Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33729

"Bekenntnis zu Diversität"

Dritte Geschlechtsoption für 480 Fluggesellschaften

Zum 1. Juni bietet die B2B-Reiseplattform Travelport den Buchstaben "X" als dritte Geschlechtsoption für Flugreisende ein – einige Airlines verzichten bereits seit März auf das binäre System.


Vorreiter United: Mit der US-Fluggesellschaft müssen Passagiere seit März nicht als Mann oder Frau abheben, sondern können eine dritte Geschlechtsoption wählen (Bild: Oliver Holzbauer / flickr)

Travelport, die führende Travel Commerce Platform, führt zum 1. Juni den Buchstaben "X" als dritte Geschlechtsoption für Flugreisende ein. Ergänzend zu "F" für "weiblich" und "M" für "männlich" können Passagiere nun auch "X" für "divers" als Geschlecht angeben.

Die Angabe des Geschlechts ist insbesondere notwendig, wenn die geplante Flugreise in ein Land führt, das diese Angabe einfordert, auch bei Transitaufenthalten. Zu diesen Ländern gehören Algerien, China (ohne Hongkong), Iran, Jamaika, Kanada, Kenia, Marokko, Mexiko, Pakistan, Spanien, Südafrika, Syrien, Thailand, USA und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Travelport bietet den neuen Buchungscode allen 480 Airlines an, die ihre Flüge über die Plattform vermarkten. Zahlreiche Fluglinien, darunter United Airlines, American Airlines und Delta Air Lines, haben bereits angekündigt, davon Gebrauch zu machen. Eine dritte Geschlechtsoption bei der Buchung von Tickets gibt es auch bei British Airways und Air New Zealand (queer.de berichtete).

Twitter / united | United gehörte zu den ersten Airlines, die eine dritte Geschlechtsoption anbieten

- Werbung - Video - BEAUTIFUL DESTINATION MALTA

Voraussetzung ist Änderung des Reisepasses

Die Angabe "X" als Buchungscode muss mit dem entsprechenden Eintrag im Reisepass oder Ausweisdokument identisch sein. Staatsbürger vieler Länder können bereits ergänzend zu "weiblich" oder "männlich" eine dritte Option wählen, meistens durch ein "X" gekennzeichnet. Zu den Staaten, die diese Möglichkeit zum Eintrag im Reisepass anbieten, gehören Argentinien, Australien, Dänemark, Deutschland, Indien, Irland, Kanada, Malta, Nepal, Neuseeland, die Niederlande und Pakistan. Die ICAO, die für den internationalen Flugverkehr zuständige UN-Organisation, hat diese Reisepässe genehmigt.

"Unser Unternehmen unterstützt Vielfalt und die Möglichkeit des freien Reisens", erklärte Travelport-CEO Gordon Wilson. "Wir freuen uns daher, dies mit dem neuen Buchungscode zu unterstützen, und hoffen, dass viele Fluggesellschaften diese Option nutzen werden. Für uns bedeutet das 'X' ein klares Bekenntnis zu Diversität, Würde und Respekt." (cw)



#1 FredericAnonym
  • 31.05.2019, 12:44h
  • Wahrscheinlich untersagen die VAE usw. direkt die Buchung, spätestens jedoch die Einreise von "X" Personen.

    Aber ich finde die Idee und Umsetzung grundsätzlich gut.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 GironAnonym
  • 31.05.2019, 15:40h
  • Richtig so.

    Das sollte überall so sein.

    Nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die anderen, die sehen, dass es mehr als nur binäres Geschlecht gibt.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 giliatt 2Anonym
  • 01.06.2019, 02:41h
  • Ich (schwul) pendele seit rund 30 Jahren zwischen meiner zweiten Heimat Marokko und Deutschland und wurde dabei niemals nach meinem Geschlecht befragt. Weder vorab bei der Buchung des Fluges, noch beim Ausreise/Einreise-Prozedere. Weshalb sollten Marokko und andere genannte Länder eine dezidierte Geschlechtsbestimmung verlangen? Das ist Unsinn.

    Ausschlaggebend ist, was im Reisepass steht. Erlaubt die Gesetzgebung im Heimatland der passausstellenden Behörde das dritte Geschlecht, so ist es im Pass vermerkt und muss international gültig sein.

