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"O Captain! My Captain!"

Zum 200. Geburtstag des "Edelurnings" Walt Whitman

Heute vor genau 200 Jahren wurde Walt Whitman geboren. Seine Gedichte waren ein Lobgesang auf die Freundschaften und die Liebe unter Männern. Für viele ging es dabei auch um Homosexualität.


Walt Whitman (1819-1892) war einer der einflussreichsten amerikanischen Lyriker des 19. Jahrhunderts (Bild: Jeffrey Beall / flickr)

Der US-amerikanische Dichter Walt Whitman gilt als einer der Begründer der modernen amerikanischen Dichtung und als einer der einflussreichsten Lyriker der USA im 19. Jahrhundert. Von seinen Texten fühlten sich viele Menschen in positiver Weise angesprochen – vielen sahen bei seinen Texten Parallelen zur Bibel oder auch zu antiken Dichtern. Seine Texte über die Freundschaften und die Liebe unter Männern sind ein elementarer Bestandteil seines Werkes.

Spätestens seit den 1890er-Jahren wurde öffentlich diskutiert, ob diese lyrisch formulierten Männerfreundschaften auch homosexuell zu interpretieren seien. Zudem wurde auch darüber spekuliert, ob vielleicht Whitman selbst homosexuell sei. Die Auseinandersetzungen darüber sagen viel aus – über Whitman, sein Werk, die jeweiligen Autoren und letztendlich auch über die Zeit, aus der heraus die Texte entstanden.

Ich möchte zunächst Whitmans Werk vorstellen und danach einige Beispiele anführen, wie über ihn und sein Werk diskutiert wurde.

Die Gedichtsammlung "Leaves of Grass"

Whitmans Gedichtsammlung "Leaves of Grass" (Grashalme) verdient besonderes Interesse. Während seines Berufslebens hat er diese Sammlung ständig erweitert und umgeschrieben, wobei das Heft von der Erstausgabe 1855 mit zwölf Gedichten bis zur letzten Ausgabe von 1892 auf über 400 Gedichte anwuchs. Heute ist "Leaves of Grass" in der Übersetzung von Wilhelm Schölermann (1904) sowohl als Reprint des Originals als auch in neu gesetzter Form online verfügbar und lädt alle Interessierten zum Lesen ein. Das lohnt sich, denn diese Sammlung ist vollgepackt mit Sexualität und wurde deswegen kontrovers diskutiert.


Textzeilen aus Walt Whitmans "Leaves of Grass"

Auch bei der Liebe unter Männern brennt hier die Luft: "Ich bin [verliebt] in Männer. […] Ich kann mit ihnen essen und schlafen" (S. 52). "Mich schmückend, um mich dem ersten Besten, der mich will, hinzugeben" (S. 53). Es gibt den Wunsch, mit "meinem Leib den eines anderen zu berühren. […] Aus meines Herzens Euter preßt es den zurückgehaltenen letzten Tropfen" (S. 70). "In der Nacht vor der Schlacht suchen mich manche [Soldaten] auf, und ich enttäusche sie nicht. […] Mein Gesicht reibt sich an des Jägers Gesicht, wenn er allein sich niederlegt in seiner Decke" (S. 100). "Lustvoll, geschlechtlich, mit der zeugenden ursprünglichen Kraft der Lenden […] biete mich selber dar" (S. 116). "Ich liebe die lose Lust, Die mitternächtige Orgie junger Männer" (S. 118).

Am Ende des Buches ist ein Kommentar von Whitman abgedruckt: "Die Grashalme sind ein Gesang der Geschlechtsliebe. Der größte Teil könnte fortfallen, wenn man diese Stellen unterdrücken würde" (S. 181).

Männerliebe in "Calamus"

Innerhalb von "Leaves of Grass" erschien die Gedichtsammlung "Calamus" (1904, S. 130-141), die die Liebe unter Männern und die Kameradschaft noch einmal besonders feiert und fördert. Für viele Kritiker ist sie der deutlichste Ausdruck von Whitmans Vorstellungen schwuler Liebe. Zumindest in der Übersetzung von Schölermann fällt sie in ihrer homosexuellen Deutlichkeit hinter die anderen Texte zurück. Nach einer Anrede wie "Oh Geliebter und ganz Gleichartiger" (S. 135) folgen Texte wie über die "Erregung über einen, den ich liebe" (S. 136).


Textzeilen aus Walt Whitmans "Calamus"

Die schwule Anthologie "Calamus" (1988) erschien im Bruno Gmünder Verlag und lehnt sich vom Titel her an Whitmans Werk an. Der Untertitel "Männliche Homosexualität in der Literatur des 20. Jahrhunderts" ist für einen Autor des 19. Jahrhundert recht unpassend und offenbar auch der Grund, warum Whitman – von einem ansprechenden "Vorwort" abgesehen – keine Erwähnung findet.

