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TV zur CSD-Saison

Die Filmreihe "rbb QUEER" geht in die zweite Runde

Vom 27. Juni bis zum 15. August zeigt das rbb-Fernsehen in Kooperation mit der Edition Salzgeber insgesamt acht queere Filme, vier davon als Free-TV-Premieren.


Den Auftakt der Reihe "rbb QUEER" macht am 27. Juni um 23.25 Uhr das Schweizer Dokudrama "Der Kreis" (Bild: Edition Salzgeber)

Unter dem Titel "rbb QUEER" präsentiert das rbb-Fernsehen auch 2019 wieder eine eigene Filmreihe jenseits der Hetero-Norm: großes Kino mit Liebesgeschichten, Coming-of-Age-Filmen und Beziehungsdramen. Vom 27. Juni bis zum 15. August laufen donnerstags am späten Abend insgesamt acht queere Filme, vier davon als Free-TV-Premieren.

"Muss man 2019 noch eine queere Filmreihe ins Programm bringen? Ich finde, wir müssen!", erklärte rbb-Programmdirektor Dr. Jan Schulte-Kellinghaus. "Wenn Übergriffe auf queere Menschen – also Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen – in Berlin wieder steigen, dann ist Queersein leider immer noch nicht so akzeptiert, wie ich mir das für eine tolerante Hauptstadt wünsche. Wir im rbb sind deshalb sehr stolz und glücklich, unserem Publikum 2019 das Beste aus dem queeren Kino der vergangenen Jahre zeigen zu können."

Die Reihe "rbb QUEER" erfolgt wie bereits 2018 in Kooperation mit der Edition Salzgeber. "Ich freue mich sehr, dass die acht ausgewählten Titel im rbb nun eine neue Heimat finden", sagte Salzgeber-Chef Björn Koll. "50 Jahre nach Stonewall und 25 Jahre nach der Abschaffung des Paragrafen 175 in Deutschland feiern wir die Qualität und Vielfalt des aktuellen nicht-heterosexuellen Kinos."

Unmittelbar vor jeder Ausstrahlung erklärt rbb-Filmexperte Knut Elstermann die cineastischen Highlights und liefert Hintergrundinformationen zu ihrer Entstehung und Rezeption.

Queere Geschichte und Gegenwart

Den Auftakt von "rbb QUEER" macht am 27. Juni um 23.25 Uhr das Schweizer Dokudrama "Der Kreis" von Stefan Haupt. Der Film erzählt nicht nur die Geschichte der einflussreichen, internationalen Schwulenorganisation "Der Kreis" und ihrer gleichnamigen, dreisprachigen Zeitschrift, sondern auch die authentische Liebesgeschichte zwei ihrer Mitglieder. Die Produktion erhielt zahlreiche Preise, darunter den "Panorama-Publikumspreis" der Berlinale (2014) und den TEDDY für den besten Dokumentarfilm (2014). Das rbb Fernsehen zeigt den Auftaktfilm am 50. Jahrestag der Stonewall-Riots.

Am 4. Juli um 23.25 Uhr folgt der lesbische Coming-of-Age-Film "Der Sommer von Sangailé". Die litauische Regisseurin Alanté Kavaïté erzählt von der ersten großen Liebe zwischen zwei Mädchen, die sich in einer märchenhaften baltischen Landschaft begegnen. Sie wurde dafür 2015 beim Sundance Film Festival mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet.

Mit Monika Treuts Jugendfilm "Von Mädchen und Pferden" (25. Juli, 23.30 Uhr), der auf einem Reiterhof im nördlichsten Teil Deutschlands, dem Rickelsbüller Koog, spielt, und Daniel Manns' Liebesfilm "Zwischen Sommer und Herbst" (8. August, 00.00 Uhr), der in Bielefeld und Umgebung gedreht wurde, sind bei "rbb QUEER" zudem zwei lesbische Coming-of-Age-Filme aus Deutschland zu sehen.

Zärtlich, heftig, rebellisch

Wie lebt es sich als schwuler Mann in repressiven sozialen und religiösen Umfeldern? Diese Frage behandeln zwei weitere Filme der Reihe. "Du sollst nicht lieben" (11. Juli, 23.15 Uhr) des israelischen Regisseurs Haim Tabakman erzählt die Liebesgeschichte zwischen zwei orthodoxen Juden. Ihre verbotene Leidenschaft stürzt vor allem den verheirateten Familienvater in eine tiefe Glaubens- und Lebenskrise.

