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Angst vor "schriller 'Gay-Parade'"
Homo-Hasser starten Petition gegen "Gay Day" in Disneyland Paris
Die fundamentalistische Plattform CitizenGo stachelt ihre Leser gegen Euro-Disney auf und fordert die Absage des "Magical Pride" am 1. Juni – angeblich um "Kinder zu schützen".

Minnie kommen die Tränen, Micky ist verzweifelt: So stellt sich die Plattform CitizenGo auf ihrer Petition homophobe Mäuse vor (Bild: Screenshot CitizenGo)
- 29. Mai 2019, 14:16h 3 Min.
Mit dem "Magical Pride" will das Disneyland Paris am Samstag "die Schönheit der Vielfalt" zeigen. LGBTI-Gegner fühlen sich dadurch provoziert: Die Plattform CitizenGo hat daher am Dienstag eine mehrsprachige Petition gestartet, um den "Gay Day" zu stoppen. Eigenen Angaben zufolge hat die homophobe Organisation damit bereits mehr als 83.000 digitale Unterschriften binnen eines Tages gesammelt.
"Bitte machen Sie mit, unterzeichnen Sie diese Petition, setzen Sie ein Zeichen und fordern Sie Disney auf, die Kinder vor der Gender-Ideologie zu schützen und die 'Magical Pride Parade' in ihrem Park abzusagen", so die Aufforderung der Seite an die Leser. Weiter heißt es in dem Text, man sei "sicher, dass die LGTB-Lobby (sic) diese Veranstaltung als weiteren Sieg für ihre gefährliche Agenda betrachtet". Man könne "nicht tatenlos zusehen und erlauben, dass an diesem angeblich familienfreundlichen Ort eine schrille 'Gay-Parade' stattfindet."
In einem an die Vertreter von Disneyland gerichteten Appell drohen die Aktivisten von CitizenGo im Namen der Unterzeichner mit einem Boykott gegen den US-Konzern: "Wir werden nicht zögern, die Filme, Produkte und Parks von Disney zu boykottieren, wenn Disney immer mehr dazu übergeht, Kinder im Sinne von LGBT und Gender-Ideologie zu indoktrinieren."

(Bild: Screenshot CitizenGo)
CitizenGo ist eine Plattform für Online-Petitionen, die zur erzkatholischen Organisation HazteOir.org gehört. Sie hat ihren Sitz in Spanien. Die Plattform war auch Mitorganisator von Kongressen der "Demo für alle" und der Tour des Hass-Busses in Deutschland.
Auch Petition gegen Homo-"Heiler"-Verbot
Die Plattform versucht immer wieder, Fortschritte bei LGBTI-Rechten mit Petition zu verhindern. So stellte die fundamentalistische Kleinpartei "Bündnis C – Christen für Deutschland" Anfang des Monats auf CitizenGo eine Petition gegen das geplante Verbot von Homo-"Heilung" ein. Über 8.300 Menschen beklagen angeblich in der Petition, das Vorhaben verbiete "erprobte Therapieverfahren" zur "Veränderung der sexuellen Orientierung".

(Bild: Screenshot CitizenGo)
Die Boykottdrohung wird die Disney-Chefetage wohl eher kalt lassen: In den USA sind derartige Ankündigungen von evangelikalen Aktivisten gegen "Gay Days" in Orlando bereits an der Tagesordnung, ohne das der Konzern einen Umsatzeinbruch verbuchen musste. Auch in seinen TV- und Filmproduktionen setzt der Konzern vermehrt darauf, auch LGBTI-Figuren zu berücksichtigen. So gab es die erste schwule Figur eines Marvel-Superheldenfilms im Disney-Blockbuster "Avengers – Endgame. Auch ein "exklusiver schwuler Moment" in der Realverfilmung von "Die Schöne und das Biest" sorgte 2017 für Empörung unter Homo-Hassern.
"Gay Days" sind inzwischen in vielen Freizeitparks an der Tagesordnung, um LGBTI-Kundschaft anzulocken. Die älteste deutsche Einrichtung dieser Art ist der Fantasypride, der seit 2002 jedes Jahr im Phantasialand in Brühl bei Köln stattfindet. Der nächste Fantasypride ist für den 29. Juni angesetzt (queer.de berichtete). (dk)
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Was maßen die sich an, Unternehmen vorschreiben zu wollen, wie sie ihr Geschäft zu führen haben. Das beweist wieder mal deren totalitäre Gesinnung.