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Kommentare zu:
Analverkehr tat nicht weh? Kein Asyl!


#1 AndreasKAProfil
  • 03.06.2019, 11:55hKarlsruhe
  • Es ist schwer, den Asylgrund Homosexualität valide nachzuweisen.
    Nachfrage nach sexuellen Praktiken sind meiner Kenntnis nach nicht zulässig. Insofern fußt m.E. dieses Urteil auf einen Verstoß gegen die Regeln und eine Begründung mit diesen Aussagen kann nicht herangezogen werden.

    Hinzu kommt: Die Beurteilung ob ein eigener erster Analverkehr Schmerzen bereitet (hat) kommt nur dem zu, der ihn erlebt hat. Ich denke, die meisten von uns wissen, wie unterschiedlich ein erstes Mal erlebt werden kann.

    Ich verstehe, dass ein Richter skeptisch sein kann, angesichts der hier veröffentlichten Aussagen des Asylbewerbers. Es ist aber immer eine wichtige Aufgabe eines Gerichtes, sich in die Lage dieses Asylbewerbers hinein zu versetzen - ob widersprüchliche oder wenig glaubwürdige Angaben auf Scham (o.ä.) oder auf Schwindel basieren ist schwierig zu erkennen.

    Schlussendlich sollte gelten: in dubio pro reo
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#2 PeerAnonym
  • 03.06.2019, 12:33h
  • Mal ganz abgesehen davon, dass es menschenverachtend ist, Leute über ihr Sexualleben auszufragen und mal abgesehen davon, dass das auch gegen das Urteil des EuGH verstößt...

    Aber noch dazu kommt, dass der Schließmuskel sehr wohl ohne Gleitgel dehnbar ist. Das erlebt jeder Mensch täglich beim Stuhlgang. Jeder Mensch ist anders, bei manchen tut Analverkehr weh, bei anderen nicht.

    Es gibt sogar Schwule, die gar keinen Analverkehr mögen. Was dann? Sind das dann keine echten Schwulen und nicht asylberechtigt? Aber auch Schwule, die Oralverkehr, etc. bevorzugen werden in Verfolgerstaaten verfolgt.
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#3 Carsten ACAnonym
  • 03.06.2019, 12:45h
  • Das ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten.

    Und es entlarvt auch wieder mal die Lügen von Union und SPD, kein LGBTI würde in Verfolgerstaaten abgeschoben.
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#4 daVinci6667
  • 03.06.2019, 12:52h
  • Der Richter ist ganz eindeutig der irrigen Meinung (der erste) Analverkehr müsste schreckliche Schmerzen bereiten. Dem ist eindeutig nicht so. Es kann weh tun, muss aber nicht.

    Ist der aktive Partner einfühlsam und geht behutsam und langsam vor ist überhaupt keine Vorbereitung nötig.

    Mein erster Freund und ich habens bloss mit ein bisschen Spucke gemacht. War völlig schmerzfrei. Danach bereuten wir nur, dass wir damit nicht schon viel früher angefangen haben. Diese Angst vor Schmerzen beim Analverkehr hat viel mit der uns allen indoktrinierten Homophobie zu tun.
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#5 JohannbAnonym
#6 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 03.06.2019, 15:17h
  • Darf man fragen, wo der Richter geschult wurde? Auf der Deppenuniversität? Wer so argumentiert, zeigt nur seine Ignoranz und Homophobie. Würde mich interessieren, welche Partei er wählt.
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#7 MonomiloAnonym
  • 03.06.2019, 15:29h
  • Unabhängig von dem Fall jetzt:

    Was wäre denn ein legitimes Argument? Letztendlich läuft es bei "asylgrund homosexualität" doch immer daraus hinaus das sich ne "glauben wir/glauben wir nicht" Situation ergibt....

    Als Richter bist da aber auch in ner scheiß Situation, zumal jeder negative Bescheid damit einhergeht das er*sie sich mit dem Vorwurf der Homophobie ausgesetzt sieht....
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#8 MonomiloAnonym
  • 03.06.2019, 15:43h
  • Nachtrag: So absurd find ich die Begründung gar nicht... Erstes mal, keine gleitcreme..?

    Und dann noch der Antrag mit Ehefrau....

