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Homophobie

"Ih, das sind zwei Schwule"

Ein schwules Pärchen aus Karlsruhe wurde nach eigenen Angaben nach einem Abschiedskuss in der Straßenbahn von Fahrkartenkontrolleuren homophob beleidigt – der Verkehrverbund will den Vorfall prüfen.


Eine Straßenbahn am Karlsruher Hauptbahnhof (Bild: Christian Allinger / flickr)

  • 31. Mai 2019, 10:46h 37 2 Min.

In Karlsruhe sollen Fahrkartenkontrolleure in der Nacht zu Freitag ein schwules Paar homofeindlich beleidigt haben. Kai, einer der betroffenen jungen Männer, machte den Vorfall auf Twitter öffentlich. Auf einem geposteten Foto sind mehrere Mitarbeiter eines Sicherheitsteams in einer Straßenbahn zu sehen.

/ kawie | Kai machte den Vorfall auf Twitter öffentlich
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Das Paar war demnach kurz nach Mitternacht in der Karlsruher Straßenbahn-Linie 2 in Richtung Hauptbahnhof unterwegs. An der Haltestelle Ebertstraße stieg Kais Freund aus, beide küssten sich zum Abschied. Dies bemerkten nach Angaben des 23-Jährigen mehrere Mitarbeiter von b.i.g.-Security, die im Auftrag des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) Fahrkarten kontrollieren und an der Haltestelle zustiegen. "Ih, das sind zwei Schwule", soll einer der Männer gesagt haben. Einen zweiten Kontrolleur hörte Kai sagen: "So etwas will man doch nicht sehen am späten Abend."

"Erste homophobe Beleidigung seit langem"

Er zittere immer noch am ganzen Körper, schrieb Kai in seinem Tweet unmittelbar nach dem Vorfall. Es handele sich um die "erste homophobe Beleidigung seit langem", ergänzte er im Thread – in der Stadt, in der er sich sonst so wohl fühle und in der am Samstag der CSD gefeiert wird. "Er fühle sich machtlos, "weil das höchstwahrscheinlich wieder ohne Konsequenzen bleibt und diese Leute wissen, dass sie nix zu befürchten haben".

Gegenüber den "Badischen Neuesten Nachrichten" ergänzte Kai: "Ich habe mich noch nie nachts in der Bahn unsicher gefühlt. Und jetzt fühle ich mich dort unsicher wegen Security-Leuten, die im Auftrag des KVV unterwegs sind."

Der Verkehrsverbund kündigte an, den Vorfall prüfen zu wollen. "Wir gehen dem Vorwurf nach und stehen schon in Kontakt mit b.i.g.", erklärte eine Sprecherin auf Anfrage der Regionalzeitung. "Falls sich der Vorwurf bewahrheitet, distanzieren wir uns ganz klar von diesen Äußerungen und entschuldigen uns." Auf etwaige personelle Konsequenzen wollte die KVV-Sprecherin zum jetzigen Zeitpunkt nicht eingehen. (cw)

 Update  14.30h: Personelle Konsequenzen beim KVV

Auf Twitter teilte der KVV am Nachmittag mit, dass der homophobe Kontrolleur "nicht mehr für uns arbeiten" werden. Weiter heißt es in der Antwort auf den Originaltweet von Kai: "Wir entschuldigen uns in aller Form bei dir. Der KVV distanziert sich ganz klar von den getätigten Äußerungen. Wir sind so bunt wie unsere Fahrgäste."

/ KVV_GmbH
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#1 MimigmaAnonym
  • 31.05.2019, 12:55h
  • Das muss irgendeine Konsequenz nach sich ziehen, aber sie sollte auch nicht übertrieben sein (manche werden jetzt bestimmt nach Entlassung schreien), weil sonst verlieren wir die Sympathien der Mehrheitsgesellschaft. Überzogenes Strafmaß sorgt nur für weiteren Backlash. Ich denke, eine kleine Geldstrafe oder eine kurze Beurlaubung sind angemessene Konsequenzen für die Täter.
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#2 tomateAnonym
#3 AmurPride
  • 31.05.2019, 13:45hKöln
  • Ich fände ein Sensibilisierungstraining , eventuell ergänzt mit ein paar Sozialstunden in einer LGBTIQ*-Organisation, ganz passend.
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