Whitmans Leben mit Peter Doyle

Von Whitmans engen Männerfreundschaften ist die zu dem 27 Jahre jüngeren Straßenbahnschaffner Peter Doyle durch einen publizierten Briefwechsel gut dokumentiert. Der Biograf Henry Bryan Binns beschreibt 1907 ihr erstes Kennenlernen so: Es war "in einer stürmischen Nacht, vielleicht im Winter 1864/1865, als Peter ungefähr achtzehn Jahre alt war. Walt [war] der einzige Passagier im Wagen. Peter fror und fühlte sich einsam. [Er trat] in den Wagen ein und legte einer plötzlichen Regung folgend, seine Hand auf Walts Knie. Walt freute sich; sie schienen sich einander sogleich zu verstehen; und anstatt an seinem Bestimmungsort auszusteigen, fuhr er in dieser Nacht aus Freundschaftlichkeit noch mal vier Meilen." Bei der sich entwickelnden Freundschaft seien bei Whitman "die brüderlichen und väterlichen Eigenschaften gleich stark" gewesen.


Walt Whitman (l.) und sein Freund Peter Doyle (r.) im Jahr 1865

Später äußerte sich Peter Doyle direkt zu dieser 13 Jahre währenden Freundschaft: "Nie ist mir ein Fall bekannt geworden, daß Walt sich um ein Weib Gedanken gemacht hätte. […] Ich muss doch wissen, wie es mit ihm in jenen Jahren bestellt war – wir waren schrecklich vertraut miteinander." Der Sexualwissenschaftler Albert Moll zitiert in "Berühmte Homosexuelle" (1910, S. 47) aus dieser Biografie und geht dabei auch auf das "widerliche Foto" ein, bei dem Doyle – Molls Meinung nach – "wie der typische homosexuelle Prostituierte" aussieht.

John A. Symonds: Für Whitman ist Homosexualität "verdammenswert"


John A. Symonds mit einer handschriftlichen Widmung für Walt Whitman (1889)

Der englische Schriftsteller und Homosexuellenaktivist John Addington Symonds befragte Whitman in einem Brief nach der Homosexualität in seinem Werk und zitiert dessen Antwort vom 19. August 1890 in seinem – gemeinsam mit Havelock Ellis verfassten – Buch "Das konträre Geschlechtsgefühl" (Leipzig: 1896, S. 19-21, hier S. 20). Whitman: "Dass der Abschnitt Calamus jemals die Möglichkeit einer solchen [homosexuellen] Konstruktion, wie die erwähnte, zugelassen hat, ist furchtbar. Ich hoffe, man wird die Seiten selbst niemals in Verbindung mit einer solchen willkürlich angenommenen und von mir seiner Zeit nicht im mindesten vermuteten und gewünschten Möglichkeit krankhafter Beziehungen nennen, welche ich abweise und für verdammenswert halte."

Nach diesem Brief muss davon ausgegangen werden, dass Walt Whitmans lyrisches "Ich" von Walt Whitman selbst offenbar deutlich zu trennen ist. Es ist auch möglich, dass Whitman hier eine Schutzbehauptung aufstellt, um sich keiner Kritik auszusetzen, oder aber dass er seinen idealisierten Begriff von Männerliebe nicht mit der medizinisch-pathologischen Kategorie Homosexualität verbunden sehen wollte.

Havelock Ellis äußerte sich später auch in seinem Buch "Studies in the Psychology of Sex" (1927, 2. Band, S. 41-45, S. 64-65) zu Whitmans möglicher Homosexualität.

Wilhelm Schölermann: "unerlaubte, aber unerwiesene Beziehungen"

Der oben schon erwähnte Kunsthistoriker und Schriftsteller Wilhelm Schölermann gehörte zu den ersten Autoren, die sich mit Whitmans möglicher Homosexualität auseinandersetzten. In seinem Buch "Walt Whitman. Grashalme" (1904) wies Schölermann darauf hin, dass man Whitman "unerlaubte, aber unerwiesene Beziehungen" zu jungen Leuten nachgesagt habe, mit denen er wie mit Peter Doyle jahrelang in persönlichem oder brieflichem Freundschaftsverkehr gestanden habe.

Schölermann kritisierte, dass es in gewissen Kreisen schon fast nur "Mode" geworden sei, bei jedem bedeutenden Mann mit einer "geschmacklosen Neugier nach Sensation [eine] homosexuelle Veranlagung 'konstatieren' zu können" (S. VII). Bei Whitman liegt nach Schölermann kein Grund vor, auf "dieses Kapitel erotischer Verirrung näher einzugehen; aber ebenso wenig braucht man es ängstlich zu umgehen". Wer einen Männerkörper schön finde, müsse dies nicht auch geschlechtlich empfinden (S. VIII), wobei er aber auch keine Rechtfertigungsrede halten wolle (S. IX). Schölermann überzeugt zumindest mit Ruhe und Gelassenheit.