    Zu DDR-Zeiten hatte ich mal ein Problem mit der damals geläufigen dreiteiligen(!) Geschlechtsbezeichnung Herr/Frau/Fräulein. Das war lustig und ging so:
    Ich bekam eine handschriftliche Einladung zur Gründungsversammlung einer literarischen Gesellschaft, adressiert an:
    Frau Otto Giliatt.
    Das klärte sich (nach der Wende) auf. Die Sekretärin des Vereins, die mich persönlich nicht kannte, war IM der Stasi und homophob. Aus den Unterlagen wusste sie um mein Schwulsein und hatte sich daher diesen süßlich-herben Scherz erlaubt:
    An Frau Otto Giliatt.
    Leider hatte ich nie die Gelegenheit, ihr zu erklären, dass sie dennoch einen Fehler begangen hatte. Da ich zum Zeitpunkt nämlich unverheiratet war, hätte sie mich bei ihrem Polit-Humor folgerichtig als FRÄULEIN titulieren müssen. Heutzutage könnte sie ihre hinterfotzige homophobe Häme ausleben mit der Adrerssierung:
    An X Otto Giliatt.
    Klingt total blöd. Hat auch so gar nichts vom das Geschlecht diskriminierenden Vokabular.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 TheDadProfil
  • 01.06.2019, 13:19hHannover
  • Antwort auf #3 von giliatt 2
  • ""An X Otto Giliatt.""..

    Erklär doch mal die Notwendigkeit einer Anrede die Begriffe "Herrn", "Frau" oder "X" voransetzen zu müssen ?

    Ein "An Otto" ist dort vollkommen ausreichend..

    Ein Teil der "Probleme" die wir hier mit den Geschlechtern haben basiert auf dem sprachlichem Unfug der Aufteilung in 2 Geschlechter einerseits, und andererseits an dem einfach dusseligem System des "Siezens"..

    Exakt deshalb sind die Skandinavischen Länder dort voraus, wo wir hinterherhinkend durch die Systeme humpeln..

    Man hat ein Gegenüber..
    Welches Geschlecht dieses Gegenüber hat, ist für die interaktive Kommunikation für alle anderen Fälle außer der Anbahnung von Sex zunächst vollständig irrelevant..

    Interessant dabei..
    Man spricht hier eigentlich niemals über Sex, und dennoch befindet man sich sprachlich in diesem permanentem Modus der "Anmache" denn im Hinterkopf wird Sex beinahe immer mit-gedacht, weil man offensichtlich immer dabei ist die eigenen Chancen beim Gegenüber abzuschätzen..
    Was dann auch die Tatsache erklärt immer dann "irritiert" zu sein wenn man in der Kommunikation auf Menschen trifft, die das nicht tun..
  • Antworten » | Direktlink »
#5 giliatt 2Anonym
  • 04.06.2019, 00:42h
  • Antwort auf #4 von TheDad
  • Nein, mein lieber TheDad, ein >An Otto< würde als Adressenbezeichnung nicht ausreichen., um den Brief zustellbar zu machen. Würde ich hier im Forum meine Antwort an >Dad< schicken, fühlten sich alle Väter, alle Daddys, die hier lesen, angesprochen. Aber dem wäre nicht so. Ich antworte >TheDad<. Wie ich auch bei geschlechtsneutralen Vornamen kenntlich machen muss, um wen es sich handelt. Soll mein Brief an Herrn Almut Dadeldum gehen, oder an Frau Almut Dadeldum? Oder an Fräulein Renè Klabuster, die Wert legt auf ihren jungfräulichen Unverheirateten-Status? Ein Herr Renè Klabuster wäre sicherlich arg pikiert, eine Mahnung zur Zahlung des längst fälligen Mitgliedsbeitrags des VVJ, des "Vereins Vertrockneter Jungfrauen", zu erhalten. Deine Vornamen-Theorie "ohne Siezen" funktioniert in Deutschland nicht.
    Um diese unsinnige Diskussion ging es aber nicht im ursprüngliche diskussionsauslösenden Artikel von queer.de.
    Egal, ob man empfindet oder weiß, HERR, FRAU, FRÄULEIN oder X zu sein:
    Ausschlaggebend ist, was im REISEPASS steht. Und diese Angabe, die den Gesetzen des das Dokument ausstellenden Heimatlandes entspricht, ist international bindend.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 TheDadProfil
  • 04.06.2019, 10:45hHannover
  • Antwort auf #5 von giliatt 2
  • ""Nein, mein lieber TheDad, ein >An Otto< würde als Adressenbezeichnung nicht ausreichen., um den Brief zustellbar zu machen.""..

    "Michael Müller"
    ist vollständig ausreichend..
    Ob sich hinter dem Michael eine Frau, ein Mann, ein Mensch unbestimmter Geschlechts-Identität, oder etwa eine Firma verbirgt, ist für die Zustellung vollständig irrelevant..
  • Antworten » | Direktlink »