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Weltstar mit Höhen und Tiefen

Helmut Berger wird 75

Luchino Visconti machte ihn zum Filmstar, vom Ruf als einst schönster Mann der Welt zehrte er lange. Danach folgten Skandale, der Absturz und das Dschungelcamp. Nun wird Helmut Berger 75 Jahre alt – und bleibt ein Rätsel.


Schauspieler Helmut Berger verdrehte in den Siebzigern vielen Kinobesuchern den Kopf (Bild: Helmut Berger. Ein Leben in Bildern. Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag)

Helmut Berger ist kein einfacher Mensch. Das sagt der Schauspieler über sich selbst – und in einer neuen Doku liefert er auch den Beweis. Er zeigt in dem Film viel Humor, viel Selbstkritik, aber auch diese etwas unberechenbare, abgehobene, streitsuchende Seite, die sich in der öffentlichen Darstellung über ihn in den vergangenen Jahren durchgesetzt hat.

Berger war in den Sechziger- und Siebzigerjahren ein europäischer Star, genoss Ruhm und Partys, stürzte aber nicht zuletzt durch Alkoholeskapaden gewaltig ab und landete im RTL-Dschungelcamp. "Dieser Dschungel, der verfolgt mich, als wenn ich nicht noch anderes gemacht hätte", sagt Berger. Nun wird er am 29. Mai 75 Jahre alt, und der Ruf des abgestürzten Künstlers hält sich beharrlich.

Bettina Vorndamme wollte eigentlich genau daran arbeiten. Im Internet sah sie die Skandalauftritte des Österreichers und war überzeugt: Dem einstigen Star muss geholfen werden. Sie nahm Kontakt zu Berger auf, lud ihn zu sich aufs Land nach Niedersachsen ein und unterstützte ihn, wo sie konnte. Die Tochter, Filmemacherin Valesca Peters, machte daraus eine Dokumentation (queer.de berichtete). Der Schauspieler gibt in dem kürzlich erschienenen Film viel über sich preis – Gutes wie Schlechtes.


Helmut Berger 2013 im Dschungelcamp (Bild: RTL)

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Aufstieg in Visconti-Filmen

Bekannt wurde Berger mit seinen Rollen in "Die Verdammten" (1969) und "Ludwig II." (1972), für ersteren wurde er 1970 für den Golden Globe als bester Nachwuchsschauspieler nominiert. Bei beiden Filmen führte Luchino Visconti Regie.

Direktlink | Trailer für Ludwig II. (in Italienisch)

Der 38 Jahre ältere Italiener hatte Berger entdeckt, er wird sein Lebensgefährte und "Vaterersatz". Visconti stirbt 1976 und Berger stürzt in eine Krise. Es folgen ein Selbstmordversuch, Alkoholexzesse, ein dekadenter Lebensstil, aber kaum noch neue große Rollen. Berger sagt, dass er sich nach Visconti niemals mehr in jemanden verliebt habe.

"Ich bin total versackt"

Beruflich wie privat bleibt der große Aufschwung stets aus, Berger zehrt zunehmend von seiner Vergangenheit und dem Prädikat des einst "schönsten Mannes der Welt", als der er mal das Cover der Zeitschrift "Vogue" zierte. Statt mit schauspielerischen Leistungen macht er mehr mit Auftritten in Talkshows von sich reden. "Ich bin total versackt", erklärt er schließlich 1996 in Harald Schmidts damaliger Sat.1-Show.

Die ganz große Aufmerksamkeit wird ihm tatsächlich erst wieder zuteil, als er 2013 ins RTL-Dschungelcamp zieht. Aus gesundheitlichen Gründen steigt er bereits nach wenigen Tagen wieder aus, doch plötzlich kennen ihn auch jüngere Menschen. Besonders zuträglich für sein Image war der Auftritt aber sicher nicht.

"Es ist mir scheißegal", sagt Berger der Filmemacherin Peters, als sie ihn fragt, was andere wohl über ihn denken. Berger schützt sich selbst – oder ist er einfach nur abgehoben und selbstverliebt? Seine öffentlichen Auftritte sind zu unterschiedlich, um darauf eine klare Antwort zu geben.

Zuletzt noch stritt er sich vor Gericht mit dem Regisseur Andreas Horvath, der ihn im Dokumentarfilm "Helmut Berger, Actor" bei der Selbstbefriedigung gezeigt hatte. "Bloßstellend und herabsetzend" seien einige Szenen gewesen, so der Vorwurf. 2014 berührte Berger derweil mit einem eher stillen Auftritt: Zittrig und gesundheitlich angeschlagen zeigte er sich zur Weltpremiere von "Saint Laurent" auf dem roten Teppich des Filmfestivals von Cannes. 2018 folgte dann in hohem Alter sein Theaterdebüt: An der Volksbühne Berlinspielt Berger an der Seite von Ingrid Caven einen Baron der Barockzeit.

Ob dieses Engagement ohne die Unterstützung des Doku-Teams möglich gewesen wäre, darf bezweifelt werden. Und so bleibt die Frage, welches Bild sich von Berger irgendwann einmal in den Erinnerungen der Menschen festsetzen wird. Bettina Vorndamme hat ihr Fazit bereits gezogen: "Er ist nicht wie wir. Es wird immer so sein, dass wir ihn nicht verstehen können." (dpa)



#1 iamguidoAnonym
  • 29.05.2019, 13:44h
  • Schönster Mann der Welt ???

