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Gerichts-Anordnung

Semenya darf vorläufig wieder über kürzere Strecken laufen

Das Schweizerische Bundesgericht hob bis zu einem Berufungsverfahren eine umstrittene Regelung des Leichtathletik-Weltverbands zu Hormonwerten auf.


Caster Semenya kämft weiter dagegen, eine Hormontherapie machen zu müssen oder nicht antreten zu dürfen (Bild: Yann Caradec / flickr)

Südafrikas Lauf-Star Caster Semenya hat im Streit um erhöhte Hormonwerte einen Teilerfolg errungen. Das Schweizerische Bundesgericht bestätigte Berichte südafrikanischer Medien vom Montag, wonach die 28-Jährige bis auf weiteres wieder auf Strecken zwischen 400 und 1500 Metern antreten darf.

Die bereits am Freitag erlassene Anordnung gelte bis zu einer endgültigen Entscheidung durch das Bundesgericht. Semenyas Anwalt Gregg Nott sagte, das Gericht habe den Leichtathletik-Weltverband IAAF angewiesen, die Umsetzung einer umstrittenen Regelung zu Hormonwerten auszusetzen und sich dazu bis zum 25. Juni zu äußern.

Die zweimalige 800-Meter-Olympiasiegerin und dreimalige Weltmeisterin hatte erst in der letzten Woche angekündigt, vor dem Bundesgericht gegen eine Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes CAS in Lausanne vorzugehen (queer.de berichtete). Die höchste Instanz der Sportgerichtsbarkeit hatte Anfang Mai eine Regel des Leichtathletik-Weltverbandes für rechtens erklärt, mit der Testosteron-Limits für Mittelstreckenläuferinnen mit intersexuellen Anlagen festgesetzt werden (queer.de berichtete).

Umstrittener Zwang zur Hormontherapie

Mit der kurz nach dem Urteil in Kraft getretenen allgemeinen, in der Praxis aber vor allem Semenya betreffenden Regelung verpflichtet die IAAF Läuferinnen, über einen durchgehenden Zeitraum von mindestens sechs Monaten einen Testosterongehalt von fünf Nanomol pro Liter Blut nicht zu überschreiten. Damit solle ein Wettbewerbsvorteil verhindert werden, argumentiert der Verband. Um weiterhin bei Rennen antreten zu können, müsste sich Semenya daher einer Hormontherapie unterziehen, um ihre Testosteron-Werte zu senken. Die Regelung umfasst Frauenrennen zwischen 400 Metern und einer Meile (1.609 Meter).

Nach dem Urteil hatte der Weltärztebund betont, dass er die Regelung für unethisch und für eine Art "umgekehrten Dopings" halte, an der sich Ärzte nicht beteiligen dürften. Noch vor der Urteilsverkündung hatte der Menschenrechtsrat der Vereinten Nation die geplante Regelung in einer Resolution als Verstoß gegen die Menschenrechte kritisiert.

"Ich bin eine Frau und eine Weltklasse-Athletin. Die IAAF wird mich nicht zu Drogen verpflichten oder daran hindern, die Person zu sein, die ich bin", hatte Semenya zu der Berufung erklärt. Die CAS-Entscheidung billige eine Regelung, die unnötige und unerwünschte hormonelle Eingriffe bei Sportlerinnen trotz fehlender medizinischer Protokolle und der unsicheren gesundheitlichen Folgen vorsehe. Der CAS hatte die Regel selbst als diskriminierend eingestuft, aber als "notwendiges, vernünftiges und angemessenes Mittel" verteidigt.

Semenya gilt als bekanntester intergeschlechtlicher Mensch der Welt, auch wenn sich die lesbische Athletin selbst nicht zu dem Thema äußern will. Immer wieder wurde sie von Mitkämpferin wegen eines angeblichen Vorteils kritisiert. Vor Einlegung der Berufung hatte die 28-Jährige angekündigt, vorerst auf die 3.000-Meter-Strecke auszuweichen (queer.de berichtete). (nb/dpa)



#1 decide_humanAnonym
  • 03.06.2019, 23:28h
  • Ist das ein Theater, ehrlich.
    Das Urteil war Humbug. Absolut an der Menschlichkeit vorbei. Semenya kann selbstverständlich über kürzere Strecken rennen, daran gibt es gar nichts zu zweifeln.
    Ich hoffe, aus "vorläufig" wird dauerhaft.

    ©BuntesUndSchönes
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