    Die "Prinzen"-Story ist türlich auch n Hammer....

    Heißt nicht das des net alles wahr sein kann, aber das mit den vorliegenden Infos/Aussagen auf "unglaubwürdig" entschieden wurde erscheint mir jetzt nicht sonderlich überraschend... Oder homophob, ignorant, oder an ner "deppenuni" gelernt.... oO
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#9 marcocharlottenburgAnonym
  • 03.06.2019, 17:41h
  • Und? Wer hat die Entscheidung gelesen? Mag sein, dass das technische Verständnis des Richters mangels eigener Erfahrungen eingeschränkt ist. Entscheidend ist allerdings, dass das Gericht aufgrund der Schilderungen seine Zweifel hat, dass der Kläger das Geschilderte auch tatsächlich so erlebt hat. Das Gericht hat es mit farblos und oberflächlich beschrieben. Ich denke schon, dass das erste Mal so einschneidend ist, dass man jede Minute genau beschreiben kann. Was, wann, wo... Fehlte offensichtlich. Nun gibt es also zwei Möglichkeiten. Tatsächlich nicht erlebt oder schlecht anwaltlich beraten.
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#10 radioheadAnonym
  • 03.06.2019, 18:03h
  • Antwort auf #8 von Monomilo
  • Die Geschichte mit dem Prinzen ist gar nicht so abwegig. In afrikanischen Ländern gibt es häufig so viele Stämme und dementsprechend eben viele Prinzen. Ein Freund von mir kommt aus Uganda ist ebenfalls ein Prinz, was natürlich reichlich wenig mit dem zu tun hat, wie wir uns einen Prinzen vorstellen. Hat sehr wenig bis kaum was mit Glanz und Gloria zu tun ;-).
    Und in diesen homophoben Ländern sind schwule Männer, aber auch Lesben, häufig verheiratet und haben Kinder, um bloß kein Aufsehen zu erregen.
    Darüber hinaus: Jeder, der schon einmal bei einer BamF-Anhörung dabei war, weiß, dass die Fluchtursache detailliert wie nur irgend möglich geschildert werden muss. Gerade schwulen Männern fällt das überhaupt nicht leicht, der kulturelle Backround erlaubt einen solch offenen Umgang mit Sexualität einfach nicht. Deshalb ist eine entsprechende Beratung der Betroffenen im Vorfeld extrem wichtig. Die Urteilsbegründung des Richters ist zynisch und völlig an den Haaren herbei gezogen. Jeder empfindet das erste Mal anders, Gleitmittel ist auch nicht immer ein Muss, damit es funktioniert (dürften die meisten von uns wissen). Außerdem: Wie kann der Betroffene denn bitte einschätzen, wie der damalige Partner das wirklich empfunden hat? Vielleicht hat er (der Partner) einfach nur gesagt, es sei ganz angenehm für ihn gelaufen. Irgendwie scheinen mir die Fragen des Richters mehr als nur unangemessen zu sein. Ob das einer rechtlichen Überprüfung durch eine weitere Instanz standhalten würde fänd ich ganz interessant.
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#11 FinnAnonym
  • 03.06.2019, 18:55h
  • Verfolgung aufgrund der sexuellen Orientierung oder der geschlechtlichen Identität muss endlich als genereller Asylgrund anerkannt werden.

    Aber das wird wohl mit Union und SPD nicht geschehen. Die sind viel zu sehr damit beschäftigt, sich noch irgendwie über die Zeit zu retten und ihre Pöstchen so lange wie möglich zu behalten (=Diäten und Pensionsansprüche).
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#12 PiakAnonym
  • 03.06.2019, 19:54h
  • Ich habe mir das Urteil mal ganz durchgelesen. Aus meiner Sicht hat die Kammer alles versucht, aus dem Antragssteller eine glaubhafte Schilderung herauszuholen. Kam halt nicht. Und es hätte ja nicht mal Gleitcreme sein müssen, von Spucke kam auch nichts. Nur die oberflächliche Schilderung, dass er anal eingedrungen sei (nachdem er vorher in ein Taschentuch ejakulierte).