    Welcher Schreiberling hat nur diesen Schwachsinn in die Welt gesetzt?

    Berger hat schon seine Rollen so "gespielt", wie er leibhaftig war und sich bis auf den heutigen Tag nie anders produziert hat: arrogant, kotzeitel, anmaßend, impertinent, geckenhaft, blasiert - kurzum - (für mich) abstoßend
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#2 LotiAnonym
  • 29.05.2019, 13:49h
  • Mir wird er immer als der schöne Schauspieler in Erinnerung bleiben. Was dieser Mann persönlich aus sich gemacht hat, ist, wie bei vielen anderen Schauspielern auch, eher peinlich aber menschlich. Wir alle machen mal Fehler. Deshalb auch an dieser Stelle meinen Glückwunsch zum Geburtstag.
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#3 LotiAnonym
  • 29.05.2019, 14:18h
  • Antwort auf #1 von iamguido
  • Ach herrjemine auch. Besonders in Deutschland gibt viele Schauspieler*innen die nur sich selber spielen können und somit ein Bild von sich zeichnen, was man z.B. tagtäglich in den Vorabendserien zu sehen bekommt. Eine Katja Riemann lief mir schon in Berlin übern Weg in der Kantstraße Charlottenburg und nachdem ich sie erkannt hatte beim Vorbeigehen, sah ich nur ein unfreundlichen, abweisenden Gesichtsausdruck. Also ging ich weiter, ohne sie freundlich zu grüßen. Somit ist H.Berger absolut nicht der Einzige mit Allüren.
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#4 LifeisLiveAnonym
  • 30.05.2019, 05:24h
  • Das kann und wird ihm (hoffentlich) scheißegal sein, was irgendwelcher (schwuler) Pöbel von ihm denkt. Er hat Ludwig II. in Viscontis Verfilmung das Gesicht und die Gestalt geliehen, was auf Dauer immer von ihm in Erinnerung bleiben wird. Genauso wie Romy Schneider mit ihrer Darstellung der Elisabeth von Österreich, den gesamten sentimentalen Sissi Schmäh vom Tisch wischte und diese Rolle als Schlusspunkt zum Thema setzte. Karl-Heinz Böhm hat das auf seine Art mit "Peeping Tom" erledigt.

    Es wird nie wieder einen solchen Film geben, auch deswegen nicht, weil Regiesseure wie Fellini, Kubrick, Herzog, Hitchcock, v. Sternberg oder v. Stroheim keine Finanzierungen in diesen Größenordnungen mehr bekämen. Diese Art von unerreichbaren Stars ist eine aussterbende Spezies. Die Garbo oder die Dietrich haben ihr Alter für diese Mythen geopfert, andere sind jung genug gestorben, bevor es allzumenschlich werden konnte.

    Die meisten Leute sehen sowieso immer bloß das, was sie sehen wollen und mit ihren kleinen Rosinenherzen in Schokolade gerade noch so verkraften können. Kitsch ist für sie großes Kino, das wilde Abenteuer ein Campingtrip durch die USA (mit Reiseversicherung) und Werbung bildet eben "Schönheit" ab.
    Ja mei...fuck you with Zitterspiel, Baby.
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#5 Homonklin44Profil
  • 30.05.2019, 09:21hTauroa Point
  • Zum Geburtstag gratulieren kann man ihm ja trotz alledem, was aus ihm wurde, und wohin ihn das leben gespült haben mag, er sich selber gebracht hat. Er hätte vielleicht anfangen sollen, zu malen, oder so etwas. Wenn man den Namen als Schauspieler schon mal hat, sichern weitere kreative Seitenzweige den Unterhalt, aber damit scheint er auch nicht langfristig Probleme gehabt zu haben.
    In unserer Jetztzeit anders zu sein, was anderes als der Mainstream zu meinen oder zu sagen, bringt einem selten Sympathien. Ob man dann so ist, wie man ist, oder ob sich die Welt an einem vorbei weiter entwickelt hat, ist nicht immer klar zu sehen.
    Hauptsache ist, er hat sein Ding so gemacht, wie er's braucht, was solls ihn jucken, was die Leute davon halten? Es kann auch eine Gabe sein, wenn einen das nicht groß kratzt. Besonders heute, im Zeitalter neuer Sprechverbote und Gedankenkontrolleure..

    Beim Wichsen hätte er sich viellericht besser mit 25 filmen lassen sollen, dann wär's besser weg gegangen ... zeitlos gefragt gewesen.
    Schönster Mann der Welt - ja, sowas ist immer stark subjektiv. Warum ist das kein Angehöriger vom Volk der San oder vielleicht wer, der aus Papua Neuguinea stammt? Ach so, von da wird niemand gekürt ... deswegen, schönster Mann der Welt, das können Tausende gleichzeitig sein.

    Zitterspiel? Oder Zitherspiel,Letzteres ist angenehmer ... oder ist das wieder ein Hinfall dieser dämlichen Rechtschreibreform?
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