Eduard Bertz: Whitman ist ein "Edel-Uranier"

Der Schriftsteller und Übersetzer Eduard Bertz war in verschiedenen Bereichen publizistisch engagiert und setzte sich für die Sozialdemokratie, für Homosexuellenorganisation und das Fahrradfahren ein. Grundsätzlich ist es zu begrüßen, wenn jemand sich in einem emanzipatorischen Kontext für die sexuelle Orientierung Prominenter interessiert und dabei relevante Äußerungen und Material zusammenträgt.


Der Schriftsteller und Übersetzer Eduard Bertz

Im "Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen" (1905, S. 153-287) versucht Bertz jedoch auf Biegen und Brechen und auf mehr als 130 Seiten unbedingt zu beweisen, dass Walt Whitman homosexuell und ein "Edel-Uranier" sei. Noch befremdlicher als Bertz' "Beweisführung" mit der Brechstange ist, dass er dabei auch pathologisiert: War Whitman erblich belastet? Hatte er eine lesbische Mutter? Sind seine Abneigung gegen Frauen, seine Eitelkeit, sein Gang und sein Augenausdruck typisch für einen Homosexuellen?

Bertz verwendet den Begriff "Stigmata" und meint damit physische und psychische Eigentümlichkeiten, die homosexuellen Männern zugeschrieben wurden. Eine solche pathologisierende Begründung wirkt irritierend, weil der Artikel in einer Publikation der Homosexuellenbewegung und damit in emanzipatorischem Kontext erschien. Die Berücksichtigung solcher "Stigmata" gehörte jedoch rund um Magnus Hirschfeld, das WhK und das "Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen" durchaus zum sexualwissenschaftlichen Diskurs, von dessen Nützlichkeit in Bezug auf homosexuelle Emanzipation viele überzeugt waren.

Für diesen Artikel bekam Bertz zehn Jahre später immer noch die Rückendeckung von Magnus Hirschfeld, der in seinem Hauptwerk "Die Homosexualität des Mannes und des Weibes" (1914) nicht nur mehrfach auf Whitman einging, sondern im zwischenzeitlichen Streit mit Johannes Schlaf erkennbar die Position Bertz' vertrat und Schlaf sogar eine "Vertuschungsmethode" vorwarf (S. 672).

Johannes Schlaf: Nein, dafür gibt es keine Beweise

Der Dramatiker, Erzähler und Übersetzer Johannes Schlaf hatte Whitmans "Grashalme" übersetzt und gilt als Begründer des Whitman-Kults in Deutschland. Als aufgeschlossener Zeitgenosse hatte er – wie auch Bertz – die Petition zur Abschaffung des Paragrafen 175 unterschrieben. Die Äußerungen von Bertz über Whitman konnte er jedoch so nicht stehen lassen und schrieb mit "Walt Whitman. Homosexueller?" (Minden: Bruns, 1906) eine deutliche, gegen Bertz gerichtete Erwiderung, die letztendlich auch gegen das WhK gerichtet war.


Johannes Schlaf

In seiner Kritik bleibt er sachlich und fair; sein polemischer und manchmal gereizter Tonfall macht den Text zu einem spannenden Zeitdokument. Für Schlaf begründete Bertz seine Beweisführung auf seinem eigenen Urteil und den Berichten anderer, "die ihm gerade in den Kram passen" (S. 9). Die ganzen Sex-Geschichten von Whitman sind "Wort für Wort falsch" (S. 45). Schlaf macht sich über viele der Schlussfolgerungen erkennbar lustig: Nur weil ein Junge gerne mit anderen Jungs spiele, werde daraus bei Bertz ein "Freundschaftscharakter mit geschlechtlichem Grundcharakter" (S. 51). Schlaf wäre zu kritisieren, wenn er eine homophobe Grundposition hätte oder er den unbedingten Beweis der Heterosexualität Whitmans hätte führen wollen. Seine Kritik zielt jedoch nur gegen eine voreingenommene Pseudowissenschaft: "Mehr wie einmal hat sich mir die Feder gesträubt vor solch zudringlicher, übel angebrachter Wissenschaftlichkeit, [die] von einem […] voreingenommenen Standpunkt aus" Whitman Homosexualität nachsage (S. 71).

Arthur Moeller van den Bruck: Whitmans "Prophetenschädel"

Um zu verdeutlichen, von welch unterschiedlichen Seiten ein Dichter wie Whitman vereinnahmt werden kann, möchte ich auf den völkisch-nationalistischen Publizisten Arthur Moeller van den Bruck verweisen, der in seinem Buch "Die Zeitgenossen…" (1906, S. 254-255) Oscar Wilde mit Walt Whitman vergleicht. Beide Männer seien "ursprünglich demselben Stamme entsprossen", was den angelsächsischen Raum und/oder indirekt Homosexualität meinen kann. Danach wird es unverhohlen rassistisch: "Man braucht sogar nur die Köpfe beider zu vergleichen, um den ganzen Unterschied zu erkennen."