    Ich sehe ja auch vieles, was von Behörden und Gerichten kommt, sehr kritisch. Aber hier geht es ja nicht um den Umgang mit Homosexualität, sondern um den Beleg derselben. Das muss das Gericht prüfen. Auf der Basis der Widersprüche und platten Darstellung, die sich im Volltext des Urteils finden, hätte ich ihm auch nicht geglaubt.

    Trotzdem würde ich so was nicht als Leitsatz formulieren (und ja, in der Datenbank, aus der das stammt, finden sich auch ein paar Leitsätze von mir).
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#13 AltoAnonym
  • 03.06.2019, 20:51h
  • Antwort auf #11 von Finn
  • "Verfolgung aufgrund der sexuellen Orientierung oder der geschlechtlichen Identität muss endlich als genereller Asylgrund anerkannt werden."

    Ist es doch, das Problem liegt eher in der Beweisbarkeit derer. Wie will man die HS eines Mannes beweisen?
    Ähnliches gibt es auch bei Menschen, die behaupten, heimlich zum Christentum konvertiert zu sein und Angst haben, vor Verwandten und Behörden verfolgt zu werden.
    Man kann den Leuten nun mal nicht in den Kopf schauen, ob es stimmt oder eine Lüge ist, um Asyl zu bekommen. Gerichte gehen den Weg, dass sie enorm grenzüberschreitende Fragen stellen, um Widersprüche zu finden. Die Frage wäre, welche Alternative gibt es für Gericht?
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#14 PatroklosEhemaliges Profil
  • 03.06.2019, 20:55h
  • Antwort auf #11 von Finn
  • Die SPD ist gerade mit sich selbst beschäftigt! Frau Nahles ist zurückgetreten und sowohl keine Partei- als auch Fraktionschefin mehr. Nun wird die SPD von einem Dreigestirn provisorisch so lange geführt (Schäfer-Gümbel, Dreyer und Küstenbarbie), bis ein neuer Parteichef/eine neue Parteichefin gefunden wurde. Wenn Du Dich für das Amt bewerben willst, dann bitte mach es, wenn Du Politik besser machen kannst!
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#15 Taemin
  • 03.06.2019, 22:00h
  • Nach Lektüre dieses Artikels bin auch ich nicht frei von Zweifeln, ob der Mann wirklich schwul ist. Nur: Mit zwei "Ablehnungsgründen" kann man ihm nicht kommen. Das ist zum einen die Ehe mit einer Frau. Auch in Deutschland war eine solche Ehe unter den Regierungen der Verfolger Hitler, Adenauer und Kiesinger nicht unüblich. Viele schwule Männer fanden tolerante Frauen, die -in der Zeit, als der Mann Alleinverdiener und die Frau "Nur-Hausfrau" war- hauptsächlich an materieller Absicherung interessiert waren und dafür den schwulen Mann sozusagen mit einer Legende versahen. Zum anderen ist da der Blödsinn mit dem Analverkehr. Dem Himmel sei Dank, dass es diesen anmaßenden Richter gibt, der uns belehrt, wie wir unseren Sex wahrzunehmen haben: schmerzhaft. Da fällt mir sofort das antischwule Pamphlet "Der Spiegel" ein, das in den 80ern im Zuge von AIDS eine dreckige Kampagne gegen Schwule fuhr und schwulen Sex für brutal, gewalttätig, verletzungsintensiv, blutig erklärte. - Nein, so ist das nicht, aber das brauche ich hier wohl kaum zu erläutern. Jeder hat seine Erfahrungen, ich auch. Da war mein erster Analverkehr. Für mich ganz überraschend. Ohne darüber vorher geredet zu haben und ohne dass wir uns darauf irgendwie vorbereitet hätten, versuchte mein Damaliger, in mich einzudringen. Ging nicht, war irgendwie "zu", heute geschlossen (lol). Und ich war total verkrampft. Ich kam auf die Idee, wir sollten was nehmen, "damit es flutscht". Damit wollte er keine Zeit verschwenden und drückte weiter drauflos. Urplötzlich -als ginge eine Tür auf- konnte er sich einschieben. Es war ein starker Druck. Ich kam mir zu eng vor und empfand ihn als zu groß - nur eines war da nicht: Schmerz. Tut mir leid, Herr Richter. Vielen hat es beim ersten Mal wehgetan, aber eben nicht allen. Und noch was: Die sexuellen Phantasien des Verfassers haben in einem Leitsatz nichts zu suchen.
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#16 steffdaAnonym
  • 03.06.2019, 22:08h
  • Wenn die Verfolgung aufgrund der sexuellen Orientierung ein Kriterium für die Gewährung von Asyl ist, dann muss es Überprüfbar sein.
    Ist es nicht überprüfbar, so ist das Kriterium untauglich.
    Wenn aber eine Überprüfung ausgeschlossen wird (wie im Artikel die zitierten Urteile des EuGH zeugen), dann braucht es keinerlei andere Asylgründe mehr.
    Die Behauptung der eigenen Homosexualität würde für die Erlangung eines Aufenthaltstitels ausreichen.

