Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33739

Gegen Vielfalt

AfD Sachsen will "Werbung für Homosexualität" in Schulen verbieten

Mit einem LGBTI-feindlichen "Regierungsprogramm" zieht die Rechtsaußenpartei in den sächsischen Landtagswahlkampf. Kein Kind dürfe zur Akzeptanz "abweichender Lebensmodelle" gedrängt werden.


Jörg Urban ist Partei- und Fraktionsvorsitzender der AfD in Sachsen (Bild: AfD-Fraktion Dresden)

Die AfD in Sachsen will nach der Landtagswahl in die Regierung. "Wir wollen regieren und deshalb heißt unser Wahlprogramm auch Regierungsprogramm", erklärte Parteichef Jörg Urban am Samstag vor 156 Delegierten auf einem Parteitag in Lommatzsch (Landkreis Meißen).

Das Programm steht unter dem Motto "Trau Dich Sachsen" und formuliert auf 69 Seiten bekannte AfD-Positionen. Im Entwurf, der queer.de vorliegt, geht es immer wieder gegen Muslime, Flüchtlinge – und LGBTI-Menschen. "Abweichende Lebensmodelle sollten nicht mehr Raum einnehmen, als sie im Alltagsleben haben", heißt es etwa zur Familienpolitik. "Toleranz ist geboten, aber kein Kind soll zur Akzeptanz gedrängt werden." Die "Hoheit über die Bewertung und Einordnung von Lebensmodellen und Formen der Sexualität" sei bei den Eltern zu belassen, "bis die Kinder eigenes Interesse an diesen Themen entwickeln".

Gegen "Gender-Gaga" und "Frühsexualisierung"

Die Sexualpädagogik der Vielfalt stelle "einen unzulässigen Eingriff in die natürliche Entwicklung unserer Kinder dar", heißt es weiter im Programmentwurf. "Dadurch werden diese in Bezug auf ihre sexuelle Identität verunsichert. Die AfD lehnt alle Versuche ab, das traditionelle Familienbild zu beseitigen. Das ideologische Experiment der Frühsexualisierung ist zu beenden."

Der Ehe für alle und Regenbogenfamilien sagt die AfD Sachsen klar den Kampf an. "Wir werden auf allen Ebenen Bestrebungen energisch entgegentreten, die Begriffe Abstammung, Familie und Ehe umzudeuten". heißt es im Programmentwurf. Das "Leitbild der Familie aus Vater, Mutter und Kindern" müsse wieder im Mittelpunkt stehen.

"In der Schule soll die Gemeinschaft von Vater, Mutter und Kind als erstrebenswertes Familienmodell vermittelt werden. Werbung für Homosexualität, Gender-Gaga und Frühsexualisierung haben in unseren Schulen nichts verloren", fasste Urban die Positionen auf dem Parteitag zusammen. Das Wahlprogramm sollte noch am Samstagabend verabschiedet werden. Ursprünglich hatte die Partei zwei Tage für die Beratung angesetzt.

AfD stärkste Partei bei der Europawahl

Bei der Europawahl hatte die Sachsen-AfD am 26. Mai wie schon bei der Bundestagswahl 2017 die CDU hinter sich gelassen. Sie erhielt 25,3 Prozent der Stimmen, die Union kam auf 23 Prozent. Urban zufolge soll es künftig nicht mehr möglich sein, "Politik gegen die AfD" zu machen. In Sachsen wird am 1. September ein neuer Landtag gewählt.

Allerdings besitzt die AfD nach Lage der Dinge in Sachsen keinen Bündnispartner für eine gemeinsame Regierung. CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte eine solche Koalition wiederholt kategorisch abgelehnt. Zuletzt schloss er selbst ein Vierer-Bündnis mit der SPD, der FDP und den Grünen nicht aus. Allerdings müssten dafür die Liberalen den Sprung ins Parlament erst einmal schaffen. (cw/dpa)

Ein Wort in eigener Sache
Hinter gutem Journalismus stecken viel Zeit und harte Arbeit – doch allein aus den Werbeeinnahmen lässt sich ein Onlineportal wie queer.de nicht finanzieren. Mit einer Spende, u.a. per Paypal oder Überweisung, kannst Du unsere wichtige Arbeit für die LGBTI-Community sichern und stärken. Abonnenten bieten wir ein werbefreies Angebot. Jetzt queer.de unterstützen!