Gemeint sind Whitmans "Prophetenschädel" und Wildes "Ziergesicht". Es ist eine auch moralische Trennung zwischen dem femininen Dandy Oscar Wilde, der seine Homosexualität auslebt, und dem maskulinen Walt Whitman, dessen Auftreten man heute als "straight acting" bezeichnen könnte. "Nicht bloß ein Ozean trennte sie, sondern alle Entartung, deren die Menschheit fähig ist." Es ist ein vergiftetes Kompliment für den maskulinen Whitman auf Kosten von Wilde und zudem aus einer politischen Richtung, über die sich Whitman nicht gefreut hätte. Er war zwar auch ein stolzer Amerikaner, aber unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und sozialer Schicht.

Gustav Landauer: Whitmans "Kameradschaftsgefühle"

Aus einer vollkommen anderen politischen Richtung interessierte sich auch der sozialistische Schriftsteller Gustav Landauer für die beiden Autoren Wilde und Whitman, die alleine schon durch Sprachraum und Alliteration verbunden scheinen. Die Zurückweisung der Vermutung von Whitmans Homosexualität verbindet Landauer in seiner Ausgabe der "Grashalme" (1985. S. 423, erstmals 1907 erschienen) mit einer Kritik an der Sexualwissenschaft: "Es ist vergebliches Bemühen modischer Pseudowissenschaft, in diesen Kameradschaftsgefühlen irgendetwas Perverses oder Pathologisches oder gar Degeneriertes finden zu wollen. […] Eine besondere Richtung des Empfindens hat Whitman gehabt, daraus auf eine besondere Veranlagung seiner Natur zu schließen, sei solchen überlassen, die sich auf einer Zwischenstufe der Wissenschaft befinden."


Gustav Landauer

Dieser Kommentar über "Zwischenstufen" zielt auf die Theorie der sexuellen Zwischenstufen von Magnus Hirschfeld, womit auch klar ist, welchen Wissenschaftler er damit kritisiert und dass er sich indirekt auf den zwei Jahre zuvor erschienenen oben angeführten Bertz-Aufsatz bezieht. Die Homosexuellenbewegung hat sich erkennbar angreifbar gemacht.

Karl Knortz: Whitman ist ein "Edelurning"

Der Titel des Buches des deutsch-amerikanischen Schriftstellers Karl Knortz weckt Hoffnungen auf eine Emanzipationsschrift: "Walt Whitman und seine Nachahmer. Ein Beitrag zur Literatur der Edelurninge" (1911). "Urning" ist schließlich ein emanzipatorischer Begriff und ein Edelurning sogar ein Vorzeige-Homosexueller. Auch der Anfang liest sich gut: Die Calamus-Gedichte seien "der Männerliebe gewidmet" (S. 34). Whitman habe seine Freunde "Lovers" genannt und "fühlte sich von ihnen […] auch körperlich angezogen" (S. 35). Auch Whitmans Freund "Doyle fühlte sich zu ihm unwiderstehlich hingezogen. Zärtlicher kann kein sterblich verliebter Bräutigam an seine Auserwählte schreiben, als Whitman an seinen Busenfreund" (S 40). Knortz verweist auf Männer wie Michelangelo (S. 88), Shakespeare, Winckelmann (S. 89) und August Graf von Platen (S. 90), die in einer homosexuellen Tradition standen und für Homosexuelle wichtige Identifikationsmöglichkeiten waren.


Das Buchcover von Karl Knortz über Whitman und andere "Edelurninge"

Whitmans Männerliebe war jedoch nach Knortz im Gegensatz zur Antike "frei von jedem Anklang an widernatürlichen Geschlechtsverkehr" (S. 35). Damit wird leider klar, dass Knortz nur freundschaftliche Gefühle, nicht aber Homosexualität verteidigte. "Die Griechen unterschieden eine reine und eine unreine Männerliebe" (S. 38), und Letztere "schloß geschlechtswidrigen Umgang ein. Will man Whitman mit aller Gewalt der Homosexualität beschuldigen, so lassen sich schon Stellen in den Calamus-Liedern entdecken, die man dazu benützen könnte" (S. 39). Knortz verurteilt nun nicht nur den gleichgeschlechtlichen Sex, sondern auch die Küsse zwischen Whitman und seinem Freund Doyle als eine "Geschmacksverirrung, wenigstens nach amerikanischer Anschauung" (S. 41).

Unter einem "Edelurning" versteht Knortz nur die Homosexuellen ohne "eine krankhafte Äußerung des Geschlechtstriebes" (S. 91) und ohne "Ausschreitungen" (= ausgelebte Homosexualität, S. 95), denn das charakteristische Merkmal für einen Urning sei nicht seine unnatürliche Sinnlichkeit (S. 92), sondern "Sanftmut, Gutmütigkeit, Schwärmerei" und "Menschenliebe" (S. 103), wobei er immerhin konstatiert, dass ein Urning so geboren werde (S. 96) und "sein homosexueller Trieb [daher] unausrottbar" sei (S. 97). Knortz akzeptiert Homosexualität nur ohne Sexualität – nicht für jeden stellte dies einen Widerspruch dar.

