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Maine beschließt Gesetz H-213

17 US-Bundesstaaten verbieten Homo-"Heilung" bei Jugendlichen

Mehr als ein Drittel der US-Bundesstaaten haben inzwischen die Durchführung sogenannter "Konversionstherapien" an unter 18-Jährigen unter Strafe gestellt. Zuletzt folgte der Neuenglandstaat Maine.


Die Idee, dass man seine Homosexualität einfach nur mit Gebeten und kalten Bädern ausschalten kann, ist in den USA unter christlichen Fundamentalisten noch immer weit verbreitet

Auch der Bundesstaat Maine hat "Konversionstherapien", mit denen die Homo- oder Transsexualität von Kindern und Jugendlichen "geheilt" werden soll, untersagt. Die demokratische Gouverneurin Janet Mills unterschrieb das entsprechende Gesetz H-213 am Mittwoch in der Landeshauptstadt Augusta. Damit haben insgesamt 17 der 50 US-Bundesstaaten sowie die Hauptstadt Washington, D.C. ein derartiges Verbot beschlossen.

"Konversionstherapien sind schädlich. Diese weitgehend diskreditierte Praxis hat keinen Platz in Maine", sagte Gouverneurin Mills bei der Unterzeichnungszeremonie. "Mit meiner Unterschrift unter das Gesetz sende ich eine unüberhörbare Botschaft an junge LGBTQ-Menschen in Maine und im ganzen Land: Wir sind bei euch, wir unterstützen euch und wir werden immer euer Recht verteidigen, so zu sein, wie ihr seid."

Twitter / GovJanetMills

Vor rund einem Jahr war ein entsprechendes Gesetz vom damaligen republikanischen Gouverneur Paul LePage noch durch ein Veto verhindert worden (queer.de berichtete). LePage hatte damals argumentiert, dass es "schlechte Politik" sei, Ärzten und anderen Personen zu verbieten, die berechtigten Fragen von Patienten zu beantworten. Außerdem habe er sich Sorgen um die Religionsfreiheit gemacht. LePage konnte im November nicht mehr für seine Wiederwahl antreten, weil ein Gouverneur in Maine nur einmal wiedergewählt werden darf.

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Erstes Verbot 2012 in Kalifornien

Als erster Bundesstaat hatte Kalifornien 2012 die "Heilung" homo- und transsexueller Jugendlicher verboten (queer.de berichtete). Damals gab es mehrere Gerichtsprozesse, weil das Gesetz laut Homo-Gegnern gegen die Rede- und Religionsfreiheit verstoße. Der Bundesstaat an der Westküste entschied das Verfahren allerdings am Ende für sich. Der Versuch von Politikern, ein generelles Verbot der Homo-"Heilung" – also auch für Erwachsene – durchzusetzen, ist bislang gescheitert (queer.de berichtete). Grund sind verfassungsrechtliche Bedenken – so erklärten einige Experten, ein derartiges Verbot verstoße gegen die Religionsfreiheit.

Eine Studie der Universität von Kalifornien aus dem vergangenen Jahr schätzte die Zahl der "Konversionstherapien", die bei Kindern und Jugendlichen in den USA binnen eines Jahres durchgeführt werden, auf gegenwärtig 20.000. Weit mehr würden aber von religiösen Anführern unter Druck gesetzt, ihre sexuelle Orientierung zu "ändern" oder zu unterdrücken.

Ärzte- und Psychologenverbände warnen bereits seit Jahren vor "Konversionstherapien", weil diese nutzlos seien und "Patienten" in die Depression oder gar in den Selbstmord treiben könnten. Der Weltärztebund erklärte bereits 2013, dass derartige "Therapien" die Menschenrechte verletzten und nicht zu rechtfertigen seien (queer.de berichtete). In Deutschland wird nach einer Initiative von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) derzeit über ein Totalverbot von "Konversionstherapien" diskutiert (queer.de berichtete). (dk)



#1 YannickAnonym
  • 31.05.2019, 14:58h
  • Schön, dass wenigstens in 17 US-Bundesstaaten ein Teil der Menschen vor solchen Fanatikern geschützt wird.

    Aber wieso nur Minderjährige? Die Schädlichkeit ist auch bei Erwachsenen gegeben und wissenschaftlich nachgewiesen...
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#2 PinoAnonym
  • 31.05.2019, 15:20h
  • Wann kommt denn in Deutschland endlich das versprochene Verbot solcher Gehirnwäsche?

    Was gibt es da noch groß zu debattieren? Die Schädlichkeit ist umfassend belegt.

    Der Gesundheitsminister Jens Spahn und auch die SPD hatten versprochen, dass das Verbot bis zum Sommer verabschiedet ist. Der meteorologische Sommerbeginn ist morgen, der astronomische Sommerbeginn ist in 3 Wochen.

    So langsam muss die Regierung mal in die Pötte kommen, wenn sie das Versprechen noch halten wollen.

    Und aufschieben ist keine Option. Denn hier geht es um Menschenleben!!
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#3 GironAnonym
  • 31.05.2019, 15:39h
  • Antwort auf #2 von Pino
  • Ja, ich hoffe auch, dass das versprochene Verbot bald umgesetzt wird.

    Aber dann muss es auch ein generelles Verbot sein und nicht nur für Minderjährige. Denn wie Yannick schon gesagt hat, sind die massiven Schäden solcher Gehirnwäsche bei Erwachsenen kein bisschen weniger dramatisch.

    Deswegen muss dieser Mumpitz endlich verboten werden.

    Wenn Union und SPD nicht mal dieses Versprechen halten können, obwohl es hier um die Gesundheit oder sogar das Leben unschuldiger Bürger geht, dann wird es wirklich höchste Zeit für Neuwahlen...
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#4 Patroklos
#5 Carsten ACAnonym
  • 01.06.2019, 14:41h
  • Antwort auf #3 von Giron
  • Richtig.

    Da diese Gehirnwäsche erwiesenermaßen allen Opfern schadet und nicht nur Minderjährigen, muss sie auch für alle Altersgruppen verboten werden.

    Alles andere wäre eine Verhöhnung der Opfer.
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#6 Carsten ACAnonym
  • 01.06.2019, 14:45h
  • Antwort auf #2 von Pino
  • Naja, "bis zum Sommer" kann man durchaus so verstehen, dass es bis zum Sommeranfang umgesetzt ist. Aber auch so, dass es irgendwann im Laufe des Sommers umgesetzt wird.

    Aber so oder so bleiben Union und SPD nur noch 3-4 Monate, dieses Versprechen umzusetzen. Und da es um Menschenleben geht, machen sie das besser so schnell wie möglich.

    Sollte das allerdings nicht kommen, wäre das wieder ein erneuter Wortbruch.

    Und für die SPD wäre das dann einer der letzten Wortbrüche, denn das wäre der endgültige Verlust des letzten bisschens Glaubwürdigkeit. Und ein Verlust der Glaubwürdigkeit ist für eine Partei der Tod.
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