https://queer.de/?33731
Maine beschließt Gesetz H-213
17 US-Bundesstaaten verbieten Homo-"Heilung" bei Jugendlichen
Mehr als ein Drittel der US-Bundesstaaten haben inzwischen die Durchführung sogenannter "Konversionstherapien" an unter 18-Jährigen unter Strafe gestellt. Zuletzt folgte der Neuenglandstaat Maine.

Die Idee, dass man seine Homosexualität einfach nur mit Gebeten und kalten Bädern ausschalten kann, ist in den USA unter christlichen Fundamentalisten noch immer weit verbreitet
- 31. Mai 2019, 12:42h 2 Min.
Auch der Bundesstaat Maine hat "Konversionstherapien", mit denen die Homo- oder Transsexualität von Kindern und Jugendlichen "geheilt" werden soll, untersagt. Die demokratische Gouverneurin Janet Mills unterschrieb das entsprechende Gesetz H-213 am Mittwoch in der Landeshauptstadt Augusta. Damit haben insgesamt 17 der 50 US-Bundesstaaten sowie die Hauptstadt Washington, D.C. ein derartiges Verbot beschlossen.
"Konversionstherapien sind schädlich. Diese weitgehend diskreditierte Praxis hat keinen Platz in Maine", sagte Gouverneurin Mills bei der Unterzeichnungszeremonie. "Mit meiner Unterschrift unter das Gesetz sende ich eine unüberhörbare Botschaft an junge LGBTQ-Menschen in Maine und im ganzen Land: Wir sind bei euch, wir unterstützen euch und wir werden immer euer Recht verteidigen, so zu sein, wie ihr seid."
/ GovJanetMillsToday I signed into law a bill banning conversion therapy, a widely-discredited practice that has no place in Maine. Today, we send an unequivocal message to young LGBTQ people: we stand with you, we support you, and we will always defend your right to be who you are. pic.twitter.com/heInzibvFJ
Governor Janet Mills (@GovJanetMills) May 29, 2019
|
Vor rund einem Jahr war ein entsprechendes Gesetz vom damaligen republikanischen Gouverneur Paul LePage noch durch ein Veto verhindert worden (queer.de berichtete). LePage hatte damals argumentiert, dass es "schlechte Politik" sei, Ärzten und anderen Personen zu verbieten, die berechtigten Fragen von Patienten zu beantworten. Außerdem habe er sich Sorgen um die Religionsfreiheit gemacht. LePage konnte im November nicht mehr für seine Wiederwahl antreten, weil ein Gouverneur in Maine nur einmal wiedergewählt werden darf.
Erstes Verbot 2012 in Kalifornien
Als erster Bundesstaat hatte Kalifornien 2012 die "Heilung" homo- und transsexueller Jugendlicher verboten (queer.de berichtete). Damals gab es mehrere Gerichtsprozesse, weil das Gesetz laut Homo-Gegnern gegen die Rede- und Religionsfreiheit verstoße. Der Bundesstaat an der Westküste entschied das Verfahren allerdings am Ende für sich. Der Versuch von Politikern, ein generelles Verbot der Homo-"Heilung" – also auch für Erwachsene – durchzusetzen, ist bislang gescheitert (queer.de berichtete). Grund sind verfassungsrechtliche Bedenken – so erklärten einige Experten, ein derartiges Verbot verstoße gegen die Religionsfreiheit.
Eine Studie der Universität von Kalifornien aus dem vergangenen Jahr schätzte die Zahl der "Konversionstherapien", die bei Kindern und Jugendlichen in den USA binnen eines Jahres durchgeführt werden, auf gegenwärtig 20.000. Weit mehr würden aber von religiösen Anführern unter Druck gesetzt, ihre sexuelle Orientierung zu "ändern" oder zu unterdrücken.
Ärzte- und Psychologenverbände warnen bereits seit Jahren vor "Konversionstherapien", weil diese nutzlos seien und "Patienten" in die Depression oder gar in den Selbstmord treiben könnten. Der Weltärztebund erklärte bereits 2013, dass derartige "Therapien" die Menschenrechte verletzten und nicht zu rechtfertigen seien (queer.de berichtete). In Deutschland wird nach einer Initiative von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) derzeit über ein Totalverbot von "Konversionstherapien" diskutiert (queer.de berichtete). (dk)















Aber wieso nur Minderjährige? Die Schädlichkeit ist auch bei Erwachsenen gegeben und wissenschaftlich nachgewiesen...