Für die frühe Homo-Bewegung ist Whitman wichtigster US-Autor

Das Cover der Dissertation von Marita Keilson-Lauritz "Die Geschichte der eigenen Geschichte" (1997) über die frühe Homosexuellenbewegung zeigt ein Bild von Walt Whitman, der im Buch auf rund 50 Seiten ausführlich behandelt wird. Whitman gehört mit seiner Lyrik zum sogenannten "Homo-Kanon", also den Texten, die von der homosexuellen Leserschaft als homosexuell rezipiert wurden. Diesen Homo-Kanon bildeten Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts rund 20 "große Tote" wie Walt Whitman und 130 Zeitgenossen (S. 70). Walt Whitman war, so Keilson-Lauritz, in diesem Kanon der wichtigste US-Autor und wurde im gesamten angelsächsischen Raum in seiner Bedeutung für homosexuelle Männer nur noch von Oscar Wilde übertroffen (S. 152).

Mit diesem Homo-Kanon wurde nicht nur Geschichte dokumentiert, sondern auch die homosexuelle Gegenwart legitimiert. "Die Ahnenreihe wird zum Argument, mit dem man über das Kulturgut das eigene Liebes-Recht einfordert", so die Autorin (S. 294). In der Form, wie Walt Whitman "pars pro toto für ein (utopisches) Ganzes" steht (S. 295), lassen sich sogar die ersten Ansätze für eine schwule Literaturgeschichte erkennen (S. 296). Weil die Rezeption immer auch von den verfügbaren Texten und den Übersetzungen abhängt (S. 306), verweist die Autorin darauf, dass einige Gedichte Whitmans bei der Übersetzung heterosexualisiert wurden (S. 319). Einen breiten Raum widmet die Autorin der Auseinandersetzung zwischen Eduard Bertz und Johannes Schlaf, die als Petitionsunterzeichner zur Abschaffung des Paragrafen 175 eigentlich auf der gleichen Seite standen (S. 299-303).

Spätere Erklärungen: Whitman hat seine Neigung "vergessen"

Für das deutliche Auseinanderklaffen zwischen Whitmans Dichtung und Whitmans Brief an Symonds gibt es zeitgleiche und spätere Erklärungsversuche. Nach Albert Moll in seiner Schrift "Berühmte Homosexuelle" (1910, S. 45-48) meinte Havelock Ellis, dass Whitman "vom asexuellen Greisenstandpunkte aus anders über seine Jugendleidenschaft gedacht habe, als vom konträrsexuellen seiner Mannesjahre". Bertz hingegen geht davon aus, dass sich Whitman in seinem Brief auf homosexuelle Handlungen und nicht auf homosexuelle Gefühle bezogen habe (was die Sache nicht besser macht). Ziemlich absurd finde ich die hier ebenfalls genannte Begründung: "Vielleicht hatte er später […] seine frühern homosexuellen Neigungen und Empfindungen vergessen" (S. 46).

Mit dem Widerspruch befassen sich auch John Lauritsen und David Thorstad in "Die frühe Homosexuellenbewegung 1864-1935" (1984, S. 74-77). Sie verweisen auf den britischen Homosexuellenaktivisten Edward Carpenter, der vermutet habe, dass Whitman Angst davor hatte, zum Angriffsziel der gesamten amerikanischen Presse zu werden.

"Der Kreis" und die "Liebe von Kameraden"

Aus der Sicherheit der neutralen Schweiz konnte von 1943 bis 1967 die monatliche Schwulenzeitschrift "Der Kreis" erscheinen. Im "Kreis" und seinen Vorgängerzeitschriften seit 1932 wurden rund 20 Mal Gedichte von Walt Whitman in deutscher, englischer und französischer Sprache abgedruckt.

Bei näherer Betrachtung passen Whitmans Gedichte sehr gut hierhin: Die frühe Schwulenbewegung hatte schließlich die mann-männliche Freundschaft als eine geeignete Metapher für Homosexualität entdeckt, wozu Gedichte passten, die von den meisten Schwulen als schwul und von den meisten Amerikanern als Kameradschaftsgedichte interpretiert wurden. Aufgrund dieser Lesart (und des erloschenen Urheberrechts) war ein Abdruck rechtlich unproblematisch.


Whitman-Gedicht und für 1962 gewagte Zeichnung in der Homosexuellenzeitschrift "Der Kreis"

Es ist im Rückblick positiv zu bewerten, wenn Whitmans Gedichte den Schwulen in schweren Zeiten Trost spenden konnten. Aufsätze, die sich mit Whitmans Texten und seiner Sexualität beschäftigten, erschienen im "Kreis" allerdings nicht. Der Abdruck eines Gedichtes im Jahr 1962 (Heft 7, S. 36) wurde sogar mit einer für damalige Verhältnisse gewagten Zeichnung eines fast nackten Mannes verbunden, der auf einem Bett liegend seinen Blick auf den Leser richtet und sich dabei anzubieten scheint. Mehr war zu dieser Zeit bei einer Schwulenzeitschrift nicht möglich, die sich als eine bürgerlich-seriöse Kulturzeitschrift geben wollte bzw. musste.

