https://queer.de/?33713
Sieg in der Lombardei
Erster trans Bürgermeister in Italien
Zum ersten Mal zieht mit Gianmarco Negri ein Transsexueller ins Rathaus von Tromello ein – ausgerechnet in einer Hochburg der Rechtsextremen.

Gianmarco Negri ist neuer Bürgermeister der Gemeinde Tromello (Bild: Promo)
- 28. Mai 2019, 14:12h 2 Min.
In Italien wurde ein transsexueller Bürgermeister gewählt – und das in einem Ort, in dem die Rechtsaußenpartei Lega von Innenminister Matteo Salvini dominiert. Gianmarco Negri gewann die Abstimmung in der kleinen norditalienischen Gemeinde Tromello in der Lombardei. Der 40-jährige Anwalt setzte sich bei der Kommunalwahl am Sonntag mit mehr als 37 Prozent der Stimmen gegen den Bürgermeisterkandidaten der Lega durch. Er sei der erste trans Bürgermeister des Landes, twitterte der Sprecher des Homosexuellenverbandes Gay Center.
In der Gemeinde mit etwa 3.700 Einwohnern wählten bei der gleichzeitig stattfindenden Europawahl rund 56 Prozent die Lega. Landesweit erreichte die rechtsextreme Partei mit rund 34 Prozent der Stimmen Platz eins und entsendet 29 Abgeordnete nach Straßburg – und damit genauso viele wie CDU und CSU.
Laut Medienberichten hatte Negri vor fünf Jahren eine Geschlechtsanpassung durchgeführt. In Italien war er bekannt geworden, weil er in der TV-Dokumentation "Love Me Gender" von seiner Geschlechtsanpassung erzählt hatte. Politisch ist er ein noch unbeschriebenes Blatt – bislang war er noch nie bei einer Wahl angetreten.
Lega profiliert sich mit Homo- und Transphobie
Viele Lega-Politiker sorgen immer wieder mit abwertenden Äußerungen gegen Homo- und Transsexuelle für Aufregung. Salvini war erst vor Kurzem bei dem "Weltfamilienkongress" in Verona dabei, bei dem ultrarechte Politiker und erzkonservative Christen unter anderem gegen die Gleichstellung Homosexueller protestierten (queer.de berichtete).
Bei Negri handelt es sich nicht um den ersten trans Politiker, der für Aufregung sorgt: 2006 zog die Transfrau Vladimir Luxuria für die Kommunisten in die Abgeordnetenkammer ein (queer.de berichtete). Bei der folgenden Wahl im Jahr 2008 verlor sie ihren Sitz wieder. (dpa/dk)















Es sollte generell immer für jeden Job der beste Kandidat genommen werden - egal welches Geschlecht man hat und egal ob man vorher ein anderes Geschlecht hatte...
(Deswegen bin ich übrigens auch gegen Frauenquoten, denn ich finde es genauso sexistisch, eine Frau nur wegen ihres Geschlechts zu nehmen, wie sie nur deswegen abzulehnen. Es sollte generell immer der beste Kandidat genommen werden - unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, etc.)