Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33730

Homophobie

"Ih, das sind zwei Schwule"

Ein schwules Pärchen aus Karlsruhe wurde nach eigenen Angaben nach einem Abschiedskuss in der Straßenbahn von Fahrkartenkontrolleuren homophob beleidigt – der Verkehrverbund will den Vorfall prüfen.


Eine Straßenbahn am Karlsruher Hauptbahnhof (Bild: Christian Allinger / flickr)

In Karlsruhe sollen Fahrkartenkontrolleure in der Nacht zu Freitag ein schwules Paar homofeindlich beleidigt haben. Kai, einer der betroffenen jungen Männer, machte den Vorfall auf Twitter öffentlich. Auf einem geposteten Foto sind mehrere Mitarbeiter eines Sicherheitsteams in einer Straßenbahn zu sehen.

Twitter / kawie | Kai machte den Vorfall auf Twitter öffentlich

Das Paar war demnach kurz nach Mitternacht in der Karlsruher Straßenbahn-Linie 2 in Richtung Hauptbahnhof unterwegs. An der Haltestelle Ebertstraße stieg Kais Freund aus, beide küssten sich zum Abschied. Dies bemerkten nach Angaben des 23-Jährigen mehrere Mitarbeiter von b.i.g.-Security, die im Auftrag des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) Fahrkarten kontrollieren und an der Haltestelle zustiegen. "Ih, das sind zwei Schwule", soll einer der Männer gesagt haben. Einen zweiten Kontrolleur hörte Kai sagen: "So etwas will man doch nicht sehen am späten Abend."

"Erste homophobe Beleidigung seit langem"

Er zittere immer noch am ganzen Körper, schrieb Kai in seinem Tweet unmittelbar nach dem Vorfall. Es handele sich um die "erste homophobe Beleidigung seit langem", ergänzte er im Thread – in der Stadt, in der er sich sonst so wohl fühle und in der am Samstag der CSD gefeiert wird. "Er fühle sich machtlos, "weil das höchstwahrscheinlich wieder ohne Konsequenzen bleibt und diese Leute wissen, dass sie nix zu befürchten haben".

Gegenüber den "Badischen Neuesten Nachrichten" ergänzte Kai: "Ich habe mich noch nie nachts in der Bahn unsicher gefühlt. Und jetzt fühle ich mich dort unsicher wegen Security-Leuten, die im Auftrag des KVV unterwegs sind."

Der Verkehrsverbund kündigte an, den Vorfall prüfen zu wollen. "Wir gehen dem Vorwurf nach und stehen schon in Kontakt mit b.i.g.", erklärte eine Sprecherin auf Anfrage der Regionalzeitung. "Falls sich der Vorwurf bewahrheitet, distanzieren wir uns ganz klar von diesen Äußerungen und entschuldigen uns." Auf etwaige personelle Konsequenzen wollte die KVV-Sprecherin zum jetzigen Zeitpunkt nicht eingehen. (cw)

 Update  14.30h: Personelle Konsequenzen beim KVV

Auf Twitter teilte der KVV am Nachmittag mit, dass der homophobe Kontrolleur "nicht mehr für uns arbeiten" werden. Weiter heißt es in der Antwort auf den Originaltweet von Kai: "Wir entschuldigen uns in aller Form bei dir. Der KVV distanziert sich ganz klar von den getätigten Äußerungen. Wir sind so bunt wie unsere Fahrgäste."

Twitter / KVV_GmbH



#1 MimigmaAnonym
  • 31.05.2019, 12:55h
  • Das muss irgendeine Konsequenz nach sich ziehen, aber sie sollte auch nicht übertrieben sein (manche werden jetzt bestimmt nach Entlassung schreien), weil sonst verlieren wir die Sympathien der Mehrheitsgesellschaft. Überzogenes Strafmaß sorgt nur für weiteren Backlash. Ich denke, eine kleine Geldstrafe oder eine kurze Beurlaubung sind angemessene Konsequenzen für die Täter.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 tomateAnonym
#3 AmurPrideProfil
  • 31.05.2019, 13:45hKöln
  • Ich fände ein Sensibilisierungstraining , eventuell ergänzt mit ein paar Sozialstunden in einer LGBTIQ*-Organisation, ganz passend.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 AndreasKAProfil
  • 31.05.2019, 14:09hKarlsruhe
  • ... per Twitter hat die KVV soeben gemeldet, dass der betreffende Kontrolleur nicht mehr für sie arbeitet und dass sie sich in aller Form entschuldigen möchten.
    Geht doch!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 FelixAnonym
  • 31.05.2019, 14:27h
  • Wenn das stimmt, sind die Mitarbeiter für ihren Job ungeeignet und müssen sofort entlassen werden.

    Wer so mit Kunden umgeht, hat dort nichts zu suchen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 FredericAnonym
  • 31.05.2019, 14:52h
  • Sehr gut, aber wahrscheinlich wird der Typ jetzt noch homohober, weil er seinen Job verloren hat. Ggf. wäre ein Auflage ein paar Stunden bei der Schwulenberatung oder Ähnlichem zu leisten besser gewesen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 qwertzuiopüAnonym
  • 31.05.2019, 14:56h
  • Von Kündigung steht da ja gar nichts. Der Securitymensch arbeitet ja nicht für den KVV, sondern für B.I.G. - ich nehme an, der KVV hat sich mit dem Securityunternehmen einfach drauf geeinigt, dass der Betreffende einfach nicht mehr für den KVV eingesetzt wird.

    Ich fände eine Schulung zur Sensibilisierung für die Mitarbeiter auch die beste Reaktion. Kostet dann halt.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 YannickAnonym
  • 31.05.2019, 14:56h
  • "Der Fahrscheinprüfer wird nicht mehr für uns arbeiten!"

    Und was ist mit dem anderen Kontrolleur, der sich ebenfalls abfällig geäußert hat?

    Im übrigen erwarte ich, dass auch diese "Security"-Firma, deren Mitarbeiter Unsicherheit statt Sicherheit verbreiten, sich von diesen beiden Mitarbeitern trennt. Ansonsten sollte der Verkehrsverbund auch nicht mehr mit dieser Firma zusammenarbeiten, die solche Leute weiter beschäftigt...
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Patrick SAnonym
  • 31.05.2019, 15:07h
  • Wenn ich das richtig verstanden habe, ging es um eine ganze Gruppe von Kontrolleuren aus der zwei ihren homophoben Müll zum Besten gaben.
    Da drängt sich mir erstmal die Frage auf, warum die anderen aus der Gruppe nichts unternommen haben?
    Wer nur still daneben steht und zulässt, dass Menschen diskriminiert werden, macht sich mitschuldig.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 PinoAnonym
  • 31.05.2019, 15:16h
  • Wenn aus einer Gruppe Kontrolleure (auf dem Foto sehe ich mindestens 3) von zweien homophobe Kommentare kommen und der andere das widerspruchslos hinnimmt, erwarte ich, dass die ganze Gruppe nicht mehr für dieses Subunternehmen arbeitet.

    Sollten Sie das doch tun, erwarte ich, dass die KVV die Zusammenarbeit mit diesem Laden, für den Beleidigungen von Kunden offenbar kein Problem sind, unverzüglich beendet.

    Das ist die einzige richtige Reaktion in so einem Fall.
  • Antworten » | Direktlink »