"Der Club der toten Dichter": "O Captain! My Captain!"

In mehr als 60, vor allem amerikanischen, Filmen und Serien finden sich Referenzen auf Walt Whitman, die in ihrer Gesamtheit eine Ahnung von seiner Bedeutung in unserer heutigen Zeit vermitteln. Der bekannteste ist wohl der Coming-of-Age-Film "Der Club der toten Dichter" (USA, 1989). Er handelt von einem konservativen Internat, in dem die Schüler großen Respekt vor ihrem Englisch-Lehrer John Keating (D: Robin Williams) haben, weil er mit unkonventionellen Methoden ihre Individualität fördert und sie zu freiem Denken auffordert. Keating bezieht sich auf Walt Whitman, als er seine Schüler zum Verfassen und Vortragen eigener Gedichte animiert.


Die berühmte Schlussszene aus dem Film "Der Club der toten Dichter"

"Der Club der toten Dichter" wurde für den Schauspieler Robin Williams zu einem seiner wichtigsten Filme. Nach Williams' Tod im August 2014 wurde das Whitman-Zitat "O Captain! My Captain!" – gemeinsam mit der emotional sehr bewegenden Schlussszene des Films, bei der sich die Schüler auf die Tische stellen – zu einem weltweiten Symbol für den Respekt vor dem und die Trauer um den beliebten Schauspieler.

"Kill your Darlings": Allen Ginsberg ist "Whitman junior"

Referenzen auf Walt Whitman sind auch in mehreren explizit schwulen US-Filmen zu finden, wie "Stonewall" (1995), "Two of Us" (2000), "Stadt, Land, Kuss" (2001), "L.I.E." (2001) und "Test" (2013). Zwei Filme mit Referenzen auf Walt Whitman beziehen sich auf Allen Ginsberg, der mit seiner Dichtung als Whitmans geistiger Nachfolger gesehen werden kann. Neben "Howl" (2010) ist dies der Film "Kill your Darlings" (2013). Beide handeln von der Universitätszeit der ersten Mitglieder der späteren "Beat Generation" und ihren Beziehungen untereinander.

In "Kill your Darlings" betont (der schwule) Allen Ginsberg (D: Daniel Radcliffe) vor seinem Literaturprofessor, dass Whitman Reim und metrische Verse hasste, und wird deshalb später als "Whitman junior" bezeichnet. Bei der Parallele zwischen diesen beiden Dichtern geht es aber nicht nur um das Versmaß, denn auch die Homosexualität bildet hier ein unsichtbares Band. Wer als Zuschauer die schwule Rezeption von Walt Whitman nicht kennt, kann diese Parallele nicht selber herstellen, ebenso wie beim ebenfalls zitierten (homosexuellen) Herman Melville. Ginsberg hatte wie Whitman den Mut, entgegen den Konventionen der Zeit zu dichten und zu lieben. Dass Ginsberg auch beim Dichten ganz eigene Wege ging und wie sein Vorbild auf Reim und Metrum verzichtete, ist nur ein Aspekt davon.

Was bleibt?

Die frühere Whitman-Rezeption verlief nicht geradlinig. Zwei Autoren bezeichnen ihn als einen edlen Urning, stehen sich jedoch konträr gegenüber, weil der eine seine Homosexualität verteidigt (Bertz) und der andere sie verdammt (Knortz). Es kommt selten vor, dass ich die Homosexuellenbewegung kritisiere und mich auf die Seite der Opposition (Schlaf) stelle und es ist auch irritierend, wenn sich nicht nur politisch Rechte (Moeller van den Bruck), sondern auch politisch Linke (Landauer) einen homosexuellen Whitman und eine entsprechende Lyrik nicht vorstellen wollten. Andeutungsweise wird klar, dass sich Schwule auf der einen Seite eine Eindeutigkeit von Whitmans Texten wünschten. Auf der anderen Seite profitierten Schwule auch davon, dass seine Gedichte wahlweise als hetero- und homosexuelle Freundschaftsgedichte verstanden werden konnten ("Der Kreis"), weil sie damit weniger angreifbar waren.


Eines der bekanntesten Gedichte von Walt Whitman: "Song of Myself" (Bild: William Creswell / flickr)

Die moderne Einschätzung verläuft anders: "Die heutige Wissenschaft nimmt […] an, dass er in seinen Werken seine wahren Gefühle zum Ausdruck gebracht hat und dass seine öffentlichen Äußerungen durch seine homophobe Umwelt geprägt waren" (Wikipedia). Bei dieser Einschätzung bleibt allerdings unberücksichtigt, dass auch Dichtungen durch die Umwelt geprägte Äußerungen sind. Der große Unterschied besteht jedoch darin, dass literarische Äußerungen verklärter und damit weniger angreifbar sind und sich ein Autor leichter hinter einem Lyrischen Ich verstecken kann.