Im polnischen Film "Tiefe Wasser" (1. August 23.30 Uhr) lebt ein Leistungsschwimmer sein Schwulsein nur im Verborgenen – bis er sich zum ersten Mal richtig verliebt. Tomasz Wasilewskis visuell meisterhaftes und im polnischen Kontext erstaunlich offenherzig erzähltes Drama über die schwule Selbstfindung eines jungen Mannes erhielt auf dem Filmfestival in Karlovy Vary 2013 den Preis der Sektion "East of the West". In beiden Filmen vermitteln die überragenden Schauspieler die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben und nach sexueller Freiheit.

Der inhaltlich und formal wohl widerständigste Film der Reihe kommt aus Schweden: Ester Martin Bergsmark erzählt in "Something Must Break" (18. Juli, 23.15 Uhr) eine zärtliche, manchmal heftige Liebesgeschichte zwischen einem androgynen Jungen und einem anderen, der nicht schwul ist. Zusammen rebellieren sie gegen die Langeweile der bürgerlichen Ikea-Welt und suchen nach einer Form für ihre Liebe, die in kein hetero- oder homonormatives Schema passt. "Something Must Break" wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2014 mit dem renommierten "Tiger Award" beim Filmfestival Rotterdam.

Tiefgründiger Erotikthriller

Den Abschluss der Reihe bildet Alain Guiraudies von der Kritik gefeiertes Meisterwerk "Der Fremde am See" (15. August, 00.00 Uhr). Der tiefgründige Erotikthriller über einen Mord nahe eines abgeschiedenen Sees, der Treffpunkt für schwule Männer auf der Suche nach sexuellen Abenteuern ist, wurde 2013 in Cannes mit der "Queer Palm" und dem Regiepreis der Sektion "Un certain regard" ausgezeichnet. Das weltweit führende Filmmagazin "Cahiers du Cinéma" wählte ihn 2013 zum Film des Jahres. (cw/ots)



#1 PeerAnonym
  • 29.05.2019, 17:13h
  • Toll. Nur schade dass die immer erst nach 23 Uhr kommen. Wieso kommen solche Filme nicht auch zur Primetime?
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#2 IronikerAnonym
#3 rb-berlinAnonym
  • 29.05.2019, 18:01h
  • Antwort auf #1 von Peer
  • Niemand muss doch im Jahr 2019 eine Sendung dann sehen, wenn sie ausgestrahlt wird. Man kann sie aufzeichnen oder (meistens) in der Mediathek auch ein paar Tage später noch anschauen. Wo ist das Problem?
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#4 KetzerEhemaliges Profil
#5 Gerlinde24Ehemaliges Profil
#6 lindener1966Profil
#7 Carsten ACAnonym
  • 29.05.2019, 20:21h
  • Antwort auf #3 von rb-berlin
  • Problem #1:
    Da das keine Eigenproduktionen sind, ist fraglich, was davon überhaupt in den Mediatheken handelt.

    Problem #2:
    Es gibt auch immer noch Nutzer mit keinem oder zu langsamem Internetanschluss.

    Problem #3:
    Es geht um Unsichtbarmachung im linearen Fernsehen.

    Problem #4:
    Das lineare Fernsehen gibt es ja nun mal noch. Glücklicherweise übrigens. Wenn es so wäre, dass man eh bei allem sagen kann "Schau es in der Mediathek", könnte man das lineare Fernsehen gleich abschalten. das passiert aber glücklicherweise nicht und dann ist es Unsichtbarmachung, LGBTI-Inhalte grundsätzlich ins Nachtprogramm zu verschieben.
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#8 GuckidaAnonym
  • 29.05.2019, 22:39h
  • Wo ist das Problem??
    Wir haben ein Fernsehgerät, das mittlerweile 15 Jahre auf dem Buckel hat. Nicht Internetfähig....also musste ein DVD Recorder ran um Filme aufnehmen zu können. Da kann man den aufgenommen Mist dann ansehen wann man will.
    Ich glaube es ist für niemanden mehr ein Problem, wenn Filme spät abends gezeigt werden...da findet sich immer einen Weg, wenn man will.
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#9 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 30.05.2019, 06:46h
  • Antwort auf #7 von Carsten AC
  • Das Schweizer Fernsehen stellt in ihre Mediathek auch Filme rein, die sie nicht produziert haben. vor kurzem waren "Monsieur Chocolat", "Ein irrer Typ" und ein US-Film (Reifeprüfung) abrufbar. Was da geht, sollte auch hier gehen, oder?
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#10 YannickAnonym
  • 30.05.2019, 11:44h
  • Antwort auf #8 von Guckida
  • Es geht ja auch weniger um die Leute, die den Film eh schon auf dem Schirm haben und sehen wollen, sondern eher um diejenigen, die zufällig bei einem Film landen.

    Und es zeugt eben wieder von dieser Einstellung "Das ist pfui, das darf man nur nach 23 Uhr senden."
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