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Sieg in der Lombardei

Erster trans Bürgermeister in Italien

Zum ersten Mal zieht mit Gianmarco Negri ein Transsexueller ins Rathaus von Tromello ein – ausgerechnet in einer Hochburg der Rechtsextremen.


Gianmarco Negri ist neuer Bürgermeister der Gemeinde Tromello (Bild: Promo)

In Italien wurde ein transsexueller Bürgermeister gewählt – und das in einem Ort, in dem die Rechtsaußenpartei Lega von Innenminister Matteo Salvini dominiert. Gianmarco Negri gewann die Abstimmung in der kleinen norditalienischen Gemeinde Tromello in der Lombardei. Der 40-jährige Anwalt setzte sich bei der Kommunalwahl am Sonntag mit mehr als 37 Prozent der Stimmen gegen den Bürgermeisterkandidaten der Lega durch. Er sei der erste trans Bürgermeister des Landes, twitterte der Sprecher des Homosexuellenverbandes Gay Center.

In der Gemeinde mit etwa 3.700 Einwohnern wählten bei der gleichzeitig stattfindenden Europawahl rund 56 Prozent die Lega. Landesweit erreichte die rechtsextreme Partei mit rund 34 Prozent der Stimmen Platz eins und entsendet 29 Abgeordnete nach Straßburg – und damit genauso viele wie CDU und CSU.

Laut Medienberichten hatte Negri vor fünf Jahren eine Geschlechtsanpassung durchgeführt. In Italien war er bekannt geworden, weil er in der TV-Dokumentation "Love Me Gender" von seiner Geschlechtsanpassung erzählt hatte. Politisch ist er ein noch unbeschriebenes Blatt – bislang war er noch nie bei einer Wahl angetreten.

Lega profiliert sich mit Homo- und Transphobie

Viele Lega-Politiker sorgen immer wieder mit abwertenden Äußerungen gegen Homo- und Transsexuelle für Aufregung. Salvini war erst vor Kurzem bei dem "Weltfamilienkongress" in Verona dabei, bei dem ultrarechte Politiker und erzkonservative Christen unter anderem gegen die Gleichstellung Homosexueller protestierten (queer.de berichtete).

Bei Negri handelt es sich nicht um den ersten trans Politiker, der für Aufregung sorgt: 2006 zog die Transfrau Vladimir Luxuria für die Kommunisten in die Abgeordnetenkammer ein (queer.de berichtete). Bei der folgenden Wahl im Jahr 2008 verlor sie ihren Sitz wieder. (dpa/dk)



#1 JorisAnonym
  • 28.05.2019, 17:28h
  • Sehr gut! Herzlichen Glückwunsch!

    Es sollte generell immer für jeden Job der beste Kandidat genommen werden - egal welches Geschlecht man hat und egal ob man vorher ein anderes Geschlecht hatte...

    (Deswegen bin ich übrigens auch gegen Frauenquoten, denn ich finde es genauso sexistisch, eine Frau nur wegen ihres Geschlechts zu nehmen, wie sie nur deswegen abzulehnen. Es sollte generell immer der beste Kandidat genommen werden - unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, etc.)
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#2 nurzurinfoAnonym
  • 28.05.2019, 19:19h
  • Antwort auf #1 von Joris
  • Ein Transmann "hatte nicht vorher ein anderes Geschlecht". Ein Transmann war und ist immer ein Mann. Was Du meinst, ist, was die Leute vorher GLAUBTEN. Was aber entscheidend ist, ist, wie die Person selbst das für sich empfindet.
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#3 Ana NymAnonym
  • 28.05.2019, 19:39h
  • Antwort auf #1 von Joris
  • Hi Joris,
    die Quoten sind nur ein Hilfsmittel, denn bei einer Einstellung kann es nicht nur nach einem Punktekatalog und Mittelwert: English 2, Mathe 1+, Deutsch 1-, MINT 2 ... gehen. Auch hier ist schon die Frage welche Fächer habenmehr gewicht für die Stelle und welche haben weniger.
    Außerdem zählen auch soziale Gründe zu Profil. Hier kommen verstärkt Gewohnheiten der Entscheider hinzu, die meist von ihnen selbst nicht Wahrgenommen werden, weil man ja schließlich rein sachlich entscheide!
    Eine KI etwa, die von den besten "Recroutern" lernen sollte, lernte nebenbei auch deren Vorurteile, deren Rassismus, und entschied danach. Hier noch mehr Beispiele.
    www.sueddeutsche.de/digital/kuenstliche-intelligenz-mit-voru
    rteilen-daten-machen-maschinen-intelligent-und-rassistisch-1
    .3494546


    Die KIs zeigen uns nur, was wir alle ja seit wik klein waren wissen : Wir sind nicht frei von (Vor)Urteilen. Quoten versuchen hier lediglich ein Gegengewicht zu schaffen. Eine Frau auf einem Bagger ist komischer Weise immer noch nichtannähernd so häufig wie der Anteil der frauen in der Gesellschaft. Sollen die alle schlechter Qualifiziert sein als die Männer?
    Quoten haben auch eine Signalwikung, denn wir machen uns auch selbst Sachen vor, was wir können und was wir nicht können. Mädchen, die eine Frau am Bau aufm Bagger sehen, lernen das kannst du auch.
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#4 Carsten ACAnonym
  • 28.05.2019, 20:25h
  • Antwort auf #3 von Ana Nym
  • Natürlich kommt es auf mehr als irgendwelche "Schulnoten" an. Auch soziale Kompetenz, Fleiß, Zuverlässigkeit sind wichtig.

    Aber wenn all das für einen Bewerber oder eine Bewerberin spricht, sollte diese Person den Job bekommen - unabhängig von Quoten.

    Alles andere verstößt auch gegen den Gleichheitsgrundsatz.
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#5 Patroklos
  • 28.05.2019, 20:52h
  • Herzlichen Glückwunsch, sowas muß man inmitten einer Hochburg einer neofaschistischen Partei wie der Lega Nord erst einmal schaffen.
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#6 no_bashingAnonym
#7 TransMann_eVAnonym
  • 31.05.2019, 19:46h
  • Herzlichen Glückwunsch auch vom deutschen, bundesweiten TransMann e.V.!

    Ein sehr schönes Zeichen in der heutigen Zeit! Wir wünschen noch viel Erfolg für die Amtsperiode und alles Gute.
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