Eigentlich finde ich es zweitrangig, ob Whitman nun homosexuell war oder nicht. Ich würde mich freuen, wenn er mit Peter Doyle ein erfülltes Liebesleben hatte, aber ich möchte mit diesem Artikel Walt Whitman nicht einfach so vereinnahmen. Vielleicht ging es ihm wirklich nur um intensive Männerfreundschaften, aber jeder Autor muss damit leben, dass sich die Wirkung von seinen Intensionen entkoppelt und dass sich die Leserschaft ihre eigenen Vorstellungen von seinen Texten macht.

Seine Gedichte haben u.a. patriotische und freundschaftliche Gefühle hervorgerufen. Sie machten Mut zur Liebe zum Menschen, unabhängig von der ethnischen Herkunft oder sozialen Klasse. Vielen homosexuellen Lesern hat er das Gefühl gegeben, dass ihre Gefühle legitim sind. Aus seinen Worten konnten sie Kraft, Trost und Zuversicht ziehen. Dass er Menschen in unterschiedlicher Form ansprach, ist kein Nachteil, sondern ein Vorteil. Positive Gefühle bei Millionen von Lesern geweckt zu haben, ist eine Leistung, die es zu würdigen gilt.

Lieber Leser, Du lebst im Jahr 2019 und interessierst Dich für Walt Whitman? Wie verbunden kannst Du Dich einem Autor fühlen, der vor 200 Jahren geboren wurde? Walt Whitman selbst schrieb 1859 folgende Zeilen an Dich (hier zitiert nach "Calamus…" 1985, S. 7): "Ich, vierzig Jahre alt […], An einen, der in hundert oder noch mehr Jahren lebt, […] Wenn Du dies liest, bin ich, der sichtbar war, längst unsichtbar, Und Du, dicht, sichtbar, verwirklichst nun meine Verse, suchst mich, Stellst Dir vor, wie glücklich Du wohl wärst, könnte ich bei Dir sein und Dein Gefährte werden… Es sei, als wäre ich bei Dir. (Sei nicht sicher, daß ich jetzt nicht bei dir bin)."

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#1 GayofcultureAnonym
  • 31.05.2019, 12:47h
  • Walt Whitman war ein platonischer Homosexueller, der es war, es aber nicht auslebte. Heute weiß man das. Hergemöllers Satz Kontinuität und Latenz können getrost auf das Leben Whitmans angewandt werden.Soviel Männerfreundschaft und Liebe überstieg bereits das normale Maß, dass auch ein heterosexueller Lyriker anwandte, um Männerfreundschaft darzustellen. Whitman musste um damals konservativen Amerika diese Neigung verstecken. Beziehungen oder gar einfache Freundschaften zu Frauen sind nicht bekannt und darüberhinaus war er Nudist bzw. früher FKK-Anhänger, was ein offenes Verhältnis zu Nacktheit und Körper darstellte und von vielen Prominenten Heterosexuellen. dieser Zeit nicht bekannt war. (Bitte korrigieren, wenn es anders war).

    Es gab und gibt bis heute viele Homosexuelle, die so empfinden, es aber nicht ausleben können oder wollen. Ein Beispiel der großartige portugiesische Dichter Fernando Pessoa (1888-1935), dem Walt Whitman Europas, der es nicht auslebte, es aber definitiv war. In seinem Heteronym Álvaro de Campos erschien auch das Gedicht Gruß an Walt Whitman indem Campos bzw. Pessoa tanzen, lachen, leben wollte. Er muss geahnt haben, dass Whitman ihm gleich war. In den 1990er Jahren outete sich der Kinder- und Fernsehstar Chad Allen als schwul. Er spielte in der Zeit in der Serie Dr.Quinn-Ärztin aus Leidenschaft mit, dort den Matthew. In diesem Zusammenhang lies man die Person Whitmans in einer Episode auftauchen, um das Thema Homosexualität diskret einzubauen, was ganz gut gelungen ist, wie ich finde,

    Das Bild mit Whitman und Doyle ist deshalb so würdevoll, weil es zeigt, dass es damals nicht um Schönheit, Glätte oder Jugend ging, sondern einfach um den Menschen, der einem begegnete und den man liebte, egal, wie er aussah. Da sind wir erheblich zurückgefallen und die Menschen damals waren offenbar weiter als wir.