    Diejenigen, die derartige Regeln machen bzw. einfordern, sollte das mit der Logik nochmal üben.

    Nichtsdestotrotz müssen LGBT***-Flüchtlinge entsprechend unterstützt werden, ggf. auch mit einem Aufenthaltstitel, damit sie ein menschwürdiges Leben (und dazu gehört für mich das ausleben der eigenen Sexualität dazu, sofern sie keinem schadet) führen können.

    Nur offensichtlich ist das Kriterium "sexuelle Orientierung" dafür nicht geeignet.
    Allerdings habe ich dafür im Moment auch keine Lösung.
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#17 TheDadProfil
  • 03.06.2019, 22:55hHannover
  • Antwort auf #7 von Monomilo
  • ""Als Richter bist da aber auch in ner scheiß Situation,""..

    Und deshalb darf man dann einen Unfug nach dem Nächstem in eine solche Klageabweisung schreiben ?

    Wer hier "lebensfern" argumentiert, und vor allem keine Ahnung von "anatomischen Gegebenheiten hat, kann man dem Urteil dann dennoch entnehmen :
    Der Richter..

    Der sich nicht zu schade dazu ist einen offensichtlich Aktiven Part beim Sexualakt nach den "Schmerzen beim Analakt" zu befragen, und in seiner Ausforschung sogar noch so weit geht zu erfragen, ob sich sich um ein "erstmaliges Erleben" gehandelt habe..

    Mal vollständig davon abgesehen das es Richter absolut NICHTS angeht wer mit wem freiwillig wie verkehrt hat..

    Hier wird vollständig alles ignoriert was an Fakten auf dem Tisch liegt :
    Angefangen von der Möglichkeit einer Schein-Ehe, über besehende Bisexualität, bis hin zur Verfolgung durch die Verwandtschaft des Sex-Partners, wir die Sexuelle Identität eines Menschen in Abrede gestellt..

    Der Richter begibt sich hier in den Verdacht der Rechtsbeugung im Amt, und man kann nur hoffen daß die Rechtsvertretung des Betroffenen das zur Anzeige bringt..
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#18 TheDadProfil
  • 03.06.2019, 23:00hHannover
  • Antwort auf #8 von Monomilo
  • ""Nachtrag: So absurd find ich die Begründung gar nicht... Erstes mal, keine gleitcreme..?""..

    Auch bei Dir offenbaren sich "offensichtliche Defizite in Anatomischen Wissen"..

    Mal ganz davon abgesehen das es vollständig irrelevant ist ob dieser Mensch Gleitcreme genutzt hat !

    ""Und dann noch der Antrag mit Ehefrau.... ""..

    Weil es ja auch vollständig unvorstellbar wäre das die Verwandten des Sex-Partners nicht auch seine Frau verfolgen ?
    Kuck an..
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#19 Still_IthEhemaliges Profil
  • 03.06.2019, 23:01h
  • Was ich unglaubwürdig finde, ist die Idee, einem_r aktiven Sexpartner_in unzweifelhaft die Kompetenz zuzusprechen, den Spaß- oder Schmerzfaktor einer anderen beteiligten Person korrekt einzuschätzen.

    Die Erkenntnis, dass selbst Nachfragen der Art "Wie war ich", so sie denn erfolgen, nicht immer wahrheitsgemäß beantwortet werden, könnte an einem patriarchalen, mutmaßlich Hetero-Männerego aber zugegebenermaßen bleibende Schäden hinterlassen.
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#20 TheDadProfil
  • 03.06.2019, 23:04hHannover
  • Antwort auf #9 von marcocharlottenburg
  • ""Und? Wer hat die Entscheidung gelesen? Mag sein, dass das technische Verständnis des Richters mangels eigener Erfahrungen eingeschränkt ist. Entscheidend ist allerdings, dass das Gericht aufgrund der Schilderungen seine Zweifel hat, dass der Kläger das Geschilderte auch tatsächlich so erlebt hat.""..

