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USA

Donald Trump spielt den größten Homo-Aktivisten aller Zeiten

Zu Beginn des Pride Month sichert der US-Präsident LGBT in aller Welt auf Twitter seine Unterstützung zu – dabei verantwortet er selbst eine queerfeindliche Politik im In- und Ausland.


Inszeniertes Pressefoto: US-Präsident Donald Trump am Schreibtisch im Weißen Haus (Bild: The White House / flickr)

Nicht am 1. April, sondern zum 1. Juni hat US-Präsident Donald Trump LGBT in aller Welt seine Unterstützung zugesagt. "Meine Regierung hat eine globale Kampagne gestartet, um Homosexualität zu entkriminalisieren, und lädt alle Nationen ein, sich uns bei diesem Bemühen anzuschließen", twitterte Trump am Freitag zu Beginn des sogenannten Pride Month. In diesem Monat wird das 50. Jubiläum der New Yorker Stonewall-Riots gefeiert.

Twitter / realDonaldTrump

Trump schrieb weiter, es sollten in diesem Monat nicht nur die herausragenden Beiträge gewürdigt werden, die LGBT für "unsere großartige Nation" geleistet haben, "lasst uns auch solidarisch sein mit den vielen LGBT-Menschen, die in Dutzenden Ländern weltweit leben, die Individuen wegen ihrer sexuellen Orientierung bestrafen, einsperren oder sogar hinrichten".

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Im Februar dementierte Trump die Initiative

Eine weltweite Initiative der amerikanischen Regierung zur Entkriminalisierung von Homosexualität unter Führung des schwulen Berliner US-Botschafters Richard Grenell hatten mehrere Beamte bereits anonym im Februar angekündigt. Vor vier Monaten hatte sich Trump davon noch ahnungslos gezeigt. "Ich weiß nicht, von welchem Bericht sie reden", meinte er auf die konkrete Nachfrage einer Reporterin (queer.de berichtete). US-Organisationen und -Medien vermuteten damals, dass es bei der vermeintlichen Initiative vor allem um Druck auf den Iran ginge.

Trumps Vorstoß ist zudem wenig überzeugend, da er im eigenen Land LGBTI-Rechte eingeschränkt hat und auf internationaler Ebene zu den Blockierern gehört. Erst im März weigerte sich etwa die US-Regierung, eine UN-Erklärung zur Verurteilung der queerfeindlichen Gewalt in der russischen Teilrepublik Tschetschenien zu unterstützen (queer.de berichtete).

Organisationen wie der "Alliance Defending Freedom", die weltweit gegen LGBTI-Rechte ankämpfen, machten der US-Präsident und sein Vize Mike Pence mehrfach Zugeständnisse. Gleichzeitig ignorierten sie Verstöße gegen die Menschenrechte von LGBTI bei "Verbündeten". Zu den Ländern, die Homosexualität mit Haft- und Todesstrafen belegen, gehört auch das von Trump hofierte Saudi-Arabien.

USA lehnten UN-Resolution gegen Todesstrafe ab

Die Vorgängerregierung unter Präsident Barack Obama hatte 2015 den Posten eines Sonderbotschafters für LGBT-Rechte eingeführt (queer.de berichtete) – er ist seit der Amtsübernahme Trumps unbesetzt (wie zwei Beraterstäbe des Präsidenten zu HIV). Obama hatte bei Auslandsbesuchen mehrfach LGBTI-Aktivisten getroffen, etwa in Russland (queer.de berichtete), und queere Themen in internationalen Organisationen zum Thema gemacht, speziell bei den Vereinten Nationen. Unter Trump haben die USA den UN-Menschenrechtsrat verlassen und zuvor gegen eine Resolution gestimmt, die die Todesstrafe unter anderem aufgrund von Homosexualität verurteilt hätte (queer.de berichtete).

