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Evangelische Kirche

Kirchenpräsident für Segnung von Geschlechtsanpassungen

Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, fordert mehr Sensibilität im Umgang mit trans Menschen. Lob kommt von der Bundesvereinigung Trans*.


Volker Jung ist seit 2009 Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) mit Sitz in Darmstadt (Bild: EKHN / Neetz)

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) will mehr kirchliche Angebote für trans Menschen schaffen und die Gesellschaft für dieses Thema sensibilisieren. "Es geht darum, für eine gesellschaftliche Sensibilität zu werben, die Menschen nicht einfach in feste Kategorien einordnet", sagte EKHN-Kirchenpräsident Volker Jung der Deutschen Presse-Agentur. Die EKHN ist nach eigenen Angaben die erste evangelische Landeskirche, die sich mit dem Thema befasst. Die Landeskirche erstreckt sich über Teile Hessens und Rheinland-Pfalz und vertritt rund 1,5 Millionen Mitglieder der evangelischen Kirche. "Es gibt keinen offiziellen Auftrag der EKD, das für alle zu machen. Allerdings verfolgen viele andere Landeskirchen unsere Arbeit."

Eine Frage, die Jung zufolge im Raum steht, ist: Was ist mit Menschen die ihr äußeres Geschlecht ihrem erlebten Geschlecht angleichen wollen? "Sie fragen: Stellt ihr mir eine neue Taufurkunde aus? Die Menschen wollen diesen Wechsel auch dokumentieren", sagte Jung. Da sei die Kirche flexibler als der staatliche Bereich. Manche würden auch nach einem begleitenden Gottesdienst oder einer Segnung nach einer Geschlechtsanpassung fragen. "Zurzeit arbeiten wir daran, wie so etwas aussehen kann. Möglich ist das auf jeden Fall."

Die Kirche müsse allen Menschen gerecht werden


Bereits im vergangenen Jahr veröffentlichte die EKHN die Handreichung "Zum Bilde Gottes geschaffen. Transsexualität in der Kirche"

Das notwendige Engagement für trans Menschen sei nicht aus der Erfahrung heraus entstanden, dass die Kirche in anderen Fällen wie zum Beispiel homosexuellen Partnerschaften zu zögerlich war. "Wir haben zu den Kirchen gehört, die sich sehr früh auch für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ausgesprochen haben, nämlich schon 2002", sagte Jung. "Wir sehen uns jetzt nicht unter dem Druck, wir müssten etwas Versäumtes aufholen." Es gehe darum, für eine Sensibilität zu werben, die Menschen nicht einfach in feste Kategorien einordnet.

Dabei gebe es auch Widerstände. "Manche greifen uns an, indem sie sagen: Jetzt kümmert ihr euch wieder um eine Minderheit, das sind doch gar nicht viele", sagte Jung. Es sei aber gerade Auftrag der Kirche, allen Menschen gerecht zu werden. Die entscheidende theologische Frage sei die Auslegung der Aussage in der Bibel "Gott schuf sie als Mann und Frau". Dies sei eine Beschreibung, dass Menschen weiblich und männlich sind. "Damit ist nicht gesagt, dass Menschen Frau oder Mann sein müssen."

Junge trans Gläubige lösten Debatte aus

"Wir sind schon einige Jahre dabei, uns mit Transsexualität zu beschäftigen. Insbesondere unser Jugendverband hat das eingefordert", sagte Jung. Das habe auch damit zu tun, dass Jugendliche, die sich bei uns engagiert haben, von dem Thema betroffen sind. Und es gebe auch Pfarrerinnen und Pfarrer, die selbst eine Geschlechtsanpassung vollzogen hätten. Spannenderweise sei es in der Tat so, dass Transsexualität als Thema bekannt sei, aber die theologische Bearbeitung durchaus zu wünschen übriglasse.

Die Bundesvereinigung Trans* sieht die EKHN in ihren Bemühungen um trans Menschen "ganz weit" vorne. "Wir würden uns wünschen, dass hier mehr evangelische Landeskirchen nachziehen", sagte Sprecherin Rebecca Jäger. Trans Menschen seien im Alltag nach wie vor benachteiligt, das könne bis hin zu Diskriminierungen gehen. Auch gebe es weiterhin verbale, in Einzelfällen auch gewalttätige Übergriffe. (cw/dpa)



#1 Petra WeitzelAnonym
  • 06.06.2019, 16:23h
  • Wir möchten höflich anmerken, dass wir zu dieser Entwicklung wesentliches beigetragen haben.
    Im Frühjahr 2017 erschienen unsere in Zusammenarbeit u.a. mit der EKHN und der EK Berlin-Brandenburg erschienene Broschüre und Spot Reformation für Alle* - Transsexualität/Transidentität und Kirche zu finden unter tur2017.de
    Der BVT* hat das damals leider nicht kommentiert.
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#2 NachfrageAnonym
  • 06.06.2019, 16:37h
  • Antwort auf #1 von Petra Weitzel
  • "Wir möchten höflich anmerken, dass wir zu dieser Entwicklung wesentliches beigetragen haben."

    Es könnte ein bisschen zum Verständnis beitragen, wenn du noch schreiben würdest, wer in diesem Fall "wir" sind. Du bist nicht Cher, Schatz. ^^
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