    Whitman war als Schwuler Mann und Dichter einer der größten überhaupt mit Auswirkungen bis heute. Seine Verse haben mich tief beeindruckt. Bis heute hat es Schwule Lyrik schwerer als andere Gattungen homosexueller Literatur. Nur wenige- wie z.B.Luis Cernuda, Allen Ginsberg, August von Platen oder Antonio Botto folgten ihm- ohne je seinen Ruhm zu erreichen. Whitman sei dank, dass er quasi die Schwule Lyrik begründet hat und bis heute ihr wichtigster Vertreter ist.
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#2 PinoAnonym
  • 31.05.2019, 15:22h
  • Zum ersten mal habe ich den Namen tatsächlich im Film "Club der toten Dichter" gehört. Danach habe ich einiges von ihm gelesen: ist natürlich relativ alte Sprache, aber dennoch interessant und schön zu lesen.
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#3 Namenloser UserAnonym
  • 01.06.2019, 23:26h
  • Walt Whitman wird auf queer.de bejubelt, Angela Merkel lässt sich in Harvard bejubeln, alle lesen plötzlich griechische Reclamhefte (Was ist besser? Homer oder Pindar?), die Bündnisgrünen überholen erstmalig die CDU in der 'Sonntagsfrage' und werden stärkste Partei, wo bin ich hier nur gelandet?
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#4 Fritz KatzeAnonym
  • 02.06.2019, 10:35h
  • Eine schöner und interessanter kultureller Beitrag. Als "Normalgebildeter" kenne ich einzelne Namen und Werke, aber es gibt mir viel, einen Zusammenhang der historischen Personen über die Zeit und die Literatur (bzw. ihrer Rezeption) entwickelt zu sehen. Ich kann auch heute noch gut nachvollziehen, dass es hilfreich und tröstlich ist, Sätze und Verse zu lesen, die auch mein Gefühlsleben widerspiegeln oder ihm ähnlich sind. Und das auch bei einem Schriftsteller, der vor 200 Jahren geboren wurde. Ob Whitman nun homosexuell in unserem Sinne war, vom Selbstverständnis her, vom Ausleben der Sexualität, von der Wahrnehmung im gesellschaftlichen Kontext, dass muss man wohl in vielen Punkten anzweifeln. Dass er aber intensive Gefühle für Männer hatte, die er für Frauen scheinbar nicht hegte und uns damit zumindest emotional näher kam als mancher "Metrosexuelle" von heute, scheint mir offensichtlich.
    und danke nochmal für die Anregungen aus dem Betrag für meine weitere Lektüre.
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#5 Eisenhower FanAnonym
  • 02.06.2019, 16:32h
  • Antwort auf #4 von Fritz Katze
  • Thomas Mann war ja auch nicht schwul, denn der war ja verheiratet.

    Die Frage wäre nur, was man denn genau unter Schwul versteht.

    Ob das eigene Empfinden sich in der Lyrik Walt Whitmans wiederfinden kann, das kann ein Leser doch selber entscheiden.

    Es sind nicht alle Schwulen gleich. Auch hier gilt: Der eine mag lieber Birnen. Der andere bevorzugt Äpfel...

    Die Lyrik von Whitman gibt es im übrigen auch in wissenschaftlich gesicherten Ausgaben im englischen Original.

    Bei Game Of Thrones wird so oft nach der unzensierten Originalversion gerufen, weshalb nicht auch hier bei Whitman?
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#6 Der Kreis 2019Anonym
  • 02.06.2019, 17:31h
  • An den Autor! Ich bedanke mich für den ausgezeichneten Link zur Homophilenzeitschrift DER KREIS:

    www.e-periodica.ch/digbib/volumes?UID=kre-003

    Das kann man ja sehr gut lesen, gerade auf einem Lesetablett. Ich möchte nun nicht alles aus Ihrem schönen Geist herausquetschen, nur diese kleine Frage sei mir gestattet, ob etwas ähnliches auch für die Homoanarchisten-Zeitung DER EIGENE bekannt ist? Die man natürlich auch mal lesen könnte.

    de.m.wikipedia.org/wiki/Der_Eigene

    Beim EIGENEN kenne ich leider nur unsaubere, homophobe Scans der Hefte, scheusslich anzusehen.

    Gibt es da auch so etwas fesches von den Ingenieuren der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, oder etwas vergleichbares?
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#7 TheDadProfil
  • 02.06.2019, 19:23hHannover
  • Antwort auf #5 von Eisenhower Fan
  • ""Thomas Mann war ja auch nicht schwul, denn der war ja verheiratet.""..

    Seit wann ist denn die Tatsache mit einer Frau verheiratet zu sein eine "qualitative Aussage" über die Sexuelle Identität eines Menschen ?
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#8 Erwin In het PanhuisAnonym
  • 02.06.2019, 20:10h
  • Antwort auf #6 von Der Kreis 2019
  • Lieber Leser,
    den "Eigenen" gibt es meinen Recherchen nach leider nicht online, was auch ich sehr schade finde. Als vollständigen Kopiensatz ist er u.a. im Schwulen Museum (Berlin) und im Centrum Schwule Geschichte (Köln) vorhanden. Bei der Frage, welche Dokumente zur homosexuellen Geschichte ansonsten online verfügbar sind, kannst Du Dich auch an der Online-Bibliographie auf meiner Homepage orientieren.

    www.erwin-in-het-panhuis.de/online-bibliographie-zur-homosex
    ualit%C3%A4t/


    Hier findest Du übrigens auch meine email-Adresse, falls Du weitere Fragen zu meinem Whitman-Artikel hast, die ich gerne beantworte.
    Erwin In het Panhuis
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#9 Der Kreis 2019Anonym