Als Präsident setzte Trump zudem ein Verbot von trans Menschen im US-Militär durch (queer.de berichtete). Außerdem erlaubte er die bislang verbotene Diskriminierung von LGBT in der Bundesverwaltung (queer.de berichtete). Erst im vergangenen Monat hatte das amerikanische Ministerium für Stadtentwicklung und Wohnungsbau einen neuen Richtlinien-Entwurf veröffentlicht, mit der die "Equal Access"-Regel der Obama-Regierung außer Kraft gesetzt werden soll (queer.de berichtete). Betreibern von Obdachlosenheimen erhalten damit das Recht, trans Menschen mit Verweis auf ihre "religiösen Überzeugungen" den Zugang zu ihren Einrichtungen zu verwehren. (cw)



#1 Svetlana LAnonym
  • 01.06.2019, 09:02h
  • Was für ein erbärmlicher Heuchler!

    Das erinnert mich an die AfD, die sich ja auch gerne mal als "letzten Schutzschild" für LSBTTIQ sieht.
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#2 Patroklos
  • 01.06.2019, 09:48h
  • Der janusgesichtige Donald Trump - hoffentlich ist es nur eine Amtszeit, die wir ihn ertragen müssen!
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#3 Still_Ith
#4 Ana NymAnonym
  • 01.06.2019, 12:01h
  • Trump arbeitet viel mit Verunsicherung und Scheinkämpfen ...
    Entweder ist das Taktik oder ein besonderer Geisteszustand: Sprunghaft, Radikal, Unvorhersehbar, Labil, Unzuverlässig
    Gehen wir von Taktik aus,
    dann befindet er sich in übler Gesellschaft.
    Vielleicht steckt auch einfach nur sein Geltungsbewusstsein dahinter: Alle reden vom Pride Monat, Obama wird immer noch gelobt (ein Präsident mit Kultstatus.), andere die etwas für LQBTIQ+ getan haben stehen auch (endlich) im Rampenlicht, LQBTIQ+-Filme werden gezeigt, Reden gehalten, Statuen aufgestellt, 50 Jahre Stonewall, ... Und der Donald steht außen vor, ist nicht dabei, das merkt er und will auch gerne im Rampenlicht stehen, selbst wenn es ihm offensichtlich (siehe Taten seiner Administration) gar nicht passt.
    Vor seinem Wahlsieg hat er ähnliches verzapft, hat sich LGBTIQ+ zugetan gezeigt (kämpfte angeblich für alle Amerikaner und dazu gehören die LGBTIQ+-Leute) , und kaum hatte er was er wollte, hat er aufgetrumpt und mit dem ganzen Übel angefangen: Handelsboykott, Austritt aus Atomwaffenpakt, Aufkündigung anderer Verträge, Verbieten von Begriffen die den Klimawandel betreffen, Streichung von Geldern und Einrichtungen die sich um die Dokumentation des Klmawandels kümmern, Verprellung der Staaten der Welt, Mauerbau, Isolation der USA, Drohen mit Atomwaffen, Religiöse Gründe gegen LGBTIQ+-Rechte und nicht zu letzt zahlreiche Angriffe auf Trans* (und das scheint ihm ein echtes Anliegen zu sein, denn da lässt er ja nicht locker, immer wieder Vorstöße, Richter ersetzen, und auf vielen Gebieten seine Anti-LGBTIQ+ Anhänger postieren, frage mich manchmal ob gerade beim Thema Trans* nicht etwas sehr persönliches dahinter steckt):Trans* aus den Streitkräften (gegen alle Stimmen auch aus der Armee selbst), Weg mit (Trans*)Schutzrechten, Trans*schüler diskriminierung ermöglichen, Das "auf die Straße setzen können von Trans*" durch Obdachlosenunterkünfte - mal wieder religiöse Gründe ...
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#5 TheDadProfil
  • 01.06.2019, 13:46hHannover
  • Antwort auf #4 von Ana Nym
  • ""Trump arbeitet viel mit Verunsicherung und Scheinkämpfen ...""..

    Da sind weder "Scheinkämpfe" noch hat Trump ein "Janus-Gesicht" wie "Patroklos" schrieb..

    Der Mann ist Geschäftsmann, und denkt daher, man könne über alles verhandeln..

    Er setzt Duftmarken, und wenn dem nichts entgegengesetzt wird, ist sein Position Gesetz..

