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Kommentare zu:
Zum 200. Geburtstag des "Edelurnings" Walt Whitman


#1 GayofcultureAnonym
  • 31.05.2019, 12:47h
  • Walt Whitman war ein platonischer Homosexueller, der es war, es aber nicht auslebte. Heute weiß man das. Hergemöllers Satz Kontinuität und Latenz können getrost auf das Leben Whitmans angewandt werden.Soviel Männerfreundschaft und Liebe überstieg bereits das normale Maß, dass auch ein heterosexueller Lyriker anwandte, um Männerfreundschaft darzustellen. Whitman musste um damals konservativen Amerika diese Neigung verstecken. Beziehungen oder gar einfache Freundschaften zu Frauen sind nicht bekannt und darüberhinaus war er Nudist bzw. früher FKK-Anhänger, was ein offenes Verhältnis zu Nacktheit und Körper darstellte und von vielen Prominenten Heterosexuellen. dieser Zeit nicht bekannt war. (Bitte korrigieren, wenn es anders war).

    Es gab und gibt bis heute viele Homosexuelle, die so empfinden, es aber nicht ausleben können oder wollen. Ein Beispiel der großartige portugiesische Dichter Fernando Pessoa (1888-1935), dem Walt Whitman Europas, der es nicht auslebte, es aber definitiv war. In seinem Heteronym Álvaro de Campos erschien auch das Gedicht Gruß an Walt Whitman indem Campos bzw. Pessoa tanzen, lachen, leben wollte. Er muss geahnt haben, dass Whitman ihm gleich war. In den 1990er Jahren outete sich der Kinder- und Fernsehstar Chad Allen als schwul. Er spielte in der Zeit in der Serie Dr.Quinn-Ärztin aus Leidenschaft mit, dort den Matthew. In diesem Zusammenhang lies man die Person Whitmans in einer Episode auftauchen, um das Thema Homosexualität diskret einzubauen, was ganz gut gelungen ist, wie ich finde,

    Das Bild mit Whitman und Doyle ist deshalb so würdevoll, weil es zeigt, dass es damals nicht um Schönheit, Glätte oder Jugend ging, sondern einfach um den Menschen, der einem begegnete und den man liebte, egal, wie er aussah. Da sind wir erheblich zurückgefallen und die Menschen damals waren offenbar weiter als wir.

    Whitman war als Schwuler Mann und Dichter einer der größten überhaupt mit Auswirkungen bis heute. Seine Verse haben mich tief beeindruckt. Bis heute hat es Schwule Lyrik schwerer als andere Gattungen homosexueller Literatur. Nur wenige- wie z.B.Luis Cernuda, Allen Ginsberg, August von Platen oder Antonio Botto folgten ihm- ohne je seinen Ruhm zu erreichen. Whitman sei dank, dass er quasi die Schwule Lyrik begründet hat und bis heute ihr wichtigster Vertreter ist.
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#2 PinoAnonym
  • 31.05.2019, 15:22h
  • Zum ersten mal habe ich den Namen tatsächlich im Film "Club der toten Dichter" gehört. Danach habe ich einiges von ihm gelesen: ist natürlich relativ alte Sprache, aber dennoch interessant und schön zu lesen.
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#3 Namenloser UserAnonym
  • 01.06.2019, 23:26h
  • Walt Whitman wird auf queer.de bejubelt, Angela Merkel lässt sich in Harvard bejubeln, alle lesen plötzlich griechische Reclamhefte (Was ist besser? Homer oder Pindar?), die Bündnisgrünen überholen erstmalig die CDU in der 'Sonntagsfrage' und werden stärkste Partei, wo bin ich hier nur gelandet?
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#4 Fritz KatzeAnonym
  • 02.06.2019, 10:35h
  • Eine schöner und interessanter kultureller Beitrag. Als "Normalgebildeter" kenne ich einzelne Namen und Werke, aber es gibt mir viel, einen Zusammenhang der historischen Personen über die Zeit und die Literatur (bzw. ihrer Rezeption) entwickelt zu sehen. Ich kann auch heute noch gut nachvollziehen, dass es hilfreich und tröstlich ist, Sätze und Verse zu lesen, die auch mein Gefühlsleben widerspiegeln oder ihm ähnlich sind. Und das auch bei einem Schriftsteller, der vor 200 Jahren geboren wurde. Ob Whitman nun homosexuell in unserem Sinne war, vom Selbstverständnis her, vom Ausleben der Sexualität, von der Wahrnehmung im gesellschaftlichen Kontext, dass muss man wohl in vielen Punkten anzweifeln. Dass er aber intensive Gefühle für Männer hatte, die er für Frauen scheinbar nicht hegte und uns damit zumindest emotional näher kam als mancher "Metrosexuelle" von heute, scheint mir offensichtlich.
    und danke nochmal für die Anregungen aus dem Betrag für meine weitere Lektüre.
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#5 Eisenhower FanAnonym
  • 02.06.2019, 16:32h
  • Antwort auf #4 von Fritz Katze
  • Thomas Mann war ja auch nicht schwul, denn der war ja verheiratet.

    Die Frage wäre nur, was man denn genau unter Schwul versteht.

    Ob das eigene Empfinden sich in der Lyrik Walt Whitmans wiederfinden kann, das kann ein Leser doch selber entscheiden.

    Es sind nicht alle Schwulen gleich. Auch hier gilt: Der eine mag lieber Birnen. Der andere bevorzugt Äpfel...

    Die Lyrik von Whitman gibt es im übrigen auch in wissenschaftlich gesicherten Ausgaben im englischen Original.

    Bei Game Of Thrones wird so oft nach der unzensierten Originalversion gerufen, weshalb nicht auch hier bei Whitman?
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#6 Der Kreis 2019Anonym
  • 02.06.2019, 17:31h
  • An den Autor! Ich bedanke mich für den ausgezeichneten Link zur Homophilenzeitschrift DER KREIS:

    www.e-periodica.ch/digbib/volumes?UID=kre-003

    Das kann man ja sehr gut lesen, gerade auf einem Lesetablett. Ich möchte nun nicht alles aus Ihrem schönen Geist herausquetschen, nur diese kleine Frage sei mir gestattet, ob etwas ähnliches auch für die Homoanarchisten-Zeitung DER EIGENE bekannt ist? Die man natürlich auch mal lesen könnte.

    de.m.wikipedia.org/wiki/Der_Eigene

    Beim EIGENEN kenne ich leider nur unsaubere, homophobe Scans der Hefte, scheusslich anzusehen.

    Gibt es da auch so etwas fesches von den Ingenieuren der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, oder etwas vergleichbares?
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#7 TheDadProfil
#8 Erwin In het PanhuisAnonym
#9 Der Kreis 2019Anonym

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