    Allein die FRAGE DANACH ist einfach IRRELEVANT !

    Es geht das Gericht NICHTS AN !

    Mit welchem Verve hier Fragestellungen als "erlaubt" angesehen werden ist einfach unverschämt !

    Keine Frau muß in einem Einstellungsgespräch zu einem neuem Job die Frage beantworten ob sie gerade Schwanger ist..

    Aber der Asylsuchende soll Auskunft über sein Sex-Leben geben ?
    GEHTS NOCH ?

    Was kommt als Nächstes ?
    Anal-Untersuchungen zur Feststellung ob Analverkehr stattgefunden hat ?

    Auf welchem Niveau wird hier eigentlich diskutiert ?
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#21 TheDadProfil
  • 03.06.2019, 23:08hHannover
  • Antwort auf #19 von Ith_
  • ""Was ich unglaubwürdig finde, ist die Idee, einem_r aktiven Sexpartner_in unzweifelhaft die Kompetenz zuzusprechen, den Spaß- oder Schmerzfaktor einer anderen beteiligten Person korrekt einzuschätzen.""..

    Exakt !

    Was immer noch nicht rechtfertigt solche Fragen überhaupt zu stellen..
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#22 nurmalsoAnonym
#23 KetzerEhemaliges Profil
  • 04.06.2019, 06:47h
  • Antwort auf #12 von Piak
  • "Aber hier geht es ja nicht um den Umgang mit Homosexualität, sondern um den Beleg derselben."

    Holla die Waldfee!

    Homosexualität damit "belegen" zu sollen, dass man von möglichst schmerzhaftem Analverkehr berichtet, ist ungefähr so weltfremd (jedoch auch so dogmatisch), wie davon auszugehen, alle Heteros hätten Geschlechtsverkehr ausschließlich im Bett in Missionarsstellung.

    Wie hier schon gesagt wurde, gibt es beim menschlichen Sex NICHT nur zwei Varianten (Heten: von vorne und mit wenig Aua, weil das Weibchen ja stets freudig aufnahmebereit ist und deshalb auf Teufel komm raus eigenes Gleitgel produziert - Schwule: von hinten und mit viel Aua, weil es sowieso total unnatürlich ist).

    Ein_e Richter_in, die von solchen Kriterien ausgeht, wäre noch in den 1950er und 1960er Jahren ohne Weiteres mit so einer eindimensionalen Begründung durchgekommen - aber 2019?
    Naja, man sieht ja an Leuten wie "Professor" Kutschera, wie weit Realität und eingebildete Wahrheit voneinander entfernt sein können, und solche Leute dürfen sich dennoch als gebildet und qualifiziert genug bezeichnen, um Menschen auf Grund solcher Kriterien abzuurteilen.

    Dies hier scheint an dem Richter ja auch vollends vorbeigegangen zu sein:
    "Der EuGH hatte 2014 auch geurteilt, dass Behörden die Glaubwürdigkeit von Asylbewerbern "nicht anhand von Befragungen beurteilen dürfen, die allein auf stereotypen Vorstellungen von Homosexuellen beruhen", und dass die Behörden "im Rahmen dieser Prüfung keine detaillierten Befragungen zu den sexuellen Praktiken eines Asylbewerbers durchführen dürfen"."