    Wenn also die Administration Trump den Beschluß fasst die Zölle auf Importe aus China zu erhöhen, dann stützt das nur vermeintlich die US-Wirtschaft, es schädigt aber SOFORT den US-Konsumenten, denn die Waren werden für den Konsumenten sofort teurer..
    Über diesen "Umweg" will die Administration Trump den Konsumenten dazu bewegen vorwiegend US-Produkte zu kaufen, und nimmt ihnen dazu einen Teil der freien Entscheidung aus der Hand sich für welches Produkt auch immer zu entscheiden, wenn es nur dem Bedürfnis des Käufers entspricht..

    Es kommt hier also auf die Reaktion des US-Bürgers an, und seiner Bereitschaft sich von dieser Administration an der Nase durch den Ring ziehen zu lassen..

    Theoretisch beste Möglichkeit gegen die Zölle zu protestieren wäre es keine US-Produkte zu kaufen..
    Und zwar nicht von uns, sondern in den USA selbst..

    Theoretisch beste Möglichkeit auf das "Trans*-Verbot" in den Streitkräften zu reagieren wäre dann auch, die US-Bevölkerung weigert sich so lange bis das Verbot fällt sich bei den Streitkräften zu verpflichten..

    Doch so viel ungeteilte Solidarität gibt es in den Gesellschaften nicht..
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#6 Patrick SAnonym
  • 01.06.2019, 14:08h
  • Wer nur ansatzweise bei der Berichterstattung aus den USA am Ball bleibt, kann diesen Clown nicht mehr ernst nehmen und zwar alle Themen betreffend.
    Da hab ich fast Mitleid mit Alec Baldwin, der versuchen muss, die Realsatire noch zu toppen. Eigtl unmöglich.
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#7 Carsten ACAnonym
  • 01.06.2019, 14:36h
  • Der schadet LGBTI in seinem Land und auch international, wo es nur geht.

    Und dann will der den Menschen sowas weismachen.,,

    Glaubt der das wirklich? Oder hält der nur seine Wähler für so dumm?
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#8 marcocharlottenburgAnonym
  • 01.06.2019, 17:24h
  • Bei den heuchlerischen Äußerungen kann ich nicht anders, als es in diesen Worten auszudrücken: Man kann gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte!

    So ein kleiner Meteorit, aus den tiefen des Weltalls, der in Washington zur rechten Zeit das Weiße Haus trifft, das wäre mal was...
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#9 TrumpelAnonym
  • 01.06.2019, 20:15h
  • Antwort auf #6 von Patrick S
  • "Realsatire" (?)

    Für wen ist das denn Realsatire? Für dich? Warum? Weil du nicht in den USA lebst und deshalb denkst, es sei ja weit entfernt?

    Ich denke, die Trans* in den USA, die bisher im Militär gearbeitet haben, würden sich freuen, wenn ihre Entlassung nur ein schlechter Witz wäre.
    Auch China wäre froh, wenn die ewige Steuererhöhung von Trump nur ein Aprilscherz wäre.
    Im Iran trauern Menschen um ihre Kinder und anderen Familienmitglieder, weil sie aus Rachsucht erschossen wurden.
    Chelsea hat sicherlich auch was besseres zu tun, als in Beugehaft zu sitzen.
    Deutschland wäre froh, wenn die Steuern niedriger würden bezüglich Autoexport, und wenn der Klimaschutz endlich auch von Trump ernst genommen würde.
    Die Frau, die gegen Kavanaugh klagte, und er trotzdem in den Supreme Court kam, wird sich nicht sehr wohl fühlen bei diesem Gedanken.
    .
    .
    .
    Etc.

    So viel zum Thema Realsatire! Lachen geht anders!

    ©BuntesUndSchönes
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#10 Bonifatius49Anonym
  • 01.06.2019, 22:14h
  • Antwort auf #8 von marcocharlottenburg
  • Sehr lobenswert das sich die US-Regierung unter Trump sowie zuvor bereits unter Obama für die weltweite Legalisierung sexueller Handlungen unter Männern bzw. unter Frauen einsetzt.

    Das finde ich gut. Gleichwohl Obama mochte ich lieber, denn er war der bessere Präsident.
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