Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33763

LGBTI auf Reisen

"Zeigen Sie keine übertriebene Freundlichkeit"

Zum Europride hat die Wirtschaftskammer Wien zehn Tipps für Hotels zum Umgang mit queeren Gästen veröffentlicht. Wir dokumentieren die gelungenen Hinweise.


Rezeptionist aus dem Film "The Grand Budapest Hotel" (Bild: Netflix)

• Zwei Männer haben eine Reservierung für ein Doppelzimmer. Nehmen Sie nicht automatisch an, dass das ein Versehen war. Es muss auch nicht bedeuten, dass die beiden ein Paar sind. Einfach gesagt: Bestätigen Sie die Reservierung. Sollte tatsächlich ein Fehler passiert sein, werden es Ihnen die Betroffenen selbst sagen.

• Zeigen Sie keine übertriebene Freundlichkeit. Wenn bei Ihnen beispielsweise zwei Frauen einchecken und Sie feststellen, dass diese ein Paar sind, behandeln Sie diese, wie Sie alle anderen Gäste auch behandeln würden. Übertriebene Begeisterung kann auch diskriminierend wirken.

• Wenn ein Mann beim Einchecken sagt, dass er auf Hochzeitsreise ist, erwarten Sie nicht, dass unbedingt eine Frau als Ehepartner erscheint. Fragen Sie einfach: "Wie ist der Name des anderen Gastes?"

- Werbung - Video - BEAUTIFUL DESTINATION MALTA

• Wenn ein gleichgeschlechtliches Paar gegenseitig "von meiner/m Ehefrau/ Ehemann" spricht: Folgen Sie einfach dieser Bezeichnung in ihrer eigenen Ansprache.

• Seien Sie nicht überrascht, wenn eine Frau bei Ihnen eincheckt und in ihrem Reisepass ein männlicher Name steht. Vermutlich wird sie Ihnen mitteilen, mit welchem Namen sie während ihres Aufenthaltes angesprochen werden will.

• Vertrauen Sie besser nicht darauf, dass alle Ihre MitarbeiterInnen das zu erwartende Verhalten gegenüber LGBT-Gästen ganz automatisch an den Tag legen. Klären Sie in einer kurzen Lerneinheit ihre MitarbeiterInnen auf, damit unangenehme oder diskriminierende Vorfälle ausgeschlossen werden können.

• Sie wollen Gäste aus der LGBT-Community gewinnen? Sie können beispielsweise spezielle Events der Community durch die Zurverfügungstellung von Räumen für Diskussionen oder Sponsoring unterstützen.

• Sorgen Sie dafür, dass die MitarbeiterInnen an der Rezeption bzw. der Concierge sich ein wenig in der LGBT-Szene auskennen und hilfreiche Tipps zur Freizeitgestaltung geben können.

• Ein einfacher Marketing-Tipp für die LGBT-Zielgruppe: Achten Sie darauf, dass in Ihrem Fotomaterial nicht ausschließlich heterosexuelle Paare abgebildet sind. Es müssen keine gleichgeschlechtlichen Paare sein. Es reicht, einfach Männer oder Frauen solo abzubilden.



#1 queere_femmeAnonym
#2 Ralph
#3 Sabelmann
#4 mmmmAnonym
#5 VorsichtWienAnonym
  • 05.06.2019, 18:29h
  • Vorsicht in Wien... von da hört man derzeit ziemlich üble Sachen, was Polizeigewalt angeht.
    Und nein, man hört es nicht nur, man kann es auch auf Videos sehen.
    Wer also nicht unbedingt auf Folter steht, sollte seine Reiseziele nochmal prüfen.
    Sehr schade eigentlich, weil Wien ist eine tolle Stadt und auch die meisten Menschen sind dort sehr nett.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 KetzerEhemaliges Profil
  • 06.06.2019, 02:46h
  • Wenngleich der Rest auch einigermaßen gelungen ist, muss ich leider doch diese Passage deutlich monieren:

    "Achten Sie darauf, dass in Ihrem Fotomaterial nicht ausschließlich heterosexuelle Paare abgebildet sind. Es müssen keine gleichgeschlechtlichen Paare sein. Es reicht, einfach Männer oder Frauen solo abzubilden."

    Und somit werden gleichgeschlechtliche Paare dann halt doch wieder mal unsichtbar gemacht.

    Ja, auch mal Solo-Menschen zu sehen, schreckt weniger ab, als wenn man nur strahlende Heten-Pärchen sieht. Wie daraus automatisch zu schließen sein soll, dass auch Homo-Paare willkommen sein könnten, bleibt schleierhaft. Ist ja auch nicht wirklich so, sonst würde man TATSÄCHLICH darauf achten, die Welt nicht nur heterolike abzubilden.

    Solange es doch noch irgendwie als anstößig gilt, gleichgeschlechtliche Paare abzubilden, weil man befürchtet, sonst die "Haupt-Klientel" zu verschrecken, werden queere Menschen eben doch weiterhin marginalisiert, ausgeblendet, als unaussprechlich und unzeigbar markiert.

    Das hat nicht mal mit Toleranz etwas zu tun - geschweige denn mit Akzeptanz oder auch nur ernst zu nehmender genereller Kund_innenfreundlichkeit.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 LedErich
  • 06.06.2019, 08:15h
  • Relativ häufig kommt in Hotels im In- und Ausland vor, dass Betten extra für uns auseinander gerückt wurden oder man das bei Anreise exolizit angeboten bekommt. Wir lassen uns aber immer das Zimmer wieder auf Doppelbett umbauen und machen das nicht selbst oder wir verlangen das bestellte Doppelzimmer, wenn das Zweibettzimmer sich nicht umbauen lässt.

    Am krassesten war das mit dem vorbereiteten Namenskärtchen auf dem Tisch in einem Hotel in Bad Füssing, wo ich bei der dritten Mahlzeit dann doch mal darauf hinweisen musste, dass ich nicht Frau XY bin sondern auch ein Herr XY. Dann hat man das Kärtchen endlich ausgetauscht.

    In demselben Hotel haben wir die romantische Paar-Massage mit anschließender Kuschelzeit und Sekt wie selbstverständlich genießen können.

    Im Großen und ganzen werden wir aber eigentlich überall als Paar wahrgenommen und sehr selbstverständlich mit uns umgegangen.
  • Antworten » | Direktlink »