch ist ein Marsch des Hasses, der die falsche und widerrechtliche Forderung erhebt, Jerusalem dürfe nur den Muslimen gehören", erklärte die Deutsch-Israelische Gesellschaft Berlin und Brandenburg.
Den Aufruf zur Gegendemonstration wird wie in den letzten Jahren vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg unterstützt. Außerdem haben sich dem Aufruf zur Gegendemo unter anderem die Kurdische Gemeinde, das American Jewish Committee Berlin und die meisten im Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien sowie der ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck angeschlossen. Die Veranstalter hoffen auf 800 Teilnehmer.
Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) erklärte über Twitter: "Eine der widerlichsten Versammlungen, die es in Berlin gibt. Der politische Wille für ein Verbot ist da. Ein Verbot muss aber vor den Gerichten Bestand haben. Die Erkenntnisse, die wir haben, reichen dafür bislang nicht aus."
Aufruf zum Kippa-Tragen
Das Jüdische Forum rief dazu auf, bei der Gegendemonstration am Samstag (15.00 Uhr) am Ku'damm bewusst als sichtbares Zeichen eine Kippa zu tragen. Es herrsche innerhalb der jüdischen Gemeinde eine große Verunsicherung und auch Furcht vor Angriffen auf offener Straße gegen Menschen, die eine jüdische Kopfbedeckung tragen, sagte JFDA-Sprecher Levi Salomon.
Auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, rief die Menschen auf, am Samstag Kippa zu tragen. Damit setze man ein wichtiges Zeichen der Solidarität mit Juden und trete ein für die uneingeschränkte Religionsfreiheit und gesellschaftliche Vielfalt, sagte Klein den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). Klein hatte zuvor vor Gewalt gegen Juden gewarnt und gesagt, Juden könnten sich nicht überall in Deutschland mit der Kippa zeigen. Er begründete dies mit der "zunehmenden gesellschaftlichen Enthemmung und Verrohung", die ein fataler Nährboden für Antisemitismus sei.
Im Jahr 2018 war die Zahl der registrierten antisemitischen Straftaten bundesweit gestiegen. Die Kippa, eine kleine kreisförmige Mütze, wird von jüdischen Männern als Zeichen ihres Glaubens traditionell den ganzen Tag lang getragen.
Am Al-Quds-Tag, der am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan liegt, ruft der Iran jedes Jahr zur Eroberung Jerusalems auf. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967. Al-Quds ist der arabische Name für Jerusalem.
Im vergangenen Jahr nahmen 1.600 Menschen an der antisemitischen Demonstration in Berlin teil. Sie forderten ein eigenständiges Palästina und griffen Israel in Sprechchören an. Die Polizei beschlagnahmte Fahnen mit Bezug zur terroristisch eingestuften Hisbollah, es gab auch Sprechchöre mit dem Inhalt "Israel Kindermörder". Auch ein Hitler-Gruß wurde gezeigt. (dpa/dk)
Samstag, 1. Juni 2019, 15 Uhr, George-Grosz-Platz (Schlüterstr./Kurfürstendamm), Berlin-Charlottenburg
Links zum Thema:
» Gegenqudsmarsch.de














Wobei "Vorbehalte" noch diplomatisch ausgedrückt ist. Häufig sind es sehr aggressive verbale und physische Angriffe.