    Das Ganze schreit nach Berufung, Revision oder was auch immer sonst hoffentlich juristisch möglich ist.
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#24 hugoAnonym
  • 04.06.2019, 15:20h
  • Wird Zeit, daß die Behördenmirarbeiter aufgeklärt werden!
    Homosexualität nur auf den Analverkehr zu reduzieren ist ein Wissenstand aus dem vorletzten Jahrhundert!
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#25 mmmmAnonym
  • 05.06.2019, 23:11h
  • diese richter sollte man wegen homophobie verklagen! eine schande für die rechtsstaat
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#26 staviloAnonym
  • 08.06.2019, 17:03h
  • "Entscheidend ist allerdings, dass das Gericht aufgrund der Schilderungen seine Zweifel hat, dass der Kläger das Geschilderte auch tatsächlich so erlebt hat. Das Gericht hat es mit farblos und oberflächlich beschrieben. Ich denke schon, dass das erste Mal so einschneidend ist, dass man jede Minute genau beschreiben kann. Was, wann, wo... Fehlte offensichtlich. Nun gibt es also zwei Möglichkeiten. Tatsächlich nicht erlebt oder schlecht anwaltlich beraten."

    Genau die gleiche Verfahrensweise wie der Richter. Ist ja schön, dass das für eine Person so war, vllt auch für alle die diese Person kennt (oder die es ihr erzählt haben) und sie daraus ein Konstrukt gebaut hat, dass bestätigt, dass das dann wohl bei allen so sein muss - so ist es halt nicht.
    Wie hier schon an unzähligen Beispielen aufgeführt wurde, sind Menschen und ihre Wahrnehmung von Sexualität verschieden. Es gibt keine Pauschalaussage dafür, wie jemand etwas empfunden hat. Wie kann man nur so eine Arroganz besitzen, weil eben die Pauschalaussage, welche man für sich selbst als richtig eingeordnet hat, in einer Aussage nicht zu finden und infolgedessen darauf zu schließen, dass die Person das also nicht erlebt hat.

    Mal ganz abgesehen davon, dass der Asylsuchende vielleicht nicht homosexuell ist. Wenn man das beweisen möchte, dann bitte mit logischen Argumenten und keinen Dogmen.

    Die Vielzahl an Möglichkeiten:
    Stichwort Analsex:
    - Der Analsex hat tatsächlich nicht weh getan. (Ist möglich. Auch wenn heterosexuelle Männer sich das gerne anders vorstellen, nicht nur aufgrund von Homophobie sondern auch wegen einer Vorliebe für heterosexuelle Painal-Pornos oder schlichtweg der Unfähigkeit die eigene Partnerin so zu entpannen, dass sie nicht 1-2 Stunden verkrampft ist und deshalb lange "vorbereitet" werden muss z.B.)
    - Der Partner hat gesagt, es habe nicht weh getan aber es hat eigentlich weh getan.
    - Der Analsex hat weh getan aber dem Partner hat genau das gefallen, deshalb die Konklusion des Asylsuchenden: "meinem Partner hat es gefallen".
    - Der Asylsuchende hat nicht wahrgenommen, dass der Partner Schmerzen hatte.
    etc.

    Stichwort: Bedeutsamkeit
    - Das erste Mal war nicht sonderlich spektakulär für ihn. z.B. weil:
    - er schon Geschlechtsverkehr (mit einer Frau) hatte
    - es für ihn keine so bedeutende Sache ist wie für andere, der erste Kuss hingegen schon.
    - körperliche Beziehungen nicht den gleichen hohen Stellenwert haben wie seelische.

    - Es war ihm unangenehm über das erste Mal so detailliert zu sprechen, z.B. weil:
    - es eben gerade so etwas intimes für ihn ist.
    - das Umfeld um ihn herum extrem unangenehm war und er sich nicht durchringen konnte spezifischer zu werden. Sein Unwohlsein wurde als Oberflächlichkeit wahrgenommen. (Natürlich sollte man Justizbeamten zutrauen das unterscheiden zu können aber a) manche Leute können ihre Unsicherheit wirklich gut verbergen und b) jemandem, der so ein unreflektiertes Urteil gefällt hat, traue ich diese Fähigkeit fast schon nicht mehr zu.)

    - diese spezifischen Fragen halt auch die persönliche Grenze überschreiten.

    Aber nützt ja nichts. Wer Hilfe sucht und diese bekommen möchte, muss sich bekanntlich komplett nackt machen.
    Und dann am Ende noch gesagt bekommen: Ja ne, das war gar nicht so, weil bei mir/meinen Bekannten/im Fernsehen/in Pornos/in Büchern war's anders.

    Wie gesagt: Mag sein, dass diese Person nicht homosexuell ist aber nur weil die Homosexualität/Intimität der Person nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, ist das nicht bewiesen.
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