#1 ZenkimausAnonym
  • 01.06.2019, 18:20h
  • Rückwärts gewandt und dumm. Übrigens hätten die afdler heute nach Dresden kommen können zum CSD. Soviele waren noch nie da. Dankeschön.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Patrick SAnonym
  • 01.06.2019, 18:23h
  • Das die Einlassungen dieser Partei zu fast allen Themen strunzdumm sind und hier explizit Aufklärungsarbeit zu Werbung umgedichtet wird brauchen wir ja gar nicht mehr zu debattieren.

    Was mich aber erschreckt ist, dass tatsächlich in mehreren neuen Bundesländern die Möglichkeit besteht, dass die AfD stärkste Kraft wird. Und das verstehe ich einfach nicht. Ich verstehe die betreffenden Menschen nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 CMG13Anonym
  • 01.06.2019, 19:06h
  • Antwort auf #2 von Patrick S
  • Im den Städten ist das ja nicht so. Aber auf dem Land... da sind die Menschen einfach dumm. Am besten großräumig umfahren ;) bundesweit Grüne in der neusten Umfrage stärkste Kraft, das zählt!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 LGBH0TTNZProfil
  • 01.06.2019, 19:25hSchwerte
  • Da hilft nur eins: Tourismusboykott! Weiten Bogen drum machen! Nazisachsen ist sowieso gegen den Euro, also lassen wir keinen Euro mehr da! Tourists of the World! There are better travel destinations than fascist and homophobic shithole saxony!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 PeerAnonym
  • 01.06.2019, 19:33h
  • Es geht nicht darum, für irgendwas Werbung zu machen (das geht auch nicht, da man die sexuelle Orientierung nicht ändern kann) oder jemanden zu etwas zu zwingen.

    Sondern es geht darum, neutral die Fakten zu berichten. Jeder Schüler muss selbst daraus seine Schlüsse ziehen und sich seine eigene Meinung bilden.

    Schule soll nun mal Wissen vermitteln und auf das reale Leben vorbereiten und in der realen Welt gibt es nun mal auch Homosexualität.

    Aber da sich diese Partei und ihre Anhänger nicht für Fakten interessieren, werden sie das auch nicht verstehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Carsten ACAnonym
  • 01.06.2019, 19:38h
  • "Frühsexualisierung"

    Ich frage mich, was immer dieses "Frühsexualisierung" soll...

    Haben die sich jemals die Mühe gemacht, auch nur einmal in ein entsprechendes Schulbuch, die Lehrpläne, o.ä. reinzusehen?

    Gerade Lehrpläne, Schulbücher, etc. gehören zu den am strengsten kontrollierten Dingen in Deutschland. Da arbeiten zig Leute dran, das durchläuft alles zig Korrekturschleifen und das müssen zig Gremien bestätigen.

    Wenn man da nur mal einmal reinschaut, sieht man sehr schnell, dass Aufklärung immer altersgerecht geschieht.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Ith_Anonym
  • 01.06.2019, 19:50h
  • Man kann es auch umgekehrt ausdrücken: Kein Mensch, der feststellt, nicht hetero, weiß und cis zu sein, soll in Sachsen in irgendeiner Weise vermittelt bekommen, als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu zählen/aufwachsen zu dürfen.

    Was leider von der Seite her formuliert ein Grundsatz ist, der sich auch bei CDU/CSU häufig findet. Bloß dass er da noch deutlich seltener auf Widerspruch stößt.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 MeikyAnonym
  • 01.06.2019, 19:53h
  • Warum gibt es dann bloss so viele Kinderlose Ehepaare und so viiieel
    alleinerziehende Mütter. Von wegen Vater, Mutter, Kind.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 panzernashorn
  • 01.06.2019, 20:16h
  • Antwort auf #2 von Patrick S
  • " Und das verstehe ich einfach nicht. Ich verstehe die betreffenden Menschen nicht."

    Du hast Dir ja selber die Erklärung bereits gegeben:
    "strunzdumm" eben - wie die Partei, so auch die Leute, die sie wählen.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 FaktencheckAnonym
  • 01.06.2019, 20:30h
  • Die "Hoheit über die Bewertung und Einordnung von Lebensmodellen und Formen der Sexualität" sei bei den Eltern zu belassen"
    "In der Schule soll die Gemeinschaft von Vater, Mutter und Kind als erstrebenswertes Familienmodell vermittelt werden."

    Finde den Fehler.

    Aber der Fehler liegt natürlich in der Idee, postfaktischer Hetze wäre mit Logik beizukommen.
  • Antworten » | Direktlink »